Der Orgelbau befasst sich mit dem Entwurf und der Herstellung von Pfeifen-Orgeln. Zusätzlich besteht die Aufgabe eines Orgelbauers darin, bestehende Orgeln zu warten (inkl. Reinigungen), zu reparieren, zu renovieren und zu restaurieren. Neben dem eigentlichen Orgelbau ist die Orgelwartung inklusiv Stimmung und Intonation das Hauptbetätigungsfeld des Orgelbauers.
Beim Entwurf einer Orgel spielen Faktoren wie die einzusetzenden Materialien, die Disposition, die Art der Traktur (mechanisch, pneumatisch, elektropneumatisch und Mischformen) eine wichtige Rolle. Auch muss der Raum, in dem die Orgel gebaut werden soll, in akustischer und baulicher Sicht berücksichtigt werden. Im Verlauf des Baus einer Orgel müssen die verschiedenen Hölzer, Metalle, Leder, Filze, Kunststoffe und anderen Werkstoffe verarbeitet werden. Fertige Pfeifen werden in der Werkstatt vorintoniert. Die finale Intonation erfolgt, wenn die Orgel am Bestimmungsort aufgebaut ist.
Die häufigsten zu reparierenden Defekte treten in der Regel an der Traktur und deren nachzuregulierenden Teilen, den Klaviaturen, Spielhilfen (Koppel, Schweller) auf. Bei einer Orgelrestaurierung wird die historische Orgel so schonend wie möglich behandelt, in manchen Fällen auch komplett zerlegt. Die Orgel wird dabei in den meisten Fällen wieder in den Erbauungszustand versetzt, Ausnahme bilden durch Umbauten gewachsenene Zustände die bereits wieder Denkmalcharakter besitzen. Funktionsuntüchtige oder fehlende Teile werden maßstabs- und materialgetreu ersetzt bzw. rekonstruiert und der Klang des Instrumentes dem Originalzustand so nahe wie möglich gebracht, das betrifft auch Stimmtonhöhe und Stimmungsart (Stimmung).
Der Orgelbauer beziehungsweise Orgelbaumeister ist ein Handwerksberuf in der Musikinstrumenten-Herstellung. In Deutschland trägt er die vollständige Bezeichnung „Orgel- und Harmoniumbaumeister“. Die Größe mancher Aufträge und die besonderen Anforderungen des jeweiligen Raumes, für den die Orgel gebaut werden soll, erlauben eine individuelle Handschrift der Orgelbaumeister. Der Beruf des Orgelbauers stellt höchste Anforderungen in körperlicher Hinsicht (u. a. Heben schwerster Lasten) und auch in geistiger Hinsicht (schnelles, aber gewissenhaftes Arbeiten unter höchstem Zeitdruck). Beim Bau der Orgelteile muss ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen vorhanden sein, da zweidimensionale technische Zeichnungen dreidimensional umgesetzt werden müssen. Fehler sind in der Regel erst sehr spät feststellbar und werden dann sehr teuer, da die Orgel erst am Aufstellungsort komplett montiert wird. Dagegen steht oft eine schlechte Bezahlung.
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