Operation Gomorrha war der militärische Codename für eine Serie von Luftangriffen, die von der britischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg beginnend Ende Juli 1943 auf Hamburg ausgeführt wurden. Es waren die damals schwersten Angriffe in der Geschichte des Luftkrieges. Befohlen wurden diese Angriffe von Luftmarschall Arthur Harris, dem Oberbefehlshaber des Britischen Bomber-Command.
Hamburg after the 1943 bombing.jpg
Voraussetzung für die Operation Gomorrha waren die von den Alliierten erstmals eingesetzten Täuschungstechniken (Codename Windows) gegen die Radaranlagen des deutschen Luftverteidigungssystems. Mit Stanniolstreifen, die in großen Massen abgeworfen wurden und ein überdimensionales Radarecho erzeugten, konnten die deutschen Radaranlagen nahezu wirkungslos gemacht werden.
Es traf vor allem die Stadtteile Rothenburgsort und Hammerbrook völlig unerwartet. Da die Leichen nicht schnell beseitigt werden konnten, wurde das Gebiet des Hammerbrook abgeriegelt, um wegen der erwarteten Seuchengefahr ein Betreten zu verhindern.
Die Angriffe beschränkten sich immer auf einen Sektor der Stadt. Zentraler Ausgangspunkt war der 147,3 m große Turm der Nikolaikirche, deren Ruine nicht wieder aufgebaut wurde und heute als Mahnmal und Dauerausstellung zur Operation Gomorrha dient.
Um den gefürcheten Feuersturm auszulösen, wurden vor allem die Ränder des Sektors bombardiert. Der dadurch entstehende Wind auf das Zentrum des Sektors sorgte für die flächendeckende Zerstörung.
An dem Tag, als der Sektor mit den Stadtteilen Eppendorf, Winterhude und Hoheluft angegriffen werden sollte, waren Gewitterwolken am Himmel. Um den Bestand an Bombern nicht zu gefährden, wurde der Angriff abgesagt. Die Stadtteile blieben weitestgehend unzerstört.
Die gebauten Bunker zum Schutz der Bevölkerung konnten zu dieser Endphase des Krieges nur einen bedingten Schutz bieten, da während des Krieges immer größere Bomben hergestellt wurden, denen die Bunker nicht standhalten konnten. Auch führte der Sauerstoffbedarf der Brände zur Erstickung vieler Eingeschlossener.
Des Weiteren erinnert sich die Zeugin an alliierte Flugblätter:
Der Feuersturm hat weite Teile der alten Hamburger Bebauung komplett zerstört, ehemalige Stadtviertelzentren, wie die Altstadt Altonas existieren ebenso nicht mehr wie diverse Baudenkmäler. Einstmals in Straßen voller Altbauten integrierte Gotteshäuser wie die St.-Nikolai-Kirche, St.-Michaelis-Kirche oder die St. Trinitatis-Kirche stehen heute weitgehend isoliert und sind nach dem Krieg zum Teil nur notdürftig wieder in Stand gesetzt worde. Plätze wie den Eimsbütteler Marktplatz gibt es nur noch als Namen auf Erinnerungstafeln oder Straßenschildern, während breite Verkehrswege wie die Ludwig-Ehrhard-Straße oder die südliche Holstenstraße einstmals Wohngebiete waren.
Geht man durch die östlichen Hamburger Wohnviertel Barmbek, Borgfelde, Dulsberg, Eilbek, Rothenburgsort und Wandsbek, so findet man an unzähligen Nachkriegsbauten eine Tontafel mit dem Hamburger Wappen und der Inschrift "Zerstört 1943 - 1956 aufgebaut". Hierbei ist die Jahreszahl 1956 ein Beispiel, die letzten Bombenbrachen der Operation Gomorrha wurden erst Ende der sechziger Jahre beseitigt.
Vor dem Einkaufszentrum an der "Hamburger Straße" befindet sich ein Denkmal, das an die über 300 Opfer erinnert, die sich im nahen Kaufhaus in einen Schutzraum befanden, jedoch hierdrin erstickten, da der Feuersturm allen Sauerstoff aufzehrte. Das Denkmal befindet sich auf einer Verkehrsinsel einer vielbefahrenen Kreuzung.
Auf dem Friedhof Ohlsdorf befindet sich das Massengrab der Bombenopfer mit dem Mahnmal von Gerhard Marcks. Der Öjendorfer Park, eine hügelige Landschaft im Osten Hamburgs im Stadtteil Billstedt, ist auf den abgeladenen Kriegstrümmern entstanden.
Hamburger Geschichte Historischer Brand Zweiter Weltkrieg (Operation) | 1943
Bombing of Hamburg in World War II | Operaatio Gomorrah | Opération Gomorrhe | Bombardement op Hamburg
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