Deutschland Besatzungszonen 1945 1946 sowjetisch.png Die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) oder Ostzone war eine der vier Besatzungszonen, in die das besiegte Deutschland von den alliierten Siegermächten 1945 eingeteilt wurde, bezeichnet historisch also den Zeitraum bis zur Gründung der DDR im Jahr 1949.
Das Kürzel SBZ wurde allerdings in der Phase des Kalten Krieges in der späteren Bundesrepublik Deutschland teilweise auch anstelle des Kürzels DDR benutzt, mit dem man seine Nicht-Akzeptanz des anderen deutschen Staates zum Ausdruck bringen wollte. Mit entsprechender Konnotation wurden in der politischen Auseinandersetzung auch die sogenannte DDR, Sowjetdeutschland, Ostzone oder Sowjetzone gebraucht – letzterer wurde durch Konrad Adenauer geprägt. In der Springer-Presse wurde zeitweilig gar statt SBZ die Abkürzung SWBZ genutzt, wobei das „W“ für „widerrechtlich“ stand.
Die Gruppe Ulbricht, benannt nach dem späteren Staats- und Parteichef der DDR, Walter Ulbricht (1893–1973), war bereits am 30. April aus dem sowjetischen Exil nach Deutschland zurückgekehrt.
Die Hauptalliierten der Anti-Hitler-Koalition, Großbritannien, die USA, die Sowjetunion sowie Frankreich, übernahmen am 5. Juni offiziell die oberste Regierungsgewalt in Deutschland, stellten die vier Besatzungszonen beziehungsweise, für Berlin, die vier Sektoren, fest und bildeten den Alliierten Kontrollrat. Für die SBZ wurde am 9. Juni die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) mit Sitz in Berlin-Karlshorst installiert.
Im Juni kam es sowohl zur Gründung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) als auch des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) (15. Juni). Die sowjetische Besatzungsmacht genehmigte die Bildung der Christlich-Demokratischen Union (CDU) als Partei am 26. Juni.
Entsprechend den Vereinbarungen von Jalta zogen die USA und Großbritannien ihre Truppen in der Zeit vom 1. bis 4. Juli aus den als SBZ bestimmten Gebieten ab und rückten im Gegenzug in die Westsektoren Berlins ein.
Am 1. Juli wurde die Volkspolizei gegründet.
Am 5. Juli wurde die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) durch die sowjetische Militärverwaltung (SMAD) zugelassen.
Am 9. Juli verfügte die SMAD die Gründung der Länder Mecklenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Provinzen Brandenburg und Thüringen innerhalb der SBZ.
Die Parteien KPD, SPD, CDU und LDPD beschlossen am 14. Juli die Bildung einer Einheitsfront (Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien, Antifaschistischer Block. (Siehe auch Parteiwesen in der SBZ).
Vom 3. bis 11. September erließen die Provinz- und Landesverwaltungen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) Verordnungen zur Durchführung der Bodenreform in der SBZ. Dabei ging es beispielsweise um die entschädigungslose Enteignung von Landbesitz über 100 ha.
Im September kam es durch das Wanfrieder Abkommen zu einem Gebietstausch zwischen sowjetisch und amerikanischer Besatzungszone.
Am 1. Oktober genehmigte die SMAD die Bewaffnung der Polizei. Am 31. Oktober begann der Aufbau der Volkspolizei.
Die SMAD erteilte den Ländern der SBZ am 22. Oktober die Vollmacht, eigenständig Gesetze und Verordnungen zu erlassen.
Im November kam es durch das Barber-Ljaschtschenko-Abkommen zu einem weiteren Gebietstausch, diesmal zwischen Mecklenburg und dem britischen Schleswig-Holstein.
KPD und SPD schlossen sich, unter erheblichem Druck der SMAD auf die SPD, am 21./22. April zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zusammen. Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD) wurden zu Vorsitzenden gewählt.
Am 23. April erschien die Erstausgabe der Tageszeitung Neues Deutschland als Organ des Zentralkomitees (ZK) der SED.
