| Wappen | Karte |
|---|---|
| Oranienburg_Wappen.png | Karte_oranienburg_in_deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Brandenburg |
| Landkreis: | Oberhavel |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 35 m ü. NN |
| Fläche: | 162,23 km² |
| Einwohner: | 41.030 (30. Juni 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 253 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 16515 |
| Vorwahl: | 03301 |
| Kfz-Kennzeichen: | OHV |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 65 256 |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile bzw. Stadtbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schloßplatz 2 16515 Oranienburg |
| Website: | www.oranienburg.de |
| E-Mail-Adresse: | info@oranienburg.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Hans-Joachim Laesicke (SPD) |
Oranienburg ist die Kreisstadt des Landkreises Oberhavel in Brandenburg (Deutschland) an der Havel.
1802 wurde das Schloss an den Apotheker Dr. Hempel mit der Verpflichtung verkauft, eine Baumwollweberei zu errichten. Der Krieg gegen Frankreich brachte die Baumwollfabrikation 1807 zum Erliegen. 1814 wurde im Schloss eine Schwefelsäurefabrik errichtet, die als erste in Preußen nach dem Bleikammerverfahren produzierte. 1833 entdeckte Friedlieb Ferdinand Runge im Steinkohlenteer das Anilin und die Karbolsäure, 1835 wurden in der Fabrik die ersten Stearinkerzen hergestellt, 1840 die ersten Paraffinkerzen. 1848 wurde die Produktionsstätte aus dem Schloss auf das Mühlenfeld verlagert. Im nach einem Brand renovierten Schloss wurde 1861 ein evangelisches Lehrerseminar eröffnet, das bis 1926 betrieben wurde. Am 10. Juli 1877 wurde Oranienburg Bahnstation der neu eröffneten Nordbahnlinie Berlin - Stralsund. Am 28. Mai 1883 gründeten 18 Berliner Vegetarier im Westteil der Stadt die erste vegetarische Gemeinde in Deutschland - die „Vegetarische Obstbaukolonie Eden GmbH“, in der auch der Geldreformer Silvio Gesell viele Jahre lebte und schließlich auch starb. Der Bau des Oder-Havel-Kanals in den Jahren 1906 bis 1912 belebte das wirtschaftliche Leben in der Stadt. 1912 wurde durch die Firma Heintze & Blankhardt ein Gelände aufgekauft und eine erste Fabrik für Stahlfedern errichtet. Das daraus entstandene Kaltwalzwerk Oranienburg, das bis zu 7000 Mitarbeiter beschäftigte, wurde nach der Wende geschlossen.
1933 errichtete die örtliche SA in einer alten Brauerei eines der ersten nationalsozialistischen Konzentrationslager (KZ Oranienburg). Im Juli 1934 wurde dort der Schriftsteller Erich Mühsam ermordet. Im Juni 1936 wurde von der SS am östlichen Stadtrand das KZ Sachsenhausen errichtet, in dem bis zum Kriegsende mehr als 100.000 Menschen ums Leben kamen. Daneben befand sich in Oranienburg als zentrale Verwaltungseinrichtung die Inspektion der deutschen Konzentrationslager. Oranienburg und das KZ wurden im April 1945 von der Roten Armee befreit. Die sowjetische Besatzungsmacht nutzte das KZ-Gelände bis 1950 weiter als Internierungslager. Oranienburg wurde während des Krieges stark bombengeschädigt, was darauf zurückzuführen ist, daß es in der Stadt kriegswichtige Werke gab – zum einen die Auerwerke, welche sich auf dem Gelände des heutigen Pharmakonzerns und am Bahnhof bis zur Havel erstreckten, und die Heinkel Flugzeug AG, von der nur noch die sanierte Werkssiedlung "Weißestadt" und Teile des Werkflughafens im Süden der Stadt existieren. Wie stark Oranienburg bombardiert wurde, sieht man daran, dass bis heute jedes Jahr mehrere Blindgänger, überwiegend mit chemischen Langzeitzündern, gefunden werden.
Am 23. April 1952 wurde Oranienburg zur Kreisstadt des neu gebildeten gleichnamigen Kreises. Im Zuge einer Kreisgebietsreform im Jahr 1993 wurde Oranienburg schließlich Kreisstadt des neuen Landkreises Oberhavel, in dem die Kreise Oranienburg und Gransee aufgingen.
Im Schloss Oranienburg befand sich bis 1990 eine Kaserne der Grenztruppen der DDR, wovon heute noch Teile des Fuhrparkgeländes zu sehen sind. Etwas außerhalb der Stadt auf dem ehemaligen Gelände der Heinkel AG und dem ehemaligem Werksflugplatz waren bis 1992 Einheiten der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland stationiert, welche auch die ehemalige Werkssiedlung „Weißestadt“ besetzten. Wegen mangelnder Instandsetzung verkamen die Häuser der Siedlung im Laufe der Jahrzehnte zusehends. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen wurden die Häuser saniert und es entstand wieder eine ruhige Wohngegend mit weiß getünchten Häusern wie vor dem Krieg.
Nach 1990 entstanden beachtliche Gewerbeansiedlungen und neue Wohnparks, Wohnviertel wurden grundlegend saniert und gebaut, es wurden Straßen, Fuß- und Radwege neu angelegt. Aber auch neue Wohn- und Geschäftshäuser prägen das historisch gewachsene Stadtbild.
Außerdem bestehen freundschaftliche Beziehungen zur Schwesterstadt Oranienbaum in Sachsen-Anhalt.
Im neuen Gewerbegebiet ist die ORAFOL Europe GmbH als mittelständisches Unternehmen angesiedelt, das sich mit der Entwicklung und Produktion hochwertiger selbstklebender Spezialerzeugnisse beschäftigt.
Durch die Stadt führen die Fernstraßen B 96 und B 273. Einige Kilometer südlich von Oranienburg verläuft die Bundesautobahn 10 (Berliner Ring) mit dem Kreuz Oranienburg und der Anschlussstelle Birkenwerder.
Die wichtigsten Wasserstraßen sind der Oder-Havel-Kanal, der Oranienburger Kanal, der Ruppiner Kanal und die Havel.
Der Radfernweg Berlin - Kopenhagen durchquert die Stadt auf der Strecke Lehnitz - Oranienburg - Friedrichsthal - Bernöwe.
Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.
weiterführende Schulen
Fachhochschulen
Die Landesgartenschau steht unter dem Motto „Das Schöne und das Nützliche“.
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