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Ostia Antica war einst als Ostia die ursprüngliche Hafenstadt des antiken Rom und möglicherweise dessen erste Kolonie. Die Ruinen der Stadt liegen ca. 23 km südwestlich von Rom an der Mündung des Tiber. Der Name Ostia leitet sich von lat. os, „die Mündung“ bzw. von ostium, „der Eingang“, womit die Tibermündung gemeint ist.

Temple of Roma.jpg der Göttin Roma in Ostia Antica]]

Geschichte


Ostia wurde nach der Überlieferung vom vierten König von Rom, Ancus Marcius, im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Die bisherigen archäologischen Befunde reichen allerdings nicht weiter als in das 4. Jahrhundert v. Chr. zurück; die ältesten erhaltenen Gebäude wie etwa das Castrum (Militärlager) und das Capitol datieren aus dem 3. Jahrhundert v. Chr.

Ostia war ursprünglich ein Militärlager, von dem aus sowohl Rom geschützt und verteidigt als auch der Seehandel kontrolliert werden konnte. Mit letzterem entwickelte sich das Militärlager bald zur Hafenstadt und zu einem starken Stützpunkt der Flotte Roms. In der Blütezeit hatte die Hafenstadt circa 50.000 Einwohner. Gerber, Seilmacher, Schiffsbauer und Händler ließen sich in der Hafenstadt nieder. Wichtigstes Handelsgut war Getreide, das aus Afrika nach Rom eingeführt wurde.

Bereits um die Zeitenwende verlandete das Meer vor Ostia. Aber auch nach dem Bau des neuen Hafens von Porto unter Kaiser Claudius blieb Ostia eine bedeutende Handelsstadt bis zum Ende des Römischen Reiches. Der Niedergang beschleunigte sich, als Kaiser Konstantin 314 Ostia die Stadtrechte nahm und es zusammen mit dem neuen Portus der Stadt Rom als Portus Romae eingemeindete.

Seit der Antike war Ostia Bischofssitz (z. B. Gerald von Ostia). Die Mutter des heiligen Augustinus von Hippo, Monika starb dort 388 auf der Heimreise nach Nordafrika. Augustinus gibt in diesem Zusammenhang eine Beschreibung des Lebens im antiken Ostia in seinen Confessiones. Aus alter Tradition befindet sich in Ostia die Titelkirche des Dekans des Kardinalskollegiums, des Kardinalbischofs von Ostia.

Siehe auch: Liste der Bischöfe von Ostia

In der Völkerwanderungszeit war Ostia kaum mehr bewohnt. Einige hundert Meter östlich entstand im 9. Jahrhundert an Tiber und Via Ostiense unter Papst Gregor IV. einer neuer befestigter Vorort Gregoriopoli zur Bewachung von Flussmündung und Straße, der im 15. Jahrhundert durch eine Burg verstärkt wurde, die als Zollstätte für den neubelebten Handel diente. Da jedoch der Tiber bei einer großen Überschwemmung 1557 seinen Flusslauf verlagerte, wurde auch Gregoriopoli bedeutungslos. In der Folge verlegte man die Zollstelle an das westliche Ende des antiken Ostia. Die Torre Bonacina genannte Anlage wurde möglicherweise auf den Resten des antiken Leuchtturms von Ostia errichtet.

1613 ließen die Päpste den über Porto führenden trajanischen Tiberkanal (Fossa Traiana, heute Kanal von Fiumicino genannt), wieder schiffbar machen, worauf Ostia endgültig jede Bedeutung verlor.

Anfang des 19. Jahrhunderts wohnten im Gebiet von Ostia antica nur noch einige hundert Sträflinge, die in der Landwirtschaft eingesetzt wurden.

Das moderne Ostia befindet sich aufgrund von Verlandung unter dem Namen Lido di Ostia etwa 3 km weiter südwestlich am Meer.

Ausgrabungen


Die Ruinenstadt zählt heute zu den bedeutendsten Ausgrabungsstätten der römischen Welt. Etwa zwei Drittel des antiken Stadtgebietes sind bislang ausgegraben. Man kann die überdurchschnittlich gut erhaltenen Reste des Forums sowie des Theaters, von Thermen, Latrinen, Gräbern, mehrstöckigen Mietshäusern (z.B. Casa dei Dipinti, Domus di Giove e Ganimede, Haus von Cupido und Psyche), Handelsvertretungen, Bäckereien, Färbereien, Tavernen und Bordellen und der Stadtmauer sowie einen Friedhof vor dem Stadttor an der Via Ostiense nach Rom besichtigen. In vielen Bauten sind noch die Fußbodenmosaiken erhalten.

In der Welthandelsstadt waren viele verschiedene Religionen vertreten, so gab es neben Jupiter, Juno und Minerva geweihten Tempeln auch viele Kultstätten, die dem persischen Gott Mithras geweiht waren, eine jüdische Synagoge und mehrere christliche Gebetsstätten. Außer der längst bekannten christlichen Basilika wurde vor kurzem auch die ursprüngliche Bischofskirche von Archäologen aufgespürt.

Das Museum im Ausgrabungsgelände zeigt bedeutende Funde.

Galerie


Bild:Rm_1408.jpg|Mosaik aus den Thermen der Fuhrleute Bild:Rm_1418.jpg|Mittelalterlicher Brunnen auf der Straße nach Rom mit Neptunsthermen im Hintergrund Bild:Rm_1426.jpg|Dekoration aus dem Theater Bild:Rm_1424.jpg|Theater

Siehe auch


Literatur


  • Russell Meiggs: Roman Ostia. 2. Auflage. Clarendon Press, Oxford 1973, ISBN 0-19-814810-0
  • Christer Bruun (Hrsg.): Ostia e Portus nelle loro relazioni con Roma. Inst. Romanum Finlandiae, Rom 2002 (Acta Instituti Romani Finlandiae, 27), ISBN 952-532304-8

Weblinks


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