Omaha Beach bezeichnete während der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg einen französischen Küstenabschnitt in der Normandie bei Colleville-sur-Mer und Saint-Laurent-sur-Mer.
Omaha Beach war der mit mehr als zehn Kilometer Länge der ausgedehnteste Landungsabschnitt und war noch einmal unterteilt in acht Landungszonen, die von West nach Ost als Charlie, Dog Green, Dog White, Dog Red, Easy Green, Easy Red, Fox Green und Fox Red bezeichnet wurden. Easy Red war mit rund 2,2 km der längste Abschnitt. Omaha erstreckte sich von der im Westen liegenden Mündung der Vire bei Vierville-sur-Mer bis zum kleinen Fischerhafen von Port-en-Bessin.
Das westliche Drittel des Strandes wurde durch einen 3 Meter hohen Wall begrenzt und der komplette Strand endete an 30 Meter hohen Klippen. Es gab fünf Ausgänge (Exits) ins Hinterland. Der am besten befestigte war eine gepflasterte Straße in einer Schlucht, die nach Vierville-sur-Mer führte. Zwei waren nur einfache, unbefestigte Wege und zwei weitere waren die schmalen unbefestigten Sträßchen zu den Dörfern Colleville-sur-Mer und Saint-Laurent-sur-Mer.
Formal gehörte auch das westlich von der Zone Charlie gelegene Kliff Pointe du Hoc zum Omaha-Landegebiet. Dort befanden sich sechs deutsche Stellungen mit 155-mm-Artilleriegeschützen, die den Strand bewachten und somit die amerikanischen Landungstruppen an den Strandabschnitten Utah und Omaha Beach unter Beschuss hätten nehmen können. Obwohl die Stellungen oft von Bomberverbänden und Schiffsartillerie angegriffen wurden, waren die Befestigungen zu stark und hielten dem Beschuss stand. Deshalb wurde dem US-amerikanischen 2. Rangerbataillon der Auftrag gegeben, die Geschütze am Morgen des D-Day zu vernichten.
Ab Dezember 1943 befahl Feldmarschall Erwin Rommel nach der Besichtigung der Abschnitte einen sofortigen Ausbau und es wurden 13 gut befestigte Stellungen errichtet. Diese waren mit kleineren Posten durch ein weitläufiges Grabensystem verbunden. Zusätzlich legten die Deutschen weiträumige Minenfelder aus, die bis unter die Ebbe-Wasserlinie reichten, und errichteten Strandhindernisse. Dazu gehörten Panzersperren aus Eisenträgern, Stacheldraht und die berüchtigten Rommelspargel gegen Luftlandungen und anlaufende Landungsboote.
Die Landungstruppen erlitten am Omaha Beach die größten Verluste, da die 448 B-24 Bomber mit 1.285 Tonnen Bomben der 2. Bomberdivision der 8. Air Force aufgrund schlechter Sicht die deutschen Stellungen verfehlten und dadurch die Verteidigungsanlagen größtenteils intakt blieben. 117 B-24 Bomber kehrten sogar mit ihrer Ladung wieder zurück nach England, da sie ihre Ziele nicht fanden.
Lediglich die Schiffsartillerie der USS Texas, USS Arkansas, der HMS Glasgow sowie der französischen Kriegsschiffe Montcalm und Georges Leygues beschossen Ziele am Strand und auf den Höhen. Ein weiteres Problem bestand darin, dass die LCR (Landing Craft Rocket, mit Raketenwerfern bewaffnete Landungsboote) ihre Raketensalven, die die Stacheldrahtverhaue und Minenfelder zerstören sollten, zu kurz ins Wasser schossen, ohne die deutschen Stellungen zu beschädigen. Die bis zu 30 m hohen Steilhänge und Klippen sowie die dort seit Dezember 1943 stationierte 352. Infanteriedivision erschwerten zusätzlich die Stürmung und Sicherung des Abschnittes.
Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass die Omaha-DDs als Zielpunkt eine Kirchturmspitze am Horizont hinter den Omaha-Klippen anvisierten. Um die Sichtlinie beizubehalten schienen die Schwimmpanzer auf Grund der herrschenden Strömung sich schnell parallel zum Strand ausgerichtet zu haben. Die hohen Wellen konnten dann über die Schutzhülle in das Innere eindringen und die Panzer überfluten. Wären sie ihrer ursprünglichen Ausrichtung treu geblieben, hätte ihnen eine Strandankunft gelingen können. Andere Meinungen gehen von einem Selbstschutz der Schiffskommandanten aus, die ihre Schiffe bei zu großer Küstennähe in Gefahr sahen und so die Schwimmpanzer zu früh aussetzten. Es gibt aber auch die Ansicht, dass der Befehl, angesichts der hohen Wellen die DDs näher zum Strand zu bringen, alle Bereiche erreichte, nur Omaha Beach nicht.
Das erste deutsche Widerstandsnest (WN 61) konnte gegen 7:10 Uhr von einem der beiden ersten an Land gelangten DD-Tanks ausgeschaltet werden.
Die gleichen Probleme ergaben sich bei der Navigation der Landungsboote der Infanterie. Jedem Boot war ein enger Strandabschnitt zugeteilt, an dem die angelandeten Truppen genaue Anweisungen zur Zerstörung von Hindernissen am Strand und zur Erstürmung der steilen Küste hatten. Trotz einer genauen Luftkartografierung des Strandes konnten die besonderen Marken an Land schlecht ausgemacht werden. Des Weiteren trieb starker Wind und eine bei Flut eintretende Unterwasserströmung die Boote ab, so dass die wenigsten an ihrem vorgesehenen Punkt anlandeten. Die meisten wurden weit nach Osten abgetrieben und der Brückenkopf hatte sich auf mehr als 6,5 Kilometer ausgedehnt. Aus diesem Grund kämpften die Infanterieeinheiten der 29. Infanteriedivision der Nationalgarde und der 1. Infanteriedivision zum Teil an vollkommen anderen Orten als ursprünglich geplant. Auf unbekanntem Gelände gerieten sie in die Schusslinien ihnen unbekannter deutscher Stellungen und erlitten teils extrem hohe Verluste. So blieb der Vormarsch vorerst im Abwehrfeuer stecken. Hinter den Deckung suchenden Truppen strömten trotz allem ab 7:00 Uhr weitere Soldaten der nächsten Wellen an Land. Es dauerte etwa 40 Minuten, bis alle Einheiten an Land waren.
Auf der rechten (westlichen) Flanke konnte das 743. Panzer Bataillon fast alle seine Panzer mittels der Landungsboote an den Strand bringen. Zehn Panzer wurden am Strand zerstört, vier Panzer sanken mit einem LCT vor Vierville und weitere gingen am Strand durch eine Explosion, die nicht durch Feindbeschuss ausgelöst wurde, verloren. Drei weitere konnten von den Kanonieren der 9/726 ID ausgeschaltet werden. Um ca. 13:25 waren mit der 13. Welle etwa 34 Panzer am Weststrand zwischen Vierville und Saint Laurent.
Die an Land gegangenen Pioniereinheiten (Engineer Special Brigade), die Breschen in die deutschen Verteidigungsstellungen sprengen sollten, kamen meist mit einer fast 10-minütigen Verspätung an ihre Einsatzstellen, wenn sie sie denn überhaupt erreichten. Vielfach waren unterwegs die kompletten Sprengstoffpakete und Zünder verloren gegangen.
Gegen 10:00 Uhr lagen am Strand ca. 2.000 Tote und die Offiziere begannen die verbliebenen Soldaten neu zu gruppieren. Sie kämpften sich anschließend durch die klippennahen Minenfelder und Hindernisse um weiter gegen die deutschen Stellungen vorrücken zu können. Kurz darauf begann die Belagerung des Widerstandsnestes WN 64 östlich des Ruquet-Tals am E1 Beach Exit, das in der Folge von den Deutschen aufgegeben wurde. WN 65 fiel etwa um 10:30 Uhr. Damit war E1 freigekämpft und die Amerikaner konnten an dieser Stelle den Vormarsch ins Hinterland beginnen.
