Ormont-Dessous ist eine politische Gemeinde im Distrikt Aigle des Kantons Waadt in der Schweiz. Die früheren deutschen Namen Ormund und Ulmenthal werden heute nicht mehr verwendet.
Die Fläche des 64.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Waadtländer Alpen. Der südliche Gemeindeteil wird vom Alpental eingenommen, das die Grande Eau von Osten nach Westen (zur Rhône) durchfliesst. Südlich des Flusses reicht das Gebiet den Hang hinauf bis auf die Höhen von Chamossaire (bis 1960 m ü. M.), Chaux Ronde (bis 2000 m ü. M.) und Tête de Meilleret (1939 m ü. M.). In einer Senke am Nordhang dieser Bergkette befindet sich der See Lac des Chavonnes.
Die nördliche Talseite der Grande Eau ist auf dem Gebiet von Ormont-Dessous durch die beiden kurzen Seitentäler von Ruisseau du Sépey und La Raverette und den dazwischenliegenden Vorsprung von Les Champs gegliedert. Die Raverette entspringt in der Nähe des Passübergangs Col des Mosses. Den nördlichen Abschluss des Tales bilden die Berge Tour de Famelon (bis 2082 m ü. M.), Mont d'Or (2175 m ü. M.), Pic Chaussy (2351 m ü. M.) und Châtillon (mit 2478 m ü. M. der höchste Punkt von Ormont-Dessous). Über diese Bergkette und die zwischen Mont d'Or und Pic Chaussy liegende breite Senke des Col des Mosses verläuft die europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhône und Rhein. Die sich jenseits des Col des Mosses befindenden Gemeindeteile werden durch den Hongrin zur Saane und damit zum Rhein entwässert. Ganz im Norden erstreckt sich der Gemeindeboden bis in das Tal des Petit Hongrin und umfasst auch den grössten Teil des Stausees Lac de l'Hongrin sowie dessen Staumauer. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 4 % auf Siedlungen, 43 % auf Wald und Gehölze, 40 % auf Landwirtschaft und rund 13 % war unproduktives Land.
Die Gemeinde Ormont-Dessous besteht aus folgenden Dörfern und Weilern (es gibt keinen Ort, der denselben Namen wie die Gemeinde trägt):
Nachbargemeinden von Ormont-Dessous sind Villeneuve, Corbeyrier, Leysin, Aigle, Ollon, Ormont-Dessus und Château-d'Œx.
Noch heute haben die Milchwirtschaft und Viehzucht einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. In den voralpinen Gebieten gibt es ausgedehnte Alpweiden zur Sömmerung der Viehbestände. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe (insbesondere Maurer- und Schreinerwerkstätten) und im Dienstleistungssektor vorhanden. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die hauptsächlich in den grösseren Ortschaften des Rhônetals und in der Region Vevey-Montreux arbeiten.
Seit dem 22. Dezember 1913 ist Le Sépey an die von den Transports Publics du Chablais betriebene Schmalspurbahnlinie Chemin de fer Aigle-Sépey-Diablerets angebunden. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen Buslinien von Le Sépey auf den Col des Mosses, nach Leysin und nach La Forclaz.
Mit der Eroberung der Herrschaft Aigle durch Bern im Jahr 1476 gelangte Ormont-Dessous unter die Verwaltung des Gouvernements Aigle. Gegen den harten Widerstand der Talbevölkerung wurde 1529 die Reformation eingeführt. Beim Zusammenbruch des Ancien régime wehrte sich die Bevölkerung 1798 gegen die Besitznahme durch die französischen und waadtländischen Truppen. Im Berggebiet von Ormont-Dessous, beim Col de la Croix und bei La Forclaz kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, bevor die Talschaft endgültig kapitulierte. In der Folge gehörte Ormont-Dessous von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Aigle zugeteilt.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Waadt | Schweizer Gemeinde
Ormont-Dessous | Ormont-Dessous | Ormont-Dessous | Ormont-Dessous | Ormont-Dessous
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