Oppeln (polnisch Opole *; tschechisch Opolí), inmitten der Region Oberschlesien an der Oder gelegen, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Südwesten Polens. Sie liegt zwischen Breslau und Kattowitz und ist Zentrum eines Gebiets der deutschen Minderheit sowie katholischer Bischofssitz. Sie beheimatet eine Universität (mit der ersten katholischen Fakultät Polens), eine Technische Universität, eine Kunst- und Musikhochschule sowie wissenschaftliche Institute.
Außerdem existieren folgende Legenden und Sagen:
Oppeln entstand im 10. Jahrhundert als Gauhauptburg der Opolanen und wurde im 11. Jahrhundert bis 12. Jahrhundert zur Kastellanei. Bereits vor der Erwähnung erster fremder Siedler im Jahre 1217 wurde eine deutsche Stadt als Kaufmannsansiedlung am Oderübergang durch den damaligen Herzog (seit 1201: Herzogtum Oppeln) gegründet. Das Neumarkter Recht wurde 1327, das Magdeburger Recht 1410 verliehen. 1526 fiel die Stadt wie ganz Schlesien und Böhmen an die Habsburger. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Schlesien unter Friedrich II. an Preußen.
Von 1816 bis 1945 war Oppeln die Hauptstadt des gleichnamigen preußischen Regierungsbezirks und von 1919 bis 1938 auch der Verwaltungssitz der Provinz Oberschlesien.
Bei der Volksabstimmung am 20. März 1921 stimmten 20816 Wahlberechtigte (94,7% der abgegebenen Stimmen) für einen Verbleib bei Deutschland, 1098 für Polen (5,0%). Ungültig waren 70 Stimmen (0,3%). Die Wahlbeteiligung betrug 95,9%. Bis zur Abtretung Ostoberschlesiens an Polen im Jahre 1922 gehörte auch das Oberschlesische Industrierevier (die heutige Woiwodschaft Schlesien) rund um Kattowitz zum Oppelner Regierungsbezirk, während von 1939 bis 1945 dieser Bereich durch einen eigenen Regierungspräsidenten in Kattowitz verwaltet wurde. Neben Deutsch als Verkehrssprache gebrauchten viele Oppelner bereits vor 1945 einen slawischen Dialekt, das „Oberschlesische“, das auch „Wasserpolnisch“ genannt wird. Dieser Umstand führte dazu, dass die polnische Verwaltung nach 1945 anders als in Niederschlesien keine flächendeckende Zwangsaussiedlung durchführte, sondern vielen Bewohnern die Möglichkeit gab, als so genannte „Autochthone“ ein Bleiberecht zu erhalten. Da auch manche Deutschsprachige diesen Weg nutzten, blieb in Oppeln und Umgebung eine deutsche und oberschlesische Minderheit zurück, die nicht vertrieben wurde.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1533 ¹ | 1.420 |
| 1691 | 1.191 |
| 1700 | 1.150 |
| 1746 | 1.161 |
| 1750 | 2.450 |
| 1787 | 2.802 |
| 1800 | 3.073 |
| 1816 | 4.050 |
| 1819 | 4.896 |
| 1825 | 5.987 |
| 1834 | 6.496 |
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1850 | 8.280 |
| 1858 ² | 8.877 |
| 1875 | 12.694 |
| 1890 | 19.000 |
| 1905 | 30.112 |
| 1910 ³ | 33.907 |
| 1924 | 43.000 |
| 1932 | 45.532 |
| 1936 | 50.561 |
| 17. Mai 1939 | 50.540 |
| 24. März 1945 | 170 |
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| Juli 1945 | 13.000 |
| 1946 | 40.000 |
| 1950 | 50.300 |
| 1956 | 56.400 |
| 1960 | 63.500 |
| 1965 | 70.000 |
| 1971 | 87.800 |
| 1973 | 92.600 |
| 31. Dezember 1989 | 127.653 |
| Zensus 1992 | 129.552 |
| Zensus 2002 | 129.946 |
| 31. Dezember 2004 | 128.864 |
² davon 8320 Deutsche (93,7%) und 557 Polen (6,3%)
³ davon 80% deutsch sprechend, 16% polnisch sprechend und 4% deutsch und polnisch sprechend
In der Altstadt ist aus der Zeit unter Preußen (ab 1742) und Österreich nur wenig erhalten. Sehenswert sind das Rathaus (im florentinischen Palazzo-Stil, 1934 zur heutigen Größe ausgebaut) und der Marktplatz mit barocken Bürgerhäusern. Die heute katholische Franziskanerkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und war bis Ende des 2. Weltkrieges die evangelische Stadtpfarrkirche; in den Jahren 1914-1933 war dort Erster Pastor und Superintendent Felix von Dobschütz, unter dessen Leitung die Kirche in den 1920er Jahren restauriert wurde. Teile des Doms sind noch älter. Vom Piastenschloss aus dem 13. Jahrhundert ist noch der Turm erhalten.
Außerdem ist die Woiwodschaft Oppeln seit dem 23. Februar 1996 mit dem deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz partnerschaftlich verbunden.
Im Straßenpersonennahverkehr transportieren über 100 Busse 25 Millionen jährliche Fahrgäste. Die Gesamtlänge aller innenstädtischer Linien beträgt ca. 120 km.
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