Die Operation Neptune war ein Teil der unter dem Decknamen Operation Overlord durchgeführten Landung der Alliierten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg. Neptune war hierbei der Sturmangriff auf die Befestigungen in der Normandie und die Etablierung eines Brückenkopfes. Die Operation Neptune begann mit den ersten größeren Übungsmanövern im Januar 1944 und gipfelte in der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, dem D-Day. Das Ende der Operation kann auf den 30. Juni 1944 datiert werden. Die übergeordnete Operation Overlord endete erst am 19. August 1944, als die alliierten Streitkräfte den Fluss Seine in Frankreich überquert hatten.
Neben dem Missionsziel, in der Normandie Fuß zu fassen, sollte die Operation Neptune unter anderem auch dazu dienen, die Landungsboote vor gegnerischen Angriffen aus der Luft und von See her zu schützen. Außerdem sollte durch die Operation sichergestellt werden, dass kein gegnerisches Schiff im Kanal von der bevorstehenden Invasion erfuhr. Desweiteren sollte die Landung aktiv durch den Beschuss des Atlantikwalls im Bereich der Landungszonen mit schwerer Schiffsartillerie unterstützt werden. Nach der geglückten Landung wurde unter diesem Namen die Versorgung der Brückenköpfe mit Nachschub organisiert.
Die Operation wurde in viele weitere kleine Operationen aufgeteilt, um die deutsche Abwehr zu verwirren. Aus dem gleichen Grund wurden auch viele Phantomverbände 'aufgestellt', die nie wirklich existiert haben. Einen Überblick über die ausgeführten Teiloperationen (ohne Übungsoperationen) gibt die Tabelle bei Übersicht über die Operationen.
Um die Rote Armee zu entlasten, hatte Stalin die Westalliierten zur Eröffnung einer zweiten Front gedrängt, zumal die bereits 1943 erfolgte Landung der Briten und Amerikaner in Italien nicht den gewünschten schnellen Erfolg brachte. Auf der Konferenz von Teheran im November 1943 einigten sich Roosevelt, Stalin und Churchill auf eine über den Ärmelkanal vorgetragene Landeoperation im Norden Frankreichs.
Diese Operation fand in der Normandie statt. Mit der Operation Neptune wurde die Invasion an den Stränden erleichtert. Die deutschen Einheiten sollten verunsichert und aufgerieben werden. Des weiteren konnten die alliierten Truppen, die im Verlauf der Operation Neptune landeten, in der Normandie Fuß fassen und Brückenköpfe bilden, die dann von den nachrückenden Truppen ausgebaut wurden.
Die erste amerikanische Einheit, die Seelandungen übte, war die 1. US-Infanteriedivision, die im Winter 1940/41 aufgestellt wurde. Sie trainierte mehrere Monate an den Stränden in der Buzzard's Bay, Massachusetts, am Onslow Beach, New River, North Carolina und anderen Stränden. Das letzte Training fand am Virginia Beach im Januar 1942 statt. Danach fuhr die Division nach Großbritannien. Von einer amphibischen Division konnte zu dieser Zeit aber noch keine Rede sein.
Im Camp Edwards wurde am 15. Juni 1942 unter dem Kommando von Colonel Henry C. Wolf die Erste Amphibische Brigade und das 531. Pionier-Küstenregiment gegründet, die als erste speziell dazu ausgebildet wurden, einen Brückenkopf zu bilden, auszubauen und zu halten. Die Kommandogrenzen der Einheiten konnten noch nicht klar abgesteckt werden, da die Kompetenzen zwischen Armee und Marine noch nicht verteilt waren. Aus diesem Grund konnten die Soldaten vor ihrer Abfahrt nach Großbritannien am 5. August 1942 kaum an Übungen teilnehmen.
Nach der Bildung eines gemeinsamen Kommandos für alliierte Operationen am 20. April 1942 unter Brigadegeneral Lucian King Truscott Jr. fanden auch die ersten gemeinsamen Übungen statt.
Vom 1. bis zum 8. Juli 1942 dauerte das erste gemeinsame Übungsmanöver ATLANTIC, das in Nordirland zwischen Belfast und Lough Meagh stattfand. Dabei sollte im Wesentlichen die gemeinsame Kommunikation und die Kooperation zwischen den einzelnen Truppenteilen getestet werden.
Ein ähnlich angelegtes Übungsmanöver, das im selben Gebiet abgehalten wurde, fand vom 21. bis zum 29. September 1942 unter dem Kodenamen PUNCH statt.
Die Briten führten auch eigene Übungen ohne alliierte Beteiligung durch, so beispielsweise das Übungsmanöver BUMPER vom 27. September bis zum 3. Oktober 1942 in der Salisbury-Ebene. Es wurde von einem amerikanischen Militärattaché beobachtet, der anschließend feststellte, dass die Briten bei weitem noch nicht reif für eine groß angelegte Landungsaktion wären. Andere britische Übungsmanöver nannten sich ADDER, AERIAL, BULL, CUCKOO, CURLEN, LIGHTNING, LONGHOP, MANCHESTER, MARS und TYNE.
Das Übungsmanöver fand in Slapton Sands, acht Kilometer südlich von Dartmouth in Devonshire statt. Die Gegend war relativ dünn besiedelt und die Küste war der in der Normandie, besonders Omaha Beach, sehr ähnlich.
DUCK II und DUCK III waren die logischen Folgemanöver, die Kritikpunkte an DUCK I aufgreifen und nach neuer Planung ausräumen sollten. DUCK II fand am 7. Februar und DUCK III vom 29. Februar bis zum 1. März 1944 statt.
