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Wappen Karte
Wappen_Oranienbaum.png Oranienbaum-pt.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Anhalt-Zerbst
Geografische Lage:
Höhe: 64 m ü. NN
Fläche: 32,30 km²
Einwohner: 3.491 (31. Dezember 2005)
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06785
Vorwahl: 034904
Kfz-Kennzeichen: AZE
Gemeindekennzahl: 15 1 51 043
Website: www.oranienbaum.de
Bürgermeister: Uwe Zimmermann (Linkspartei)

Oranienbaum ist eine Stadt im Landkreis Anhalt-Zerbst in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Die Stadt ist seit 1. Januar 2005 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer Winkel, der weitere neun Gemeinden angehören.

Zu Oranienbaum gehören die Ortsteile Goltewitz und Kapen.

Geografie


Die Stadt Oranienbaum liegt ca. 8 km südlich des Elbe-Ufers im Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe und ca. 6 km östlich von Dessau-Roßlau.

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Nachbargemeinden

Die Gemeinden Vockerode, Griesen, Horstdorf, Brandhorst und Kakau der Verwaltungsgemeinschaft Wörlitzer Winkel, die Gemeinden Jüdenberg und Schleesen aus dem Landkreis Wittenberg sowie die Stadt Dessau grenzen an die Stadt Oranienbaum.

Geschichte


Oranienbaum

Geprägt wurde die Stadt durch Baumaßnahmen aus Zeiten des Fürstentums Anhalt-Dessau. Ihren heutigen Namen und ihre Gestalt verdankt sie der Prinzessin Henriette Catharina von Nassau-Oranien, der Frau des Fürsten Johann Georg II. von Anhalt-Dessau. Schloss und Park sind Bestandteil des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs. Schloss_Oranienbaum.jpg

  • 1179 Erste zuverlässige Erwähnung des Ortes Nischwitz
  • um 1500 liegt das Dorf wüst
  • 1645 errichtet Fürstin Agnes hier ein "festes Haus"
  • 1660 geht der Ort in den Besitz von Henriette Catharina über
  • 1669 läßt die Fürstin eine Glashütte errichten.
  • 1673 Umbenennung des Ortes Nischwitz in Oranienbaum
  • 1683 Beginn der Umgestaltung zu einem barocken Ensemble aus Stadt, Schloss und Park durch den Architekten Cornelis Ryckwaert
  • 1693 läßt die Fürstin ein Brauhaus errichten. Ebenfalls in diesem Jahr wird mit dem Tabakanbau und mit der Tabakverarbeitung begonnen.
  • 1695 erhält Oranienbaum Marktrecht.
  • 1709 gibt es zwölf brauberechtigte Häuser.
  • 1712 wird die evangelische Stadtkirche errichtet.
  • 1712 - 1739 werden zahlreiche Handwerksinnungen gegründet.
  • 1734 wird vom Fürsten Leopold I. die Broyhans-Brauerei von Dessau nach Oranienbaum verlegt.
  • 1793 - 1797 Anlage des Chinesischen Inselgartens mit Teehaus und Pagode.
  • 1810 richtet die Fürstin eine Arbeitsschule für arme Mädchen ein.
  • 1812 - 1818 Bau der klassizistischen Orangerie (einer der längsten Europas) am Parkrand.
  • 1818 wird eine Apotheke gebaut.
  • 1819 wird das Stadtgericht mit den Ämtern Wörlitz und Rehsen zum Justizamt für alle Ortschaften zwischen Elbe und Mulde.
  • 1824 Gründung des ersten tabakverarbeitenden Betriebes
  • 1825 wird ein neues Schulhaus gebaut.
  • 1864 - 1950 existiert die Likörfabrik Friedrich, die aus Orangenblüten Likör herstellt.
  • 1880 wird eine Fortbildungsschule gegründet.
  • 1894 wird die Dessau-Wörlitzer Eisenbahn gebaut.
  • 1900 wird im Wald eine Kinderheilstätte erbaut und Oranienbaum wird zum Luftkurort erklärt.
  • 1927 sind beim Zollamt am Ort 70 Tabakproduktionen gemeldet.
  • 1968 Schließung der letzten Tabakfabrik Ephraim Schulze
  • 1991 politischer Umbruch der Neuzeit kommt auch nach Oranienbaum
  • 2004 Besuch der niederländische Königin Beatrix

(Quelle: Informations-Broschüre "Verwaltungsgemeinschaft Oranienbaum" der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Oranienbaum und: "Oranienbaum. Geschichte mit spitzer Feder", Oranienbaumer Hefte Nr. 13, Herausgeber: AGORA e.V.)

