François Pascal Simon Gérard 001.jpg, 1801]] Ossian ist ein von dem Schotten James Macpherson (* 1736; † 1796) erfundener gälischer "Barde".
Unter dem Titel "Fragments of Ancient Poetry" ("Bruchstücke alter Dichtung, in den schottischen Hochlanden gesammelt, aus dem Gälischen oder Ersischen übersetzt") gab 1760 Hugh Blair, ein Kritiker aus Edinburgh, Texte heraus, die von James Macpherson, einem jungen schottischen Theologen, auf seine Anfrage hin, zu Papier gebracht worden waren. Blair hatte den damals als Hauslehrer tätigen Macpherson beschworen, die "alten gälischen Gesänge der Heimat" zu sammeln. Da dieser nicht wusste, wo er solche finden sollte, schrieb er sie selbst.
Der von den vorgeblichen Übersetzungen historischer Volksgesänge begeisterte Blair vermutet Fragmente eines nationalen Epos, wohl nicht zuletzt, weil Schottland bis dahin nichts Vergleichbares aufzuweisen hatte. Der Verfasser des Gesamtwerks müsse Ossian, sein Held Fingal sein, so schlussfolgerte Blair.
Auf dessen Drängen verfasste Macpherson die epischen Dichtungen "Fingal" und "Temora", die 1762 bzw. 1763 veröffentlicht wurden.
Diese kommentierte Samuel Johnson im selben Jahr als "nicht authentisch und zweitens dichterisch ohne Wert". 1764 äußerte auch das "Journal de Savants" in Paris ernstliche Zweifel. In einer öffentlich geführten Auseinandersetzung warf Johnson Macpherson "pure Hochstapelei" vor und forderte diesen auf, Originalmanuskripte vorzulegen. Von dieser Kontroverse nahm jedoch das Publikum wenig wahr. Vielmehr wurden die Gesänge begierig aufgenommen, welche 1765, inzwischen zu "Works of Ossian" ("Ossians Gesänge") vervollständigt, zusammengefasst herausgebracht wurden. Die Anfälligkeit bereits der vorromantischen Zeit für alles Düstere und Vorzeitliche (siehe Schauerroman) ließ seine Leser die Legende nur allzu bereitwillig glauben.
Weit über die Grenzen Schottlands hinaus begeisterte sie eine ganze Dichtergeneration: Herder brachte seinem Schützling Goethe den "Homer des Nordens" nahe, der ihn wiederum im Werther zitierte, in Frankreich gehörten Madame de Stael und Napoleon zu den Lesern und Bewunderern. 1841 reichte der dänische Komponist und Dirigent Niels Gade seine später unter dem Titel "Nachklänge an Ossian" als op. 1 erschienene Ouvertüre bei einem vom Kopenhagener Musikverein ausgerichteten Kompositionswettbewerb ein und gewann mit dem Werk den ersten Preis.
Ins Deutsche wurden die Werke "Ossians" erstmals 1768/69 von dem österreichischen Schriftsteller und Bibliothekar Michael Denis übersetzt. Louise Otto-Peters verfasste eine freie Nachdichtung auf den Ossian, als Textvorlage für die Oper "Armor und Daura" des Komponisten Ferdinand Heinrich Thieriot (1838-1919).
Inhaltlich behandeln die Gesänge vor allem epische Schlachten und die Schicksale auserwählter edler Helden, denen vor allem an der Rettung von Königreichen gelegen ist - ähnlich den Protagonisten heutiger Fantasy-Literatur.
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