Das Ordovizium ist eine erdgeschichtliche Periode des Paläozoikums, also des Erdaltertums, und wird in sechs Epochen eingeteilt. Der Begriff Ordovizium wurde 1879 von dem britischen Geologen Charles Lapworth eingeführt. Er leitet ihn von den Ordoviziern ab, einem keltischen Volksstamm, der in Wales ansässig war.
Das Ordovizium begann vor 488 Millionen Jahren und endete vor ca. 444 Millionen Jahren mit dem Beginn des Silur.
Wegen der Überflutung weiter Teile der Landmassen waren der Erosion Grenzen gesetzt. Es kam daher hauptsächlich zur marinen Sedimentation. Charakteristisch für das Ordovizium sind Kalkablagerungen, es kam jedoch auch zur Bildung von Erdöl und Erdgas.
Der Südkontinent Gondwana befand sich zu Beginn des Ordoviziums in der Nähe des Äquators, driftete jedoch in Richtung Südpol. Gegen Ende der Periode kam es zu einer großflächigen Vereisung, ihre Spuren findet man heute in Nordafrika im Hoggar und in Marokko („Sahara-Eiszeit“) sowie in Südafrika und Südamerika. Ablagerungen dieses Eiszeitalters findet man auch in Spanien, Frankreich, dem Thüringer Wald und dem Altpaläozoikum von Prag. Am Nordrand von Gondwana lagen nämlich einige „exotische Terranes“, die heute zu Europa bzw. zum Osten Nordamerikas gehören (z.B. Florida). Diese „Perigondwana-Terranes“ waren ebenfalls von der ordovizischen Vereisung betroffen.
Alle Kontinente waren weitgehend von Flachmeeren bedeckt, die einer vielfältigen Fauna den Lebensraum gab.
Die großen Ozeane waren Panthalassa, der Japetus-Ozean zwischen Laurentia und Baltica und die Paläo-Tethys zwischen Laurentia, Sibiria und Gondwana.
Zu Beginn war es zumindest in Nähe des Äquators sehr warm, am Ende des Ordoviziums kam es jedoch zu einer der größten Vereisungen innerhalb des gesamten Äons des Phanerozoikums. Diese Vereisung könnte mit ein Auslöser für das Massenaussterben im Oberordovizium gewesen sein.
Im Ordovicium entstanden einfache Landpflanzen. Erst im nachfolgenden Silur eroberten auch die Tiere das Land. Es gab jedoch nach dem Massenaussterben am Ende des Kambriums im Ordovizium wieder eine reiche Entfaltung der Lebewesen im Wasser und Radiationen verschiedener Tier- und Pflanzengruppen. Durch das anfangs sehr warme Klima war der Meeresspiegel hoch, zahlreiche Transgressionen auf den Kontinenten bildeten ausgedehnte Flachwassermeere. Diese stellten für die wasserbewohnenden Lebewesen einen zusätzlichen Lebensraum dar. Besonders auf dem Grund der seichten, warmen Gewässer konnten sich die benthisch lebenden Organismen entfalten, unter ihnen die Trilobiten, Brachiopoden, Korallen, Moostierchen, Schwämme, Muscheln und Schnecken.
Eine weitere Zoneneinteilung basiert hauptsächlich auf den vorkommenden Leitfossilien. Zu nennen sind: Graptolithen, Trilobiten, Ostracoden, Gastropoden, Nautiloiden, Conodonten, Brachiopoden. Von den aufgezählten Fossilien sind vor allem die Graptolithen von großer Bedeutung.
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