Die 153 km lange
Oste * ist der nördlichste linke
Nebenfluss der
Elbe in
Niedersachsen. Sie durchfließt die Landkreise
Harburg,
Rotenburg,
Stade und
Cuxhaven. Sie ist bis
Bremervörde ein Gewässer 1. Ordnung und
Bundeswasserstraße, danach eines 2. Ordnung.
Geographie
Flusslauf
Schwebefaehre_bei_osten.jpg
Die Quelle der Oste befindet sich am südlichen Ortsrand von
Tostedt. Von dort fließt sie als stiller Wiesenfluss in ihrem Oberlauf zuerst nach Westen, dann nordöstlich um
Zeven herum und weiter durch
Bremervörde, von wo aus sie für kleinere
Schiffe nutzbar ist. Bis Bremervörde wirken sich auch
Ebbe und
Flut aus.
Bei Bremervörde befindet sich ein Sperrwerk und ein kleiner Hafen, so dass die Oste von dort aus mit kleinen Booten und Schiffen bis zu einem Tiefgang von etwa 2 m, nach mittlerem Hochwasser, befahrbar ist. Anschließend mäandert der nun von Deichen eingefasste Fluss weiter nach Norden in Richtung der Orte Hemmoor und Osten; bei diesem Ort fährt die älteste deutsche Schwebefähre.
Der Fluss mündet einige Kilometer östlich von Otterndorf zwischen Neuhaus und Balje in den Elbetrichter.
Oberoste
Die Quelle der Oste befindet sich in einem Niedermoorgebiet bei
Schillingsbostel in der Gemeinde
Otter etwas südlich von
Tostedt, das am Nordwestrand der
Lüneburger Heide liegt. Von dort fließt die Oste als stiller Wiesenfluss westwärts an
Tiefenbruch vorbei und durch den Süden der Gemeinden
Wistedt und
Heidenau sowie das nördliche Gemeindegebiet von
Tiste. Sie durchquert dann den Ort
Sittensen wo, wie in
Eitzmühlen, eine recht gut erhaltene
Mühle aus dem
Mittelalter an ihrem Ufer steht. Der Fluss bildet dann für einige Zeit die Grenze zwischen den Gemeinden
Groß Meckelsen und
Hamersen bzw.
Elsdorf. Im Drei-Gemeinden-Eck dieser drei Orte südlich von Groß Meckelsen mündet rechtsseitig die
Ramme. Sie tritt dann in die Gemeinde
Heeslingen ein und fließt zwischen den Orten
Freyersen und
Weertzen hindurch und durchs Ortszentrum Heeslingens. Bei
Offensen verlässt der Fluss die Gemeinde wieder und streift das zu
Zeven gehörende
Brauel. In der Nähe von
Vaerloh und
Avensermoor zwei Kilometer nördlich
Zeven mündet rechtsseitig die
Aue. Der Fluss fließt an
Godenstedt in der Gemeinde
Seedorf entlang, wo linksseitig die
Bade und im Ort rechtsseitig die
Twiste münden. In der Gemeinde
Selsingen werden
Eitzte und
Lavenstedt passiert. Die Oste bildet nun wieder die Gemeindegrenze zwischen Selsingen und
Ostereistedt, wo
Rockstedt nahe der Oste liegt. Der Fluss wendet sich nun im sanften Bogen mehr und mehr nach Norden, tritt in die Gemeinde
Sandbostel ein und tangiert
Ober-Ochtenhausen und Sandbostel. Das zu Bremervörde gehörende
Minstedt ist die nächste Station des Flusses, der nun
Spreckens und
Engeo passiert, wo vier Kilometer oberhalb Bremervörde linksseitig nach Südwesten der
Oste-Hamme-Kanal durchs
Teufelsmoor in Richtung
Hamme von der Oste abgeht wie auch kurz darauf der
Fahrendorfer Kanal. Kurz vor Bremervörde mündet rechtsseitig die
Bever in die Oste. Die Oste tritt daraufhin in die Stadt Bremervörde ein.