Alle drei Manöver waren aber noch nicht nach dem Neptune-Muster ausgerichtet, da dieses noch nicht feststand. So waren die einzelnen Truppenteile nicht die, die später die Neptune-Aufgaben übernehmen sollten.
Weitere kleinere Übungsmanöver, die im März und April stattfanden und nur einzelne Einheiten umfassten, waren MUSKRAT I und II, OTTER I und II, MINK I und II, sowie BEAVER.
Luftlandeübungen für die 82. US-Luftlandedivision waren die CURVEBALL-Manöver Ende April und Anfang Mai 1944. Die 101. US-Luftlandedivision führte selbst kleinere Übungen durch und am 11. Mai 1944 fand das Übungsmanöver EAGLE zusammen mit der 82. bei Hungerford-Newbury statt.
Des Weiteren gab es kleinere Manöver die von kanadischen, französischen, polnischen und anderen an der Operation Overlord beteiligten Einheiten ausgeführt wurden.
Alle britischen, kanadischen und amerikanischen Einheiten für das Caen-Isigny-Gebiet sollten an den FABIUS-Übungsmanövern teilnehmen, die Einheiten für Utah-Beach an der TIGER-Übung, die vom 22 bis zum 30. April in Slapton Sands unter der Führung des VII. Korps stattfand.
Der Plan für Utah-Beach beinhaltete spezielle Luftlandeoperationen, die von der 82. und 101. US-Luftlandedivision ausgeführt werden sollten. Da entsprechende Übungen bei Slapton Sands nicht durchgeführt werden konnten, wurden die Einheiten mit Lastkraftwagen zum simulierten Landegebiet gefahren. Insgesamt nahmen mit den Seelandetruppen zusammen 25.000 Soldaten und 2.750 Fahrzeuge am Übungsmanöver TIGER teil. Invasion Training in England 04.jpg TIGER dauerte insgesamt neun Tage, vom Beginn der Beladung der Schiffe am 22. April bis zum Manöverende. D-Day war für den 28. April vorgesehen. Es gab erhebliche Verzögerungen bei der Planumsetzung und so wurde viel improvisiert. Die Ladetabellen für die Schiffe mussten während des Manövers neu geschrieben werden, so dass etliche Schiffe zu spät ausliefen und mit weiterer Verspätung am Einsatzort eintrafen, was zu Staus und Konfusionen führte.
Die eigentliche Landungsübung verlief bei gutem Wetter aber nach Plan. Die Angriffstruppen gingen nach einem vorausgegangenen Küstenbombardement an Land und rückten gegen eine simulierte deutsche Verteidigung schnell ins Landesinnere vor. Dort trafen sie auf die Einheiten der 101. US-Luftlandedivision, die sie erwarteten. Wie in vorausgegangenen Manövern war der größte Kritikpunkt der, dass die meisten Soldaten oft vergaßen, in Deckung zu gehen.
Zur gleichen Zeit übten Pioniere nach der Landung das Räumen von Minenfeldern, das Freisprengen von Ausgängen an den Stränden, das Anlegen von Straßenbefestigungen und Nachschubdepots. Die Entladeaktivitäten von mehr als 2.200 Tonnen Material begann noch am D-Day und dauerte zwei Tage. Dazu wurde die jeweilige Flut abgewartet.
In der Nacht vom 27. auf den 28. April fuhren acht amerikanische LSTs im Konvoi T4 mit etwa 5 Knoten Geschwindigkeit vor der Isle of Portland. Die Schiffe sollten an der Aufbauphase der TIGER-Übung teilnehmen und waren von ihren Auslaufhäfen Plymouth und Dartmouth östlich gelaufen. Nach einer anschließenden Wende fuhren sie nun westlich in Richtung Bruxham.
Die Einheiten waren mit Soldaten der 1. Spezialpionierbrigade (1. Engineer Special Brigade) der 4. Division und des VII. Korps beladen. Vermutlich begleitete eine Korvette den Konvoi, doch wird das Schiff nicht in den Untersuchungspapieren des Vorfalls erwähnt.
Es war eine klare Nacht ohne Mondschein. Mindestens eines der LSTs war mit einer Radaranlage ausgestattet und meldete zwei anlaufende unbekannte Schiffe. Tragischerweise wurden diese für eigene Einheiten gehalten, die zum Konvoi gehörten.
Die für den Angriff angegebene Zeit variiert zwischen 1:30 Uhr und 2:04 Uhr am Morgen des 28. April. Es wird vermutet, dass die Angreifer deutsche Schnellboote waren, die von Cherbourg ausgelaufen waren. Sie konnten aber nicht positiv identifiziert werden.
LST 507 wurde als erstes Schiff von mehreren Torpedos getroffen, die aber alle Blindgänger waren. Doch ein weiterer Treffer setzte etwa fünf Minuten später das Landungsboot in Brand. Das feindliche Boot bestrich das Deck mit Geschützfeuer, so dass sich die Soldaten mit einem Sprung über Bord zu retten versuchten. LST 507 begann daraufhin zu sinken.
Etwa zur gleichen Zeit bekam auch LST 531 einen Treffer ab und brannte ebenfalls. Einige Männer sahen fallende Leuchtbomben, konnten aber keine feindlichen Flugzeuge ausmachen. Auch Flakfeuer war zu hören, aber kein Schiff wurde von Bomben getroffen. LST 511 wurde zweimal von Torpedos getroffen, die aber nicht explodierten. Gegen 2:10 Uhr zerstörte ein Torpedotreffer die Mannschaftsquartiere, das Ruder und die Heckgeschütze von LST 289.