Ein Volksentscheid in Sachsen am 30. Juni billigte die Enteignung der Großbetriebe von „Kriegs- und Naziverbrechern“.
Am 30. Juli wurde die Deutsche Verwaltung des Innern (DVdI) zur Koordination der Polizei in der SBZ gebildet. Präsident der DVdI wurde der vorherige Landespolizeichef von Thüringen, Erich Reschke. Vizepräsidenten wurden Erich Mielke, Willi Seifert und Kurt Wagner.
Bei den Wahlen zu den Land- und Kreistagen in der SBZ am 20. Oktober erreichte die SED mit 47,5 % nicht die angestrebte absolute Mehrheit.
Am 1. Dezember wies die Sowjetische Militäradministration (SMAD) den Aufbau der Deutschen Grenzpolizei (DGP) in der SBZ an.
Am 16. August erging der SMAD-Befehl 201/47 zur Entnazifizierung und vollständigen Säuberung aller öffentlichen Ämter und der Wirtschaft „von aktiven Faschisten, Militaristen und Kriegsverbrechern“.
Am 20. September fand der II. Parteitag der SED statt.
Am 6./7. Dezember tagte in Ost-Berlin ein durch die SED initiierter, nicht durch demokratische Wahlen legitimierter, Volkskongress für Einheit und gerechten Frieden, der 1. Deutsche Volkskongress.
Der 2. Deutsche Volkskongress in Ost-Berlin am 17./18. März verständigte sich darauf, einen Deutschen Volksrat zu berufen, der den Auftrag erhielt, eine Verfassung einer Deutschen Demokratischen Republik für ganz Deutschland auszuarbeiten. Dieser nahm unter dem Vorsitz von Wilhelm Pieck (SED), Wilhelm Külz (LDPD) und Otto Nuschke (CDU) am 19. März seine Arbeit auf. Dessen Ausschuss zur Erarbeitung einer Verfassung wurde von Otto Grotewohl geleitet.
Im Zuge des sich verschärfenden Ost-West-Konflikts in der Deutschlandpolitik der Siegermächte verließen am 20. März die Vertreter der Sowjetunion aus Protest gegen die Londoner Sechsmächtekonferenz den Alliierten Kontrollrat, der damit arbeitsunfähig wurde.
Die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) beschloss am 5. Mai die Einrichtung eines Ausschusses zum Schutz des Volkseigentums (ASV).
In den drei westlichen Besatzungszonen fand am 20. Juni eine Währungsreform statt. Am 23. wurde die D-Mark auch in West-Berlin eingeführt. Die Sowjetunion verhängte am 24. als Reaktion auf die mit ihr nicht abgestimmte Währungsreform in den Westzonen eine Blockade über die drei Westsektoren Berlins. Diese Blockade führte zur Einrichtung der Berliner Luftbrücke ab dem 26. Juni. Bis zur Aufhebung der Blockade durch die Sowjetunion am 11. Mai 1949 wurden in 195.530 Flügen 1.583.686 Tonnen Hilfsgüter und 160.000 Tonnen Baustoffe zum Ausbau der Flughäfen durch die so genannten „Rosinenbomber“ transportiert.
Vom 24. bis zum 28. Juni fand in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und Ost-Berlin eine eigene Währungsreform statt. Es gab viele Provisorien in dieser Zeit, da die Administration von der Währungsreform völlig überrascht wurde. Es wurden zum Beispiel bei Briefmarken die sogenannten Handstempel eingeführt: Die Ausgaben des Alliierten Kontrollrats von 1946 wurden mit vorhandenen Bezirkshandstempeln versehen und dann gegen neue Währung ausgegeben (gültig vom 10. Juli bis 24. August 1948). Die Ausgaben konnten auch ohne Handstempel bis 31. Juli 1948 als so genannte Zehnfachfrankaturen aufgebraucht werden.
Die Deutsche Volkspolizei (DVP) stellte ab dem 3. Juli kasernierte Bereitschaften auf.
