| Wappen | Karte | ||
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| Osterholz-scharmbeck.png | Karte Osterholz-Scharmbeck in Deutschland.png | ||
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Niedersachsen | ||
| Landkreis: | Osterholz | ||
| Geografische Lage: | |||
| Fläche: | 147 km² | ||
| Einwohner: | 31.055 (30. Juni 2005) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 212 Einwohner/km² | ||
| Höhe: | 11 m ü. NN | ||
| Postleitzahl: | 27711 | ||
| Vorwahl: | 04791 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | OHZ | ||
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 56 007 | ||
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 9 Ortschaften | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausstraße 1 27711 Osterholz-Scharmbeck | ||
| Website: | www.osterholz-scharmbeck.de | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister: | Martin Wagener (SPD) | ||
| Bild | |
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| Hamme_teufelsmoor.png | |
Osterholz-Scharmbeck ist eine Kreisstadt im Norden Niedersachsens, nordöstlich der Hansestadt Bremen, und Sitz des Landkreises Osterholz.
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Die Landschaft im Stadtgebiet von Osterholz-Scharmbeck ist vom Übergang der Endmoränenlandschaft Wesermünder Geest ins Teufelsmoor geprägt. Beide Landschaftstypen sind Teil des glazialen Serie der Saale-Eiszeit, die die Norddeutsche Tiefebene geformt hat.
Der Geestrücken erhebt sich im Westteil des Stadtgebiets in der Langen Heide bis auf eine Höhe von 48 m ü. NN. Die Lange Heide ist das Quellgebiet der Hamme und zahlreicher kleinerer Flüsse, wie der Drepte, dem Scharmbecker Bach, der Wienbeck und der Schönebecker Aue. Der Geestrücken fällt nach Osten innerhalb der Kernstadt bis auf 4 m ü. N.N. ab. Die östlichen Stadtteile liegen bereits im Teufelsmoor, das durch das Urstromtal der Hamme gebildet wurde.
| Sitzverteilung:Kommunalwahl | SPD | CDU | Grüne | FDP | Bürgerfraktion | => | Sitze | - |
| 9. September 2001 | 20 | 11 | 2 | 1 | 4 | = | 25 | - |
Die nächsten Wahlen von Stadtrat und Oberbürgermeister werden am 10. September 2006 stattfinden. Der Bürgermeister wird dann erstmals für eine Amtsperiode von acht Jahren von der Bevölkerung gewählt.
(Zur Ehrung der geschichtlichen Bedeutsamkeit dieser Tiere veranstaltete die Stadt Osterholz-Scharmbeck im Sommer 2000 unter dem Motto: „Die Bullen sind los“ eine Kunstaktion. Im gesamten Stadtgebiet wurden kreativ verzierte (fast) lebensgroße Kunststoffrinder aufgestellt. Der wohl exponierteste dieser Bullen ist noch heute (2006) auf dem Marktplatz von Scharmbeck am alten Schlauchturm zu finden.)
Die drei Weberschiffchen geben den Hinweis auf die Scharmbecker Tuchmacherzunft der Stadt; die Anordnung im Dreickeck soll für Fleiß stehen. Auch die Farben haben Bedeutung: Blau und Gelb deuten - wie im Wappen von Lilienthal - auf die Zeit als „schwedische Residenz“ von 1648 bis 1715 hin. Allerdings war blau auch schon die Farbe des Siegelwappen derer "von Sandbeck" vom Gut Sandbeck. Der silberne Streifen im Grünen Feld (grün für Hoffnung), symbolisiert den Scharmbecker Bach, der so wichtig für die Scharmbecker Tuchmacherzunft war.
Der Ort Osterholz-Scharmbeck entstand erst auf Grund des Zusammenschlusses der Orte Osterholz und Scharmbeck im Jahre 1927. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie Bremen–Geestendorf (Bremerhaven) im Jahre 1862 wurden die beiden Flecken Osterholz und Scharmbeck erstmals in der heutigen Schreibweise zusammengefasst; ein beträchtlicher wirtschaftlicher Aufstieg setzte ein, da sich zahlreiche Industrien (Tabakverarbeitung, Eisengießerei, Schiffswerft, Reiswerke) etablieren konnten. 1911 kommt mit der Eröffnung der Bremervörde-Osterholzer Eisenbahn (BOE) eine weitere wichtige Verkehrsverbindung hinzu. Die beiden Ortschaften blieben allerdings noch weitere Jahrzehnte unabhängig. Erst am 24. Mai 1927 vollzog der Bezirk Stade des Landes Preußen die Vereinigung von Osterholz und Scharmbeck sowie der Landgemeinden Ahrensfelde, Bargten und Sandbeckerbruch zur vergrößerten Fleckengemeinde Osterholz-Scharmbeck. 1929 erhielt die Gemeinde Osterholz-Scharmbeck dann die Stadtrechte durch das preußische Staatsministerium des Innern.