Ein Kommandierender Offizier schlug vor, die Rampen herunterzulassen und die Soldaten in den Schwimmfahrzeugen (DUKWs) von Bord zu bringen. Doch als das eindringende Wasser unter Kontrolle gebracht werden konnte, wurde der Plan wieder fallengelassen. LCVPs wurden zu Wasser gelassen, um das Boot wieder auszurichten und so konnte die LST 289 mit eigener Kraft Dartmouth gegen 14:30 Uhr erreichen.
Andere LSTs gingen auf volle Fahrt und entkamen so einem weiteren Angriff. Nur LST 515 kehrte nach Armeeberichten um und nahm einige Überlebende auf. LST 507 und 531 brannten weiter und sanken. Die Maschinengewehre an Deck waren nicht bemannt gewesen und so konnten nur einige Schüsse abgegeben werden. Um 4:00 Uhr erreichte ein britischer Zerstörer das Gebiet, nahm Überlebende aus dem Wasser auf und versenkte LST 507, von dem nur noch der Bug aus dem Wasser ragte.
Die meisten Opfer gab es auf LST 531. Es überlebten nur 290 von insgesamt 744 Soldaten und 282 Seeleuten. An Bord von LST 507 gab es 13 Tote und 22 Verwundete. Die 1. Brigade verlor 413 Soldaten und hatte 16 Verwundete. Die 3206. Quartiermeister-Brigade war förmlich ausgelöscht worden. Von den 251 Offizieren und Soldaten waren 201 getötet oder verwundet. Weitere Kompanien beklagten 69 Tote. Eine vollständige Opferliste gibt es nicht, aber die Aufzeichnungen berichten von mindestens 749 Toten und mehr als 300 teils schwer verwundeten Männern. Von deutschen Opfern des Angriffs ist nichts bekannt.
Die Koordination zwischen den einzelnen Übungen verlief auf einem hohen Niveau. Die teilnehmenden Truppen kehrten anschließend nicht wieder zu ihren Heimatstandorten zurück, sondern sammelten sich wieder in ihren Bereitstellungsräumen, da das vorgesehene Datum für die tatsächliche Invasion nur noch einen Monat entfernt lag. Daher gab es auch kaum noch Zeit um gravierende Fehler auszumerzen. Die FABIUS-Übungsmanöver waren daher auf die Vermittlung von Erfahrungswerten für die Truppen in ihren speziellen Aufgabenbereichen ausgelegt. Es wurde jede mögliche Anstrengung unternommen um die erwarteten Bedingungen an den Stränden der Normandie nachzuahmen. Auch die erwarteten Einschränkungen bei der Ausrüstung und anderen Gerätschaften sollten der Ausführung der Operation Neptune sehr nahe kommen.
Der taktische Plan folgte der auszuführenden Operation Neptune sehr genau. Nach einem Luft- und Seebombardement, die aber beide nur simuliert wurden, gingen die Landungstruppen an die Strände. Die mitfahrenden Schwimmpanzer konnten ausnahmslos das Festland erreichen. Pioniere beseitigten die Unterwasserhindernisse und danach auch die Hindernisse an den Stränden. Nach einiger Zeit gelang es Strandausgänge ins Hinterland zu öffnen. Spezielle Einsatzkommandos zerstörten feindliche Artilleriestellungen während an den Stränden die nächsten Wellen anlandeten.
FABIUS wurde kurz nach den Landungen für 24 Stunden unterbrochen, da das Wetter sich drastisch verschlechterte. Mit den nächsten Fluten landeten dann weitere LCTs die Nachschub an die Strände brachten. Auch die Rückkehr der Einheiten zu ihren Aufstellungsräumen nach der Übung gehörte streng genommen zur Operation Neptune. Nun mussten sich die Truppen wieder sammeln und auf die tatsächliche Invasion warten.
Der Kommandeur eines Fallschirmjägerinfanterieregiments, der Brigadegeneral James M. Gavin, landete am D-Day mit einigen anderen Fallschirmjägern westlich des Merderet auf Sumpfgelände, wobei viele der Fallschirmjäger ertranken. Gavin sammelte dort eine hundert Mann starke Einheit, mit der es ihm gelang, das kleine Dorf La Fière zu halten, das daraufhin der Außenposten von Sainte-Mère-Église wurde.
In Ste-Mère Eglise geschah dem amerikanischen Fallschirmspringer John Steele vom 505. Fallschirmjägerregiment der 82. US-Luftlandedivision ein Missgeschick: Er blieb mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen und konnte sich nicht befreien, da der Kirchplatz heftig umkämpft war. Außer ihm blieb noch ein zweiter Soldat, der 17-Jährige Ken Russell, an der Kirche hängen. Von dort oben mussten sie mit ansehen, wie ihre Kameraden erschossen wurden. Russell berichtete später, dass der Sergeant John Ray sie retten wollte, als er bemerkte, dass es ein deutscher Soldat auf sie abgesehen hatte. Der deutsche Soldat schoss Ray in den Bauch, der, als er zu Boden fiel, dem deutschen Soldaten in den Hinterkopf schoss und somit die Leben der beiden Fallschirmjäger Steele und Russell rettete.
Am 5. Juni 1944 bereitete die 101. US-Luftlandedivision ihren ersten Einsatz vor: die Luftlandung in der Normandie. Diese sollte 6.700 Soldaten mittels Fallschirmlandung hinter die deutschen Linien bringen, um die Verteidigung der Strände für die geplante Seelandung ausreichend zu schwächen.