Die Militärgouverneure der westlichen Besatzungszonen hatten den Ministerpräsidenten der Länder ihres Machtbereichs zwischenzeitlich – am 1. Juli – die aus der Londoner Sechsmächtekonferenz entstandenen Frankfurter Dokumente zugestellt, in denen sie diese zur Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung ermächtigten und die Rahmenbedingungen einer Staatsgründung festlegten. Daraufhin begann am 10. August mit dem Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee die Arbeit am Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.
Der Präsident der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI), Erich Reschke, wurde am 12. Juli durch den sächsischen Innenminister Kurt Fischer (SED) abgelöst.
Die SED beschloss am 16. September die Einrichtung einer Zentralen Parteikontrollkommission (ZPKK).
Am 13. Oktober förderte der Bergmann Adolf Hennecke in einer Schicht 24,4 m³ Kohle und überbot damit das Tagessoll um 387 %. Damit wurde die Aktivistenbewegung in der DDR gegründet, die zur Leistungssteigerung ohne erhebliche finanzielle Anreize auffordern sollte. So orientierte man sich auch in diesem Bereich an der Sowjetunion. Die Stachanow-Bewegung der Sowjetunion diente als Vorlage für die Hennecke-Bewegung in der SBZ bzw. der späteren DDR.
Am 22. Oktober schloss der Ausschuss des Deutschen Volksrats seine Arbeit an einer – auf einem entsprechenden Entwurf der SED von 1946 fußenden – Verfassung einer Deutschen Demokratischen Republik ab. Diese wurde dann am 19. März des folgenden Jahres vom Deutschen Volksrat angenommen.
Das Politbüro der KPdSU beschloss am 28. Dezember die Bildung der Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft, dem Vorläufer des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS).
Auf ihrer 1. Parteikonferenz vom 25. bis 28. Januar beschloss die SED die Neuausrichtung der Partei im Stile der sowjetischen KPdSU. Ein Politbüro wurde gebildet und der demokratische Zentralismus als Organisationsprinzip eingeführt.
Die Dezernate und Kommissariate K 5 wurden am 6. Mai aus der Kriminalpolizei herausgelöst. Unter der Führung von Erich Mielke wurden eigenständige Organisationseinheiten einer politischen Polizei gebildet, die nach Gründung der DDR als Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft in das neu gebildete Ministerium des Innern (MdI) eingingen.
Am 11. Mai 24:00 Uhr hob die Sowjetunion die Blockade West-Berlins auf, nachdem sie erkennen musste, dass die USA und Großbritannien entschlossen waren, die Berliner Luftbrücke, die die Versorgung West-Berlins garantierte, unbegrenzt weiter zu führen.
In der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) fanden am 15./16. Mai die Wahlen zum 3. Deutschen Volkskongress statt, allerdings nach Einheitslisten. Trotz erheblicher Wahlfälschungen entfielen nur etwa 66 % der Stimmen auf die Einheitsliste.
Am 23. Mai wurde das vom Parlamentarischen Rat am 8. Mai beschlossene Grundgesetz verkündet; damit war die Bundesrepublik Deutschland konstituiert.
Vom 29. Mai bis 3. Juni fand der 3. Deutsche Volkskongress statt. Die mehr als 2.000 Mitglieder wählten den 2. Deutschen Volksrat als ständiges Organ. Nur 25 % seiner 330 Mitglieder stammten aus den Westzonen. Der Volkskongress bestätigte am 30. Mai einstimmig die Verfassung für eine Deutsche Demokratische Republik.
In der Bundesrepublik Deutschland fanden am 14. August die Wahlen zum 1. Deutschen Bundestag statt, der am 15. September Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler wählte, nachdem zuvor Theodor Heuss am 12. September in der ersten Bundespräsidentenwahl zum Bundespräsidenten gewählt worden war.
Am 7. Oktober konstituierte sich der 2. Deutsche Volksrat als Provisorische Volkskammer und setzte die Verfassung der DDR in Kraft, womit die Deutsche Demokratische Republik gegründet war.
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