Ostara ist ein von Jacob Grimm durch Namensvergleiche als Name für eine germanische Frühlingsgöttin hergeleiteter Begriff. Grimm bezog sich dabei auf eine von dem angelsächsischen Mönch und Kirchenhistoriker Beda zur Erklärung des Wortes „Easter“ (Ostern) erwähnte Göttin Eostrae. Viele Forscher nehmen hier jedoch eine gelehrte Erfindung in der Tradition der Etymologie Isidor von Sevillas an. Allerdings war es nicht Beda allein, der einen derartigen Beleg lieferte. So gibt es außerdem noch einen etwa 1000 Jahre alten Eostar-Hymnus, der im Kloster Corvey erhalten ist, und dessen Anfang „Eostar, Eostar, eordhan modor...“ lautet. Auch zahlreiche Flur- und Ortsnamen (z. B. Osterode im Harz, Osterholz in Westfalen usw.) weisen auf eine mögliche Göttin Ostara hin. Dazu kommen regionale Überlieferungen. So schrieb lange vor Jacob Grimm ein Pastor Pustkuchen in seiner Ortschronik 1762, dass an den Externsteinen das Volk viel Unfug mit dem Dienst der heidnischen Göttin Ostara triebe. In einer Chronik von 1750 werden die Externsteine auch „Eostrae Rupes“ (Ostaras Felsen) genannt. Ostara wird als „Ostra“ auch im „Werningerödischen Intelligenzblatt“ (19, S. 72) von 1797 erwähnt. Umstritten ist, ob auch der sog. „Osta-Stein“, eine im 16. Jh. gefundene Votivtafel, die u. a. den Runenspruch: „thu ga ut thatr osta“ ("Du gehe hinaus, das ist Osta") enthält, auf Ostara bezogen werden kann. Die Tafel ist nur noch in Nachzeichnungen erhalten und zeigt u. a. eine männliche oder weibliche Figur mit Hörnerhelm, die ein überquellendes Füllhorn trägt, und daneben einen Kreis (Sonne oder Vollmond) und einen Halbmond.
Der Name Ostara kommt in der Edda jedenfalls nicht vor, und so bleibt es trotz aller vorerwähnten Hinweise fraglich, ob es eine germanische Göttin dieses Namens jemals gegeben hat. Auch der Beiname „ástagud“ („Liebesgöttin“), den die Göttin Freyja in der jüngeren Edda, Skaldskaparmál Kap. 28, trägt, und der gelegentlich in sprachlichen Zusammenhang mit „Osta(ra)“ gebracht wird, lässt sich nicht als Beweis dafür werten, Ostara entspreche der Freyja in der germanischen Mythologie.
Ihr werden neben Frühling und Morgenröte auch die Symbole Hase und Ei zugeordnet - kritische Stimmen begründen dies damit, daß man die Plausibilität der Erklärung für die Etymologie des Wortes Ostern verstärken wollte. Der Hase ist in vielen Kulturen ein Symbol des Mondes. Da die Mondflecken wie ein Hase mit Ei gesehen werden können, ist die Verbindung „Hase - Mond - Mondgöttin (Freyja) - Ostara“ naheliegend. Übrigens können die Mondflecken nur im Frühjahr als Hase gesehen werden, in andern Jahreszeiten ist die Mondscheibe gedreht und bietet andere Mondbilder.
Aus „De Tempore Rationum, Kap. 15“ ins deutsche übersetzte Zitate Bedas über vorchristliche Monatsbezeichnungen und die Göttin Eostre:
Bedas „Ostara“ wurde dann von Jacob Grimm aufgegriffen, der aus dem friesischen „Âsteron“, dem mittelhochdeutschem „Ôsteren“, dem englischem „êastre“ und dem althochdeutschem Wort für Ostern „Ôstarûn“ sowie dem Monatsnamen „ostarmanoth“ den Göttinnennamen Austro- (Ostara) ableitete. Grimm - wie auch sonst die deutsche Romantik - war sehr interessiert an einer germanischen Religion als eigenständiger Grundlage deutscher Kultur und stellte den Bezug von Sagengestalten wie Frau Holle bzw. Perchta zur nordischen Göttin Frigg her. Durch Grimms allgemeinen Einfluß in der deutschen Sprachwissenschaft des 19. Jahrhunderts fand Ostara weite Verbreitung. Die Annahme, daß ein christlicher Mönch wie Beda, dem an der Missionierung seines Landes gelegen war, dafür eigens eine heidnische Göttin erfunden haben sollte, die es in heidnischer Zeit nie gegeben hatte, ist allerdings recht unwahrscheinlich. Vielmehr weisen die entsprechenden Gottheiten bei Römern, Griechen und Indern darauf hin, dass auch die Germanen eine derartige Göttin verehrt haben könnten.
