| Soviet_tanks_entering_Changun.jpg |
| Sowjetische Panzer fahren in Hsinking, der Hauptstadt Mandschukos ein. |
| Kontrahenten | |
|---|---|
| Sowjetunion | Japan |
| Kommandeure | |
| Alexander Michailowitsch Wassilewski | Otsuzo Yamada |
| Truppenstärken | |
| Sowjetunion: 1.577.225 Mann, 26.137 Geschütze, 1.852 Geschütze als Unterstützung, 3.704 Panzer, 5.368 Flugzeuge | Japan: 1.040.000 Mann, 6.700 Geschütze, 1.000 Panzer, 1.800 Flugzeuge, 1.215 Fahrzeuge |
| Verluste (Schätzungen) | |
| laut Sowjetunion: 8.219 Gefallene, 22.264 Verwundete | laut Sowjetunion: 83.737 Gefallene, 594.000 Kriegsgefangene -- laut Japan: 21.000 Gefallene, ? Kriegsgefangene |
Dies war die erste militärische Aktion der Sowjetunion gegen das Kaiserreich Japan im Zweiten Weltkrieg. Auf der Konferenz von Jalta hatte Stalin den alliierten Bitten nach einem Bruch des Neutralitätsabkommens mit Japan und dem Eintritt der Sowjetunion in den Pazifikkrieg nachgegeben, was jedoch erst drei Monate nach Kriegsende in Europa geschehen sollte.
Tank units on a rest halt.jpg Jede Front hatte spezielle Fronteinheiten, die anstelle einer Armee direkt an der Front stationiert waren. Die Kräfte umfassten mindestens 80 Divisionen mit 1,5 Millionen Soldaten, über 5.000 Panzer (u.a. 3.700 T-34s), über 28.000 Artilleriegeschütze und 4.300 Flugzeuge. Etwa ein Drittel der sowjetischen Kräfte machten Unterstützungs- und Nachschubeinheiten aus. Die Marinekräfte umfassten 12 größere Schiffe, 78 U-Boote, zahlreiche Amphibienfahrzeuge und die Amur Flottille, welche aus Kanonenbooten und zahlreichen kleineren Schiffen bestand. Diese Einheiten umfassten alle Erfahrungen in der Manöverkriegsführung, die die Sowjets im Kampf mit den Deutschen erlangt hatte.
Jede Regionalarmee (das japanische Pendant zu einer westlichen Heeresgruppe) der Kwantung-Armee bestand aus ein oder zwei Armeen und mehreren, dem Regionalarmeekommando direkt unterstellten Divisionen und selbstständigen gemischten Brigaden. Zusätzlich wurden die Japaner durch die 40.000 Mann starken Mandschuko Verteidigungs-Kräfte, die sich aus acht schlecht ausgerüsteten und unzureichend ausgebildeten chinesischen Divisionen zusammensetzten, unterstützt. Korea, das nächste Ziel des Fernöstlichen Kommandos der Sowjets, wurde von der 17. Regionalarmee verteidigt.
Die Kwantung-Armee umfasste mehr als 600.000 Mann, welche über 1.215 Panzerkampfwagen (meist bewaffnete Autos und leichte Panzer), 6.700 (leichte) Geschütze und 1.800 meist veraltete und zur Ausbildung genutzte Flugzeuge verfügten.
Die japanische Marine trug nichts zur Verteidigung der Mandschurei bei, von deren Besetzung sie immer aus strategischen Gründen abgeraten hatte. Der Großteil der japanischen Kräfte bestand aus deutlich weniger Soldaten als vorgesehen und der Hauptteil ihrer schweren Geräte war für den Pazifikkrieg abgezweigt worden.
Als Ergebnis dessen war die Kwantung-Armee nur noch eine leichte Infanterieeinheit und mangels Beweglichkeit (kein schweres Gerät zum Transport) und Erfahrung (nur Besatzung, kein militärischer Einsatz) bestenfalls zur Aufstandsbekämpfung geeignet.
