| XI. Olympische Sommerspiele | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Olympic rings.svg | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Teilnehmende Nationen | 49 | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Teilnehmende Athleten | 3961 (3633 Männer, 328 Frauen) | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Wettbewerbe | 129 in 19 Sportarten | - bgcolor="#FFFFFF" | Eröffnung | 1. August 1936 | - bgcolor="#FFFFFF" | Schlussfeier | 16. August 1936 | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Eröffnet durch | Adolf Hitler | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Olympischer Eid | Rudolf Ismayr (Athleten) | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Olympische Fackel | Fritz Schilgen |
|---|
- bgcolor="#efefef" | Medaillenspiegel (ohne Kunstwettbewerbe) | |||||
| Platz | Land | G | S | B | Total | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Flag of Germany 1933.svg Deutschland | 33 | 26 | 30 | 89 | |
| 2 | US Old Glory.png Vereinigte Staaten | 24 | 20 | 12 | 56 | |
| 3 | Flagge Ungarns 1918-1944.gif Ungarn | 10 | 1 | 5 | 16 | |
| 4 | Italy flag 1861.png Italien | 8 | 9 | 5 | 22 | |
| 5 | Flag of Finland.svg Finnland | 7 | 6 | 6 | 19 | |
| Flag of France.svg Frankreich | 7 | 6 | 6 | 19 | ||
| 7 | Flag of Sweden.svg Schweden | 6 | 5 | 9 | 20 | |
| 8 | Flag of Japan.svg Japan | 6 | 4 | 8 | 18 | |
| 9 | Flag of the Netherlands.svg Niederlande | 6 | 4 | 7 | 17 | |
| 10 | Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich | 4 | 7 | 3 | 14 | |
| 11 | Flag of Austria.svg Österreich | 4 | 6 | 3 | 13 | |
| ... | ... | ... | ... | ... | ... | |
| 16 | Flag of Switzerland.svg Schweiz | 1 | 9 | 5 | 15 | |
- bgcolor="#FFFFFF" | Vollständiger Medaillenspiegel | |||||
Der herausragende Sportler der Spiele war der US-amerikanische Leichtathlet Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewann. Der Kunstturner Konrad Frey war mit drei Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen der erfolgreichste deutsche Athlet. Neben der sportlichen Bedeutung zeichneten sich die Spiele 1936 besonders dadurch aus, dass die regierenden Nationalsozialisten sie erfolgreich als Propaganda
Beim Ende Mai 1930 in Berlin stattfindenden „IX. Olympischen Kongress“ stellte die Reichshauptstadt ihre Kandidatur vor. Reichsinnenminister Joseph Wirth legte den Plan in seiner Eröffnungsrede im Audimax der Friedrich-Wilhelms-Universität dar, ohne allerdings konkret auf einen Austragungsort oder das Jahr der Spiele einzugehen. Die Bewerbung für 1936 wurde erst am Abend bei einem Bankett im Roten Rathaus ausgesprochen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich außer Berlin auch Alexandria, Barcelona, Budapest, Buenos Aires, Dublin, Frankfurt am Main, Helsinki, Köln, Lausanne, Nürnberg, Rio de Janeiro und Rom beworben. Ein Jahr später, zur 30. Session des IOC in Barcelona, waren aber nur noch vier Kandidaten übrig geblieben. Als dann auch noch Budapest und Rom ihre Kandidaturen zurückzogen, kam es zu einer Stichwahl zwischen Barcelona und Berlin.
Eine erste Abstimmung ergab eine Mehrheit für Berlin. Da aufgrund der Unruhen in Spanien bei diesem Treffen jedoch nur 20 der damals 67 IOC-Mitglieder anwesend waren, schlug IOC-Präsident Henri de Baillet-Latour mit Zustimmung der beiden deutschen Delegierten vor, den abwesenden Mitgliedern die Möglichkeit einer telegrafischen Abstimmung oder einer Briefwahl einzuräumen. Die endgültige Auszählung der Stimmen fand am 13. Mai 1931 im Sitz des IOC in Lausanne in Anwesenheit von Bürgermeister Paul Perret und IOC-Vizepräsident Godefroy de Blonay statt. Schließlich hatten sich 43 IOC-Mitglieder für Berlin und 16 für Barcelona entschieden sowie acht der Stimme enthalten.
