Operation Market-Garden war der Codename für eine gescheiterte Luft-Boden-Operation der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Sie fand zwischen dem 17. und dem 27. September 1944 in den niederländischen Provinzen Noord-Brabant und Gelderland statt und hatte das Ziel, den deutschen Westwall zu umgehen und den englischen und amerikanischen Truppen einen raschen Vorstoß ins Deutsche Reich zu ermöglichen.
Der Plan bestand aus zwei Teilen: aus der Operation Market, der bis dahin größten Luftlandeoperation des Zweiten Weltkriegs und aus der Operation Garden, dem geplanten Vorrücken der Bodentruppen durch den damit neu geschaffenen Korridor. Nur die Operation Varsity, die am 24. März 1945 im Raum Wesel-Rees zur Vorbereitung der Rheinüberquerung durchgeführt wurde, übertraf quantitativ die Luftlandungen der Operation Market.
Die Operation war, wie Eisenhower später analysierte, „zu 50 % ein Erfolg“. Zwar verschoben die Alliierten die Frontlinie von Belgien aus nördlich bis Nimwegen, aber das Ziel, die deutschen Verteidigungslinien durch Überschreiten des Niederrheins bei Arnheim zu umgehen, wurde nicht erreicht. Der unerwartet starke deutsche Widerstand in Arnheim verhinderte die Einnahme der wichtigen Rheinbrücke. Die Alliierten mussten sich schließlich unter hohen Verlusten an Menschen und Material zurückziehen.
Eisenhower entschied sich dazu, den Landungsplan zu unterstützen, und stellte am 16. August Luftlandeeinheiten der erst zwei Wochen zuvor gebildeten 1. Alliierten Luftlandearmee zur Verfügung. Er sah sich auch dem Druck der US-Regierung ausgesetzt, bis zum Ende des Krieges eine erfolgreiche große Luftlandeoperation durchzuführen, wie es den Deutschen auf Kreta während des Unternehmens Merkur gelungen war.
Während des alliierten Vormarsches über Nordfrankreich nach Belgien begann die Nachschubsituation sich zunehmend zu verschlechtern, und die Operation Market-Garden nahm mehr und mehr Gestalt an. Dazu kam der immer hartnäckiger werdende deutsche Widerstand, so dass die Armee zum Halten gezwungen war. Generalfeldmarschall Model, dem nun die deutsche Heeresgruppe B unterstand, war es in relativ kurzer Zeit gelungen, seine Einheiten umzuorganisieren.
Hierzu war das Absetzen von dreieinhalb Divisionen der 1. Alliierten Luftlandearmee unter Generalleutnant Lewis H. Brereton nahe Eindhoven, Nimwegen und Arnheim vorgesehen, um die strategisch wichtigen holländischen Brücken über die Flüsse Maas, Waal, den Niederrhein sowie mehrere Kanäle zu sichern. Sie bestand aus der 101. US-Luftlandedivision unter Generalmajor Maxwell Taylor, der 82. US-Luftlandedivision unter Brigadegeneral James M. Gavin, sowie dem 1. Britischen Luftlandekorps unter General Frederick Browning mit der 1. Britischen Luftlandedivision unter Generalmajor Urquhart und der 1. Polnischen Fallschirmjägerbrigade unter Generalmajor Stanislaw Sosabowski.
Durch die zu überbrückende Distanz von den englischen Flughäfen bis zur Landezone und die schon abnehmenden Stunden an Tageslicht waren drei Tage mit je einem Anflug geplant, da mehr Flüge zu größeren Ausfällen durch die Erschöpfung der Piloten und Besatzungen führen würden. Am vierten Tage waren Nachschubflüge eingeplant und für den fünften und sechsten Tag war angekündigt, die 52. Division auf Landeplätzen nördlich von Arnheim einzufliegen.
Auch die 82. US-Luftlandedivision hatte einen großen Bereich zu kontrollieren. Vorrangig waren die Groesbeek-Höhen einzunehmen, ein bewaldeter Bezirk etwa 12 km östlich von Nimwegen. Die Brücken über die Maas, den Maas-Waal-Kanal und vor allem die Straßenbrücke de Waalbrug im Zentrum von Nimwegen waren als die finalen Ziele der 82. vorgesehen.
War erst einmal Kontakt mit der ersten Luftlandeeinheit geschlossen, sollte diese unter das eigene Kommando gestellt werden. Mögliche zerstörte Brücken wären durch einen adäquaten zu bauenden Übergang durch die 43. Division zu ersetzen. Die Panzereinheiten waren angewiesen das Flussufer abzusichern.
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Zum Frontdurchbruch war die deutsche Kampfgruppe Walther vom 86. Korps zu überwinden. Sie lag mit zehn vom Kampf geschwächten Bataillonen und zehn Artilleriegeschützen unmittelbar vor der Durchbruchzone.
Ein Gelingen der Operationen hätte bei Umgehung des Westwalls zu einem alliierten Brückenkopf über den Rhein bei Arnheim geführt, noch bevor die sich zurückziehenden Deutschen eine adäquate Verteidigung hätten aufbauen können. Ein schneller Vorstoß der Alliierten in Richtung der wichtigen Industrieanlagen des Ruhrgebiets wäre dann möglich geworden. Dadurch wäre dem Deutschen Reich eine Fortsetzung des Krieges wirtschaftlich weitgehend unmöglich gemacht worden.
Für den 17. September waren von den Meteorologen mindestens zwei Schönwettertage angekündigt, so dass dieser Termin als erster Landungstag gewählt wurde.
