Der Oriente (dt. Osten) bezeichnet den östlichen Teil Kubas. Dieser besteht aus den heutigen Provinzen Granma, Holguín, Santiago de Cuba und Guantánamo. Zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft war der Oriente eine von drei Provinzen auf Kuba.
Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden Tausende Sklaven aus Schwarzafrika nach Kuba verschifft. Dadurch erklärt sich auch die hohe Anzahl der schwarzen Bevölkerung.
Im 16. Jahrhundert begannen die ersten Aufstände der indianischen Urbevölkerung gegen die spanischen Eroberer. Die Aufstände wurden von dem indianischen Häuptling Hatuey angeführt. Doch dieser wurde von den Spaniern gefangen genommen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Erst 300 Jahre später begannen die Aufstände erneut, nach dem die spanischen Kolonien auf dem amerikanischen Festland unabhängig wurden. Auslöser der Unabhängigkeitskriege war der Plantagenbesitzer Carlos Manuel de Céspedes. Dieser gab seinen Sklaven am 10. Oktober 1868 die Freiheit. Céspedes forderte in seinem Manifesto die Abschaffung der Sklaverei und rief die Kubaner zum Kampf gegen Spanien auf.
Nach der Eroberung der Stadt Bayamo stellten die Rebellen eine Regierung auf. Céspedes wurde ihr Präsident. Der Zehnjährige Krieg, in dessen Verlauf 1869 die erste kubanische Verfassung entstand, endete 1878 mit dem Vertrag von Zanjón und der Kapitulation der Rebellen. Einige Rebellen lehnten die Vereinbarung ab, unter Ihnen General Antonio Maceo. Am 24. Februar 1895 wurde der Krieg gegen die spanische Unterdrückung wieder aufgenommen. Anführer waren José Martí, Máximo Gómez und Antonio Maceo. Stück für Stück eroberten die Rebellen Kuba. Selbst der hochrangige spanische General Valeriano Weyler y Nicolau konnte nichts mehr gegen die Rebellen bewirken. Am 15. Februar 1898, als die Kubaner praktisch gewonnen hatten, explodierte das amerikanische Kriegsschiff USS Maine. Die USA machte Spanien für die Explosion verantwortlich und griffen in den Krieg ein. Am 10. Dezember setzte der Vertrag von Paris der spanischen Kolonialherrschaft in Kuba ein Ende. Am 1. Januar 1899 übergab der letzte spanische Gouverneur, Jímenez y Castellanos die Schlüssel von Havanna offiziell dem US-General John Brooke. Von diesem Zeitpunkt an war Kuba praktisch Kolonie der USA.
Am 2. Dezember 1956 begann eine weitere Revolution. Diesmal gegen den von den USA unterstützten Diktator Batista. Unter der Führung Fidel Castros endete diese Diktatur am 1. Januar 1959.--> siehe kubanische Revolution
Die Wirtschaft in Oriente besteht zum größten Teil aus Agrarprodukten, wie Zuckerrohr, Süßkartoffeln, Bananen, Kaffee und Kakao. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks sank auch die Zuckerproduktion. Neben Agrarprodukten werden auch verschiedene Eisenerze abgebaut, z. Bsp. Nickel und Chrom. Mit den neunziger Jahren wuchs auch ein weiterer Wirtschaftszweig: der Tourismus. Dieser wird für Kuba immer wichtiger.