Oskar Becker (* 5. September 1889 in Leipzig; † 13. November 1964 in Bonn) war ein deutscher Philosoph, Logiker und Mathematiker. Er gehört neben Martin Heidegger zu den wichtigsten Schülern Edmund Husserls. Er war der akademische Lehrer u. a. von Jürgen Habermas, Hans Sluga und Otto Pöggeler.
Nach einem Studium der Physik, Chemie, Psychologie, Mathematik und Philosophie wurde er 1914 in Leipzig mit der mathematischen Arbeit "Über die Zerlegung eines Polygons in exklusive Dreiecke" promoviert. Die Habilitation erfolgte 1922 in Freiburg bei Edmund Husserl mit einer Arbeit zur Philosophie der Geometrie ("Beiträge zur phänomenologischen Begründung der Geometrie und ihrer physikalischen Anwendungen"). 1931 erhielt er einen Ruf an die Universität Bonn, wo er bis zu seiner Emeritierung lehrte.
Umstritten ist Beckers Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus. Aufgrund von Aufsätzen wie "Nordische Metaphysik", in denen Becker eine "Rassenseelenkunde" entwickelte, wurde nach Ende des 2. Weltkrieges von den Alliierten zunächst ein Lehrverbot verhängt.
Oskar Becker hat wichtige Beiträge zur mathematischen Grundlagenforschung, in der er eine konstruktivistische, dem Intuitionismus nahestehende Position vertritt, zur Geschichte der Mathematik und zur Modallogik vorgelegt. Daneben hat er sich, in Auseinandersetzung mit der Philosophie Martin Heideggers, mit Problemen der Existenzphilosophie und Ästhetik beschäftigt.
Mann | Deutscher | Philosoph (20. Jh.) | Logiker | Mathematiker | Geboren 1887 | Gestorben 1964
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