Die ersten Einheiten starteten am Spätabend des 5. Juni mit Flugzeugen des 9. US-Truppentransportkommandos unter dem Decknamen Operation Albany in das Hinterland des Utah-Strands. Doch durch das starke Flak-Abwehrfeuer über Frankreich mussten die Piloten aus ihrer Formation ausbrechen, so dass die Soldaten der Division nach dem Absprung über die gesamte Normandie verteilt waren. Ein großes Problem war, dass die Piloten der Transportmaschinen nur wenig oder keine Kampferfahrung hatten. Das Resultat war, dass viele beim Abwehrfeuer in Panik gerieten und so die Truppen zu früh oder an der falschen Stelle abspringen ließen. Deshalb waren die gelandeten Truppen von ihren Einheiten abgeschnitten oder landeten allein hinter den deutschen Linien. Auch die etwas später folgenden Gleitergespanne, die unter dem Decknamen Operation Chicago flogen, erreichten nur unter hohen Verlusten ihre Landezonen. Am Ende des ersten Tages hatte erst jeder dritte Soldat wieder zu seiner Einheit gefunden.
Während des zweiten Tages gelang es der 101. US-Luftlandedivision, sich neu zu gruppieren. Nachschub kam in Form von Lastenseglern unter dem Namen Operation Keokuk, von denen viele jedoch bei der Landung zerbrachen, was zu hohen menschlichen und materiellen Verlusten führte. Der Einsatz wurde nun auf das Hinterland der Utah-Landezone konzentriert. Die Stadt Carentan, die der Schlüssel zur Kontrolle der Halbinsel war, konnte nach zwei Tagen schwerster Kämpfe erobert werden und musste weitere zwei Tage von der Division gegen einen deutschen Gegenangriff verteidigt werden. Danach traf endlich Entsatz ein. Nach einem Monat war der Normandie-Einsatz der 101. US-Luftlandedivision abgeschlossen. Jeder vierte Soldat der Division war entweder tot oder schwer verletzt.
Operation Tonga war der Codename für einen Teil der britischen Luftlandedivisionen in der Normandie. Die Operation fand am 5. Juni 1944 statt. Die 6. Britische Luftlandedivision landete im Verlauf der Operation mit Gleitern und Fallschirmen in dem hinter dem Strandabschnitt Sword gelegenen Teil der Normandie, um wichtige Schlüsselbrücken - unter anderem die Benouville-Brücke - zu nehmen, deutsche Panzerverbände von Strand fernzuhalten und eine Artilleriebatterie bei Merville sowie deutsche Nachschubwege zu zerstören.
Die Operation glückte auf allen Linien. Die Einheiten konnten alle Schlüsselbrücken einnehmen und halten. Der Kampf um die Brücke über die Orne wurde zu einem der bekanntesten Ereignisse während der Invasion.
Die Benouville-Brücke wurde nach Erreichen der Luftlandedivision in Pegasusbrücke umbenannt. Als nach dem zweiten Weltkrieg der Verkehr auf der über die Brücke führenden Straße anstieg, wurde die Pegasusbrücke durch eine vergrößerte Kopie der ursprünglichen Konstruktion ersetzt, um den historischen Gesamteindruck zu wahren. Die Originalbrücke ist heute Teil des Pegasus-Brücken-Museums.
Am Morgen des 6. Juni tauchten die beiden U-Boote in der rauen See auf und fuhren die fast 5 m langen Haltestangen mit den Signallichtern aus. Die grünen Lichter waren bis in 8 km Entfernung auf dem Ärmelkanal zu erkennen. Von Land aus waren sie nicht zu sehen.
Mittels Funkfeuer und Echolot gaben die Boote den eintreffenden Minenlegern, die die Operation Maple ausführen sollten, Signale zur Orientierung. Die Invasionsflotte traf zur angegebenen Zeit ein und durchfuhr die gedachte Linie beider Boote. Bei Sonnenaufgang endete die Operation Gambit. Die Boote fuhren die Signalmasten ein und hissten die D-Day Flagge.
Die Minen wurden nicht nur von seegestützten Einheiten wie der HMS Apollo und der HMS Plover ausgelegt, sondern sogar aus der Luft abgeworfen. Dazu stiegen in Großbritannien Halifax-, Sterling- und Lancasterbomber der RAF auf, die aber unter dem Kommando der britischen Marine operierten.
Der Beginn der Operation Maple lag im April 1944, als die Minenleger und Flugzeuge begannen normale Seeminen in größerer Zahl auszulegen. Bis zum 9. Mai wurden diese Aktionen fortgeführt, wobei spezielle Minen bei IJmuiden, Hoek van Holland, der Scheldemündung, Boulogne-sur-Mer, Fécamp, Le Havre, und der Küste der Bretagne sowie bei den friesischen Inseln ausgelegt wurden.
Bis zum 28. Mai dauerte die zusätzliche Verminung der Umgebung von Ushant und Cherbourg. Eine weiträumige Verminungsaktion betraf die Insel Helgoland, das Kattegat und die Biskaya. In der Nacht vom 12. auf den 13. Mai warfen Mosquitos Minen in die Zufahrtsgewässer zur Ostsee bei Kiel ab.
Während des Invasionstages waren weitere Operationen zum Minenlegen bei Point de Barfleur, südwestlich von Le Havre, bei Étretat und vor St. Malo geplant. Nur die Minenlegung bei Etretat wurde aber tatsächlich ausgeführt. Die anderen Aktionen wurden in Anbetracht des hohen eigenen Schiffsaufkommens abgesagt.