Offensichtliches Zeugnis der Besiedlung ist das etwa 2000 v. Chr. errichtete Großsteingrab, ein beindruckendes Steingrab an der heutigen Osterholzer Straße im Stadtzentrum. Dieses Hünengrab oder Hünenstein genannte gut erhaltene Kammergrab wird auf ein Alter von etwa 4000 Jahren datiert.
| Huenenstein2_OHZ.jpg Scharmbeckerbach_OHZ.jpg | Schlauchkirche2_OHZ.jpg | Kloster2_OHZ.jpg | Muehle1_OHZ.jpg | Wassermuehle_OHZ.jpg | Markt_eiche_OHZ.jpg | Kirchdamm_OHZ.jpg | Sandbeck vorne OHZ.jpg |
Derartige Großsteingräber wurden bei der Bestattungen der Bronzezeit durch Grabhügel abgelöst, wie sie sich heute z.B. im Stadtteil Garlstedt finden. Den wichtigsten Fund in einem dieser Gräber stellt wohl die Garlstedter Lure dar. Die 1830 bei Straßenarbeiten entdeckten Bruchstücke dieses bronzezeitlichen germanischen Blasinstrument stellen den zur Zeit südlichsten Fund eines solchen Instrumentes dar.
1233 wird die Siedlung „Sandbeck“ genannt. Beide Namen beziehen sich auf den Scharmbecker Bach, einen kleinen Nebenfluss der Hamme, der die Orte Scharmbeck und Osterholz durchzieht.
In späteren Jahrhunderten erlangte der Bach erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für den Ort Scharmbeck und ab 1581 avancierte der Ort zu einer der ersten größeren Tuchmacher-Siedlungen im norddeutschen Raum und belieferte neben den Heeresbelieferungen vor allem den Bremer Markt. Die Scharmbecker Tuchmacherzunft bestand bis zum Jahre 1903 und bis ins zwanzigste Jahrhundert säumten daher zahlreiche Wassermühlen den Bachlauf, die als Walkmühlen dienten. Heute ist allerdings nur noch eine Wassermühle im Stadtgebiet mit funktionstüchtigem Mühlrad erhalten, die zur im 12. Jahrhundert erbauten Stauanlage Fehsenfeld hinter der St. Willehadi-Kirche gehörte, die eine Kornmühle war. Bis zur Umwandlung des Ortes Geestendorf in Bremerhaven war Scharmbeck der wichtigste Markt und Gewerbeort zwischen Bremen und Cuxhaven und vor allem der seit 1692 abgehaltene Scharmbecker Viehmarkt besaß auch überregionale Bedeutung.
Die bisher mit US-Amerikanern belegten 96 Stadtwohnungen im Bereich Hoheberg-Mozartstraße-Drosselstraße kaufte die Stadt für einem Gesamtpreis von 12,5 Millionen DM. Zusammen mit anderen Wohnungen hatte die Stadt also etwa 220 Wohnungen (in der Regel mehstöckige Blocks) vorübergehend in ihrem Besitz. Das war die Hälfte der durch die Amerikaner belegten Objekte und sollte den Mietwohnungsmarkt als Sozialwohnungen entschärfen helfen. Allerdings wurde durch die schnelle Abwicklung die Entstehung sozialer Brennpunkte befördert, da der billige Wohnraum zu einer Konzentration von ärmeren Familien (häufig mit Migrationshintergrund) führte.
Die große amerikanische Schule wird zu einer neuen "Integrierten Gesamtschule" (IGS) umgewandelt. Die Einwohnerzahl der Stadt wächst unter anderem durch diese Neubelegung des Wohnraums auf knapp über 30.000.
Von den während der NS-Zeit ermordeten und vertriebenen jüdischen Mitbürgern zeugen bis heute eine Gedenktafel, die nach dem Abriss der baufällig gewordenen alten Synagoge in der Bahnhofstraße im Jahre 2004 errichtet wurde, sowie ein kleiner jüdischer Friedhof. (Ein weiteres Denkmal für die abgerissene Synagoge aus einigen Säulen und einem Steintisch ist in Planung.)
Der Niedersächsische Landtag beschließt am 13. Juni 1973 ein Gesetz, nach dem mit Wirkung vom 1. März 1974 die Gemeinden Garlstedt, Heilshorn, Hülseberg, Ohlenstedt, Pennigbüttel, Sandhausen, Scharmbeckstotel, Teufelsmoor und der größte Teil der Gemeinde Freißenbüttel in die Stadt Osterholz-Scharmbeck eingegliedert werden.
Das Kulturzentrum Kleinbahnhof e.V. (KuZ) nahe dem heutigen Bahnhof von Osterholz-Scharmbeck richtet sich mit seinem wechselnden Programm an ein eher jungens alternatives Publikum. Das ursprüngliche historische Bahnhofsgebäude ist eines der Bauwerke, die vom Worpsweder Künstler Heinrich Vogeler architektonisch gestaltet worden sind.