Der Großteil der verfügbaren Industrie und Rohstoffe Chinas lag in der Mandschurei. Die japanischen Einheiten konnten es allerdings nicht mit der Roten Armee aufnehmen, welche deutlich besser ausgerüstet und ausgebildet sowie taktisch überlegen war. Auch bestand diese zu einem nicht geringen Teil aus frischen Kräften, meist Rekruten. Das Armee-Hauptquartier gab Korea den Vorzug und die japanische Armee musste sich an der Nord- und Ostgrenze der Mandschurei in Position bringen, während die Westgrenze nur spärlich verteidigt wurde.
Capitulation of Japanese forces.jpg Die Kämpfe dauerten nur etwa eine Woche, bis Kaiser Hirohito am 15. August das Gyokuon-hōsō (= die Erklärung der bedingungslosen Kapitulation Japans) verlas und am nächsten Tag den Waffenstillstand in der Region anordnete. Die sowjetischen Truppen waren zu diesem Zeitpunkt schon weit nach Mandschuko vorgestoßen, kämpften jedoch weiter und drangen nun, nahezu widerstandslos, in das Kerngebiet Mandschukos vor, wo sie am 20. August Mukden, Hsinking und Qiqihar einnahmen. Zur gleichen Zeit wurde Mengjiang von der Roten Armee und ihren mongolischen Verbündeten erobert und Guihua rasch eingenommen.
Am 18. August wurden vor dem Vormarsch der Bodentruppen einige Amphibienfahrzeug-Landungen durchgeführt: drei im Norden Koreas, eine in Sachalin und eine auf den Kurilen. Dies hatte zur Folge, dass - zumindest in Korea - die Bodentruppen der Sowjets beim Angriff auf dieses Gebiet bereits von anderen sowjetischen Einheiten erwartet wurden. In Sachalin und auf den Kurilen führte dies zu einer plötzlichen und unveränderlichen Errichtung der sowjetischen Souveränität.
Der Vormarsch auf dem Landweg wurde jedoch kurz vor dem Yalu-Fluss, dem geographischen Beginn der Halbinsel Korea, abgebrochen, da die Luftversorgung hier endete. Die Truppen, die sich bereits in Korea befanden, konnten ein wenig Kontrolle im Norden der Halbinsel ausüben. Das Ziel, die gesamte Halbinsel zu erobern, wurde jedoch unerreichbar, als amerikanische Truppen am 8. September bei Incheon landeten.
Auch die Insel Hokkaido wurde nicht erobert, obwohl sowjetische Pläne dies vorgesehen hatten.
Die sowjetisch besetzte Mandschurei war später das Hauptquartier von Mao Zedongs Einheiten, die siegreich aus dem darauf folgenden chinesischen Bürgerkrieg hervorgingen. Der militärische Erfolg der Sowjetunion in der Mandschurei verhinderte aber auch, dass Stalins Truppen dort Stützpunkte erhielten, die ihnen von den westlichen Alliierten versprochen worden waren, da das gesamte Gebiet nun in den Besitz der Volksrepublik China überging. Dennoch bauten die sowjetischen Soldaten vor dem Verlassen des Gebietes die als wertvoll angesehenen Industrieanlagen der Mandschurei ab und brachten sie in das vom Krieg gebeutelte Mutterland.
Wie in der Konferenz von Jalta vereinbart, waren die Sowjets innerhalb von drei Monaten nach der deutschen Kapitulation in den Krieg eingetreten, weshalb ihnen Sachalin, die Kurilen, Port Arthur und Dalian überlassen wurden. Die Gebiete auf dem asiatischen Festland wurden 1955 der Volksrepublik China übergeben, die anderen Besitzungen werden immer noch vom mächtigsten der Nachfolgerstaaten der Sowjetunion, der Russischen Föderation, verwaltet.
Obwohl die Sowjetunion den Nordteil der koreanischen Halbinsel erobert hatte, konnte sie nicht das gesamte Korea einnehmen, da die USA in Incheon gelandet waren, was schließlich zur Trennung Koreas und zu dem Koreakrieg 1950 führte.
Schlacht (Japan) | Schlacht (Sowjetunion) | Pazifikkrieg (Operation) | 1945
Operation August Storm | Guerra Unione Sovietica-Giappone | ソ連対日宣戦布告 | Советско-японская война
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