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Overhead valves (Obenliegende Ventile) bezeichnet eine Bauweise von 4-Takt-Hubkolbenmotoren, bei der die Einlass- und Auslass-Ventile im Zylinderkopf angeordnet sind. Die Ansteuerung der Ventile erfolgt über Stößelstangen und Kipphebel.
Aus dem Begriff selbst geht die Lage der Nockenwelle nicht hervor. In der Regel benutzt man die Bezeichnung OHV für Motoren, bei denen die Nockenwelle im Kurbelgehäuse platziert ist. Motoren mit Nockenwelle im Zylinderkopf heißen OHC (bzw. DOHC-)- oder CIH-Motor.
Historisches
Die OHV-Bauweise ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt. Vor allem aus Gründen der Ausfallsicherheit wurden jedoch bis zum zweiten Weltkrieg viele
Viertakt-
Otto-Motoren, bei denen nicht maximale Leistung gefordert war, als
SV-Motor ausgelegt.
Erst mit der Einführung zuverlässiger Materialien nach dem 2. Weltkrieg konnte der OHV-Motor in der Massenfertigung den SV-Motor ablösen. Technisch war der Übergang vom SV- zum OHV-Motor leicht zu bewerkstelligen, da die Nockenwelle ihre Lage im Kurbelgehäuse behielt.
Vor- und Nachteile
Vorteile
Die Möglichkeit, den Motorblock weitgehend beizubehalten, erleichterte den Übergang von SV- zu OHV. In den 1950ern wurden teilweise Umbausätze von SV nach OHV angeboten, um Fahrzeuge zu frisieren. Bei Fiat entstand aus dem Motor des
Fiat Topolino durch einen geänderten Kopf der Motor, der bis in die 1990er im
Fiat Panda verwendet wurde. Dadurch, dass keine Steuerkette abgenommen werden muss, ist der OHV-Motor in vielen Fällen einfacher zu warten als ein OHC-Motor.
Nachteile
Auch wenn der OHV-Motor dem kugelförmigen Brennraum-Ideal näher kommt als der SV-Motor, verhindern hohe oszillierende Massen höhere Nenndrehzahlen. Folge der langen Stößelstangen und der unterschiedlichen Wärmeausdehnung der Materialien von Block und Stößelstangen ist die erforderliche Sorgfalt bei der Einstellung des Ventilspiels und das trotzdem recht
rasselnde Laufverhalten bei kaltem Motor. Bei Kleinmotoren relevant ist die teurere Produktion durch die größere Anzahl an Bauteilen.
Mischform CIH
Eine Mischform aus OHV- und OHC-Bauweise ist
CIH (Camshaft in Head), eine z. B. bei Opel in den 1970ern verwendete Bauart, bei der die Nockenwelle seitlich im Zylinderkopf platziert war und die Ansteuerung der Ventile über somit kürzere Stößelstangen erfolgte. Diese Bauart ermöglichte durch geringere oszillierende Massen etwas höhere Drehzahlen als bei OHV-Motoren mit langen Stößelstangen üblich. Spätere Opel CIH-Motoren, ab 2,0l Hubraum wurden sogar mit hydraulischen, selbstnachstellenden Ventilstößeln ausgerüstet, wodurch sich das Kontrollieren und Korrigieren des Ventilspiels erübrigte. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch die Steuerkette mit einem hydraulischen Kettenspanner versehen und somit der Wartungsaufwand bei diesen Motoren wesentlich geringer.
Siehe auch
Verbrennungsmotor | Motorradtechnik
Overhead valve | OHV | OHV