Ich habe schon Liste in Text verwandelt. Aber der Text muss noch flüssiger werden. Eventuell muss auch unwichtiges gestrichen werden. --Ephraim33 11:35, 17. Jun 2006 (CEST)
Dr. med. Otto (Hans Adolf) Gross (* 17. März 1877 in Gniebing bei Feldbach/Steiermark; † 13. Februar 1920 in Berlin) war ein österreichischer Arzt, Psychiater, Psychoanalytiker und Anarchist.
Nach Tätigkeiten als Assistenzarzt in den internen Abteilungen verschiedener Krankenhäuser (Frankfurt/M, Czernowitz, Kiel) trat Gross 1901 eine Stellung als Schiffsarzt auf der Hamburger Dampferlinie "Kosmos" an, die Häfen in Südamerika (Punta Arenas, Santiago, Montevideo, Buenos Aires) anlief. Auf diesen Fahrten nahm Gross Kokain und wurde süchtig. 1902 liess er sich in der Psychiatrischen Klinik Burghölzli in Zürich wegen Kokainsucht behandeln und trat eine Stelle als psychiatrischer Volontär in München an, anchliessend an der Psychiatrisch-Neurologischen Klinik von Prof. Gabriel Anton in Graz. 1903 heiratete er Frieda Schloffer († Dezember 1950).
1904 traf er zum ersten Mal Sigmund Freud. 1905 reichte er an der Universität Graz seine Habilitation ein. 1906 begaben sich Frieda und Otto Gross von Graz nach Ascona. Otto Gross machte den Versuch einer Entwöhnung. Gross wurde Privatdozent an der Universität Graz für das Fach Psychopathologie. Im September zogen Otto und Frieda Gross nach München. Er arbeitete als Assistenzarzt bei Emil Kraepelin. Frieda Gross lud Else Jaffé, geb. von Richthofen, mit der sie gemeinsam im Internat gewesen war, zu sich ein. Auch ihre Schwester Frieda Weekley kam nach München. Gross hatte Beziehungen zu beiden Richthofen-Schwestern.
Am 21. Januar 1907 wurde der eheliche Sohn Wolff (Wolfgang) Peter († 21. September 1946 in Davos) geboren, am 24. Dezember der Sohn Peter Jaffé. Regina Ullmann wurde Patientin und Geliebte von Gross. 1908 nahm Gross am 1. Psychoanalytischen Kongress am 26.-27. April in Salzburg teil. Er wollte einen Vortrag über "culturelle Perspectiven" halten. Freud kritisierte seine Sichtweise: "Wir sind Ärzte, und Ärzte müssen wir bleiben." Freud erstellte ein ärztliches Zeugnis für Gross und überstellte ihn an das Burghölzli in Zürich, wo er eine zweite Entziehungskur begann, aber schon nach fünf Wochen floh. Nachträglich diagnostizierte Carl Gustav Jung bei Gross "Dementia praecox". Im selben Jahr wird Gross' Tochter Camilla Ullmann geboren und er verzichtete auf seine Grazer Privatdozentur.
Am 3. März 1911 tötete sich die von Gross schwangere Sophie Benz. Gross war zur Behandlung in der Anstalt Mendrisio bei Casbaigno (Schweiz), von dort wurde er später an die Wiener Anstalt "Am Steinhof" überwiesen. 1912 wurde er wegen Mord und Beihilfe zum Selbstmord steckbrieflich gesucht. 1913 zog er nach Berlin und schloss sich dort der Gruppe "Aktion" um Franz Pfemfert an. Am 9. November wurde Gross als gefährlicher Anarchist verhaftet und aus dem preußischen Staatsgebiet ausgewiesen. Auf Veranlassung des Vaters wurde er in der Privat-Irrenanstalt Tulln bei Wien interniert. Eine internationale Pressekampagne setzte sich für Otto Gross ein.
1914 wurde die wegen Wahnsinns verhängte Kuratel (Zwangsverwaltung) vom Bezirksgericht Graz mit Genehmigung des k.k. Landesgericht beschlossen und der Vater Hans Gross zum Kurator eingesetzt. Er wurde in die Landesirrenanstalt Troppau in Schlesien verlegt. Gross begann gegen seine Entmündigung anzukämpfen, verfasste mehrere Gesuche um neuerliche Untersuchung und Begutachtung seines Geisteszustandes und wurde schließlich als genesen entlassen.
1915 arbeitete er am Epidemie- und Barackenspital des Komitats Ungvar, anschließend als landsturmwilliger Zivilarzt, dann als Landsturmassistenzarzt am k.k. Epidemiespital Vinkovci in Slawonien. Am 9. Dezember stirbt der Vater Hans Gross in Graz an einer Lungenentzündung. Im Mai 1917 wird er von Temesvar in die Landes-, Heil- und Pflegeanstalt Steinhof in Wien verlegt, von dort aber nach einer Woche schon als geheilt und bürgerlich erwerbsfähig entlassen. Er wurde dann dienst- und landsturmuntauglich befunden. Im September wurde die Kuratel zuerst ganz aufgehoben, schließlich in eine beschränkte Kuratel wegen Verschwendung und gewohnheitsmäßigem Gebrauch von Nervengiften umgewandelt; die Umwandlung wurde im Dezember rechtskräftig.
1918 wurde er Mitarbeiter bei den Zeitschriften "Die Erde" und "Das Forum", wohnte abwechselnd in Graz und Wien. 1919 war er in Graz, dann in München, schließlich ging er im Oktober nach Berlin und wohnte bei Cläre und Franz Jung in Friedenau.
Am 13. Februar 1920 starb Otto Gross an einer Lungenentzündung und möglicherweise Entzugserscheinungen in der Privat-, Heil- und Pflegeanstalt Dr. Gustav Scholinus in Pankow, nachdem er zwei Tage zuvor halb verhungert und frierend in einem Durchgang zu einem Berliner Lagerhaus von Freunden aufgefunden wurde.
Die mit (*) versehenen Titel sind enthalten in dem Neudruck u.d.T.
Kongressbände:
Mann | Österreicher | Mediziner (20. Jh.) | Psychoanalytiker
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