Zwei amerikanische Zerstörer näherten sich Omaha bis auf rund 1.100 Meter um deutsche Schlüsselstellungen östlich von Les-Moulins zu beschießen.
An anderen Stellen des Omaha Beach waren wesentlich stärker bewaffnete und befestigte deutsche Verteidigungsstellungen zu überwinden. General Bradley empfing gegen Mittag die Nachricht, dass große Truppenteile auf dem Strandabschnitt Easy Red feststecken. Auf den Abschnitten Easy Red und Easy Green treffen weitere Verstärkungswellen ein und die Verwundeten werden abtransportiert.
Das deutsche Widerstandsnest WN 72 ergab sich etwa um 13:00 Uhr, so dass der Strandausgang D1 nach Vierville-sur-Mer frei war. Eine halbe Stunde später unterlief der deutschen 352. Infanterieeinheit einer der nachhaltigsten Fehler: Sie meldete fälscherweise an die 7. Deutsche Armee, dass der alliierte Landungsversuch ins Meer zurückgeworfen wurde. Möglicherweise kam der Funkspruch auch verstümmelt bei der 7. Armee an und wurde dort falsch interpretiert.
Im Sektor Easy Red an der Grenze zum Sektor Fox Green gelang den Amerikanern um 14:35 Uhr die Ausschaltung des starken deutschen Widerstandsnestes WN 62 aus dem nur die drei deutschen Soldaten Hans Warnecke, Franz Gockel und der später unter den Amerikanern als "Beast of Omaha Beach" bekannt gewordene Heinrich Severloh entkommen konnten. Severloh hat nach eigenen Angaben auf Easy Red und Fox Green allein über 2.000 amerikanische GIs mit seinem Maschinengewehr MG42 getötet, bevor ihm die Tragweite seines Handelns bewusst geworden war.
Der Strandausgang D1, der vom deutschen Stützpunkt WN 73 in der Nähe eines Hauses unter starkem Beschuss genommen wurde, konnte erst gegen 17:00 Uhr von zwei amerikanischen Rangerbataillonen genommen werden. Anschließend gelang es Truppenteilen der 29. US-Infanteriedivision fast bis Pointe du Hoc vorzudringen. Bedingt durch Gegenstöße von deutscher Seite mussten sich die Truppen und die Panzer allerdings auf den letzten Ort vor Pointe du Hoc zurückziehen.
Ab 20:00 Uhr trafen weitere Landungswellen ein, die zusätzliches Material wie Panzer und Artillerie brachten.
Auf der Westseite von Omaha Beach gelang es der 1. US-Division nicht die Tagesziele zu erreichen. Am Morgen des 7. Juni unternahmen Teile des 915. Deutschen Grenadierregiments nochmals einen Vorstoß Richtung Küste. Dieses Unternehmen scheiterte und führte zum endgültigen Zusammenbruch im Strandbereich.
Ab dem 7. Juni 1944 zogen sich die restlichen deutschen Truppenteile nur noch zurück, da gegen die Übermacht der alliierten Panzer, Artillerie und Luftwaffe ein Ankämpfen mit Handwaffen und den vereinzelten Panzern nicht mehr möglich war.
Omaha Beach diente nach dem D-Day als Hafenanlage. Neben dem künstlichen Hafen in Arromanches (Mulberry B) wurde ein zweiter Hafen am Strand von Vierville-Saint-Laurent eingerichtet. Dieser Mulberry A (A-American /B-British) wurde durch einen sehr starken Sturm zwischen dem 19 und 22. Juni 1944 zerstört. Die noch gebrauchsfähigen Teile wurden nach Arromanches verbracht und die Versorgungsgüter wurden direkt auf dem Strand durch LCTs, DUKS und LSTs ausgeladen.
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