Goltewitz

Goltewitz liegt ca. 1 km östlich von Oranienbaum.
Ab dem 16. Jahrhundert - Goltewitz ist kursächsisch.
1815 - Die Gemeinde wird preußischer Grenzort.
Die Gewässerbezeichnung Grenzgraben,
die Existenz eines Zollamtes in Oranienbaum,
die Kirche als Filiale der Kirche der Gemeinde Jüdenberg stammen aus dieser Lage im Ausland.
1942 - Goltewitz kommt zu Anhalt.
1975 - Eingemeindung nach Oranienbaum.

Kapen

Ursprünglich Waldgebiet westlich von Oranienbaum mit Forstamt.
1902 - Am Weg von Vockerode zum Forsthaus Kapen wird ein fürstliches Jagdhaus ("Kapenschlößchen", "Kapenmühle") errichtet. Nach Auflösung des Herzogtums 1918 dienten die nun landeseigenen Gebäude und das dazugehörige Gelände verschiedenen Zwecken, u. a. als Erholungsheim des Deutschen Reichskriegerbundes, als Ausschank für Wanderer und als Jagdschloß der ehemaligen Gauleitung Sachsen-Anhalt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude durch die Forstwirtschaft genutzt und in den 1950-er Jahren als geeignetes Versteck für die Zentrale der Staatssicherheit zur Überwachung der nahen Autobahn genutzt.
1935 - Ein Teil des Gebietes wird Truppenübungsplatz, Kasernen werden errichtet.
1936 - In unmittelbarer Nachbarschaft wird ein Chemiewerk errichtet, in dem Sprengstoffe und Zubehör sowie weitere Rüstungsgüter fabriziert werden. Die Dessau-Wörlitzer Eisenbahnlinie errichtet einen Haltepunkt und Anschlußgleise.
1945 - Die Kasernen und der Truppenübungsplatz sowie das Forsthaus werden von der sowjetischen Armee übernommen.
1948 - Im Chemiewerk wird die Produktion von Sprengstoffen und Zubehör wieder aufgenommen.
1985 - Erweiterung der Dessau-Wörlitzer Eisenbahnlinie am Haltepunkt durch ein Container-Terminal.
1991 - Auf dem Gelände des Chemiewerkes wird der "DESSORA"-Gewerbepark eingerichtet. Neue Firmen siedeln sich an. Der Autobahnanschluss (A 9) Dessau-Ost ist nur ca. 2 km entfernt.
1991 - Die sowjetische Armee räumt Kasernen und Forsthaus, die Staatssicherheit die Kapenmühle. Die Kapenmühle wird zunächst Sitz der Aufbauleitung für den späteren Standort der Biosphärenreservatsverwaltung.
1993 - Forsthaus und Kapenmühle werden renoviert. Einige alte Gebäude werden abgerissen.
1997 - Die Verwaltung vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Mittlere Elbe zieht in Forsthaus und Kapenschlößchen ein.
2005 - Die Kasernen werden abgerissen.

Verkehrsanbindung


Sehenswürdigkeiten


  • Schloss Oranienbaum, Orangerie, Park und Chinesischer Garten
  • Barocke Stadtkirche Oranienbaum
  • Denkmalpfad mit 29 Stationen in der Innenstadt
  • Historischer Marktplatz mit vier Quartieren und schmiedeeisernem Orangenbaum, dem Wahrzeichen der Stadt
  • Innenstadt im holländischen Baustil des 19.Jh

Denkmale

  • 1771 brach an zwei Stellen nördlich von Wörlitz der Wall. Das Hochwasser flutete bis kurz vor Oranienbaum. An dieser Stelle an der Bundesstraße 107 unweit des Ortseinganges der Gemeinde Brandhorst wurde ein Gedenkstein (Prinzenstein) errichtet.

Veranstaltungen


  • Oranienbaumer Orangenfest
  • Adventsmarkt rund um die Stadtkirche

Persönlichkeiten


  • Friedrich Graf (1858-1929), Heimathistoriker und Ehrenbürger

Weblinks


Ort in Sachsen-Anhalt | Oranienbaum

 

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