Die Wassermühle hinter der Kirche St. Wilhadi ist zwar die einzige erhaltene Walkmühle am Scharmbecker Bach, im Stadtteil Scharmbeckstotel befindet sich jedoch eine weitere Attraktion. Die Wassermühle am Ruschkamp stammt aus dem Jahr 1662 und weiterhin betriebsfähig. Landschaftlich besonders attraktiv sind sicherlich die Osterholzer Hammewiesen. Direkt hinter der alten Klosteranlage in Osterholz findet man dieses Feuchtwiesengebiet, das den Eingang zum Teufelsmoor bildet. Seit einigen Jahren sind hier wegen der großflächig eingerichteten Schutzflächen auch wieder, neben anderen Vogelarten, zahlreiche Storchenpaare zu beobachten. Im Waldgebiet "Elm" und "Schmidts Kiefern" zwischen den Stadtteilen Heilshorn und Garlstedt lohnt es sich auf archäologische Spurensuche zu gehen. Hier finden sich, wie beim Steingrab im Stadtzentrum von Osterholz-Scharmbeck, weitere Zeugnisse der frühgeschichtlichen Besiedlung des Gebiets in Form diverser Grabhügel mit Urnengräbern. Der Ortskern des Stadtteils Garlstedt mit seiner wunderbar erhaltenen bäuerlichen Dorfstruktur kann dabei als hervorragender Ausgangspunkt für eine Wanderung genutzt werden. Am Flüsschen Drepte, nördlich des Golfplatzes, liegt die Brockmannsmühle, eine Hofanlage mit Wassermühle aus dem 14. Jahrhundert. Im Jugendbildungszentrum Bredbeck finden laufend Seminare und Veranstaltungen aus den verschiedensden Bereichen statt. Vor dem Haupthaus, welches sich in mitten eines Waldstückes in Freißenbüttel befindet, befindet sich unter anderem eine Freilichtbühne, einige Teichanlagen und ein Sportplatz, der ebenso wie die Landschaft zu sportlicher Betätigung und zum Entspannen gleicher maßen anregt.
In warmen Sommern laden die Ohlenstedter Quellseen in der Ortschaft Ohlenstedt durch ihre günstige Lage mit ausgedehnten Stränden zum Baden ein; aber auch die Liegewiesen des Allwetterbades mit seiner Teleskophalle im Stadtzentrum finden ihre Besucher.
Die im November 2005 fertig gestellte Stadthalle bietet Platz für größere Events mit bis zu 1000 Personen. Das Spektrum reicht hierbei über Musik, Comedy, Kabarett und Kunst bis hin zu Messen, Politische Veranstaltungen oder (auch privaten) Festivitäten und Bällen.
Aber die Hochsprache hat durchaus etwas „abbekommen“; weniger weil in der Stadt auch mal „Missingsch“ zum Beispiel auf dem Scharmbecker Herbstmarkt gesprochen wird, sondern sich der Sprachgebrauch ähnlich wie der Bremer Dialekt „verbogen“ hat, wobei in dieser Region das „S“ allerdings nicht scharf gesprochen wird, wie etwa bei den „Bremer Pfeffersäcken“, eine früher gebräuchliche - leicht abfällige - Bezeichnung für „arrogante“ Bremer (und Hamburger) Kaufleute.
Durch die vielen Flüchtlinge ab 1945 hielten auch ostpreußische und schlesische Dialekte unauffällig Einzug, aber da die Nachkommen diese Mundarten nicht pflegen, bleibt es auch in Osterholz-Scharmbeck ein aussterbendes Sprachmuster. Vermutlich können nur Linguisten heute noch einige übernommene Lehnwörter bei der hiesigen Bevölkerung ausfindig machen.
Durch den Zuzug von Migranten aus Osteuropa ist seit den 1990er Jahren durch die „Deutsch-Russen“ auch reines Russisch auf den Straßen zu hören und natürlich auch die seit jüngere Zeit so bezeichnete „Kanak Sprak“ der Zuwanderer mit türkischem oder arabischem Sprachhintergrund.
Von Dezember bis etwa Anfang März ist „Kohlzeit“; das heißt Kohlfahrten mit anschließendem Grünkohlessen aus Grünkohl mit Pinkelwurst (oder Kohlwurst) und Salzkartoffeln werden in den Gaststätten angeboten. Ein besonderes Ambiente stellt dabei sicherlich die Möglichkeit dar, eine solche Fahrt mit einem Torfkahn oder mit dem Moorexpress zu absolvieren.
Im Frühling ist „Spargelzeit“ mit variationsreichen Gerichten aus Spargel auf der Saisonkarte. Deftiges bleibt aber das ganze Jahr über „angesagt“; zum Beispiel Bratkartoffeln mit Knipp; als regionaltypische Nachspeise - hier auch gerne „Nachtisch“ genannt - bietet sich eine „Rote Grütze“ an.
Auf dem Mai-Markt, der ab 2006 nicht mehr von der Stadt organisiert wird, wäre es „typisch“ Federweissen zu trinken und dabei einen Zwiebelkuchen zu verspeisen. Und als geradezu traditionell muss das Essen eines Tellers gefüllt mit Erbsensuppe auf dem Scharmbecker Herbstmarkt im Oktober bezeichnet werden.
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