Ihre Aufklärung hatte das jüngst zur Auffrischung dorthin verlegte 2. SS-Panzerkorps unter SS-Obergruppenführer Wilhelm Bittrich übersehen, da viele der Meinung waren, dass dieses sich eher nach Osten zurückziehen, als in der Region um Arnheim bleiben würde. Das Korps war zwar weit von seiner Sollstärke entfernt, war aber den relativ leicht ausgerüsteten britischen und polnischen Fallschirmjägern dennoch weit überlegen.
Obwohl die niederländische Widerstandsbewegung den Alliierten in letzter Minute noch Fotos von den zurückkehrenden Panzern zuspielte, wurden diese in der folgenden Phase nicht mit berücksichtigt.
Model bezog mit seinem Stab das Hotel Hartenstein in Oosterbeek, östlich der britischen Landezone bei Arnheim. SS-Obergruppenführer Wilhelm Bittrich hatte sein Hauptquartier in Doetinchem, rund 25 km östlich von Arnheim. Seine Truppen waren im ganzen Areal zwischen Arnheim und Deventer verteilt. Nördlich von Arnheim lagen die 9.- und 10. SS Panzerdivision unter Obersturmbannführer Walther Harzer, deren Fahrzeuge zu Wartungszwecken nach Deutschland abrücken sollten. Die SS-Kampfgruppe Hohenstaufen, die das Überbleibsel der ehemaligen SS-Panzerdivision Hohenstaufen bildete, war mit ihren Panzern auf dem Weg nach Siegen, um dort die Fahrzeuge überholen zu lassen. Die letzten Panzer sollten am 17. September abziehen. Die SS-Kampfgruppe Frundsberg war mit ihren Panzern nach Aachen abkommandiert worden. Damit mehr Reserveeinheiten zum Schutz des Ruhrgebiets abkommandiert würden, war SS-Brigadeführer Heinz Harmel von Bittrich nach Berlin geschickt worden, um diese Bitte im SS-Hauptquartier zu unterbreiten. Währenddessen wurden alle Truppen auf ein Abrücken nach Osten vorbereitet. Die Luftlandungen der Alliierten würden die Deutschen fast vollkommen unerwartet überraschen.
Deutsche Gegenwehr gab es so gut wie nicht. Nur zwei Lancaster, zwei B-17 und drei Mosquitos waren als Verlust zu verzeichnen.
Zur Unterstützung der Operation rief die niederländische Exilregierung aus London alle Transportarbeiter im Heimatland zu einem Streik auf.
Als Geleitschutz flogen auf der Nordroute 371 Spitfire, Tempest und Mosquitos mit. Auf der Südroute schützten 548 Thunderbolts, Lightnings und Mustangs die Flugzeuge.
Zur Sicherheit wurden die deutschen Flak-Stellungen noch einmal von 212 Thunderbolts beschossen. Gleichzeitig bombardierten 48 Mitchells und 24 Bostons militärische Einrichtungen bei Nimwegen, Deelen, Ede und Kleve.
Auch an diesem Tag gab es kaum deutsche Gegenwehr, nur im Raum Eindhoven gab es einige Angriffe von deutschen Jagdflugzeugen. Während des Anflugs verloren die Alliierten 68 Truppentransporter und 71 Schleppgleiterkombinationen. Die Royal Air Force meldete zwei und die US-Air Force 18 Jägerverluste.
Kurz nach Mittag landeten die ersten Gleiter der 1. Britischen Luftlandedivision, gefolgt von der Divisionsartillerie und den abspringenden Truppen. Es gab nur einige Gleiterverluste. Dass zwei Gleiter mit je einem Panzerabwehrgeschütz nicht ihr Ziel erreichten, war wohl der schwerste Verlust.
In der Absprungzone Eindhoven landete das 501. Fallschirminfanterieregiment der 101. US-Luftlandedivision genau in ihrer Landezone südlich von Veghel. Das 1. Bataillon verfehlte den Landepunkt und kam bei Heeswijk auf der falschen Seite des Willemskanals und der Aa herunter. Das 502. und 506. Regiment landeten mit dem Divisionshauptquartier nördlich des Sonschen Waldes.
Die 82. US-Luftlandedivision verlor bei ihrer Landung nur zwei Dakotas. Das 504. Fallschirminfanterieregiment landete nördlich von Grave - allerdings verfehlte eine Kompanie des zweiten Bataillons das Ziel und landete westlich der Brücke über die Maas. Die 505. und 508. Fallschirminfanterie kamen direkt bei den Groesbeek Höhen herunter. Hier landete auch das 376. Fallschirmartilleriebataillon, die erste Artillerielandung, die jemals in einer Kampfsituation durchgeführt wurde. Das britische Hauptquartier landete gegen 13:30 Uhr ebenfalls bei Groesbeek.
Bei Arnheim vollendeten die Briten ihre Landungen. Die 1. britische Fallschirmbrigade konnte ihre Landezone gegen 13:53 Uhr westlich von Arnheim erreichen.
Insgesamt wurden während der Operation Market 20.000 Soldaten, 511 Fahrzeuge, 330 Kisten für die Artillerie und 590 Tonnen Nachschub erfolgreich in die Niederlande gebracht. Brereton flog mit der ersten Welle wieder zurück nach England in das Hauptquartier, um die zweite Welle auf den Weg zu bringen. Wenn diese erfolgreich durchgeführt worden war, war Breretons eigenes Eingreifen nicht mehr möglich. Eine Koordination der Landstreitkräfte der Operation Garden mit den gelandeten Einheiten der Operation Market war nun unmöglich. Auch ein Notfallplan existierte nicht.
