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Eine Online-Community ist eine Gemeinschaft von Menschen, die sich via Internet begegnet und austauscht. Ermöglicht wird dies durch dafür eingerichtete Plattformen. Chat, Instant-Messenger und Foren sind die bekanntesten Tools, die Kommunikation zwischen den Mitgliedern ermöglichen. Eine Online-Community muss aufgebaut, gepflegt und betreut werden. Oft werden Mitglieder aus der Online-Community für die Aufgaben mit einbezogen. Im deutschen Sprachgebrauch wird fälschlicher Weise die Online-Community oft mit der Technologie gleichgesetzt, die von der Online-Community genutzt wird. Eine Gemeinschaft definiert sich jedoch nicht über die Technologie, sondern durch den Inhalt, der sie zusammenführt. Es handelt sich um ein soziales Phänomen.

Historische Entwicklung


Im Jahre 1985 konstituierte sich in Sausalito, San Francisco, Nordkalifornien, ein netzbasierter Debattierclub namens „The Well“ (the Whole Earth 'Lectronic Link). Die von Stewart Brand und Larry Brilliant gegründete Community kann als eine der ersten Communities des Internet angesehen werden. Allerdings lassen sich auch die ersten Mailinglisten als Communities auffassen. Howard Rheingold verwendete als erster in seinem Buch den Begriff ‚virtuelle Gemeinschaften’, die heute als Online-, Net-, Cyber- oder E-Communities bezeichnet werden.

Schreibweise

Als Plural des Begriffs wird (Stand 2006) im Netz überwiegend "Online-Communities" verwendet, der Duden (23. Auflage) empfiehlt hingegen "Onlinecommunity" (ohne Bindestrich), respektive als Mehrzahl "Onlinecommunitys", da der Begriff inzwischen ein Lehnwort darstelle und entsprechend der Regeln der deutschen Grammatik dekliniert werde.

Bedeutung


Eine Community-Plattform im Internet bietet die grundlegenden Werkzeuge zur Kommunikation wie Foren, Chatsysteme, Newsboard, Tauschbörsen, MatchMaking u.v.m. Je nach Zielgruppe werden die Funktionen abgestimmt und auf die Interessen der Benutzer zugeschnitten. Hierbei sind Rückmeldungen von Nutzern (Wünsche, Anfragen, Ideen) sinnvoll, da sie zur Steigerung der Attraktivität und Akzeptanz beitragen.

Online-Communities entwickeln sich vor allem dann erfolgreich, wenn ihre treibende Kraft nicht die Marketingidee eines Unternehmens ist, sondern sie aus sich selbst, also den Wünschen der Gemeinschaft zu wachsen verstehen.

Beispiele für funktionierende Communities:

Die meisten Online-Communities sind dem Grunde nach demokratisch organisiert, in Einzelnen zeichnet sich aber eine steigende Tendenz zu Hierarchisierung und Institutionen ab. Sogar gerichtsbarkeitsähnliche, parlamentarische oder polizeiähnliche Institutionen wurden - meist auf Wunsch der User - eingeführt. Insoweit wird auch eine Entwicklung zu "Gesetzen" und starren Regularien - oder wenigstens der Wunsch danach - erkennbar. Juristische Begriffe wie "unzulässig", "Angeklagter", "unrechtmäßig" usw. finden mit zunehmender Tendenz Verwendung in den Diskussionen.

Untergruppen


Sci-Fi Community

Eine Sci-Fi Community ist im allgemeinen eine Online-Community, die sich mit Science-Fiction beschäftigt. Es gibt diese Communities in den unterschiedlichsten Arten und Ausrichtungen, z.B. online als Foren-Community, als Chat-Community aber in Einzelfällen auch offline, als Verein organisiert. Die meisten Sci-Fi Communities widmen sich einem oder einzelner Genres oder Serien. So gibt es z.B. Star Trek Communities oder Star Wars Communities als Subspezies der Sci-Fi Communities. Oft wird eine Vermischung von den Sci-Fi Fans der einzelnen Genres mit Unmut betrachtet, manche tolerieren dieses gar nicht. Zwischen den unterschiedlichen Sci-Fi Communities bricht da auch schonmal Streit aus, welche Serie und welcher Film denn nun die bessere Grundlage, Möglichkeit zur dort gezeigten realen Umsetzung in der Zukunft oder welche Ideologie die Beste sei. Reine Sci-Fi Communities, die sich allen Serien und Genres gleichermaßen widmen, sind deshalb wenig verbreitet, fühlen sich aber als Beispiel für die Prinzipien von Toleranz, Akzeptanz und Zusammenleben im interkulturellen Maßstab. Wie bei Communities üblich, werden die meisten auch hier ehrenamtlich von Fans betrieben und betreut und sind i.d.R. kostenlos. Es werden u.a. Events abgehalten, wie Chatrollenspiele, Quiz zu einzelnen Sci-Fi Themen, manche unternehmen auch online in Sci-Fi Online-Spielen Ausflüge oder es werden offline Treffen und Konventions veranstaltet, häufig sind hier die Schauspieler oder Autoren der Serien anzutreffen.