Unteroste ab Bremervörde
In Bremervörde existiert eine kleine Flussinsel, die durch einen Nebenarm gebildet wird, der seit 1950 zum Hauptarm ausgebaut ist. Der Fluss fließt dann vorbei am
Vörder See.
Kurz hinter Bremervörde geht rechtsseitig der Oste-Schwinge-Kanal ab, der die Oste mit der Schwinge kurz hinter ihrer Quelle bei Mulsum verbindet. Er bildet ab Niederochtenhausen und Elm die Grenze der Landkreise Rotenburg (Ort Ostendorf) und Stade, mit einer Unterbrechung in Gräpel und in Brobergen, wo der Landkreis Stade auch auf linksseitiges Gebiet übergreift. Hier befindet sich linksseitig die Mündung der Mehe und das Drei-Landkreis-Eck zum Landkreis Cuxhaven, dessen Grenze mit dem Landkreis Stade die Oste nun über eine weite Strecke bildet. Die Oste tangiert nun Nindorfer Gebiet und fließt an den Orten Kranenburg und Blumenthal sowie Laumühlen, Klint und Kleinwörden vorbei. Sie wird bei Burweg bzw. Hechthausen von der Eisenbahnbrücke der Unterelbebahn von Hamburg-Harburg nach Cuxhaven sowie der Bundesstraße 73 überquert. Bei Großenwörden fließt die Rönne hinzu.
Unteroste ab Osten
Oste muendung 01.jpg |
Neuhaus oste muendung.JPG
Bei
Osten fährt die älteste deutsche
Schwebefähre (
1909 fertiggestellt) und setzt nach
Basbeck, einem Stadtteil von
Hemmoor, über. In Osten, Hemmoor und
Oberndorf gehören nun beide Ufer zum Landkreis Cuxhaven. Nach Hemmoor passiert sie den Höhenzug
Wingst.
Mit den Orten Mühlenwisch und Altenwisch berührt der Landkreis Stade einige Kilometer vor der Mündung nun wieder die Oste. Diese beiden Orte werden aber wiederum durch den zum Landkreis Cuxhaven gehörenden Ort Itzwörden getrennt, der rechtsseitig gegenüber Geversdorf liegt.
Der Fluss mündet mit einer Breite von schließlich 200 m einige Kilometer östlich von Otterndorf zwischen Neuhaus und Balje beim Vogelschutzgebiet „Hullen“ in den großen Elbetrichter, wo die Ostebank liegt. Der letzte Abschnitt mit dem Ostesperrwerk liegt im Landkreis Stade.
Böden und Gelände
Der Oberlauf der Oste liegt auf der
Geest. Hier gibt es zum Beispiel bei Sandbostel und Granstedt auch Binnendünen mit teilweise haushohen Flugsandaufwehungen. Ab Gräpel besteht der Untergrund aus echten Marschböden. Der Fluss hatte nach der letzten
Eiszeit ein eigenes
Urstromtal ausgebildet.
Geschichte
Ihren Namen hat die Oste vermutlich vor 1000 v. Chr. erhalten. Er soll aus einer Form des
Indogermanischen stammen, die noch vor Herausbildung des
Gemeingermanischen bestand, und schließt sich an zahlreiche ähnliche Formen wie zum Beispiel in
Osnabrück an, die verschiedene Erweiterungen eines
Fluss,
Bach,
Wasser bezeichnenden Wortes
aus* sind. Die exakte Bedeutung des Wortes mit Ablaut auf -t- lässt sich nicht rekonstruieren. Aus Oste ergab sich im Mittelalter dann auch die Bezeichnung
Ostinggabi (Ostegau) für ein Gebiet im Bereich des Flusses.
Lange Zeit war die letzte feste Querung des Flusses vor der 74 km entfernten Mündung in Bremervörde, wo zuerst eine Furt bestand (Vörde ist eine niederdeutsche Form von Furt) und bald auch eine Brücke errichtet worden war. Hier bestand auch eine Wassermühle. Die Bischöfe von Bremen residierten lange Zeit in Bremervörde, wodurch der Schiffsverkehr dorthin recht groß war. Nach dem Westfälischen Frieden und dem Ende des Bistums verlagerte sich der Schiffsverkehr zunehmend an den Unterlauf.
