Otto von Freising (* um 1112 vermutlich in Klosterneuburg bei Wien; † 22. September 1158 im Zisterzienserkloster Morimond in Frankreich) war seit 1138 Bischof von Freising und einer der bedeutendsten Geschichtsschreiber des Mittelalters.
Dabei geriet er in der Zeit des Investiturstreites fast notwendig in Konflikt mit den Wittelsbachern, vermittelte aber aufgrund seiner weiten kaiserlichen Verwandtschaft erfolgreich in den Streitigkeiten zwischen Staufern, Babenbergern und Welfen. Er beteiligte sich auf den Ruf des Bernhard von Clairvaux hin als geistlicher Reichsfürst aktiv am Zweiten Kreuzzug, nur mit Mühe konnte er am Ende mit einer kleinen Schar entkommen.
Otto gilt als einer der größten Geschichtsschreiber des hohen Mittelalters. In seiner "Geschichte der zwei Reiche" (im lat. Original: "Chronica sive Historia de duabus civitatibus") behandelt er in 7 Bänden die Weltgeschichte, im 8. Band entfaltet Otto eine Vision des Jüngsten Gerichts. Den Vorstellungen seiner Zeit verhaftet, glaubt er die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden im christlichen Kaiserreich zu erkennen, eine Auffassung, die schon Augustinus in seinem Werk vom "Gottesstaat" abgelehnt hatte. Eine besondere Rolle kommt nach Otto dabei den Mönchen zu, deren Habit er auch als Bischof nicht ablegte. Außerdem erzählte er 1157 in "Die Taten Friedrichs" die Geschichte seines Neffen Kaiser Friedrich Barbarossa. Dieses Unterfangen blieb durch seinen Tod beim Generalkapitel seines Ordens in Morimond Fragment.
Die Geschichtsschreibung Ottos in Bezug auf Barbarossa ist nicht frei von subjektiven Formulierungen. Gerade die Darstellung der Staufer ist klar mit einer Zielsetzung verbunden, die man modern ausgedrückt propagandistisch nennen kann. Otto ging es darum, das Haus Staufen in dem Licht darzustellen, der es zum Erfüller des göttlichen Willens machte.
Otto wurde in der inzwischen zerstörten Klosterkirche von Morimond beigesetzt, seine Reliquien sind verschollen.
Im Zisterzienserorden wird Otto seit langem als Seliger verehrt. Sein Gedenktag ist in Wien der 22. September und im Erzbistum München-Freising mit Genehmigung der römischen Ritenkongregation seit 1973 der 7. September.
Seliger | Historiker | Babenberger | Römisch-katholischer Bischof (12. Jh.) | Person (Freising) | Geboren 1112 | Gestorben 1158 | Abt
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