OS, OT, OVOstrava (deutsch Ostrau) ist die drittgrößte tschechische Stadt und Hauptstadt des Moravskoslezský kraj. Sie entstand im Jahre 1945 durch den Zusammenschluss der beiden Städte Mährisch Ostrau (Moravská Ostrava) in Mähren und Schlesisch Ostrau in Schlesien, zuvor auch Polnisch Ostrau genannt. Ostrava bildet einen eigenen Stadtkreis mit 311.000 Einwohnern.
Ostrava begründet sich auf einer alten Besiedlung an der Flussmündung der Ostrawitza in die Oder. Diese Mündung lag an der Bernsteinstraße, dem alten Handelsweg zwischen der Ostsee und dem Mittelmeer, die über die Mährische Pforte, die Höhe Landek (später dann eine Burgstätte), führte. Seit dem 10. Jahrhundert ist das Ostravaer Becken Siedlungsgebiet des slawischen Stammes der Hollasitzer. Die Stadt selbst wurde 1267 gegründet. Vor der Entdeckung von Steinkohlereserven im Jahr 1763 war Ostrava ein unbedeutendes Dorf. Danach wurde Ostrava schnell zu einem Zentrum für Kohle- und Stahlindustrie. Im Zweiten Weltkrieg wurde Ostrava aufgrund der Industrie zu einem Ziel vieler Bombardierungen. Ab 1945 wurde der deutsche Bevölkerungsanteil der Stadt vertrieben. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Tschechoslowakei geriet die Schwerindustrie in eine Krise und der Kohleabbau wurde 1994 eingestellt.
Der heutige Stadtname bezieht sich nach dem Fluss Ostravice, der vormals Ostrava hieß. Der Name ist aus den Wortstämmen ostr und ava (scharfes Wasser oder auch reißender Flusslauf) herzuleiten.
Ostrava liegt im Osten Tschechiens im Dreiländereck Tschechien, Polen und Slowakei, am Zusammenfluss der Flüsse Lučina, Oder (Odra), Oppa (Opava), Ostrawitza (Ostravice) zwischen den Sudeten und Beskiden am Nordausgang der Mährischen Pforte, an der historischen Landesgrenze Mährens und Schlesiens.
Die Entfernungen (Luftlinie) von Ostrava betragen nach:
Der Raum zwischen Ostrava und Karviná ist ein gewaltiges Industriegebiet, die Umwelt wurde infolge der Konzentration von Schwerindustrie – Kohlenförderung, Hüttenwerke, Schwermaschinenbau, Koksfabriken, Kraftwerke, Gaswerke, Chemieunternehmen – stark beeinflusst und in Mitleidenschaft gezogen. Außer Ostrava, dem Zentrum dieser Industrieregion, sind hier noch weitere Industriestädte – Karviná, Orlová, Bohumin – mit Eisen- und Drahtwerken, und weitere Kleinstädte, deren Beschäftigungsmöglichkeiten von diesen Industriezentren abhängig sind. An diesen Kern der Region knüpfen die umliegenden Gebiete an: das Hultschiner Ländchen, die Gebiete um Friedeck und Friedberg (Frydek-Mistek), Novy Jicin und Trzynietz.
Ostrava ist ein Eisenbahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof und hat mit dem Ostrava Airport einen wichtigen regionalen Flughafen mit planmäßigen Linienverbindungen nach Prag und Wien sowie touristischen Charterflügen nach Hurghada und Sharm el Sheikh. Die Lufthansa-Flüge Ostrava-München wurden allerdings wieder eingestellt.
Ostrava bildet ein bedeutendes Zentrum des Handels, der Kunst und Lehrwesens: Universität Ostrava und die altehrwürdige Montanuniversität VŠB TU Ostrava (Technische Universität Ostrava), Philharmonie Janáček, das Mährisch-schlesische Nationaltheater, das Janacek Philharmonic Orchestra, das Ostrava Center For New Music (OCNM) sowie mehrere Theater und Museen.
Die Attraktivität der Region um Ostrava besteht auch in den Sehenswürdigkeiten architektonischer und technischer Natur. Im Norden der Stadt gibt es ein Bergbaumuseum (Hornické muzeum), das die Arbeit unter Tage veranschaulicht. In der Stodolnistraße (Stodolní ulice) im Stadtzentrum gibt es sehr viele Bars und Clubs.
Die Stadt ist in 42 Stadtteile aufgeteilt:
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