Nach dem 6. Juni gingen die Minenlegungen durch Schiffe und Flugzeuge weiter. Vor allem die Aktionen vor Le Havre wurden nachgeholt. Weitere Minenfelder in der Biskaya und dem Ärmelkanal wurden aufgebaut.
In der Operation Maple legten die Briten insgesamt 6.850 Minen aus, davon 42% von Schiffen und 58% von Flugzeugen in 1.800 Einsätzen. Diese Minen verursachten beträchtliche Schäden an deutschen Schiffen und U-Booten und die deutsche Minensuchflotte kämpfte bis an ihre Grenzen mit den ausgesetzten Minen. Die alliierten Verluste beliefen sich auf nur einen Minenleger und 19 Flugzeuge.
Am 8. Mai 1944 setzte der alliierte Oberkommandierende des SHAEF, General Dwight D. Eisenhower, den D-Day auf den 5. Juni 1944 fest. Nachdem am 4. Juni für den nächsten Tag schlechtes Wetter vorhergesagt wurde, verschob Eisenhower den Termin auf den 6. Juni. Auf der entscheidenden Sitzung um 4:15 Uhr am 5. Juni wurde dem Unternehmen grünes Licht gegeben. Daraufhin setzte sich eine riesige Kriegsmaschine in Gang, deren Ablauf seit 1943 minutiös geplant worden war.
Etwa 5.300 Schiffe aller Größen und Bauarten liefen am frühen Vormittag des 5. Juni aus und steuerten auf die Calvadosküste zu. Zur Sicherung der Flotte und zur Unterstützung der Bodentruppen stellten die Alliierten etwa 2.000 Jagdflugzeuge und 1.000 Bomber bereit. Der Angriff erfolgte auf einer Breite von 98 km zwischen St. Mere Eglise auf der Halbinsel Cotentin im Westen, und Ouistreham im Osten. In den westlichen Abschnitten der amerikanischen Truppen mit den Codenamen Utah und Omaha landeten drei Infanteriedivisionen, in den angrenzenden Abschnitten Gold, Juno und Sword zwei britische und eine kanadische Division, insgesamt etwa 170.000 Mann an diesem Tag. Zudem wurden an der westlichen Flanke, an der Basis der Halbinsel Cotentin, die 101. US-Luftlandedivision und die 82. US-Luftlandedivision (Operation Detroit und Operation Elmira), sowie zwischen den Flüssen Orne und Dives die 6. Britische Luftlandedivision (Operation Tonga) abgesetzt.
Den gut ausgerüsteten alliierten Divisionen standen fünf deutsche Divisionen gegenüber, von denen nur drei beweglich und motorisiert waren. Der Oberkommandierende im Westen, Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, war beim Einsatz seiner drei Panzerdivisionen im Bereich der Normandie durch Weisungen Hitlers gebunden. Die Panzerverbände durften nur auf ausdrücklichen Befehl Hitlers eingesetzt werden. Generalfeldmarschall Rommel, Befehlshaber der deutschen Divisionen im Invasionsraum (Heeresgruppe B), war an diesem entscheidenden Tag auf Urlaub im heimatlichen Württemberg.
Rommel hatte sich stark für den Ausbau der Strandbefestigungen und des nahen Hinterlandes mit Hindernissen und Minen eingesetzt. Große Teile des Landegebietes der amerikanischen Fallschirmjäger im Westen waren von deutschen Pionieren, durch Stauung der Flüsse Merderet und Douve überschwemmt. Auf zur Landung von Lastenseglern geeigneten Feldern wurden Holzpfähle eingerammt, die sogenannten „Rommelspargel“. Die Strände waren überall dort, wo eine Landung möglich war, mit Bunkern, Minen, Über- und Unterwasserhindernissen verstärkt. Die Invasion war für die Deutschen keineswegs eine Überraschung; nur der Ort und die Zeit waren unbekannt.
Allerdings wusste die deutsche Abwehr von zwei Zeilen aus Paul Verlaines Gedicht Herbstlied, die kurz vor der Invasion Störaktionen der französischen Widerstandsbewegung auslösen sollten, und die über BBC verlesen wurden. Die entscheidende zweite Strophe kündigte die Invasion innerhalb der nächsten 48 Stunden gerechnet von 0:00 Uhr des auf die Durchsage folgenden Tages an. Diese Strophe wurde am 5. Juni um 21:15 Uhr von deutschen Funkstellen abgehört. Die 15. Armee, die allerdings am Pas de Calais, einem weiteren möglichen und von den Deutschen als wesentlich wahrscheinlicher betrachteten Invasionsgebiet stationiert war, wurde daraufhin in Alarmbereitschaft versetzt. Die 7. Armee in der Normandie wurde aus nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen nicht benachrichtigt.
16 Lancaster flogen im Tiefflug ein Manöver vor der Küste am Kap d’Antifer und warfen im Rahmen der Operation Taxable Streubomben ab. Zusammen mit einer Deckungsoperation durch die Royal Navy wurde damit ein Invasionskonvoi simuliert.
In der Operation Glimmer flogen sechs Stirlings ein gleichgeartetes Manöver, um einen Invasionskonvoi in Richtung Boulogne zu simulieren.
Die 8. US-Air Force flog zur Vorbereitung der Invasion 4 Einsätze mit schweren Bombern über der Normandie.
Auf der ersten Mission flogen 1.361 Bomber von denen 1.015 die deutschen Küstenstellungen angriffen. 47 Maschinen bombardierten Warenumschlagplätze in Caen und 21 Bomber andere Ziele. Durch schlechte Sicht und das teilweise Fehlen von Pfadfinderflugzeugen kam es öfters zu Fehlabwürfen der Bomben.