Eine besondere Rolle spielten deutsche linksintellektuelle Emigranten in Frankreich, die vor allem im „Pariser Tageblatt“ gegen die Durchführung der Spiele in Deutschland protestierten. Um diese verschiedenen Aktivitäten gegen die Austragung der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin zu koordinieren, gründete sich am 7. Dezember 1935 in Paris das „Comité international pour le respect de l'esprit olympique“. Es bestand aus Mitgliedern der Komitees zur Verteidigung der Olympischen Idee Großbritanniens, Frankreichs, der Niederlande, der skandinavischen Länder, der Tschechoslowakei sowie der Schweiz und hatte auch Verbindung zum amerikanischen Fair-Play-Komitee.
Das Komitee unterstützte auch die Vorbereitungen der als Gegenolympiade geplanten Volksolympiade vom 19. bis 26. Juli 1936 in Barcelona, die wegen des einsetzenden Spanischen Bürgerkrieges abgebrochen werden musste, sowie die antifaschistische Kunstausstellung „de olympiade onder dictatuur“ in Amsterdam. Insgesamt blieb dieser Widerstand jedoch chancenlos gegenüber der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie, der das IOC gerne Glauben schenkte.
Größeres Gewicht kam da den Boykottbestrebungen in den USA zu, die bereits 1933 begannen und durch die Verabschiedung der „Nürnberger Rassegesetze“ vom 15. September 1935 nachhaltig bekräftigt wurden. Hier hatte sich eine breite Fair-Play-Bewegung gebildet, die von den großen Sportverbänden der „Amateur Athletic Union“ (AAU), der größten Gewerkschaftsorganisation „The American Federation of Labor“ (AFL), Universitäten und prominenten Sportlern getragen wurde. Ein Boykott der Olympischen Spiele durch die USA hätte einen erheblichen Imageverlust für das nationalsozialistische Regime bedeutet. Die amerikanische Regierung wollte ausdrücklich keinen Einfluss auf die Diskussion nehmen und stellte der AAU die Entscheidung über Teilnahme oder Boykott frei. Auf der Jahreshauptversammlung der amerikanischen „Amateur Athletic Union“ sollte im Dezember 1935 über die Olympiateilnahme der USA entschieden werden. Als Avery Brundage, der Vorsitzende des amerikanischen NOK und entschiedener Befürworter einer Teilnahme sah, dass er die Abstimmung möglicherweise verlieren würde, verzögerte er die Entscheidung um einen Tag. Über Nacht zitierte er per Telegramm weitere stimmberechtigte Delegierte herbei. Die Befürworter setzten sich am 8. Dezember 1935 mit 58:56 Stimmen gegen die Boykott-Unterstützer um AAU-Präsident Jeremia Mahoney durch und die USA nahmen an den Olympischen Sommerspielen in Berlin teil. Die meisten anderen Nationen schlossen sich darauf dieser Haltung an.
Der Lauf begann in Olympia (20. Juli) und führte über die Stationen Athen, Delphi, Sofia (25. Juli), Belgrad (27. Juli), Budapest (28. Juli), Wien (29. Juli) und Prag (30. Juli). Am 1. August um 11:42 Uhr erreichte die Fackel das Berliner Stadtgebiet. Der Schlussläufer des Fackellaufes war der Leichtathlet Fritz Schilgen, er entzündete während der Eröffnungsveranstaltung die Olympische Flamme. Anschließend brachten Fackelläufer die Flamme zu den olympischen Wettkampfstätten in der Kieler Bucht (2. August) und Grünau (7. August).
