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Otto Abetz (* 26. März 1903 in Schwetzingen; † 5. Mai 1958 bei einem Autounfall auf der Autobahn Köln-Düsseldorf) war der Botschafter Deutschlands in Paris während des Zweiten Weltkriegs. NSDAP-Mitglieds-Nr. 7011453 mit Wirkung vom 1.5.1937. SS-Mitglieds-Nr. 253 314 vom 1.8.1935. Letzter Rang SS-Brigadeführer seit 30.1.1942. Er erhielt insges. 13 Auszeichnungen (der Nazis bzw. befreundeter Länder).

Zunächst studierte er in Karlsruhe, wo er anschließend Kunsterzieher in einer Mädchenschule wurde. Dabei engagierte er sich aber auch immer für die Deutsch-Französischen Beziehungen. Seit 1931 setzte er sich für die Ziele der NSDAP ein und unterhielt bereits Kontakte zu ehemaligen Frontkämpfern in Frankreich.

1934 wurde er beim Reichsjugendführer Frankreich-Referent, um schließlich im Januar 1935 in die Dienststelle Ribbentrop einzutreten.

Auf zahlreichen Reisen nach Frankreich hielt er während dieser Zeit Vorträge und warb für das nationalsozialistische Deutschland. In seiner Eigenschaft als Mitarbeiter seiner Dienststelle, die dem Auswärtigen Amt und dem Außenpolitischen Amt der NSDAP unterstellt war, und die die Außenpolitik des Dritten Reichs mitbestimmte, wurde er im Juli 1939 aus Frankreich ausgewiesen. Nach dem Ende des Frankreichfeldzuges kehrte er im Juni 1940 nach Paris zurück und erhielt im November desselben Jahres seine Akkreditierung als Botschafter des Deutschen Reiches bei der Regierung Pétain. Die Protektion des Außenministers Joachim von Ribbentrop hatten dem diplomatischen Quereinsteiger diesen wichtigen Posten verschafft. Abetz' Dienstsitz war aber Paris und nicht Vichy, wo die französische Regierung residierte.

Als Botschafter hatte er die Kontrolle über alle politischen Fragen im besetzten, wie auch im unbesetzten Frankreich. Abetz war damit auch Berater des deutschen Militärs und der deutschen Polizei in politischen Fragen. 1941 wurde er gleichzeitig SS-Brigadeführer.

Während der vier Jahre in denen er den Posten als Botschafter inne hatte, versuchte Abetz Franzosen zur Mitarbeit zu gewinnen, bzw. sie vom Nationalsozialismus zu überzeugen. In seinen antisemitischen Aktionen, wie z.B. der Vorschlag staatenlose Juden zwangsweise zu enteignen und in den unbesetzten Teil Frankreichs und weiter in die Vernichtungslager im Osten abzuschieben, sah er eine Möglichkeit den verbleibenden Rest eines Widerstandes und den Einfluss der Kirche und Armee innerhalb des Vichy-Regimes zu brechen.

Er war einer der energischsten Vertreter der Kollaboration auf deutscher Seite und setzte sich besonders für eine aktive französische Beteiligung im Krieg gegen Großbritannien ein. Der Höhepunkt seiner Karriere war dabei zweifellos das von ihm organisierte Treffen von Hitler und Pétain in Montoire im Oktober 1940, nach dessen Scheitern er zeitweise in Ungnade fiel.

Weiter setzte er sich besonders für den deutsch-französischen Kulturaustausch (im Verständnis der Nazis) ein und wollte für Frankreich einen angemessenen Platz im neuen, von Hitler gestalteten Europa erreichen. Hitler, der Frankreich nur als unterworfene Nation sah, vertraute aber weder den französischen Kollaborateuren, noch dem Abetz, und unterstützte ihn nicht.

Nach der Besetzung der freien Zone verschwand Abetz für ein Jahr von der politischen Bühne, er selbst sagte, er habe eine "diplomatische Krankheit" gehabt. Ende November 1943 wurde er dann wieder als Botschafter eingesetzt.

Am 25. Oktober 1945 wurde er in Todtmoos verhaftet und kam vor das Pariser Militärtribunal. Wegen seiner Mitschuld an den Judendeportationen und an der Zwangsrekrutierung von Fremdarbeitern wurde er Juli 1949 zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, im April 1954 aber bereits auf freien Fuß gesetzt.

Er verbrannte am 5. Mai 1958 in seinem Auto auf der Autobahn Köln-Ruhrgebiet, nachdem sein Wagen bei hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen war. Da als Ursache ein Lenkungsschaden festgestellt wurde, kam es zu Spekulationen, dass es sich um einen Racheakt gehandelt hätte. Dies wurde jedoch nie bestätigt.

Literatur


  • Die faschistische Okkupationspolitik in Frankreich (1940-1944) Auswahl und Einl. Ludwig Nestler, Berlin: VEB Dt. Verlag der Wissenschaften, 1990 ISBN 3326002971 (Stichwort Abetz: ca. 40 Nennungen, zT mehrseitig)

Weblinks


  • *Simon Wiesenthal Center (Learning Center) engl.

Mann | Deutscher | Diplomat | NSDAP-Mitglied | SS-Mitglied | Geboren 1903 | Gestorben 1958 | Kriegsverbrecher | Täter des Holocaust

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