Die zweite Welle bombardierte weitere wichtige Transportpunkte im vorgesehenen Invasionsgebiet. Allerdings mussten die meisten der 528 Bomber durch die nun geschlossene Wolkendecke mit ihrer Bombenlast wieder umkehren. 37 Maschinen griffen aber ihre Ziele bei Argentan an.
Das wichtige deutsche Kommunikationszentrum in Caen war das Ziel der dritten Welle. 56 B-24 Bomber warfen ihre Bomben durch die Wolkendecke.
Die vierte Welle griff mit 553 Bombern Ziele in Vire, Saint-Lô, Coutances, Falaise, Lisieux, Thury-Harcourt, Pont-l'Évêque, Argentan und Conde-sur-Noireau an.
Preinvasion bombing of Pointe du Hoe.jpg
Insgesamt warfen die Bomber der 8. US-Air Force 3.596 t Bomben auf die Normandie. Dabei verloren sie nur 3 Maschinen durch deutsches Flak-Feuer und eine Kollision.
Die Begleitjäger sollten nicht nur die Bomber begleiten, sondern auch auf jedes sich bewegende Ziel im Kampfgebiet schießen und die alliierten Schiffe beschützen. Die Jäger flogen insgesamt 1.880 Einsätze. Dabei attackierten sie 17 Brücken, 10 Rangierbahnhöfe und etliche andere Ziele, darunter Konvois, Güterwagen, Straßen- und Schienenkreuzungen, Gleisanlagen, Tunnel und einen Damm. Auf deutschen Widerstand trafen sie dabei nicht. Die Jäger konnten 28 deutsche Maschinen auf dem Boden zerstören und 14 schwer beschädigen. Weiterhin wurde eine Anzahl von Lokomotiven, LKWs, Tankwagen, Panzerwagen, Lastkähne und Schlepper beschädigt. Die 8. US-Air Force verlor bei den Einsätzen 25 Jäger.
Die 9. US-Air Force (Lt. Gen. Lewis H. Brereton) griff mit mehr als 800 A-20 und B-26 Bombern die deutschen Küstenbatterien, Straßen- und Schienenkreuzungen sowie Brücken an. Mehr als 2.000 Jäger begleiteten Tiefflieger auf ihren Angriffsmissionen an der französischen Normandieküste. Etwa 30 Maschinen gingen dabei verloren.
Die Lastensegler der britischen Operation Tonga landeten gegen 0:16 Uhr bei den Brücken über den Caen-Kanal und der Orne. Etwa eine Dreiviertelstunde später landete der Großteil der Luftlandedivisionen. Aufgrund der schlechten Wetterlage, der Verwirrungen um die Landemarkierungen sowie des stark einsetzenden Flak-Feuers der Deutschen hatten vor allem die amerikanischen Piloten der Transportmaschinen Probleme, die Flugverbände zusammenzuhalten. Die US-Fallschirmjäger verstreuten sich über ein sehr großes Gebiet. Die britischen Springer hatten dagegen weniger Probleme.
In der Dunkelheit irrten die Soldaten herum; versuchten ihre Einheiten zu finden und ihre Ziele, wie Brücken, Straßen- und Eisenbahnkreuzungen sowie kleine Städte und Dörfer die erobert werden sollten. Viele der schwer bepackten Fallschirmjäger ertranken im überschwemmten Marschland. Die allgemeine Verwirrung war bei den Alliierten und den Deutschen groß. In den ersten Nachtstunden gab es noch keine großen Gefechte. Nur hier und da entbrannten Gefechte um kleinere Ortschaften und Stoßtrupps der beiden Seiten beschossen sich gegenseitig.
Erst um 2:11 Uhr unterrichtete ein Offizier der 716. Deutschen Infanteriedivision General Erich Marcks, den Kommandanten des LXXXIV. Korps in Saint-Lô, über feindliche Luftlandungen östlich der Orne. Vier Minuten später traf ein Anruf von der 709. Deutschen Infanteriedivision ein, der von den Luftlandungen bei Sainte-Mère-Église berichtete. Marcks rief sofort für alle deutschen Bataillone, Batterien und Regimentshauptquartiere die höchste Alarmstufe aus.
Naval Bombardments on D-Day.png
Die ersten Schiffe, die vor der Normandieküste vor Anker gingen waren die USS Bayfield um 2:29 Uhr 21 Kilometer vor dem Utah Beach mit General J. Lawton Collins an Bord und die USS Ancon um 2:51 Uhr 20 Kilometer vor dem Omaha Beach. Nach und nach erreichten auch die anderen 5.300 Schiffe der Invasionsflotte ihre Positionen. Viele der an Bord befindlichen Soldaten litten nach der stundenlangen Überfahrt in schwerer See unter der Seekrankheit.
Um 4:15 Uhr begannen die Landungstruppen in die Landungsboote (LCVPs und LCAs) umzusteigen.
Da SHAEF etwa drei Wochen vor D-Day noch der Überzeugung war, dass auf den Saint-Marcouf-Inseln 5,5 Kilometer vor dem Utah Beach eine starke deutsche Batterie stünde, landeten dort gegen 4:30 Uhr vier Einzelkämpfer der 4. und 24. Kavallerieschwadron. Nur mit Messern bewaffnet gingen sie an Land, um die dortigen Strände für die weiteren Landungsboote, die kurz darauf 132 weitere Soldaten unter Lieutenant-Colonel Edward C. Dunn brachten, zu markieren. Auf den Inseln befand sich kein einziger deutscher Soldat, aber die Strände waren schwer vermint worden. Zwar gelang es Dunn noch das Sicherungssignal an die Flotte zu senden, aber 19 seiner Männer verloren in den Minenfeldern ihr Leben. Die vier Soldaten Kenzie, Killeran, Olsen und Zanders waren die ersten, die während der Invasion Europa von See aus erreichten.