Austriahenae, von einigen Fachgelehrten aber auch mit dem Stamm der Austriates, „die Östlichen, die im Osten wohnen“, in Verbindung gebracht, hätte nach deren Ansicht weder mit einer Aurora noch mit einer Eostre zu tun.
Im Frankenreich war der 4. Monat des Jahres als Ôstarmânôt bekannt und Ostermond ist der altdeutsche Begriff für April. Auch bei Eginhart finden wir die Bezeichnung Ostarmanoth. Es ist jedoch nicht erwiesen, ob sich dieser Name auf das Osterfest bezieht oder eine andere Quelle hat.
Seit 1999 liegt ein Vorschlag Jürgen Udolphs vor, der den Begriff Ostern von einem nordgermanischen Wortstamm ausa „(Wasser) schöpfen, gießen“ und austr „begießen“ herleitet und dies auf Ostern als altes Tauffest bezieht.
Dies wird mit ähnlichen sprachgeschichtlichen Argumenten kritisiert wie die Ableitung von Bedas "Eostre": Ausgerechnet in der Heimat der Angelsachsen gibt es aus dem Altsächsischen keinen Beleg für Eostre/Ostara; altsächsisch ist als Wort für das Fest nur das lateinische „pascha“ belegt (womit in den meisten europäischen Sprachen das Fest bezeichnet wird; demnach ist es wahrscheinlicher, dass die Easter/Oster-Bezeichnung durch die angelsächsischen christlichen Missionare in den deutschen Raum kam); umgekehrt gibt es bei den Sachsen wie bei den Angelsachsen keine Hinweise auf das in Island belegte „ausa“ bzw. „austra“ - als Wort für die Taufe wurde „diepan“ verwendet. Da die ursprüngliche Heimat der Angelsachsen das heutige Schleswig-Holstein darstellt, ist allerdings die Behauptung, angelsächsische Mönche hätten diese Bezeichnung in den deutschen Raum gebracht, schwer nachvollziehbar.
Die Namen „Ostara“ (bzw. Eostar), „Osten“, und „Austro“ (Morgenröte, Morgenstern) haben eine gemeinsame Wurzel *aues, *aus = „leuchten, hell werden“, und diese hat weitere indogermanische Entsprechungen. So sind auch die Namen „Aurora“ (römische Göttin der Morgenröte), „Aurum“ (Gold) und „Eos“ (griechische Göttin) verwandt und bedeuten „leuchtend, strahlend“. Selbst die Göttinnennamen Ushas, Astarte und Ishtar („Morgenstern“) entstammen dieser Wortwurzel.
Das christliche Fest übernahm im Mittelalter den Namen „Ostern“, althochdeutsch „Ostarun“, abgeleitet von der (fraglichen; siehe oben) Frühlingsgöttin „Ostara“ oder auch „Eostre“.
Der Brauchtumsforscher Dietz-Rüdiger Moser erklärt in seinem Buch „Bräuche und Feste im christlichen Jahreslauf: Brauchformen der Gegenwart in kulturgeschichtlichen Zusammenhängen“, dass es sich bei der Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin „Ostara“ um eine neuzeitliche Erfindung handele, die allerdings schon aus der Frühgeschichte stamme.
Der Analytischen Psychologie in der Tradition Carl Gustav Jungs gilt Ostara als Ausprägung des so genannten Mutterarchetyps.
Die oben angeführten Belege sprechen allerdings gegen diese Annahmen.