Die Panzerdivision unter Major General A.H. Adair erreichte gegen 19:30 das Städtchen Valkenswaard. Das 12. Korps unter Lieutenant General N.M. Ritchie attackierte zusammen mit der 15.- und 53. Division weiter nördlich die deutsche Kampfgruppe Chill, eine Einheit des 88. Korps, und erreichte dabei nur langsame Fortschritte.
Unterdessen hatte die 101. US-Luftlandedivision die meisten Straßen- und Eisenbahnbrücken im Raum Heeswijk - Veghel unter Kontrolle. Doch bei Son wurde direkt vor ihren Augen die Straßenbrücke über den Wilhelminakanal von den Deutschen gesprengt. Ein Vorstoß des 2. Bataillons der 502. Fallschirminfanterie gegen eine andere Brücke wurde zurückgeworfen.
Als General Model von den alliierten Landungen erfuhr, wechselte er seinen Aufenthaltsort und verlegte die Kommandostelle aus dem Hotel Hartenstein nach Terborg, etwa 30 km weiter östlich, und übernahm persönlich das Kommando über das 2. SS-Panzerkorps. Entgegen der Meinung von Bittrich, beide Brücken in Arnheim zu sprengen, war Model der Meinung, dass sie dringend für eine deutsche Gegenoffensive gebraucht würden.
In Berlin wurde auch Adolf Hitler von den alliierten Landungen unterrichtet. Er beschloss, dass deren Bekämpfung die absolute Priorität hatte und delegierte die gesamten Luftwaffeneinheiten an der Frontlinie, die aus ca. 300 Kampfflugzeugen bestanden, an Model. Auch alle Einheiten der Reserve und Ausbildung des Wehrkreis VI, der der niederländischen Grenze am nächsten lag, sowie alle Einheiten, die gerade im Überführungsstatus bei Wesel lagen oder die Stadt verlassen wollten, etwa 3.000 Soldaten, wurden Model zugeteilt. Die Panzerkräfte des niederländischen Kommandos der Reichswehr unter General Friedrich Christansen versprachen Verstärkung unter Generalleutnant Hans von Tettau zu senden, der Leiter der SS-Schule in Arnheim war.
General Kurt Student wurde angewiesen, die Verteidigung von Eindhoven zu übernehmen. Die Kampfgruppe Chill, eine Einheit des 88. Korps, sollte gegen das 12. und 30. Britische Korps eingesetzt werden. Zusätzlich hatte das Oberkommando West versprochen, die 59. Infanteriedivision und die 107. Panzerbrigade in Marsch zu setzen, damit diese bei Eindhoven die 101. US-Luftlandedivision bekämpfen sollte. Die Kräfte des Wehrkreis VI unter General Kurt Feldt sollten mit Hilfe des 2. Fallschirmkorps aus Köln die Groesbeek Höhen von der 82. US-Luftlandedivision zurückerobern. Die SS-Kampfgruppe Frundsberg hatte den Auftrag, die Brücke von Arnheim vor jeglicher Überquerung zu schützen, und die SS-Kampfgruppe Hohenstaufen sollte die Briten westlich von Arnheim aufhalten. Beide Einheiten gehörten zum 2. SS-Panzerkorps.
Die 1. Fallschirmjägerbrigade unter Brigadier G.W. Lathbury begann damit, auf Arnheim vorzurücken. Dazu teilten sie sich in drei Gruppen auf. Die Gruppe Lion ging den zentralen Weg auf Oosterbeek zu. Die Gruppe Leopard nahm den nördlichen und die Gruppe Tiger den südlichen Weg. Zu diesem Zeitpunkt funktionierte die Funkkommunikation noch gut, doch als die einzelnen Gruppen sich voneinander entfernten, begannen die Funkprobleme. Dadurch gab es auch einige Falschmeldungen, oder Falschdeutungen von Funksprüchen. Einer davon war, dass die Spezialgleiter der Aufklärungsschwadron nicht angekommen seien. Daher beschlossen die Gruppen, auf eigene Faust nach Arnheim vorzurücken. In Oosterbeek trafen die Briten auf die deutsche Kampfgruppe Spindler, Teil der SS-Kampfgruppe Hohenstaufen, die in den Frühstunden des 18. September den Großteil der 1. Fallschirmjägerbrigade daran hinderte, sich weiter auf die Brücke über den Niederrhein zuzubewegen. Unterdessen gelang es einer anderen Gruppe unter Lieutenant Colonel John Frost, das Stadtzentrum zu erreichen und das Nordende der Brücke einzunehmen. Als Teile der SS-Kampfgruppe Frundsberg unter Brigadeführer Harmel den Weg nach Nimwegen über die Brücke einschlagen wollten, sahen sie, dass ihnen der Weg durch die Briten versperrt war.
Für den 18. September waren die Wettervorhersagen der alliierten Meteorologen zwar optimistisch, doch die Wetterlage über der britischen Insel machte dann doch den Start der zweiten Welle zunächst unmöglich. Auch die Luftunterstützung für die Operation wurde gekürzt. Dies lag zum einen am Wetter, aber auch an der schlechten Zusammenarbeit zwischen Briten und Amerikanern. So bestand Brereton unter anderem darauf, dass die alliierten Flugzeuge in Belgien am Boden blieben, aber seine Maschinen Einsätze flogen. Über den Niederlanden klarte gleichzeitig das Wetter auf, so dass die deutsche Luftwaffe sehr gute Sicht hatte und mit voller Stärke einzugreifen begann. So war Market-Garden die einzige alliierte Operation in Nordwesteuropa mit deutscher Luftüberlegenheit, die hauptsächlich auf das Konto der eigenen alliierten Streitigkeiten ging.