Etwa um 4:30 Uhr, 45 Minuten vor der einsetzenden Morgendämmerung, befanden sich die ersten Landungsboote auf dem Weg zu den Stränden Utah und Omaha. Sie hatten mit dem hohen Wellengang, Strömungen und starkem Seitenwind zu kämpfen, der sie immer wieder von ihrem vorgesehenen Kurs abbrachte
Das deutsche Gruppenkommando West ließ um 4:35 Uhr Aufklärungspatrouillen auslaufen. Die 5. Torpedobootflottille, die 15. Patrouillenbootflottille und die 38. Minensuchflottille liefen in der Seinemündung aus. Beiderseits der Cotentin-Halbinsel kreuzten die 5. und 9. Schnellbootflottille. Kommandant Heinrich Hoffmann verließ mit drei Booten der 5. Torpedobootflottille, der T28, der Jaguar und der Möwe Le Havre und befand sich um 5:30 Uhr mit seinen Booten direkt vor den britischen Schiffen vor dem Sword Beach. Hoffmann entschloss sich unvermittelt anzugreifen und ließ 18 Torpedos zu Wasser. Die alliierten Schiffe um die HMS Warspite reagierten sofort mit Ausweichmanövern und konnten den anlaufenden Torpedos entkommen. Nur der norwegische Zerstörer Svenner bekam einen direkten Treffer mittschiffs und sank. Unterdessen hatten die deutschen Boote gewendet und entkamen im Nebel.
The cruiser HMS Belfast bombarding German positions in Normandy.jpg beschießt die Normandieküste]]
Kurz nach 5:00 Uhr liefen im deutschen Hauptquartier mehr und mehr Meldungen über feindliche Gleiterlandungen im Ornegebiet ein. Die Artilleriestellung bei Longues-Sur-Mer begann um 5:37 Uhr das Feuer auf den Zerstörer USS Emmons vor dem Omaha Beach zu eröffnen. Die abgefeuerten zehn Schuss verfehlten aber das amerikanische Schiff. Als nächstes Ziel geriet das Schlachtschiff USS Arkansas ins Visier der Batterie. Auch hier konnten keine Treffer verzeichnet werden. Im Gegenzug eröffnete die USS Arkansas um 5:52 Uhr das Feuer auf die Batterie und schoss 130 Schuss auf sie ab, die aber alle ihr Ziel verfehlten. Als näher liegende Ziele auftauchten, richtete die deutsche Batterie ihre Rohre auf diese aus.
Die vor Utah Beach liegenden Schlachtschiffe und Kreuzer begannen mit ihrem Küstenbeschuss um 5:55 Uhr. Kurz darauf bombardierten 276 B-26 sieben Ziele zwischen Dunes-de-Varreville und Beauguillot. Unterdessen näherten sich die Landungsboote dort immer weiter der Küste. Die deutschen Geschützstellungen am Omaha Beach sollten zu diesem Zeitpunkt ebenfalls angegriffen werden. Vierville wurde zwar von Bomben der anfliegenden 480 B-24 getroffen, doch wegen der äußerst geringen Sichtweite und niedrigen Wolkendecke war die Mission ein Fehlschlag. Die Verteidigungsstellungen am Omaha Beach blieben unbeschädigt und 117 Bomber traten voll beladen den Rückflug an.
Um 6:30 Uhr, 30 Minuten nach Sonnenaufgang, begannen die Landungen am Utah und Omaha Beach. Die vor der Küste liegenden Schiffe stellten ihren Beschuss kurz vorher ein, bzw. verlegten teilweise ihre Ziele weiter ins Hinterland, um die Soldaten an den Stränden nicht zu gefährden.
Die Royal Air Force bombardierte ab etwa 7:00 Uhr die deutschen Stellungen und Geschützbatterien am Gold Beach und dem westlichen Juno Beach zwischen Longues-sur-Mer und Courseulles-sur-Mer mit 385 B-17. Der östliche Juno-Sektor und Sword Beach zwischen Bernières und Ouistreham wurde von weiteren 322 Maschinen angeflogen.
Zur Ausschaltung der deutschen 155 mm Küstenbatterie auf dem Pointe du Hoc, die die Landungstruppen an den Utah und Omaha Stränden bedrohte, landeten um 7:10 Uhr 225 Ranger und begannen das 30 Meter hohe Kliff von der Ostseite aus zu besteigen.
1944 NormandyLST.jpg | Normandy5.jpg
Die britischen, kanadischen, französischen, australischen und neuseeländischen Einheiten begannen zwischen 7:25 Uhr und 7:45 Uhr die Landungen an den Gold, Juno und Sword Stränden. Etwa zu dieser Zeit ging in Herrlingen ein Telefonat bei Rommel ein, mit dem ihn sein Führungsstab über die gemeldeten feindlichen Fallschirmlandungen in der Normandie informierte. Weitere Informationen wurden für später erwartet.