Bremervörde war ein wichtiger Punkt auf der Route von Hamburg nach Bremen, an der sowohl die Oste leicht überquert werden konnte, als auch ein Geestrücken die Durchquerung der Moore ermöglichte, die südlich (Teufelsmoor) und nördlich lagen. Daher begann man bereits früh, in Bremervörde Wegezoll zu erheben. Erst 1825 wurde diese Praxis aufgegeben.
Erstmals wird um 1250 vom Schiffsverkehr auf der Oste berichtet, als bereits viele Ewer den Fluss befuhren.
1690 berichtet Johann Ernst Rist, dass Deichbrüche zur Versandung und Verschlammung der Oste geführt hätten, was vor Bremervörde die Schifffahrt behinderte und die Zahl der in großen Mengen vorhandenen Störe und Lachse verringerte.
Die erste große Eingriff in den Flusslauf fand 1928 statt, als die Mündung des größten Nebenflusses der Elbe weiter nach Westen in Richtung Cuxhaven gelegt wurde.
Ihren Höhepunkt erreichte die Schifffahrt auf der Oste zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als mit unzähligen Ewern nahezu alle in größerer Menge zu transportierenden Güter bewegt wurden. Im Verlaufe des Jahrhunderts nahm dieser Verkehr aber beständig ab, da technischer Fortschritt und bessere Infrastruktur andere Transportmöglichkeiten wie Straße und Bahn wirtschaftlicher werden ließ. Zuletzt bestand nur noch geringer Warenverkehr mit dem Hemmoorer Zementwerk. Zwischen Bremervörde und Hechthausen bestand der einzige Warenverkehr noch aus drei bis vier Düngertransporten jährlich nach Gräpel, die bis in die 1980er Jahren stattfanden. In den 1990er Jahren kam dieser Verkehr endgültig zum Erliegen.
Zementwerk in Hemmoor
Hemmoor_zementmuseum_05.jpg
Etwa 1864 wurde in Hemmoor das Portland-Zementwerk errichtet, das seine Produkte in Schwarzenhütten auf Schiffe verlud. Schwarzenhütten war zuvor der Anlegeplatz einer Ziegelei. Die Zementfabrik erwarb diesen und baute ihn zum größten Hafen an der Oste aus. 1875 wurde vom Werk am heutigen Hemmoorer Kreidesee zum Anleger eine
Pferdebahn errichtet, die 1895 mit Dampflokomotiven aufgerüstet wurde. Der Zement wurde mit
Schuten und
Leichtern nach Hamburg gebracht um ihn von dort weiter zu verschiffen. Auf dem Rückweg wurde Kohle für die Fabrik transportiert.
In den Spitzenzeiten in den 1960er Jahren wurden fast 500.000 Tonnen umgeschlagen.
Schwarzenhütten wurde nach dem Ende der Fabrik um 1980 noch weiter betrieben und schlug hauptsächlich Düngemittel und Kohle um, stellte aber am 22. Dezember 1997 endgültig den Betrieb ein.
Walfang
Kaufmann Johann Thumann aus Geversdorf trieb 1766 die Anschaffung und Ausrüstung eines Walfängers mit Namen „Ost Strom“ (in den Quellen aus dieser Zeit auch „Ost Stroom“, „Der Osten Strohm“ oder „Der Oste Strom“ genannt) an, der vor Grönland jagen sollte und in Geversdorf stationiert war. Er lieferte den Walspeck zum Auskochen nach Hamburg. Es wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, an der verschiedene Kaufleute und reichere Marschbauern beteiligt waren. Thumann wurde deren Geschäftsführer. Die jährlichen Fangfahrten unter insgesamt drei verschiedenen Kommandeuren verliefen mit sehr verschiedenem Erfolg. Während man 1768 mit 7¼ „Fischen“ zurückkehrte, wurde 1775 kein einziger gefangen. Auf Grund ständiger Querelen mit Thumann, der in den Quellen als unangenehmer Geschäftspartner erscheint, und möglicherweise wegen nicht ausreichendem Profit, wurde der Betrieb nach der Fahrt 1777 eingestellt.