Wiki Community

Eine Wiki Community ist eine Online-Community, die sich um ein Wiki-Projekt herum bildete. Den Nutzern hier geht es im Gegensatz zu denen von anderen Untergruppen von Online-Communities darum, gemeinsam - zumeist textliche - Inhalte online zu erstellen und sie anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. So verfolgt beispielsweise die Wikipedia das Ziel, "die Gesamtheit des Wissens unserer Zeit in lexikalischer Form anzubieten". Es finden über diese Inhaltserstellung teilweise heftige Diskussionen statt. Sie benutzen dafür eine Wiki-Software und sind daher eher weniger über Chat oder Foren organisiert, es finden aber auch offline Treffen statt.

Voting Community

Eine Voting Community ist eine Online-Community, deren Mitglieder sich einer Bewertung durch andere Mitglieder stellen. Einige dieser Communities lassen auch Bewertungen durch Nichtmitglieder zu. In den meisten Fällen werden ausschließlich Fotos der Mitglieder zur Bewertung gestellt, die üblicherweise mit 0 bis 10 Punkten bewertet werden können. Einige wenige Communities dieser Art legen jedoch bewusst Wert darauf, dass die Bewertungen nicht nur die Bilder betreffen sollen, sondern den Gesamteindruck aus Fotos, Vorstellungstexten, Beiträgen in eventuell vorhandenen Foren, privatem Kontakt und so weiter.

In den meisten Voting Communities laufen die Abstimmungen ununterbrochen, und es werden höchstens Wochen- oder Monatsbeste gekürt und dann auf der Hauptseite der Community entweder direkt oder per Verknüpfung präsentiert. Einige wenige Voting Communities führen allerdings tatsächlich ein Jahr lang laufende Runden durch und küren am Ende dieser Runden eine Siegerin und/oder einen Sieger, ganz ähnlich wie bei Misswahlen.

In vielen Voting Communities gibt es immer wieder Diskussionen darüber, wie viel nackte Haut denn toleriert werden soll. Abgesehen von solchen Communities, die bewusst (zur Gewinnung von Werbekunden etwa und zur Steigerung der Zugriffszahlen) jegliche Entblößung tolerieren, gelten in den meisten Communities Bikini/Unterwäsche bei Frauen und Unterhose bei Männern als minimale Bekleidung. Dennoch entbrennen regelmäßig Diskussionen darüber, wie "billig" solch eine Präsentation ist. Oft wird dabei als Argument der Ruf der jeweiligen Community ins Feld geführt – welchem von der Gegenseite nicht selten damit begegnet wird, dass hier wohl der Neidfaktor eine Rolle spiele. Die Freizügigkeitstoleranz einer Voting Community ist deswegen auch eines der Kriterien, in welcher Community sich ein/eine Nutzer/in wohl fühlt.

Siehe auch


Literatur


  • Michael Bächle: Virtuelle Communities als Basis für ein erfolgreiches Wissensmanagement. In: HMD. Praxis der Wirtschaftsinformatik. Nr. 246, Dezember 2005, S. 76-83
  • Howard Rheingold: Virtuelle Gemeinschaften: Soziale Beziehungen im Zeitalter des Computers. Addison Wesley, Bonn/Paris 1994
  • Howard Rheingold: The Virtual Community: Homesteading on the Electronic Frontier. 2. Auflage. MIT Press, 2000, ISBN 0-26268121-8
  • Derek M. Powazek: Design for Community - The Art of Connecting Real People in Virtual Places. ISBN 0-73571075-9
  • Amy Jo Kim: Community Building on the Web: Secret Strategies for Successful Online Communities. Peachpit Press, 2000 ISBN 0201874849
  • Marc Smith, Peter Kollock (Hrsg.): Communities in Cyberspace. Routledge, 1998 ISBN 0-41519140-8
  • Christian Eigner, Helmut Leitner, Peter Nausner: Online-Communities, Weblogs und die soziale Rückeroberung des Netzes. Nausner & Nausner, 2003 ISBN 3-90140237-3
  • Erik Möller: Die heimliche Medienrevolution - Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern. Heise, 2004 ISBN 3-93693116-X
  • Chris Werry, Miranda Mowbray: Online Communities. Prentice Hall, 2001 ISBN 0-13032382-9
  • Christian Stegbauer: Grenzen virtueller Gemeinschaft. Strukturen internetbasierter Kommunikationsforen. Verlag für Sozialwissenschaften, 2001 ISBN 3-53113644-5

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