Die Panzer des 30. Korps rollten weiter auf Eindhoven vor. Die 213. Brigade blieb als Sicherung in Valkenswaard zurück, und die restlichen Einheiten nahmen den Weg in Richtung Helmond, östlich von Eindhoven. Dort setzte aber die deutsche Kampfgruppe Walther dem Vormarsch vorerst ein Ende, indem sie die Panzer zum Halten zwangen und Widerstand leisteten.
In Eindhoven hatten unterdessen die Einheiten der 101. US-Luftlandedivision die Lage weitgehend im Griff und mit Hilfe des niederländischen Widerstands die wenigen deutschen Soldaten aus der Stadt getrieben. Sie erreichten die zerstörte Brücke über den Wilhelminakanal bei Son und begannen mit dem Aufbau einer Bailey-Brücke. Ein Versuch die Brücke bei Best einzunehmen scheiterte, da diese kurz vorher durch die deutsche 59. Infanteriedivision gesprengt wurde.
Auf deutscher Seite erreichte das 86. Korps unter General Hans von Obstfelder zusammen mit der 176. Infanteriedivision und der Division Erdmann ihren Zielpunkt zwischen Weert und Helmond.
Während in Nimwegen die Amerikaner wieder und wieder versuchten, die Brücke über den Waal zu erobern, setzten südöstlich von Arnheim Soldaten der Kampfgruppe Frundsberg über den Pannerdensch Kanal, den kanalisierten Teil des Niederrheins, um nach Nimwegen zu gelangen. Auch die ersten Einheiten des Korps Feldt erreichten ihren Einsatzort und begannen die Groesbeek Höhen anzugreifen. Die Kampfgruppe von Tettau nahm auf ihrem Weg nach Renkum, westlich von Arnheim, alle deutschen Soldaten auf, denen sie begegnete und griff die Briten aus diesem Raum heraus an. Diese waren aus Richtung Oosterbeek mittlerweile bis auf 2 km an die Arnheimer Brücke herangekommen. In Arnheim selbst entbrannte der Kampf zwischen den Briten um Frost und der SS-Kampfgruppe Knaust aufs heftigste. Auch aus Nimwegen kamen deutsche Einheiten nördlich nach Arnheim und begannen das Gefecht mit Frosts Einheiten. Diese hatten nur für 48 Stunden Rationen dabei und auch ihre Munition war nicht unbegrenzt. Die Zeit arbeitete für die Deutschen, denen es weiter gelang, Verstärkung aus Deutschland in das Kampfgebiet zu verlegen.
Von diesen Problemen war Browning nicht viel bekannt, da es andauernd Probleme mit den Funkverbindungen zu den Einheiten gab. So mussten andere Möglichkeiten der Kommunikation genutzt werden. Das GHQ Liaison Regiment hielt mit seiner speziellen Ausrüstung Kontakt mit London und auch ein BBC-Nachrichtenteam war anwesend. Die 1. Britische Luftlandedivision hatte direkte Verbindung mit ihrem Hauptquartier in Moor Park, England, über das wiederum die Verbindung mit Browning lief. Der niederländische Widerstand konnte die 82. US-Luftlandedivision von den Schwierigkeiten der Briten in Arnheim über ein weitreichendes Telefonsystem unterrichten, dessen Leitungen sogar bis nach Son zur 101. US-Luftlandedivision reichten. Die Briten ließen am nächsten Tag über Moor Park eine direkte Verbindung zu den Landeeinheiten in Arnheim einrichten, doch die Kontrolle war ihnen längst aus den Händen geglitten.
Auch bei Arnheim traf die zweite Welle bei den Briten ein, konnte jedoch nicht erfolgreich zu den kämpfenden Einheiten vordringen, da die Landezonen mittlerweile von SS-Truppen kontrolliert wurden. Bei diesen landeten auch viele, für die Briten wichtige Nachschublieferungen. Wichtig für die Briten war nun ein Brückenkopf über den Niederrhein, um eine Verbindung zum von Süden anrückenden 30. Korps der Briten zu schaffen. Dazu sollte südwestlich von Oosterbeek Kontrolle über die Fähre bei Heveadorp erlangt werden.
Das 30. Korps hatte mittlerweile das Areal zwischen Eindhoven und Nimwegen bei Son erreicht, und die 101. US-Luftlandedivision stand nun unter ihrem Befehl. Das 8. Korps begann nun auch mit seinem Flankenvorstoß. Allerdings hatten sie keinerlei Überraschungseffekt mehr auf ihrer Seite und kamen nur sehr langsam voran. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wandte sich das Glück gegen die Alliierten. Die Deutschen unter General Model waren bereit den Gegenschlag auszuführen.
In Arnheim startete die 1. Britische Fallschirmbrigade ihre Attacke ostwärts entlang des Niederrheins in Richtung der Brücke noch vor dem Morgengrauen. Als sich der Morgennebel verzog, befanden sie sich aber im Kreuzfeuer zwischen Flak-Geschützen aus dem Süden und der SS-Kampfgruppe Spindler, die aus dem Norden schoss. Die deutsche Gegenwehr war so heftig, dass gegen Mittag der amerikanische Vormarsch unter großen Verlusten abgebrochen werden musste. Auch die anderen britischen Vorstoßversuche brachten kaum Erfolge, allerdings gelang es, General Urquhart aus der deutschen Umklammerung zu befreien, so dass er sich direkt mit einem Jeep zum Divisionshauptquartier begeben konnte, wo er umgehend mit der Reorganisation der Restdivision begann. Damit die 1. Polnische Fallschirmbrigade nicht in der vorgesehenen Absprungzone landete, da diese unter deutsche Kontrolle war, wurde ein entsprechender Funkspruch abgesetzt.