Zwischen 1767 und 1777 soll das Schiff 37 7/12 Wale gefangen und 1336½ Quardelen Tran sowie 17.310 Pfund Barten erbracht haben. Ein Quardeel entspricht 3 Tonnen á 200 bis 226 Pfund, die Gesamtmenge war also mindestens 801.900 Pfund.
Weitere Walfangunternehmungen von der Oste aus wurden geplant. Die Ausrüstung eines Walfängers durch die Neuhäuser Kaufleute Ahrens und Ulex scheiterte 1788, aber 1799 wurde in Osten eine Gesellschaft gegründet, die 1800 ein Schiff mit 40 Mann Besatzung nach Grönland sandte und erfolgreich zurückkehrte. Es blieb aber auf Grund der napoleonischen Wirren bei dieser einen Fahrt.
1814 plante Johann Thumann junior eine erneute Grönlandfahrt mit zwei Schiffen, ob diese erfolgte, ist nicht überliefert. 1816 aber fuhr die Brigg „Die Freundschaft“ auf Grönlandfahrt, was ein geschäftlicher Reinfall war. Die Familie Thumann war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, aber Johann Thumann versuchte mit neuerlicher Ausrüstung des Schiffes sich finanziell frei zu kämpfen. 1819 bis 1821 machte sie drei weitere Fahrten, die alle mit niederschlagendem Ergebnis verliefen. Thumann sowie einige Anteilsnehmer der Unternehmung waren nun endgültig Konkurs.
In Geversdorf gab es vor 1800 eine Tranbrennerei.
Das Ostesperrwerk
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Nach der Sturmflut 1962 wurde beschlossen, das
Ostesperrwerk zu errichten. Neben der eigentlichen Oste wurde bei Neuhaus 1968 zwischen den Belumer Deich im Westen der Oste und Hörne, ein Dorfteil
Baljes, ein Kanal und das Sperrwerk errichtet und später die Oste dorthin umgeleitet.
Das Sperrwerk besteht aus fünf Durchlässen. Die äußeren Öffnungen können durch Segmentfluttore verschlossen werden. In der Mitte besteht die Schiffsduchfahrt aus zwei Stemmtorpaaren. Zudem existiert eine Brücke zur Deichverteidigung. Die Höhe, bis zu der das Sperrwerk sicher ist, beträgt 7,80 m, was nicht mehr ganz der Höhe der neuen Elbdeiche mit ca. 8,40 m entspricht. Die Deiche der Oste haben eine Höhe von 5,30 m bis 5,90 m.
Seit Inbetriebnahme des Sperrwerks gab es durch Sturmfluten keine Schäden mehr. Die Fluten von 1972 und 1999 blieben ohne Folgen für das Gebiet der Oste.
Natureum Niederelbe
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Der Altarm der Oste, der durch das Sperrwerk gebildet wird, ist heute der Neuhäuser See mit einer Freizeitanlage (Wasserskianlage, Sandstrand usw.). Auf der so entstandenen Insel wurde das
Natureum Niederelbe errichtet, das auf über 60.000 m² Freigelände sowie in verschiedenen Gebäuden über die Tier- und Pflanzenwelt der Nordseeküste informiert. Auf dem Freigelände steht ebenfalls ein Fischkutter aus dem Jahre 1892. Die „Erna Becker“ wurde in Cranz als Segler gebaut und fischte mit zwei großen
Hamen (rechteckige Rahmen), die die sackförmigen Netze offen halten, im Gebiet der Unterelbe und der Oste zwischen Kleinwörden und Sethlerhemm.
Flora und Fauna
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Schilfguertel_an_der_oste.jpg
Die Oste, die der längste Fluss zwischen Weser und Elbe ist, hat eine große ökologische Bedeutung, da sie nicht begradigt ist und zu großen Teilen ein naturnahes Ufer hat. So zählt beispielsweise der Mündungsbereich mit seinem natürlichen
Tidenhub zum
Wattenmeer. Mit einer
Gewässergüte von 2 ist die Oste verhältnismäßig sauber. Der Fluss ist sehr fischreich und gilt als der erste deutsche Fluss mit einer sich selbst verjüngenden
Lachspopulation.