Im Verlauf des Tages gelangen an allen Stränden die Landungen und der Vormarsch über die Strände hinweg ins Landesinnere. Am Omaha-Strand allerdings war bis zum frühen Nachmittag die Lage so kritisch, dass sogar eine Evakuierung der Truppen in Erwägung gezogen wurde. Schwere Verluste hatten auch die Kanadier am Juno-Strand. Die hohen Verlustzahlen sind unter anderem deshalb entstanden, weil sich die deutschen Schützen in den Ruinen der Häuser, welche sich auf dem Strand befanden, verschanzten und aus diesen auf die angreifenden Truppen schossen. Die Schützen konnten nur schwer ausgemacht werden und große Luft- bzw. Seeangriffe konnten nicht erfolgen, da die eigenen Truppen bereits gelandet waren.
Bei der Bombardierung der Strandabschnitte sollen einige alliierte Verbände die Bomben verzögert abgeworfen haben, um die eigenen Truppen am Strand nicht zu gefährden. Nachweisbar ist, dass im Hinterland einige französische Dörfer schwer getroffen wurden, aber nicht alle Bunkeranlagen am Strand. Daneben gingen während der Landung viele der provisorisch zu Schwimmpanzern umgebauten Shermanpanzer verloren, ohne den Strand zu erreichen. Der teilweise schwere Seegang ließ die Fahrzeuge volllaufen und kentern.
Die deutschen Stellungen, die zu einigen Teilen sogar mit Soldaten aus eroberten oder befreundeten Ländern besetzt waren, wurden nach und nach erobert. Die Kämpfe wurden auf beiden Seiten mit großer Härte geführt.
Gegen 7:30 Uhr erreichten Einheiten der 101. US-Luftlandedivision den Utah Beach am Ausgang 3 bei Audouville-de-Hubert. Die von den Strandeinheiten gebildeten Patrouillen hinter den Dünen stießen auf immer mehr Fallschirmjäger der beiden Divisionen. Zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr begannen alle alliierten Truppen von den Stränden aus - mit Ausnahme des Omaha Beach - mit dem Vorrücken ins Inland.
Hitler erwachte im Führerhauptquartier um 9:15 Uhr und ließ sich die letzte Nachrichtenlage erläutern. Umgehend berief er ein Treffen mit Keitel und Jodl ein. Zur selben Zeit verkündete das SHAEF-Hauptquartier ihr erstes Kommunique über Rundfunk, in dem die Landung in der Normandie der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurde. Rommel, der von den Seelandungen immer noch nicht unterrichtet worden war, rief gegen 10:00 Uhr seinen Stabschef Hans Speidel an um weitere Informationen zu erhalten. Daraufhin entschied er sich umgehend in die Normandie zurückzukehren und ein geplantes Treffen mit Hitler abzusagen.
Im amerikanischen Abschnitt Omaha war aufgrund des starken deutschen Widerstandes eine Breite des Landekopfes von etwa 6 km erreicht worden, der allerdings nur 2,5 km Tiefe hatte. Im Abschnitt Utah hatte der Landekopf eine Breite von 4 km und eine Tiefe von 6 km. Dort war die Verbindung mit einer Luftlandedivision bereits hergestellt, die andere war noch westlich des Flusses Merderet abgeschnitten. Die Brückenköpfe der Amerikaner und Briten hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Verbindung.
Normandy Invasion, June 1944.jpg
Die gemeldeten Ausfälle der Einheiten können aufgrund des Chaos dieses Tages nur ungefähr wiedergegeben werden:
Der US-Soldatenfriedhof bei Colleville-sur-Mer in der Normandie erinnert heute noch an diesen Tag.
| Schiff | Anzahl |
| Kampfschiffe | 1.213 |
| Landungsschiffe- und Boote | 4.126 |
| Unterstützungsschiffe- und Boote | 736 |
| Handelsschiffe | 864 |
| Insgesamt | 6.939 |
| Teiloperation | Einheit(en) | Aufgabe |
|---|---|---|
| Operation Titanic | Special Air Service | Absetzen von Paradummies an vorher ausgesuchten strategischen Stellen, zur Täuschung der deutschen Verteidiger |
| Operation Boston | 9. US-Truppentransportkommando | Einfliegen der 82. US-Luftlandedivision zur Eroberung von deutschen Stellungen hinter dem Utah-Strand |
| Operation Detroit | 9. US-Truppentransportkommando | Gleitertransport der 82. US-Luftlandedivision |
| Operation Elmira Operation Galveston Operation Hackensack Operation Freeport Operation Memphis | 9. US-Truppentransportkommando | Nachschubflüge für die 82. |
| Operation Albany | 9. US-Truppentransportkommando | Einfliegen der 101. US-Luftlandedivision zur Eroberung von deutschen Stellungen hinter dem Utah-Strand |
| Operation Chicago | 9. US-Truppentransportkommando | Gleitertransport der 101. US-Luftlandedivision |
| Operation Keokuk | 9. US-Truppentransportkommando | Nachschubflüge für die 101. |
| Operation Sunflower I - III Operation Coney Operation Robroy I, II, III ... | Britisches Truppentransportkommando | Luftlandungsflüge mit SAS-Einheiten Nachschubflüge für die britischen Einheiten hinter den Stränden Sword, Gold und Juno |
| Operation Tonga | 6. Britische Luftlandedivision | Eroberung von deutschen Stellungen hinter dem Sword-Strand |
| Operation Gambit | Royal Navy | U-Boote zur Einweisung der Invasionseinheiten |
| Operation Maple | Royal Navy & Royal Air Force | See- und luftgestützte Aktionen zur Auslegung von Minenfeldern |
| Landung an den Strandabschnitten Utah, Omaha, Sword, Gold und Juno | Alliierte Einheiten | Strandlandung an der Normandieküste und Aufbau eines Brückenkopfes |
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"Operation Neptune".
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