Bei Son, nördlich von Eindhoven, war mittlerweile die Bailey-Brücke fertig gestellt worden, und die Panzereinheiten rückten im Morgengrauen über den Wilhelminakanal vor. Schon am Mittag hatten sie Grave südwestlich von Nimwegen erreicht. Damit ging das Kommando über die 82. US-Luftlandedivision an Horrocks über, dem es aber zunehmend schlechter ging. Bei Heuman wurde von Browning, Gavin, Adair und Horrocks ein gemeinsames Kommandozentrum eingerichtet. Da weiterer Entsatz sich immer noch verspätete, organisierte Gavin ein neues Bataillon, das er aus 450 Gleiterpiloten zusammensetzte. Doch ein weiterer Angriff auf die Brücke über den Waal schlug fehl, und so erwog er einen amphibischen Angriff über den Waal, um so beide Brückenseiten in Besitz zu nehmen. Daraufhin ordnete Horrocks an, die Boote des 30. Korps von Hechtel zur Front zu bringen.
Einem geplanten Angriff der deutschen 59. Infanteriedivision von General Student kam die 101. US-Luftlandedivision zusammen mit der 8. Panzerbrigade zuvor, so dass sich die Deutschen wieder zurückziehen mussten. Allerdings überrannte die deutsche 107. Panzerbrigade das Hauptquartier von Taylor, bevor eine Verteidigung organisiert werden konnte. Weitere Gleiter mit Divisionstruppen trafen ein, darunter auch die Hälfte der erwarteten Artillerie. Doch nur knapp 40 Tonnen an Nachschub erreichten ihr Ziel.
In Arnheim musste der britische Vorstoß unterdessen unter hohen Verlusten gestoppt werden, da kaum noch Munition vorhanden und die Soldaten total erschöpft waren. Im Gegensatz dazu erhielt die deutsche Seite immer mehr Unterstützung. Die 208. Kampfbrigade aus Dänemark und die Flakbrigade Von Swoboda waren inzwischen pünktlich eingetroffen. Zwar gelang es den Deutschen noch nicht, ihre Attacken sauber zu koordinieren, aber die 4. Fallschirmbrigade wurde erfolgreich am weiteren Vorrücken gehindert. Taylor blieb nichts weiter übrig, als seine Männer wieder zurückzuziehen.
Einige polnische Gleiter erreichten tatsächlich ihre Landezone bei Arnheim, da die Warnung nicht zeitig befolgt werden konnte. Als die polnischen Soldaten die Gefahr erkannten, sammelten sie sich schnell und versuchten westlich zu den Briten durchzubrechen. Auch die erhofften Nachschublieferungen konnten nur teilweise ihr Ziel erreichen. Knapp 400 t wurden über Arnheim von 63 Dakotas und 100 Stirlings abgeworfen. Ein Großteil davon landete wieder bei den Deutschen.
Inzwischen hatte das 12. Corps auf der linken Flanke die Straße von Turnhout nach Eindhoven erreicht. Auf der rechten Flanke war Weert erreicht und der Vormarsch ging weiter Richtung Helmond.
Das schlechte Wetter war auch am folgenden 20. September der Grund, dass wiederum keine zusätzlichen alliierten Truppen eingeflogen werden konnten. Nur Nachschubflüge waren möglich. Die 82. US-Luftlandedivision erhielt fast 80% der erwarteten Tonnage. Die Briten hatten sich zu der Zeit auf eine Position bei Oosterbeek zurückgezogen, und Urquhart legte zusammen mit dem Korpshauptquartier über Funk eine neue Landezone für die einzufliegenden polnischen Truppen bei Driel fest, wo sie einen Brückenkopf bilden sollten. Auch für die Nachschubabwürfe wurde die Landezone nach Oosterbeek verlegt. Doch durch heftiges deutsches Abwehrfeuer zeigte sich, dass das Abwerfen des Nachschubs in die Straßen und Wälder ein schwieriges Unterfangen war. Daher erreichte die Briten nur knapp 13% des erwarteten Nachschubs. Die sich bekämpfenden Soldaten trafen in den Wäldern und Häusern des Ortes aufeinander, und Scharmützel mit Mörsern und Scharfschützen bestimmten das Bild. Dies ging so weit, dass die Briten und die Deutschen verschiedene Etagen in einzelnen Häusern gegeneinander verteidigten.
Die Versorgung der vielen Verwundeten auf beiden Seiten in diesem Bereich wurde fast unmöglich, so dass die Briten mit den Deutschen gegen Mittag einen Waffenstillstand vereinbarten. Die Verwundeten beider Seiten wurden dabei von deutschen Sanitätseinheiten in ein Arnheimer Krankenhaus gefahren.
In Arnheim selbst zog sich der Ring um die kämpfenden Briten immer weiter zusammen. Die Deutschen versuchten, sie mittels Artilleriefeuer und Flammenwerfern aus den Häusern zu werfen. Dazu kam der immer weiter schrumpfende Vorrat an Wasser, der nur noch für einen Tag reichte und die wenige vorhandene Munition. In einer kurzzeitigen Waffenruhe wurden auf beiden Seiten insgesamt mehr als 200 Verwundete evakuiert, unter ihnen auch Lieutenant Colonel John Frost.