Entworfen hatten die Fackel Walter Lemcke und Peter Wolf, die Firma Krupp stellte die Fackelhalter kostenlos zur Verfügung. Auf dem Schaft wurde die Strecke des Laufes als stilisierte Routenkarte eingraviert. Darüber ist ein Adler mit angelegten Schwingen, welcher die olympischen Ringe in den Fängen trägt abgebildet. Unter dem Adler steht der Schriftzug (in Großbuchstaben) „Fackel-Staffellauf / Olympia-Berlin / 1936“. Auf dem Teller ist kreisrund „Als Dank dem Träger * Organisations-Komitee für die XI. Olympiade Berlin 1936“ eingraviert, auf der Unterseite des Tellers „Krupp Nirosta V2A Stahl“ und „Stiftung der Fried. Krupp A.G., Essen“.
Die Fackel ist 27 Zentimeter groß und wiegt 450 Gramm. Die Spitze der Fackel bestand aus Magnesium, das ungefähr zehn Minuten lang brannte. Alle 3331 der von den NOK der sieben Länder ausgewählten Fackelläufer erhielten neben dem Fackelhalter auch eine Urkunde.
Genauso wie die Olympischen Ringe, die Olympische Flamme und der Olympische Eid, wurde auch die Glocke ein Symbol der Berliner Spiele. In der Nähe des Berliner Olympiastadions entstand 1934 nach den Plänen von Professor Werner March der etwa 77 Meter hohe Berliner Glockenturm.
Die Musik zur Olympischen Hymne komponierte Richard Strauss, der Text stammte von Robert Lubahn:
Das Organisationskomitee wandte sich jedoch zunächst an den Dichter Gerhart Hauptmann, der auch versprach, einen Text zu schreiben. Da er diesen jedoch nicht lieferte, regte Börries von Münchhausen ein Preisausschreiben an, das 3000 Einsendungen hatte. Börries von Münchhausen wählte davon vier Texte aus und schickte sie an Richard Strauss, der sich für denjenigen des erfolglosen Schauspielers und Rezitators Robert Lubahn entschied. Weltpremiere feierte die Hymne am 1. August 1936 während der Eröffnungsveranstaltung im Olympiastadion Berlin.
Das Zentrum der Sportanlagen bildete das Olympiastadion, welches 100.000 Zuschauern Platz bot und eine 400 Meter lange Aschenbahn hatte. Dort wurden die Wettbewerbe in der Leichtathletik, die Springwettbewerbe im Reiten, im Feldhandball und die Spiele im Fußball ab dem Halbfinale ausgetragen. Außerdem fanden dort die Eröffnungs- und die Abschlusszeremonie statt. Die Vor- und Zwischenrundenspiele des Olympischen Fußballturniers wurden im Poststadion, im Mommsenstadion und auf dem Hertha-BSC-Platz ausgetragen. Die Feldhandballwettbewerbe nutzten auch das Polizeistadion und den BSV-Platz.
Das direkt neben dem Olympiastadion gelegene Schwimmstadion war Austragungsort für die Schwimmwettbewerbe und die Wasserballspiele. Es hatte 18.500 Zuschauerplätze und ein Schwimmbecken in der Größe von 50 Meter x 20 Meter. Für das Wasserspringen stand ein 20 Meter x 20 Meter großes Sprungbecken zur Verfügung.
In der Deutschlandhalle, welche 20.000 Zuschauern Platz bot, fanden die Wettbewerbe im Gewichtheben, Ringen und Boxen statt. Das Feldhockey-Turnier wurde im Hockeystadion ausgetragen, welches ebenfalls 20.000 Zuschauerplätze hatte. Die Wettbewerbe im Fechten wurden an verschiedenen Orten ausgetragen; im Haus des Sports, im Kuppelsaal, im Sportforum und auf den Tennisplätzen. Auch die Basketballspiele fanden auf den Tennisplätzen des Reichssportfeldes statt.
