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Wortwin (oder Ortwin) von Hohenberch, auch »Wortwin von Steden«; * etwa um 1140–1150, † vor 1211.

Wortwin von Hohenberch ließ in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, um 1180, wahrscheinlich dort eine (Turm-?)Burg erbauen, wo heute das Bad Homburger Schloss steht. Damit wäre er der Begründer der heutigen Stadt Bad Homburg.

Im Jahre 1962 wurden bei Ausgrabungen die Überreste zweier nach einander errichteten Fachwerkbauten unter dem heutigen Hirschgangflügel des Schlosses entdeckt, die von dem Grabungsleiter G. Binding als Türme interpretiert wurden. Das ältere der beiden Bauwerke könnte Wortwins Burg gewesen sein; für den April 2006 geplante Ausgrabungen sollen weiteren Aufschluss dazu bringen.

Leben


Wortwin erscheint nur einmal zu seinen Lebzeiten in einer undatierten Urkunde in den Oculus Memoriae des Klosters Eberbach als einer der Zeugen einer rechtlichen Vereinbarung; diese Zeugen lassen sich alle in den Zeitraum um 1180 einordnen. Er hat dort den adligen Zusatz »von Hohenberch«, d. h. die Burg muss zu diesem Zeitraum bereits bestanden haben. Da sie Allod, d. h. Eigenbesitz Wortwins war – denn sonst hätte er sie nicht etwa um 1200 an die Herren von Eppstein verkaufen können –, muss Wortwin ein Gefolgsmann des Kaisers Friedrich Barbarossa (1152–1190) gewesen sein. Dieser Kaiser baute im gleichen Zeitraum die staufische Herrschaft in Frankfurt (siehe die dortige Stadtmauer) und in Friedberg aus und hätte sicherlich keinem Gegner gestattet, eine Burg in unmittelbarer Nähe seines Herrschaftsbereichs zu errichten. Aus »Hohenberch« entwickelte sich »Homburg«; »burg« und »berg« sind im Hochmittelalter noch weitgehend sprachlich austauschbar. Damit gilt Wortwin als Begründer einer Siedlung, aus der das heutige Bad Homburg vor der Höhe wurde.

Über Wortwins Familie ist insgesamt nicht sehr viel bekannt. Als gesichert gilt, dass er mit Adelheid, der Tochter von Eberhard Waro von Hagen verheiratet war und einen Sohn Heinrich sowie eine Tochter Elisabeth hatte. Eine Urkunde, die eine Verbindung mit Guda, Schwester des Rheingrafen Embricho und deren Gemahl Ortlib von Hohinberck beinhaltet, hat sich als Fälschung des Archivars Schott herausgestellt, ebenso wie eine weitere Urkunde von 1192 (vergl. dazu Wagner, P. in der Literaturliste).

Literatur


  • Binding, Günther, Beobachtungen und Grabungen im Schloß Bad Homburg v. d. Höhe im Jahre 1962, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde zu Bad Homburg v.d. Höhe, XXXII.Heft 1974 (Bad Homburg 1974), 5-19

  • Hehemann, Walter, Spurensuche - Wortwin von Steden-Hohenberch und seine Familie vor dem Hintergrund der Adels- und Burgenlandschaft am unteren Main (Friedrichsdorf/Ts. 1997)

  • Wagner, Paul, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse und Zinsregister des XIII. Jahrhunderts (Wiesbaden/München 1927), darin: Beilage V: Über Wortwin von Hohenberch, den ältesten bekannten Besitzer der Burg Homburg.

Mann | Gestorben 1211 | Taunus

 

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