Auch weiter südlich bei Eindhoven erfolgten gegen Morgen wieder deutsche Angriffe auf den Hell's Highway, wie die Straße nach Nimwegen nun von den Amerikanern genannt wurde. Die deutsche 107. Panzerbrigade versuchte, nach Son durchzubrechen, wurde aber von Einheiten des 101. US-Luftlandedivision und der 8. Panzerbrigade ein weiteres Mal zurückgedrängt. Das 30. Korps konnte nur äußerst langsam weiter nach Norden vordringen. In Nimwegen bereiteten sich Truppen auf den Brückenangriff vor, indem sie die Vororte säuberten und auf die Brücke vorrückten. Am Nachmittag waren endlich die Boote eingetroffen, und nachdem eine Rauchwand gelegt worden war, überquerten die Boote insgesamt sechs Mal unter starkem deutschen Artilleriefeuer den Fluss. So wurden zwei Kompanien auf die andere Seite der Waal gebracht.
Die Deutschen waren nun bereit, die Brücke über die Waal zu sprengen, doch als der Befehl von Brigadeführer Harmel erteilt wurde, versagten die Sprengladungen. Er ließ an das Hauptquartier funken: „Sagen Sie Bittrich, sie sind über den Waal.“
Bei Groesbeek konnten verstärkte deutsche Einheiten erhebliche Erfolge verzeichnen, aber noch gelang es den Amerikanern ihre Position dort zu halten.
An diesem Tag war die Aufstockung des deutschen Kontingents erheblich, und weiterer Truppennachschub wurde erwartet. Nimwegen sollte am nächsten Tag zurückerobert werden, damit die nur drei Bataillone der Kampfgruppe Frundsberg, die zwischen Nimwegen und Arnheim lagen, von dort unterstützt werden konnten.
In Arnheim begann der letzte Kampf gegen 9:00 Uhr. Die Briten versuchten einen Ausbruch durch die Reihen der Kampfgruppe Knaust, um zur Division zurückzukehren. Es gab keine formale Kapitulation, aber kleinere britische Gruppen ergaben sich, da sie keine Munition mehr hatten, oder von den Deutschen überrannt wurden. Um die Mittagszeit überquerten die Deutschen die Brücke über den Niederrhein. Der Kampf hatte 88 Stunden gedauert.
Urquhart, der wieder in Oosterbeek eingetroffen war, organisierte auf die Schnelle eine neue Kommandostruktur, mit der er hoffte, die Kampfgruppe von Tettau im Westen und die Kampfgruppe Hohenstaufen im Osten besser bekämpfen zu können. Doch beide Seiten konnten kaum Fortschritte erreichen.
Die beiden Brücken in Nimwegen waren unterdessen gesichert, und die ersten Panzer des 12. Korps rollten gen Norden auf Arnheim zu. Sie fuhren eiligst bis Elst und hielten dort an, da sie den Gegenangriff der Kampfgruppe Knaust erwarteten, die ihnen von Arnheim entgegenkam. Zudem bot die Straße für die Panzer kaum Deckung, und die neben ihr verlaufenden Gräben waren hervorragende Verstecke für deutsche Soldaten. Die letzten Widerstandsnester in Nimwegen wurden währenddessen von Einheiten der 43. Division ausgehoben, die auf ihre letzte nachrückende Brigade wartete. Als diese eintraf, wurde sie angewiesen, sofort den anderen Panzergruppen nach Norden zu folgen und dann auf Richtung Driel einzuschwenken, um bei Heveadorp anschließend die Briten zu treffen. Ein Angriff zweier Regimenter der 82. US-Luftlandedivision auf das Korps Feldt bei den Groesbeek Höhen vertrieb die Deutschen von dort, und das 30. Korps konnte nun endlich mit seinen Panzern weiter nördlich vordringen. Urquhart gelang es mit der Korpsartillerieunterstützung den deutschen Vorstoß nördlich des Waal aufzuhalten.
Als Model von dem amerikanischen Erfolg unterrichtet wurde, verlangte er umgehend weitere Truppenunterstützung, die ihm mit dem 506. Schweren Panzerbataillon gewährt wurde. Diese Einheit verfügte auch über Panzerkampfwagen VI Tiger II, die so genannten Königstiger. Weiter wurden ihm Spezialkampfgruppen und Ausrüstung zugesagt.
Die polnischen Fallschirmjäger starteten an diesem Tag von Großbritannien aus und versuchten eine Landung. Doch von den 114 anfliegenden Dakotas mussten nicht weniger als 41 wieder umkehren, darunter das komplette 1. Bataillon. Dies lag nicht nur am Wetter, sondern auch an den über 100 Kampfflugzeugen der deutschen Luftwaffe, die sie am Zielort erwarteten. Der Durchbruch zwischen den angreifenden Jägern kostete noch etliche Maschinen, aber Generalmajor Sosabowski gelang es, zusammen mit 750 seiner Soldaten die Landezone zu erreichen. Was ihnen allerdings fehlte, waren die schweren Waffen, die schon am Vortag bei den Gleiteranflügen verloren gegangen waren. Der deutsche Obersturmbannführer Harzer organisierte hastig einen Sperrgürtel zwischen der Brücke von Arnheim und den polnischen Einheiten, der aus 2.500 Soldaten bestand und unter dem Namen Sperrverband Harzer bekannt wurde.
Weitere Nachschubflüge brachten den Briten wiederum nur 41 t an Nahrung und Ausrüstung nach Arnheim. Währenddessen bereiteten die Polen sich auf eine Überquerung des Niederrheins vor.