Früher war der Stör wie auch der Lachs in der Oste heimisch und sogar der häufigste Fisch überhaupt, so zahlreich, dass überliefert ist, dass sich das Dienstpersonal empört und verlangt habe, zu versichern, dass es nicht häufiger als zweimal die Woche Stör zu essen gäbe (ähnliches ist allerdings auch aus anderen Gegenden überliefert, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass es sich bei diesem Protest um eine historische Tatsache handelt). Heute ist der Fisch vermutlich ausgestorben oder nahezu ausgestorben. In den letzten Jahrzehnten gab es nur noch vereinzelte Meldungen von Sichtungen.
Der häufigste Fisch ist heute stattdessen der Stint.
Weitere vorkommende Fische sind Schnäpel, Aal, Karpfen, Hecht, Brasse, Stichling sowie Flussneunauge, Maifisch, Finte und Zander.
Die Ufer sind meist von Reet-Zonen geprägt.
Nutzung
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Obwohl die Oste von Bremervörde bis zur Mündung noch immer
Bundeswasserstraße ist, wird sie kaum noch von Berufsschiffern befahren. Zu den Ausnahmen zählen ein Krabbenfischer und die „
Mocambo“, das älteste motorbetriebene Fahrgastschiff Deutschlands, mit dem die Reederei „Osteschifffahrt“ Ausflugsfahrten und ökologische Exkursionen veranstaltet.
Geversdorf Germany Klappbruecke.jpg
- Stromkilometer 8,9: Slipanlage, Schlemgelanlage, Bemervörder Yachtclub,
- Stromkilometer 20,5: Nähe der Ortschaft Gräpel, eine privatbetriebene Seilfähre
- Stromkilometer 25,8: Private Wirschaftsfähre, für die Bauern ebenfalls eine Seilfähre
- Stromkilometer 31,5: Slipanlage, Bootsanleger des Ferienparks Geesthof
- Stromkilometer 38,5: Die Eisenbahnbrücke (Stade - Cuxhaven)
- Stromkilometer 39,x: Straßenbrücke der B73, Bootsanleger Hechthausen
- Stromkilometer 55,5: Schwebefähre in Osten
- Stromkilometer 55,7: Straßenbrücke und Bootsanleger Osten
- Stromkilometer 61,5: Lösch- und Landeplatz "Schwarzenhütten" mit Krahn, für seegehende Schiff mit einem Tiefgang von 4,5 m und eine Länge bis 85m, keine Sportbootanleger.
- Stromkilometer 63,5: Klappbrücke und Bootsanleger Gemeinde Oberndorf
- Stromkilometer 71,9: Klappbrücke und Bootsanleger Gemeinde Geversdorf
- Stromkilometer 75,0: Bootsanleger Gemeinde Neuhaus
- Stromkilometer 77,0: Sturmflutsperrwerk und Sperrwerksklappbrücke Neuhaus/Belum
Tourismus
Wassersport
Die Oste ist bei gutem Wasserstand von
Burgsittensen, sonst von
Sittensen oder
Weertzen bis zur Mündung mit
Kajaks und
Kanus befahrbar. Der Oberlauf von Sittensen bis Volkensen ist vom 1. März bis 15. Juli gesperrt.
Unterhalb von
Bremervörde ist die Oste auch mit Motorbooten befahrbar. Im Gegensatz zum Oberlauf ist der Unterlauf größtenteils eingedeicht. Er unterliegt den Einflüssen von Ebbe und Flut.
In der Nähe des Ostesperrwerks bei Neuhaus befindet sich eine Wasserskianlage. Zudem besteht hier auch das Natureum Niederelbe, das sich mit Leben und Natur im Grenzbereich zwischen Meer und Fluss beschäftigt. Motor- und Segelbootvereine gibt es in Elm und Bremervörde.
