Der Opel GT ist ein zweisitziges Coupé-Modell der Automarke Opel, das von Oktober 1968 bis Mitte 1973 103.463 mal gebaut wurde. Opel_GT_blau_mit_Breitreifen.jpg
Charakteristisch war schon für die frühen Modelle die so genannte "Coke-Bottle-Shape", womit auf das schmale Mittelteil des Wagens angespielt wurde. Kurz darauf folgte das zweite Alleinstellungsmerkmal, die Klappscheinwerfer, die sich entlang der Längsachse aus den Fahrzeug herausdrehen konnten. Diese wurden bald darauf als "Schlafaugen" bezeichnet - in dieser Bauart von Opel patentiert.
Anlässlich der Eröffnung des Test- und Entwicklungszentrums in Dudenhofen wurde vor den Augen der Auto-Presse dann ein Opel GT zur Probefahrt freigegeben. Danach wurde die Technik des Fahrzeugs festgelegt. Man griff auf bewährte Großserientechnik zurück: Bodengruppe und Fahrwerk stammen vom Opel Kadett, der 1,9-Liter-Motor stammt aus dem Opel Rekord. Die Ausstülpung der Motorhaube ist der späteren Verwendung eines Serienmotors geschuldet, der nur knapp unter die Haube passte. Aufgrund des geringen Platzes in dem 1,22 m hohen Fahrzeug wurde außerdem der Zylinderkopfdeckel im vorderen Bereich abgeschrägt.
Die Geschäftsleitung von Opel stand allerdings vor dem Problem, dass für das neue Fahrzeug keine Kapazitäten frei waren. Eine Kleinserie von 30.000 Stück pro Jahr, was etwa einem Zehntel der Kadett-Produktion entsprach, ließ sich nicht ohne weiteres in einem der vorhandenen Werke einschieben. Man entschloss sich daher, dass die Karosserie von der Firma Chausson in Gennevillers, Frankreich, gefertigt werden sollte, während Lackierung, Technik und Innenausstattung von Brissoneau & Lotz in Creil, Frankreich, erledigt wurde. Schließlich sollten die Werkstücke nach Bochum geliefert werden, wo sie Motor, Fahrwerk und Getriebe erhalten sollten. Für einige Aufregung sorgte dann der angepeilte Preis von lediglich 10.000 DM, was heute einem Wert von ca. 29.500 € entspräche (= ca. 8,5 Ø Bruttomonatsgehälter), der durch bewusste Indiskretion vorab lanciert wurde. Spätestens jetzt wurde der neue Opel GT auch in den USA wahrgenommen.
Mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion wurde in die USA verschifft. Dort übernahm die GM-Tochter Buick die Vermarktung des Opel GT. Der Markenname Opel blieb dabei aber erhalten. Nachdem Opel zuvor mit dem Verkauf der in Europa sehr erfolgreichen Limousinen in den USA glücklos geblieben war, wurde der GT dort sehr bald als echter Sportwagen akzeptiert und verfügte über eine schnell wachsende Fan-Gemeinde. Dort galt der Opel GT als kleine Corvette, die übrigens vom selben Design-Team entworfen wurde. Im Jahr 1973 wurde die Produktion des Opel GT eingestellt. Die Gründe hierfür sind vielfältig: zum einen war Brissoneau & Lotz von Renault gekauft worden und kündigte nunmehr die Lieferverträge, zum anderen traten in den USA neue Sicherheitsvorschriften in Kraft, die u.a. besondere Stoßfänger vorschrieben, die sich nur schwer mit dem Fahrzeugdesign in Einklang bringen ließen. Es ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen unter GT-Liebhabern, ob GM die Produktion trotz des großen Erfolgs nicht weiterführte, weil der Opel GT der ebenfalls aus dem Hause GM stammenden Corvette Marktanteile in den USA streitig machte. Einerseits steht fest, dass der GT im GM-Heimatmarkt sehr beliebt war; ob es aber tatsächlich zu Kannibalisierungseffekten kam, kann bezweifelt werden, da die Corvette deutlich leistungsstärker und teurer war.
Ein immer wieder angedachtes Cabrio- bzw. ein Targa-Modell des Opel GT ging nie in Serie. Ebenfalls kam es nicht zur Produktion eines direkten Nachfolgemodells, des "Opel GT 2" bzw. "Opel GT 2+2"
| Modell | Opel GT 1100 | Opel GT 1900 | Opel GT / J | Bauperiode | 1968 - 1970 | 1968 - 1973 | 1971 - 1973 | Motor | Vierzylinder-Reihenmotor | Ventilsteuerung | OHV | CIH | Bohrung x Hub | 75 x 61 mm | 93 x 69,8 mm | Hubraum | 1078 cm³ | 1897 cm³ | Leistung | 44 kW bei 5200 U/min | 66 kW bei 5100 U/min | Drehmoment | 87 Nm bei 4400 U/min | 152 Nm bei 2800 U/min | Verdichtung | 1 : 9,2 | 1 : 9,5 | Vergaser | Zwei Solex 35 PDSI | Solex 32/32 TDID (Register) | Kurbelwellenlager | 3 | 5 | Kühlung | Pumpenumlauf, 4,6 ltr Wasser | Pumpenumlauf, 6 ltr Wasser | Schmierung | Pumpenumlauf, 2,8 ltr Öl | Pumpenumlauf, 3,5 ltr Öl | Stromversorgung | Lichtmaschine 12 V / 28 A Batterie 12 V / 36 Ah | Lichtmaschine 12 V / 35 A (später 45 A) Batterie 12 V / 44 Ah | Kraftübertragung | Viergang-Getriebe, Einscheiben-Trockenkupplung | Kardanwelle, Antrieb auf Hinterräder | wahlweise Dreigang-Automatik | Radstand (mm) | 2431 | Spur vorne (mm) | 1278 | Spur hinten (mm) | 1254 | Außenmaße (mm) L x B x H | 4113 x 1580 x 1225 | Leergewicht (kg) | 845 | 940 (Automatik: 960) | 940 | Gesamtgewicht (kg) | 1055 | 1160 (Automatik: 1180) | 1160 | V max (km/h) | 155 | 185 (Automatik: 177) | 185 | 0-100 km/h | 16,5 s | 11,5 s (Automatik 14,5 s) | 11,5 s | Verbrauch (ltr/100 km) | 11,5 Super | 12,5 Super (Automatik: 13,5 Super) | 12,5 Super | Kraftstoffvorrat | 50 Liter | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die ersten ausgelieferten Opel GT verfügten über keine ABE und wurden vom TÜV einzeln abgenommen.
Am 17. Mai 1971 erreichte ein mit einem Elektromotor ausgerüsteter Opel GT 188 km/h. Eine geplante Rekordfahrt von 100 km wurde jedoch nach 44 km abgebrochen, da die Akku-Zellen der Firma VARTA leer waren.
Unter Sammlern hat der Opel GT den Spitznamen "Corvette des kleinen Mannes".
Das maximale Drehmoment liegt bei 350 Nm, der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt in 5,7 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h.
Es gibt serienmäßig ein manuelles 5-Gang-Getriebe sowie ein Sportfahrwerk.
Der neue GT ist 4090 mm lang, 1810 mm breit und 1270 mm hoch. Der Radstand beträgt 2420 mm. Wie schon der Opel Speedster verfügt auch der GT über ein Stoffverdeck. Das Leergewicht liegt bei 1300 kg.