Orientierungstauchen ist eine komlexe Sportart. Sie verlangt vom Taucher sowohl technisches Verständnis, als auch koordinative und konditionelle Fähigkeiten. Dieser, vor allem in Ostdeutschland von Tauchvereinen betriebene Wettkampfsport, vereint Elemente des Orientierungslaufs und des Flossenschwimmens. International wird der Sport hauptsächlich in Osteuropa, aber auch in Frankreich, Spanien, Italien und Österreich in Tauchvereinen betrieben.
Der Lago Maggiore war 1967 dann Schauplatz der ersten Europameisterschaften im Orientierungstauchen, nachdem die CMAS diesen Sport als solchen anerkannt hatte. Disziplinen waren dabei der M-Kurs im Einzel und der Mannschaftswettbewerb über 2 x 1.150 m für Dreierteams.
1968 wurde der 5-Punkte-Kurs Einzel-Wettkampfdisziplin, 1978 der Stern-Kurs eingeführt.
Nur Episode blieb das wettkampfmäßige Orientierungstauchen mit Hilfe von Sonar (1973–1978), ehe statt seiner die Mannschafts-Orientierung nach Karte (MONK) Eingang in den Kreis der Europa- und Weltmeisterschaftsdisziplinen fand.
1985 fanden die 2. Weltmeisterschaften im Orientierungstauchen in Neuglobsow am Stechlinsee statt. Über Berichte im Fernsehen und in der Presse wurde dieser Sport erstmals einem breiteren Publikum bekannt.
Orientierungstauchen wurde in der DDR von der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) unterstützt, die entsprechend ihrer gesetzlichen Aufgaben immer auch den militärischen Aspekt vor allem technischer Sportarten sah. Es entsprach damals der dort allgemein üblichen Sportförderung.
Das Wettkampfgebiet besteht aus einem See oder einem anderen Gewässer, in dem Markierungsbojen gesetzt sind. Die Wettkämpfer legen mit Vermessungswerkzeug eine Karte dieser „Punkte“ an. Die Wettkampfleitung veröffentlicht für einen Durchlauf einen Kurs, der aus meistens fünf zu findenden Bojen besteht und eine Gesamtlänge von 650 m hat. Mit Hilfe der Karte werden bei der Kursnahme der Kompasskurs und die Entfernung bestimmt, diese werden gegebenenfalls umgerechnet und auf einem Notizträger mitgeführt.
Der Orientierungstaucher schwimmt seinen notierten Kurs und Entfernung und trifft bei geradem Schwimmen auf die Boje. Nach kurzem Zug an der Leine, was dem Wettkampfgericht das erfolgreiche „finden“ des Punktes anzeigt, schwimmt er weiter zum nächsten Punkt bzw. zum Ziel.
Findet der Taucher den Punkt nicht in einer bestimmten Zeit („Limitzeit“) oder taucht er auf, so wird er disqualifiziert. Nur die bis zu diesem Zeitpunkt erreichten Punkte gehen in die Wertung ein.
Eine Variation besteht darin, dass eine Boje auf der richtigen Seite umrundet werden muss, eine so genannte „Wende“. Eine Spezialdisziplin stellt die Orientierung nach einer Karte dar, die erst beim Start übergeben wird (MONK), und die Position von Punkten enthält, die unter der Wasseroberfläche liegend nicht im Vorfeld vermessen werden können. Des Weiteren werden sowohl Einzel- als auch Mannschaftsstarts absolviert, bei letzterem wird das Ankommen der gesamten Mannschaft bewertet.
Neben den deutschen Pokalwettkämpfen finden jährlich Deutsche Meisterschaften, eine Reihe von Weltcups und jährlich abwechselnd Welt- und Europameisterschaften statt. Die deutschen Meisterschaften sind Nominierungskriterium für die Nationalmannschaft im Orientierungstauchen. Nur Nationalmannschaften sind berechtigt bei Welt- und Europameisterschaften teil zu nehmen. Bei Weltcups besitzen auch Vereinsmannschaften ein Startrecht.
Er erfordert gelegentlich auch einige Überwindung, da Training oder Wettkämpfe im Frühjahr auch bei kaltem Wasser und im Sommer bei schlechter Witterung erfolgen.
In Deutschland gibt es wenige Vereine, die Orientierungstauchen als Leistungssport betreiben. Das Training ist dabei eng an das Flossenschwimmen gebunden. (Im Winter Flossenschwimmen und im Sommer Orientierungstauchen). In anderen Ländern, wie zum Beispiel Russland, gibt es auch professionelle Orientierungstaucher. Sie dominieren daher auch die internationalen Wettbewerbe. Obwohl leistungsfähige Flossenschwimmer einen Geschwindigkeitsvorteil haben, haben auch Amateure eine Siegchance, wenn sie die Orientierungspunkte mit größerer Präzision treffen.
Ein großer Teil der deutschen Orientierungstaucher sind jedoch Breitensportler, die Spaß am Tauchen und dem besonderen Flair dieser Randsportart gefunden haben.
Daher kommt der Spaß auch nicht zu kurz, auch wenn im Rahmen des Wettkampfwochenendes Leistungs- und Breitensportler aufeinander treffen und die Leistungsunterschiede groß sind. Denn aufgrund der Tatsache, dass alle Wettkämpfe im Freien stattfinden, wird meist gezeltet und gegrillt. Das gesellige Beisammensein ist fester Bestandteil. So veranstaltet der ausrichtende Verein zum Beispiel eine Feier, auf der meist schon die ersten Siegerehrungen vorgenommen werden, man aber ziemlich schnell in den inoffiziellen Teil des Abends übergeht. Also egal ob Leistungssport oder Breitensport, das Motto haben alle verinnerlicht: Freude am Tauchen, Naturverbundenheit und Geselligkeit.
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