Otis Redding (* 9. September 1941 in Dawson, Georgia; † 10. Dezember 1967 in Madison, Wisconsin) war ein US-amerikanischer Musiker und gilt als einer der einflussreichsten Soul-Sänger der 60er Jahre.
Ab 1960 arbeitete er mit Johnny Jenkins and the Pinetoppers zusammen und nahm mit der Band im Juli des gleichen Jahres unter dem Namen Otis and the Shooters seine erste Platte auf (She's all right). Gerade bei diesen frühen Aufnahmen (so auch bei „Shout Bamalama“, ebenfalls aus dem Jahre 1960) ist noch stark die Anlehnung an Little Richard zu erkennen.
Der Durchbruch zu seiner eigenen Solokarriere kam aber erst im Jahre 1962. Im Oktober 1962 nutzte Otis Redding seine Chance, als er am Ende eines erfolglosen Aufnahmetages von Johnny Jenkins and the Pinetoppers die Möglichkeit bekam, in der verbleibenden Zeit eine eigene Platte aufzunehmen. Das selbst komponierte Lied „These Arms of Mine“ wurde in Windeseile aufgenommen und entwickelte sich nach der Veröffentlichung im November 1962 zu seinem ersten Hit (US-R&B 20, US-Pop 85).
Redding ging zu Stax Records in Memphis, Tennessee, das zu einem der wichtigsten Soul-Labels der Sechziger und Siebziger Jahre werden sollte. Bis zu seinem frühen Tod, war Otis der wichtigste Star der Firma und nach Meinung aller damals beteiligter musikalisches Herz und Inspiration für alle anderen Beteiligten. Er wurde damit zu einer maßgeblichen Figur des Memphis Soul.
Nach weiteren Single-Veröffentlichungen mit mittleren Platzierungen in den R&B/Soul-Charts in den Jahren 1963 und 1964 konnte er mit „Mr. Pitiful“ Anfang 1965 seinen ersten Top 10-Hit in den R&B-/Soulcharts landen. Es folgten bis 1967 etliche weitere Top 10- und Top 20-Hits in diesen Charts:
Doch eines schaffte er während seines kurzen Lebens nicht, einen sogenannten Crossover-Hit, der nicht nur die Top 20 der Soulcharts knackte, sondern auch die Popcharts erobern konnte. Keiner seiner vorgenannten Hits konnte die Top 20 der US-Charts erreichen. Lediglich vier seiner zu Lebzeiten veröffentlichten Singles erreichten zumindest Top 30-Platzierungen.
Otis Redding war insbesondere für seinen mitreißenden Live-Auftritte bekannt. So wurde ein Live-Mitschnitt seines Auftritts im New Yorker Apollo Theater besonders durch „Shake“ und "„Satisfaction““ ein LP-Erfolg.
Redding schrieb viele seiner Lieder selbst, manche in Zusammenarbeit mit Steve Cropper (Booker T. & the M.G.'s). Auf einer Europa-Tournee des Stax Labels erlebte er es 1967 das erste mal wie ihm weiße Fans in Massen zujubelten. Im selben Jahr trat er auf dem bekannten Monterey Pop Festival auf, welches ihm einen großen Popularitätsschub beim weißen Publikum einbrachte. Das Festival war das erste große Festival der Flower Power Bewegung; die Auftritte wurden zwar nicht bezahlt, jedoch diente das gemeinsame Line Up mit vielen großen der damaligen Musik eine ungeahnte Chance der Publizität. Andere, die hier ihre ersten großen Konzertauftritte hatten, waren Jimi Hendrix oder Janis Joplin. Redding brachte das Publikum nach damaligen Augenzeugenberichten bis an den Rand der Ekstase. Jetzt konnte er endlich auch auf den Durchbruch in den Pop-Charts hoffen.
Doch leider wurden seine Hoffnungen durch einen Unglücksfall zerstört. Otis Redding starb am 10. Dezember 1967 zusammen mit vier Mitgliedern seiner damaligen Begleitband, The Bar Kays, als sein zweimotoriges Flugzeug vom Typ Beechcraft auf dem Weg zu einem Konzert in Cleveland, Ohio in den vereisten Winono-See bei Madison, Wisconsin stürzte. Zu seiner Beerdigung kamen 4500 Menschen.
Nach seinem Tod wurden zahlreiche weitere Singles und Langspielplatten bis 1970 mit bisher unveröffentlichten Liedern auf den Markt gebracht, die ihm weitere Top 10- und Top 20-Platzierungen in den R&B-Charts brachten. Viele davon waren in der Session direkt vor seinem tragischen Unfall aufgenommen worden.:
Während seiner kurzen Karriere produzierte er acht Langspielplatten, darunter das vielgerühmte Album „Otis Blue“ aus dem Jahre 1965. Otis Redding gründete 1965 sein eigenes Platten-Label, Jotis, um neuen Künstlern eine Chance zu geben (u. a. John Whitehead). Seine ausdrucksstarke Stimme begeisterte Fans in der ganzen Welt.
Otis Reddings' Söhne Dexter Redding (Bass, Vocals) und Otis II Redding (Gitarre) gründeten in den späten 1970er Jahren zusammen mit ihrem Cousin Mark Locket (Schlagzeug und Keyboards) die Gruppe The Reddings, eine Funk- und Disco-Band.
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