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Der Optativ (die "Wunschform", vom lateinischen optare wünschen) ist in einigen Sprachen ein eigenständiger Modus des Verbs; in anderen fällt er mit dem Konjunktiv zusammen und wieder andere kennen eine solche Form gar nicht.

Der alte indogermanische Optativ wurde in den germanischen Sprachen zum Konjunktiv, während der alte indogermanische echte Konjunktiv im Deutschen verloren ging.

Der Optativ als eigenständige Form kommt unter anderem im Färöischen, Türkischen, Sanskrit, Rumänischen, Lateinischen, Lettischen sowie im Altgriechischen vor. Im Deutschen wird dieser Modus in der Regel mit Modalverben umschrieben, wobei teilweise eine ganz exakte Übersetzung kaum möglich ist, da die Modalverben nicht völlig mit dem Optativ gleichzusetzen sind.

Zum Beispiel könnte das türkische geleyim (Grundform: gelmek) folgendermaßen übersetzt werden: ich soll (mal) kommen, ich komme (mal), ich möchte (mal) kommen, ich darf (mal) kommen, .... Teilweise werden die unterschiedlichen Modi noch mit zusätzlichen Wörtern markiert oder sind über den Kontext zu ermitteln, ansonsten ist die Übersetzung von der subjektiven Interpretation des Optativs abhängig.

In einigen Sprachen, wie z. B. dem Sumerischen, wird der Optativ der ersten Person anders gebildet als der der übrigen Personen:

Person Bezeichnung Beispiel (Sumerisch) Übersetzung
1. Kohortativ/Hortativ ga-na-b-dug ich will es ihm/ihr sagen
2./3. Prekativ ḫe-mu-ù-zu du sollst es erfahren

Dabei ist für das Sumerische zu beachten, dass das "normale" Personenzeichen der ersten Person im Kohortativ (wäre ein Suffix -en) meist weggelassen wird, da durch die Verwendung des Kohortativ-Präfix die erste Person bereits ausgedrückt ist. Im Fall des Prekativs ist die Verwendung der Personenzeichen notwendig, um zweite und dritte Person unterscheiden zu können.

Grammatik

Optative mood | Optatiivi | Ottativo | Optativ

 

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