Die Reitwettbewerbe wurden an den verschiedensten Lokalitäten durchgeführt; das Dressurreiten auf dem Maifeld und auf dem Truppenübungsplatz in Döberitz, wo sich auch das Olympische Dorf befand, der Geländeritt auf der Jagdrennbahn Ferbitz. Die Schießwettbewerbe fanden in Berlin-Wannsee auf dem Schießplatz der „Deutschen Versuchsanstalt für Handfeuerwaffen“ statt. Außerdem war der Schießplatz Ruhleben ein Austragungsort.
Das Radstadion hatte eine 400 Meter lange Holzbahn und bot 12.000 Zuschauern Platz. Hier fanden die Wettbewerbe im Bahnradsport statt. Start und Ziel für die Straßenwettbewerbe war die Nordschleife der „Avus“. Die Strecke führte über die Südschleife der „Avus“, Schildhorn, Heerstraße, Staaken, Dallgow, Döberitz, Olympisches Dorf, Priort, Kartzow, Fahrland, Krampnitz, Groß-Glienicke, Karolinenhöhe, Heerstraße und Schildhorn wieder zur Südschleife der „Avus“.
Auf der Dietrich-Eckart-Freilichtbühne fanden vor 20.000 Zuschauern die Wettbewerbe im Turnen statt. Polo wurde auf dem Maifeld gespielt. Der Golf- und Landclub Wannsee war Austragungsort für den Geländelauf im Modernen Fünfkampf. In Berlin-Grünau wurden die Wettbewerbe im Rudern und im Kanufahren auf einer 2000 Meter langen Regattastrecke ausgetragen, auf deren Tribüne 9000 Zuschauer Platz fanden. Die Wettbewerbe im Segeln wurden im Olympia-Hafen in Kiel ausgetragen.
Der Kunstwettbewerb begann am 15. Juli 1936. Bis zum Abschluss der Olympischen Spiele konnte die Ausstellung in der Halle VI des Messegeländes besichtigt werden. Die Demonstrationssportart Baseball wurde im Olympiastadion dargeboten, die Demonstrationssportart Segelflug auf dem Flugplatz Staaken.
Der Großteil der männlichen Olympiateilnehmer residierte jedoch im Olympischen Dorf bei Döberitz. Das Dorf sollte ein Ort der Ruhe sein, an den sich die Sportler zurückziehen konnten. Zugleich ermöglichte das Dorf die kostengünstige Unterbringung und Verpflegung der Athleten und bot ihnen Trainingsmöglichkeiten sowie ein Unterhaltungsprogramm. Das Organisationskomitee hatte ein Team von Architekten und Landschaftsgärtnern mit der Planung des Dorfes beauftragt. Die Gesamtleitung lag beim Architekten Werner March, der schon für die Planung des Reichssportfeldes und des Olympiastadions verantwortlich war. Ihm standen außerdem sein Bruder Walter March, der Architekt Georg Steinmetz und der Gartenarchitekt und Landschaftsplaner Heinrich Wiepking-Jürgensmann zur Seite.
Das Olympische Dorf bestand aus einem Empfangsgebäude, etwa 140 einstöckigen und fünf zweistöckigen Wohnbauten, einem großen Speisehaus, einem Küchenhaus, dem Hindenburghaus, dem Kommandantenhaus, einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einer Sauna sowie einem Ärzte- und Krankenhaus. Das Speisehaus hatte 38 Speisesäle, welche jeweils bestimmten Nationen vorbehalten waren. Im Hindenburghaus fanden die abendlichen Unterhaltungsveranstaltungen statt, die durch die Leitung der NS-Kulturgemeinde veranstaltet wurden. Dazu gehörten Berichte über die Olympischen Spiele, Filmwochenschauen, Spielfilme, Sportfilme, Kabarett, Konzerte, Ballett und Kulturfilme.
Nach Ende der Spiele verwendete die Deutsche Wehrmacht das Gelände des Olympischen Dorfes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zu einem sowjetischen Kasernengelände umfunktioniert.
