Freie_Universität_Berlin_-_Otto-Suhr-Institut_-_Gebäude_Ihnestr._21.jpg Das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft (OSI) ist eines der renommiertesten Institute an der Freien Universität Berlin und die größte politikwissenschaftliche Einrichtung in Deutschland. Namensgeber ist der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Otto Suhr (1894-1957, SPD).
Das OSI ging 1959 aus der 1920 gegründeten Deutschen Hochschule für Politik hervor. Unter den Nationalsozialisten wurde es geschlossen und 1948 nach dem 2. Weltkrieg wieder eröffnet.
Seit der 68er-Bewegung galt das Otto-Suhr-Institut als Hort linker und alternativer Politikvorstellungen. Waren es zu Beginn vor allem kritische Studenten, die dem Otto-Suhr-Institut ein vordergründig linkes Image anhefteten, so änderte sich dies in den 1970er und 80er Jahren: der Marsch durch die Institutionen endete für einige der ehemaligen Revolutionäre auf gut besoldeten Lehrstühlen. In der Studierendenschaft ist die Linkstendenz seit den 80ern zunehmend rückläufig, seit den 1990ern nimmt auch die Zahl der sich selbst als "links" oder "alternativ" einschätzenden Hochschullehrer am Otto-Suhr-Instititut ab.
Otto-Suhr-Institut_an_der_FU_Berlin.jpg Im Zuge der internationalen Vereinheitlichung der Studiengänge wurde am Otto-Suhr-Institut der Diplomstudiengang Politikwissenschaft 2003 reformiert und durch konsekutiv gestufte Studiengänge mit Abschluss "Bachelor of Arts" (Politikwissenschaft) und "Master of Arts" (Internationale Beziehungen) ergänzt.
Ein Teil des OSI ist heute im Gebäude des ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik untergebracht. Im Nationalsozialismus wurde hier die menschenverachtende Rassenforschung geplant und von KZ-Arzt Josef Mengele durchgeführt. Eine Gedenktafel am Eingang erinnert daran.
Aktuell: Ulrich Albrecht, Elmar Altvater, Michael Bolle, Tanja Börzel, Nils Diederich, Hajo Funke, Gerhard Göhler, Peter Grottian, Joachim Jens Hesse, Siegfried Mielke, Oskar Niedermayer, Thomas Risse, Klaus Roth, Eberhard Sandschneider, Klaus Schroeder, Richard Stöss, Fritz Vilmar, Bodo Zeuner.
Ehemals am OSI: Johannes Agnoli, Arnulf Baring, Friedemann Büttner, Theodor Ebert, Jürgen W. Falter, Ossip K. Flechtheim, Ernst Fraenkel, Hartmut Jäckel, Dieter Löcherbach, Peter Lösche, Richard Löwenthal, Wolf-Dieter Narr, Björn Pätzoldt, Hans Reif, Alexander Schwan, Gesine Schwan, Kurt Sontheimer, Heinrich August Winkler.
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