Am südlichen Ende des Korridors gelang es der 101. US-Luftlandedivision mittlerweile, die Deutschen auf beiden Straßenseiten zurückzuwerfen. Die Vorstöße des 8. und 12. Korps waren fast zum Halten gekommen, und Generalleutnant Dempsey begann das Hauptquartier der 2. Armee nach St. Oedenrode zu verlegen, während Feldmarschall Montgomery das taktische Hauptquartier der 21. Armee südlich von Eindhoven aufschlug. Montgomery und Eisenhower waren sich über die Ansicht, wie bei Arnheim weiter verfahren werden sollte, nicht einig, und Patton forderte mehr Truppen für eine Rheinüberquerung. Aus diesem Grund fand nun endlich die erste Konferenz zwischen den Verantwortlichen seit dem Landungstag statt.
Der nächste Tag begann mit Nebel, der sich dann aber schnell verzog. Eine Attacke zweier deutscher Kampfgruppen auf dem Hell's Highway zerteilte die amerikanische 69. Brigade zwischen Uden und Grave in zwei Hälften, als sie auf Nimwegen vorrückten. Ein Gegenangriff, den die 101. US-Luftlandedivision ausführte, wurde von der 83. Gruppe der Royal Air Force mit Tieffliegerangriffen verstärkt.
General Maxwell Taylor war kurz vorher vom niederländischen Widerstand über die bevorstehende deutsche Attacke unterrichtet worden und sandte Soldaten des 506. Fallschirminfanterieregiments nach Uden, sowie die 502. Fallschirminfanterie nach Veghel. Horrocks war gezwungen, seine Panzer umkehren zu lassen, um zuerst das Areal von Deutschen zu säubern, denen es auch gelungen war, die Brücke bei Veghel unter Feuer zu nehmen. Aus diesem Grund konnten an diesem Tag keine Ausrüstungsgegenstände und Nachschub nach Nimwegen gebracht werden.
Weiter nördlich versuchte das 30. Korps weiterhin, zu den Briten aufzuschließen. Sie wurden aber in heftige Kämpfe verwickelt. Auch das Erreichen der gelandeten Polen durch britische Einheiten erwies sich als kaum durchführbar. Die Polen selbst versuchten gegen Nachmittag eine Überquerung des Niederrheins, aber nur einige Männer erreichten das andere Ufer. Weitere Versuche wurden daraufhin fallengelassen. Auch bei Oosterbeek gingen die deutschen Angriffe weiter und Urquhart forderte dringlichst Entsatz an.
Eisenhower bestand darauf, eine weit angelegte Front in Richtung Rhein zu schaffen, bei der die 1. Kanadische Armee zur Schelde vorrücken und Antwerpen nehmen sollte. Bradley wurde angewiesen, Patton zu stoppen, während die 1. amerikanische Armee mit der Unterstützung des 19. US-Korps und des britischen 8. Korps Kurs nach Norden auf Aachen nehmen sollte. An der Stelle des 30. Korps sollte die 1. britische Armee mit dem 8. Korps in der Führung den Weg nach Venlo und Kleve einschlagen. So wurde die Operation des 30. Korps zur Sekundärsache erklärt, und die Rettung der britischen Fallschirmjäger erhielt oberste Priorität.
Die 101. US-Luftlandedivision wurde unter den Befehl des 8. Korps gestellt und sollte zusammen mit der neu aufgestellten 50. Division und der königlich niederländischen Brigade „Prinses Irene“ den neuen Plan gegen deutsche Angriffe aus dem Westen und Nordwesten absichern, während die 11. Panzerdivision mit der 3. Division nordöstlich zum Rhein vorrückte. Das 30. Korps wurde mit den nördlich von Grave befindlichen Einheiten, der 43. Division, der 82. US-Luftlandedivision und der britischen Panzerdivision in seiner Stellung belassen. Das Kommando über diese bekamen die britischen Fallschirmjäger in Arnheim, deren Rückzug und Rettung nun beschlossene Sache war.
Generalfeldmarschall Model wurde langsam ungeduldig und gab Bittrich 24 Stunden, um die Briten aus Arnheim zu vertreiben. Er änderte auch die Kommandostruktur der deutschen Einheiten, indem er alle Truppen westlich der Market-Garden Operation der 15. Armee unterstellte und die östlichen Truppen der 1. Fallschirmjägerarmee. Bei Veghel wurden die Bemühungen der beiden Kampfguppen Chill und Walther erhöht, aber die Straße konnte von der 506. Fallschirminfanterie mit britischer Panzerunterstützung wieder freigekämpft werden.
Am frühen Nachmittag hoben in Großbritannien die Flugzeuge der dritten Welle ab. 654 Truppentransporter und 490 Gleiter begaben sich auf die nördliche Route. Die 82. US-Luftlandedivision bekam Verstärkung durch ein Infanterieregiment und die 101. US-Luftlandedivision durch ein Feldartillerieregiment und den Rest einer Infanterieeinheit, deren erste Soldaten schon mit der zweiten Welle gelandet waren. Das 1. Polnische Bataillon landete bei Oude Keent, einem kleinen Flugplatz, der für die Nachschublieferungen ausgesucht worden war. Es setzte sich sofort nach Norden in Bewegung, um zu den anderen beiden Bataillonen aufzuschließen, die mittlerweile unter der Führung der zur 43. Division gehörenden 130. Brigade standen.
Gegen die deutsche Kampfgruppe Frundsberg konnten nur schrittweise kleinere Erfolge verzeichnet werden, während südlich der Korridor weiter von deutschen Einheiten freigekämpft wurde. Die 130. Brigade war nun bei den polnischen Einheiten bei Driel angekommen, und nach Einbruch der Dunkelheit setzten auf Befehl Sosabowskis 200 Männer zu den Briten über.
