Die Ostkantone Belgiens, auch Ostbelgien oder Eupen-Malmedy genannt, sind nach dem Versailler Vertrag entstanden.
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Geschichte vor 1815
Vor 1815 gehörte der Norden des Gebietes zum
Herzogtum Limburg, der Süden um St. Vith zum Herzogtum
Luxemburg, welche nach der
Schlacht von Worringen an das Herzogtum Brabant fielen.
Dieses gehörten später selbst zum Herzogtum Burgund, dann den spanischen und nach dem
Friede von Utrecht den österreichischen
Habsburgern.
Malmedy und weite Teile
des
Hohen Venns gehörten zum Gebiet der Reichsabtei
Malmedy.
Einige der südlichen Gemeinden gehörten zeitweise zum Erzbistum Trier (das Gebiet Manderfeld-Schönberg) sowie zum
Herzogtum Jülich.
Die preußische Zeit
Mit Ausnahme von
Neutral-Moresnet wurden diese Territorien
1815 preußisches Staatsgebiet unter König
Friedrich Wilhelm III. und gehörten danach (1871) zum
Deutschen Kaiserreich.
Die belgische Eingliederung
Durch Beschluss des
Versailler Vertrages 1920 wurden sämtliche Gemeinden vom deutschen Reichsgebiet getrennt und provisorisch Belgien unterstellt. Nach einer fünfjährigen Übergangszeit unter der Regierung des königlichen Hochkommissars Generals
Herman Baltia wurde das Gebiet um
Eupen,
Malmedy,
St. Vith und
Neutral Moresnet (
Kelmis)
1925 in den belgischen Staatsverband eingegliedert. Ob die dem vorangegangene Volksabstimmung korrekt war oder nicht, blieb zwischen den beiden Staaten umstritten. Lediglich 271 der 33.726 Wahlberechtigten hatten den Mut gegen eine belgische Staatsbürgerschaft zu votieren. Während der Zeit von 1918 bis 1925 unterlagen die ostbelgischen Medien der Zensur.
Aus der deutschen Sicht des Jahres 1941 schildert
Walter Truckenbrodt die Einwände.
Die Situation der Kirche
Aus kirchlicher Sicht war eine Lösung in „Neubelgien“ nicht einfach, da sich ein Großteil des lokalen
Klerus weiterhin dem
Erzbistum Köln verbunden fühlte. Als die Situation eskalierte, rief der Primas von Belgien
Kardinal Mercier Papst
Benedikt XV. an. Dieser schuf durch die
päpstliche Bulle Ecclesiae Universae vom 30. Juli 1920 das Bistum Eupen-Malmedy. Titularbischof wurde für die folgenden Jahre der Bischof von Lüttich Msgr. Rutten, der am 13. Oktober feierlich eingesetzt wurde und die Pfarrkirche von Malmedy zur
Kathedrale erhob. Eine erneute päpstliche Bulle vom 15. April 1925 hob diesen Zustand auf und das Gebiet wurde dem Bistum Lüttich einverleibt.
Der Zweite Weltkrieg
Im
Zweiten Weltkrieg wurden die Ostkantone nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Belgien dem
Deutschen Reich wieder angeschlossen. Im Dezember
1944 wurden zuerst Malmedy, danach Sankt Vith, durch Bombenangriffe der Westalliierten fast völlig zerstört. Ebenso wurden während der
Ardennen-Offensive im Winter 1944/
45 viele Ortschaften in den Ostkantonen verwüstet.
1956 erkannte die neue Bundesrepublik Deutschland die Zugehörigkeit des Gebietes zu Belgien durch ein Abkommen über die Grenzziehung an.
Die Autonomie der Deutschsprachigen
Die neun Gemeinden Ostbelgiens mit einer deutschsprachigen Bevölkerung haben sich zur
Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) zusammengeschlossen. Malmedy und
Weismes, wo seit jeher mehrheitlich französisch gesprochen wird, gehören der
Französischen Gemeinschaft an.
Literatur
- Ostbelgien und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens von Ulrike Schwieren-Höger und Jörn Sackermann. Erschienen im GEV; ISBN 90-5433-214-X
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