Auf Grund der großen Fischpopulation und der besonderen Schönheit ist die Oste ein Paradies für Angler und Wasserwanderer, so dass die Oste nicht nur im Sommer von Anglern aufgesucht und von Freizeit-Kanuten befahren wird. Dafür reisen auch viele Menschen aus Hamburg oder Bremen an. Bei Missachtung von Sperrzeiten und Befahrensverboten kann im Oberlauf die Flora und Fauna geschädigt werden, zum Beispiel durch Beeinträchtigung der Ufervegetation, dem Lebensraum der Eisvögel.
Neben der Oste existieren entlang des Laufes zahlreiche Baggerseen, die beim Bau der Deiche angelegt wurden und meist als Angelteiche oder Badeseen verwendet werden.
Fluss der Fähren
Einweihung_der_deutschen_faehrstrasse.jpg
Seit dem Mai 2004 ist die Oste Bestandteil der
Deutschen Fährstraße, einer rund 250 Kilometer langen Ferienstraße, die
Kiel und
Bremervörde verbindet und deren Wahrzeichen die beiden letzten deutschen
Schwebefähren über die Oste und den
Nord-Ostsee-Kanal sind.
Am „Fluss der Fähren“ verkehrten bis in das 20. Jahrhundert mehr als zwei Dutzend Fähren, von denen die meisten mittlerweile (wie in Geversdorf und Oberndorf) durch Klappbrücken oder (wie in Hemmoor und Hechthausen) durch feste Brücken ersetzt worden sind.
Prahmfähren sind - abgesehen von einer Viehfähre in Schönau (gehört zu Gräpel) - nur noch in Brobergen und Gräpel in Betrieb; die in Gräpel gehört zu den letzten in Deutschland, die noch von Hand gezogen werden. Zu den beiden Fährstellen gehört auch jeweils ein Gasthof, der in Personalunion mit dem Fährmann betrieben wird. Die Fähren dienen neben dem landwirtschaftlichen Verkehr, welcher ihr eigentlicher Betriebsgrund ist, vor allem auch dem Tourismus. Besonders im Frühsommer werden sie von zahlreichen Radwanderfahrten genutzt.
Arbeitsgemeinschaft Osteland
Als „Lobby für die Oste“ versteht sich die 2004 gegründete
Arbeitsgemeinschaft Osteland e. V., die sich für die Förderung von Natur- und Denkmalschutz und die Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus im Osteland einsetzt. Der Verein, in dem unter anderem die Stadt
Bremervörde und alle Gemeinden am tideabhängigen Abschnitts der Oste vertreten sind, verleiht alljährlich einen
Oste-Kulturpreis und setzt sich für den Aufbau eines Fährmuseums an der Oste ein.
Deichbrüche
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| - 1726 Osten und Umgebung (Gallusflut)
- 1736 Oberndorf Fährlücke weggetrieben
- 1751 viele Durchbrüche (11. September)
- 1756 Neuhaus bis Hechthausen-Klint
- 1791 Oberndorf bis Hemmoor (22. März)
- 1792 viele Durchbrüche von Hechthause-Klint bis Osten (11. Dezember)
- 1824 Hechthausen-Laumühlen (15. November)
- 1825 ungezählte Durchbrüche (Februarflut)
- 1874 Hechthausen-Kleinwörden (22. Oktober)
- 1936 Hechthausen-Klint (18. Oktober)
- 1954 Hechthausen-Laumühlen
- 1962 viele Durchbrüche zwischen Neuhaus und Hechthausen (16. Februar)
Heute kann auf die besondere Pflege des Ostedeiches verzichtet werden, da das Ostesperrwerk, gebaut von 1964 bis 1968, eine erneute Überschwemmung sehr unwahrscheinlich macht. Allerdings ist das 7,32 m hohe Sperrwerk heute ca. 1m niedriger als die umgebenden Deiche.
Literatur
- Die Oste. Lebensader zwischen Elbe und Weser Aufsatzsammlung, Heimatbund der Männer vom Morgenstern, Bremerhaven 2003, ISBN 3-931771-39-3
- Willi Klenck: Heimatkunde des ehemaligen Kreises Neuhaus, 1957
Weblinks
Fluss in Niedersachsen
Oste | Oost