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Lieutenant General Horrocks, Major-General Ivor Thomas von der 43. Wessex-Division und General Sosabowski beobachteten die Lage auf der anderen Seite des Niederrheins vom Turm der Drieler Kirche. Thomas verließ die Gruppe unter der Annahme, dass Horrocks den Befehl zum Rückzug der 1. britischen Luftlandedivision gegeben habe und bereitete sich darauf vor. Horrocks selbst traf im Hauptquartier der 2. Britischen Armee mit Dempsey zu einer Konsultation zusammen. Später behauptete er, nie diesen Rückzugsbefehl gegeben zu haben. Jedenfalls informierte Montgomery London von der Entscheidung und vom geringen Erfolg des 30. Korps.
Die Deutschen starteten währenddessen erneut einen Angriff auf den Korridor, doch die meisten Attacken konnten zurückgeworfen werden. Allerdings trennte eine Kompanie Jagdpanther des 559. Eingreifbataillons zusammen mit Soldaten des Jungwirth-Fallschirmjägerbataillons die Wege bei Veghel. Aus diesem Grund konnte Horrocks nicht zum 30. Korps zurückkehren und blieb bei Dempsey. Östlich von Helmond eroberte die 11. britische Panzerdivision Deurne und zwang damit die Kampfgruppe Walther zum Rückzug.
Urquhart gab im Keller des Hotel Hartenstein in Oosterbeek den Befehl zum Evakuieren der Stellungen, Operation Berlin genannt, für die folgende Nacht aus. Das 30. Korps sicherte die Ortschaften Elst und Boxmeer, doch westlich von Arnheim war der Niederrhein nicht unter britischer Kontrolle. Horrocks entschied sich für ein Ablenkungsmanöver, indem die 43. Division zeitgleich bei Renkum den Rhein überqueren sollte.
Das 8. Korps rückte weiter gegen die Kampfgruppe Walther vor und die 180. Infanteriedivision mit der 11. Panzerdivision schlossen nun zum 30. Korps bei Boxmeer an der Maas auf.
Die Operation Berlin begann am Nachmittag mit einem schweren Artilleriebeschuss durch das 30. Korps und die 43. Division. Unter diesem Schutz überquerten britische und kanadische Pioniereinheiten den Niederrhein, um die dort festsitzenden Überlebenden wieder zurück auf die andere Seite zu bringen. Die Verwundeten wurden mit einer Anzahl an Freiwilligen zurückgelassen. Alle anderen zogen sich durch einen 700 m breiten freien Bereich zurück.
Gegen 14:00 Uhr hatten die Deutschen das Gebiet erobert und machten nach eigenen Angaben insgesamt 6.450 Gefangene während der gesamten Operation.
Wie in der Versailleskonferenz besprochen, galt das Hauptziel der Alliierten nach diesem Misserfolg dem Vordringen zum Rhein mit dem Ziel, ihn im Frühjahr zu überqueren. Dazu griff die 1. Kanadische Armee die deutschen Truppen in der Schelde-Mündung an und eroberte Antwerpen, damit Frachtschiffe mit Nachschublieferungen dort einlaufen konnten. Die Aktion war am 28. November 1944 beendet und kostete 30.000 Opfer. Um die nun entstandenen zwei Fronten ausfüllen zu können, musste Montgomery beide amerikanischen Luftlandedivisionen bis zum November im Einsatz belassen, was ihnen viele zusätzliche Todesopfer einbrachte. Die Alliierten waren nun vorsichtiger in Bezug auf die deutschen Truppen, da sie merkten, dass diese noch lange nicht dem Zusammenbruch nahe waren. Ihre Operationen und ihre Aufklärung wurden nun wieder sorgfältiger und langfristiger geplant.
Durch den während der Operation Market-Garden ausgerufenen Transportstreik stoppten die Deutschen alle Lieferungen in die Niederlande, so dass während des folgenden harten Winters mehr als 18.000 niederländische Zivilisten den Tod fanden.
Da sich die Front nun weiter nach Norden verlagert hatte, wurden in der Folge weitere amerikanische und britische Einheiten von ihren ursprünglichen Standorten bei Aachen und aus dem Ardennengebiet dorthin verlagert, um den Kontakt zur 3. US-Armee zu halten. Damit ergab sich im Ardennenraum eine extreme Schwachstelle der Alliierten, die von den Deutschen erkannt und ausgenutzt wurde. Somit führten die Fehler der Operation Market-Garden direkt zur deutschen Ardennenoffensive.
| Operation Market im Überblick | |||
|---|---|---|---|
| - | Durchgeführte Flüge | Soldaten | Vorräte und Nachschub |
| mit Fallschirmtruppen | 1.293 | 21.074 | - |
| Gleiterflüge | 2.277 | 18.546 | - |
| Nachschubflüge | 1.282 | - | 4.595 t |
| Gesamt | 4.852 | 39.620 | 4.595 t |
| Opfer der Operation Market Garden | ||
|---|---|---|
| - | Alliierte | Deutsche |
| Transportflugzeug- und Gleiterbesatzungen | 784 | - |
| Bodenkämpfe | - | - |
| Briten | 5.354 | - |
| Amerikaner | 3.542 | - |
| Polen | 387 | - |
| Gesamt | 10.067 | 4.000 - 8.000* |
In einer Scheune bei Nimwegen wurde erst 2001 hinter Brettern die sehr gut erhaltene Uniform eines Soldaten der 101. US-Luftlandedivision gefunden.
Gedenkstätten
Museen
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