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Dirr Orgelprospekt.jpg]] Orgelprospekt-01.jpg Der Begriff Prospekt bezeichnet das äußere Erscheinungsbild einer Orgel.

Es gibt alle erdenklichen Arten und Ausformungen von Prospekten. Bei der Erstellung eines Prospektes sind verschiedene Kriterien zu beachten, wie etwa die Einpassung in das vorhandene architektonische Gesamtbild, die räumlichen Gegebenheiten des Aufstellungsortes, die optimale musikalische Entfaltung und andere, individuelle Kriterien. All diese Dinge haben Einfluss auf die Gestaltung eines Prospektes. So wurde während der Renaissance der Verzierung des Orgelgehäuses mit Skulpturen, Ornamentschnitzwerk, Gemälden und Vergoldung eine solche Bedeutung beigemessen, dass seine Herstellungskosten die des eigentlichen Orgelwerkes oftmals überstiegen.

Im Prospekt spiegelt sich oft der Werkaufbau der Orgel wieder. So hat der Lauf der historischen Entwicklung unzählige Arten von Prospekten hervorgebracht, bis hin zu Orgeln, die überhaupt keinen Prospekt im herkömmlichen Sinn aufweisen.

In der internationalen Orgellandschaft sind regionale Unterschiede und Eigenheiten in der Beschaffenheit von Prospekten zu beobachten; gerade norddeutsche Hansestädte neigen zu kostbaren Prospekten dergestalt, dass in ihnen das Register Prinzipal 16' oder Prästant 16' sehr häufig in voller Ausführung zu finden ist.

Im Prospekt einer Orgel können sich unterschiedlich viele Orgelpfeifen befinden, jedoch sind dies bei weitem nicht alle Pfeifen, über die eine Orgel verfügt, sondern in fast allen Fällen nur ein kleiner Bruchteil des wirklichen Pfeifenbestandes. Meist gehören die Prospektpfeifen einem Prinzipalregister einer bestimmten Fußzahl an, welches dann häufig als Prästant bezeichnet wird (von lat. praestare - vorstehen). Darüber hinaus können sich in einem Prospekt auch sogenannte stumme Pfeifen befinden, die keinen Ton erzeugen und nur der Optik dienen. Meist sind im Prospekt Metallpfeifen untergebracht, es gibt jedoch auch Orgeln, die bewusst Holzpfeifen in ihrem Prospekt führen.

Ein symmetrischer Prospekt bemüht sich, der Orgel ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu geben, jedoch wird es immer wieder kleine Abweichungen in der Länge der Pfeifen geben, wenn nicht Pfeifen mit Überlänge verwendet werden. Ebenso gebräuchlich sind Prospekte mit mehreren einander ähnlichen Pfeifenstaffelungen oder -gruppierungen, die einen gehäuften Eindruck entstehen lassen.

Sogenannte Freipfeifenprospekte waren zeitweise modern, sind jedoch mittlerweile unter anderem wegen ihrer Unzulänglichkeit aus musikalischer Sicht aus der Mode gekommen und werden heute im Normalfall nicht mehr gebaut. Bei dieser Art von Prospekten ist kein sichtbares Orgelgehäuse vorhanden.

Bis etwa ins 19. Jahrhundert wurde der Prospekt nicht vom Orgelbauer erstellt, sondern von einem Kunstschreiner, was mitunter zu erheblichen Schwierigkeiten geführt hat, wenn die Absprachen (vor allem bezüglich der Abmessungen) nicht genau genug waren.

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