Ostarrîchi bezeichnete im 10. Jahrhundert eine Region im Herrschaftsgebiet der babenbergischen Markgrafen im Südosten des ostfränkischen Reiches. Es gilt als volkssprachliche Übersetzung für „Marchia Orientalis” („Mark im Osten“). „..rîchi” ist hier nicht mit Reich zu übersetzen, sondern wird eher im Sinn von abgegrenztes Gebiet gebraucht. Ostarrichi war demnach das abgegrenzte Gebiet im Osten oder östliche Grenzland zum Land der Awaren. 1156 wird die „Marchia Orientalis” vom Herzogtum Bayern abgetrennt und zum Herzogtum erhoben; somit wird diese Keimzelle Österreichs reichsunmittelbar.
Die älteste bekannte schriftliche Nennung des Namens stammt aus einem in Bruchsal verfassten Dokument aus dem Jahr 996. Darin ist eine Schenkung Kaiser Otto III. an den Bischof von Freising festgehalten, nämlich eines Gebietes „in der gewöhnlich Ostarrichi genannten Region” („in regione vulgari vocabulo Ostarrichi”), womit die Region um Neuhofen an der Ybbs gemeint war („marchionis in loco Niuuanhova dicto“). Diese Urkunde wird heute im Staatsarchiv der Stadt München aufbewahrt.
Die Markgrafschaft Ostarrîchi umfasste bald auch weitere Gebiete oberhalb und unterhalb der Enns, wurde 1156 zu einem Herzogtum erhoben, und die Schreibweise wandelte sich allmählich zu Österreich.
Die Republik Österreich feierte, Bezug nehmend auf diese erste urkundliche Erwähnung des Namens, 1996 „Tausend Jahre Österreich“, so wie schon zwanzig Jahre zuvor das Jubiläum der Einsetzung Leopolds I. (ca. 940-994) zum Markgrafen von Österreich.
Alternativ hierzu war bis ins Hochmittelalter auch „Osterland” (für östliches Land oder Land im Osten) in Gebrauch.
Siehe auch: Geschichte Niederösterreichs, Geschichte des Wienerwalds.
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