Otto Glöckel (* 8. Februar 1874 Pottendorf (Niederösterreich); † 23. Juli 1935 in Wien) war ein sozialdemokratischer Politiker und Schulreformer der Ersten Republik in Österreich.
Als Initiant der Reformpädagogik der Zwischenkiegszeit - der österreichischen Schulreform - war Glöckel ein Verfechter der Gesamtschule und Gegner von Bildungsprivilegien sowie Kämpfer gegen die kirchliche Vormachtstellung in den öffentlichen Schulen. Er war erster Unterrichtsminister (Unterstaatssekretär für Unterricht) der Ersten Republik Österreichs von 1919-1920. Sein Ziel war unter anderem die Demokratisierung der Schule (organisatorische und inhaltliche Mitbestimmung der Lehrer, Eltern und Schüler) und eine Abkehr von der reinen Lernschule (Drillschule).
Er ermöglichte Frauen den freien Zugang zu den Universitäten.
Er war Nationalratsabgeordeter und 1922-1934 Präsident des Wiener Stadtschulrates. Unter seiner Führung erfolgte die Wiener Schulreform. 1934 wurde er unter dem Austrofaschistischen Ständestaatsregime in Folge der Februarrevolte (Bürgerkrieg 12. Februar 1934, an dem Glöckel aber nicht beteiligt war) in seinem Büro im Palais Epstein verhaftet und in das Anhaltelager Wöllersdorf gebracht. Glöckel überlebte die Inhaftierung nur kurze Zeit.
Beim Umbau des Palais Epstein, in dem Glöckel 1934 verhaftet wurde, hat man die Gedenktafel des verfolgten Schulreformers im Jahre 2005 entfernt. Nach öffentlichen Protesten wurde sie inzwischen wieder angebracht.
Mann | Politiker (Österreich) | Widerstand gegen den Austrofaschismus | Reformpädagogik
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