| Orkney | |
|---|---|
| Flag of Orkney.svg | Flagge von Orkney (inoffiziell)|
| ScotlandOrkneyIslands.png | |
| Verwaltungssitz | Kirkwall |
| Fläche: | 992 km² |
| Bevölkerung: | ca. 20.000 (29. April 2001) |
| Bevölkerungsdichte: | 20,1 Einw./km² |
| ISO-Code: | GB-ORK |
| ONS-Code: | 00RA |
| Website: | www.orkney.gov.uk |
Die Bewohner der Orkney heißen Orkadier. Der Verwaltungsbezirk heißt „Orkney“. Bei dem heute noch gesprochenen Dialekt handelt es sich um den Rest der zwischen 800 und 1700 n. Chr. verwendeten skandinavischen Sprache Norrøn. Die Orkneys liegen zwischen dem 58. und 59. Grad nördlicher Breite. Das entspricht der Höhe St. Petersburgs und Südgrönlands. Die zum Archipel gehörenden Inseln, verteilen sich über ein Gebiet von knapp 50 km Ost-West- und 85 km Nord-Süd. Von den 992 km² Fläche entfallen auf die Hauptinsel Mainland 492 km².
Bis 10.500 v. Chr. lagen die Orkney noch unter dem Eis der Gletscher. Wann genau der Pentland Firth überschwemmt wurde und die Landmasse sich hob, so dass die Orkney zu Inseln wurden, ist umstritten. Die Datierungen liegen zwischen 10.000 und 8.000 v. Chr. Um 5.900 bedeckten Farn, Gras und Haselsträucher den Archipel. Die gesicherte Vorgeschichte der Orkney beginnt in der Mittlelsteinzeit mit Mikrolithen der „Narrow-Blade“-Tradition. Mesolithische Wohnplätze sind bisher nicht bekannt. Ein Pollendiagramm aus Quoyloo, (Mainland), zeigt eine Rodungsepisode mit Holzkohleablagerungen um 6.500 v. Chr. Die Stielspitzen in Ahrensburger Tradition aus Brodgar und Stennes auf Mainland und Millfiled auf Stronsay, die Livens 1956 vorlegte, sind umstritten und zudem verschollen.
Etwa um 3.900 v. Chr. erreichten Bauern den Archipel, auf dem sich bereits 100 Jahre später das Klima verschlechterte. Die älteste Keramik ist die Unstan ware, (benannt nach einem Passage tomb auf Mainland) die sich auch im westlichen Schottland findet. Sie wird um 3.300 v. Chr. durch die Grooved ware (gerillte Ware) des Rinyo-Untertyps abgelöst. Heute können noch die Reste steinzeitlicher Bauten wie Knap of Howar, Skara Brae, Stanydale und der Megalithanlagen (Blackhammer, Crantit, Cuween, Isbister - Tomb of the Eagles, Knowe of Yarso, Maes Howe, Quoyness, Taversoe Tuick, Unstan oder Wideford Hill) besichtigt werden. Es gibt hier zwei verbreitete Grundtypen von Megalithanlagen. Die 58 älteren Stalled Cairns (auch Orkney-Cromarty Group genannt) sind aber in zahlreiche Varianten unterteilbar (Bookan ist evtl. ein Zwischentyp) und auf allen großen und einigen kleinen Inseln (Faray, Swona) und Holms (Eday, Helliar, Papa Westray) vertreten. Allein Rousay beherbergt heute noch 15 Anlagen und damit mehr als Mainland (10). Die elf Anlagen des späteren Maes Howe Typs finden sich auf Eday (1), Egilsay (1), Mainland (5), Sanday (2) und Westray (1) und Papa Westray (1).
Steinkreise (Ring of Brodgar), Brochs (Gurness, Midhowe) und Souterrains (Crantit, Grain Earth House, Rennibister) oder die mysteriöse Brunnenanlage von Mine Howe und der einzigartige Dwarfie Stane (ein Felskammergrab) vervollständigen das Bild, das Parallelen zu anderen megalitischen Bauten auf den Britischen Inseln und zu den Shetlandinseln aufweist.
In Irland, England, Portugal und Frankreich sowie auf Sardinien gibt es ähnliche Anlagenformen wie auf dem Archipel, der neben den Shetlandinseln Heimat der nördlichsten Megalithbauten ist. Im Südgrab auf dem Holm of Papa Westray finden sich Ritzungen, wie sie die spanische Almeriakultur hervorbrachte. Die Spiralmotive auf dem Westray Stone wird von manchen Forschern auf Vorbilder im irischen Newgrange zurückgeführt. Die Idolplättchen vom Broch Jarlshof (Shetland) haben Parallelen im mediterranen Raum. Die ältesten bäuerlichen Siedler besitzen indes laut DNA-Untersuchung von Knochen aus den älteren Megalithanlagen Cairns ihre nächsten kontinentalen Verwandten in Friesland.
Erste Funde der Glockenbecherkultur stammen etwa von 2.000 v. Chr., zum Beispiel aus der Sandfiold-Steinkiste. Ab 1.200 v. Chr. entstanden die Ancient cooking places oder Burnt Mounds. In den Jahren 1104, 1158, 1206, 1222, 1300, 1341 und 1389 n. Chr. brach auf Island jeweils die Hekla aus, der Vulkan verursachte mitunter Klimaeinbrüche auf den Orkneys.
Die Eisenzeit, die zur Periode der Brochs]] und Wheelhouses wurde, begann um 700 v. Chr. Die Rundhäuser von Pierowall und Quanterness entstanden. Um 325 v. Chr. soll der Grieche Pytheas auf seiner Erkundungsreise die Orkneys besucht haben.
Siehe auch Britische Megalithik
Mit Scapa Flow ist ein natürlicher Hafen, der von den Inseln umschlossen wird, in die Militärgeschichte eingegangen. Er hat bereits im Krieg gegen Napoleon eine wichtige Rolle gespielt und tat dies auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg.
Am 21. Juni 1919 versenkte sich in Scapa Flow die gesamte deutsche Kriegsmarine, die ihre Schiffe nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg eigentlich an die siegreichen Briten hätte übergeben sollen.
Vier der Südinseln werden heute durch die so genannten Churchill Barriers verbunden. Im Zweiten Weltkrieg hatte Winston Churchill sie bauen lassen, um deutschen U-Booten die Durchfahrt unmöglich zu machen.
Pittoreske Formen, die das westseitige Küstenpanorama prägen, entstanden im Zusammenspiel von Westwind und Brandung, die die Felsen unterhöhlten. Indem in der zu dünnen Decke von Meereshöhlen Löcher einbrachen, entwickelten sich Gloups. Ins Land schneidende Felsspalten erweiterten sich zu so genannten Geos. An der Küste blieben Felsnadeln (Stacks, Stumps) stehen. Die berühmteste ist der Old Man von Hoy, das Wahrzeichen der Insel. Neben Steilküsten bildeten sich kilometerlange Sandstrände und Dünenfelder. In zahlreichen Buchten schwemmte das Meer Sandbänke an. Die so entstandenen Nehrungen heißen Ayres.
1972 Orkney Islands.jpg aus.]]
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