Der Begriff Ostdeutschland hat geographisch und zeitlich verschiedene Bedeutungen:
Der Begriff Ostdeutschland für die Gebiete der ehemaligen DDR ist in den alten Bundesländern weit verbreitet. Auch im englischsprachigen Raum war der Begriff als "East Germany" üblich.
Das Selbstverständnis der Menschen in den fünf aus der DDR hervorgegangenen Bundesländern variiert sehr stark. Nur teilweise wird die ehemalige DDR überwiegend als Ostdeutschland angesehen und bezeichnet. Oft nicht akzeptiert sind allerdings die umgangssprachlichen Bezeichnungen „Ossi" oder „Zoni" für alle ehemaligen DDR-Bürger. Erstere verliert jedoch langsam ihren negativen Beigeschmack.
Insbesondere in Sachsen-Anhalt und Thüringen lehnen es zunehmend mehr Menschen ab, als Ostdeutschland bezeichnet zu werden und verweisen auf die geographische Lage, als zu Mitteldeutschland gehörend hin. So liegt beispielsweise Erfurt weit westlicher als Regensburg und München; Eisenach rund 220 Kilometer weiter westlich als Passau, westlich des geographischen Mittelpunkts Deutschlands.
Der Sprachgebrauch Ostdeutschland ist somit auch Zeichen eines natürlichen Prozesses des Zusammenwachsens Deutschlands. Die Bewohner der einzelnen Gebiete empfinden sich immer mehr als Zugehörige zu einer bestimmten, geographisch umrissenen und historisch gewachsenen Region, statt des überholten Bildes von zwei Staaten, die durch den Eisernen Vorhang getrennt sind. Einen Bewohner der Altmark als "Ostdeutschen" zu bezeichnen wird bei dieser Sichtweise als falsch empfunden. Geographisch gesehen liegen diese Länder dennoch im Osten Deutschlands. Lediglich Thüringen weicht davon ab, gilt aber weiterhin als zu Ostdeutschland gehörig, da es sich um eines der neuen Bundesländer handelt.
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Drei nord-ostdeutsche Bundesländer
Anlehnend an den (inzwischen im RBB aufgegangenen) Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) wird gelegentlich nur das Gebiet der Länder Brandenburg, Berlin (und zum Teil Mecklenburg-Vorpommern) als (Nord-)Ostdeutschland angesehen.
Auch der Begriff "Mitteldeutschland" erfährt derzeit in Ostdeutschland einen auflebenden Gebrauch – vor allem durch den MDR und den Wunsch der südöstlichen, wirtschaftsstärkeren Bundesländer Sachsen und Thüringen, sich vom wirtschaftlich schwächeren Nordosten abzugrenzen und ihn als Synonym für die um das Zentrum Deutschlands herum bzw. die zwischen Nord- und Südteil gelegene Region verstehen. Teilweise wird jedoch die Meinung vertreten, dies sei geographisch gesehen nicht korrekt und aus historischen Gründen heikel.
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