Außerdem erhielten alle Medaillengewinner Urkunden, Eichenkränze und jeder Sieger ein Eichbäumchen. Bei diesen 70 cm großen Bäumchen handelte es sich um die deutsche Stieleiche („Quercus pendunculata“). Sie befand sich in einem braunen Keramiktöpfchen mit der Aufschrift „Wachse zur Ehre des Sieges – rufe zur weiteren Tat“. Außerdem wurden die Namen aller Sieger auf Tafeln am Marathontor des Olympiastadions verewigt.
Den Vorschlag der Internationalen Sportverbände, direkt an den Sportstätten die Siegerehrungen vorzunehmen, lehnte das IOC ab. Es bestand auf zentrale Siegerzeremonien im Olympiastadion. Dort fanden diese oftmals aber mit dreitägiger Verspätung statt. Erstmals wurden während der Siegerehrung die Nationalhymnen der Sieger abgespielt. Insgesamt wurden in 129 Wettbewerben in 19 Sportarten Medaillen vergeben, außerdem fanden 15 Kunstwettbewerbe statt.
| Zeitplan der Olympischen Sommerspiele 1936 | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| August | 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | Zuschauer | |
| Eröffnung | 91.359 | |||||||||||||||||
| Basketball | • | 21.808 | ||||||||||||||||
| Boxen | • | 134.765 | ||||||||||||||||
| Fechten | • | • | • | • | • | • | • | 35.658 | ||||||||||
| Feldhandball | • | 208.966 | ||||||||||||||||
| Feldhockey | • | 184.103 | ||||||||||||||||
| Fußball | • | 507.469 | ||||||||||||||||
| Gewichtheben | • | • | • | 137.939 ¹ | ||||||||||||||
| Kanu | • | • | 24.603 | |||||||||||||||
| Leichtathletik | • | • | • | • | • | • | • | • | 760.108 | |||||||||
| Moderner Fünfkampf | • | 24.192 | ||||||||||||||||
| Polo | • | 135.284 | ||||||||||||||||
| Radsport | • | • | • | 31.478 | ||||||||||||||
| Reiten | • | • | 104.277 ² | |||||||||||||||
| Ringen | • | • | • | 137.939 ¹ | ||||||||||||||
| Rudern | • | 79.300 | ||||||||||||||||
| Schießen | • | • | • | 2610 | ||||||||||||||
| Schwimmen | • | • | • | • | • | • | • | 218.534 | ||||||||||
| Segeln | • | • | 21.373 | |||||||||||||||
| Turnen | • | • | 64.760 | |||||||||||||||
| Rahmenveranstaltungen | 796.427 ³ | |||||||||||||||||
| Abschluss | 92.314 | |||||||||||||||||
| August | 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | Zuschauer | |
| • = Medaillenentscheidungen ¹ = Die Zuschauer beim Ringen und Gewichtheben wurden zusammengefasst ² = Ohne Springreiten während der Abschlussveranstaltung ³ = Hierzu zählen beispielsweise die Kunstausstellung und die Demonstrationssportarten | ||||||||||||||||||
Die beiden Halbfinals fanden am 13. August statt. Qualifiziert hatten sich die Mannschaften aus den Vereinigten Staaten, Mexiko, Kanada und Polen. Im ersten Halbfinale trennten sich die Vereinigten Staaten und Mexiko mit 25:10, das zweite Halbfinale zwischen Kanada und Polen endete 42:15. Im Spiel um Platz 3 am darauf folgenden Tag standen sich die Mannschaften aus Mexiko und Polen gegenüber, das Spiel endete 26:12. Am 14. August um 18:25 Uhr spielten im Finale dann die Vereinigten Staaten gegen Kanada. Erstere gewannen 19:8 und errangen somit die Goldmedaille. Silber ging an Kanada, Bronze an Mexiko.
Briefmarke Olympia 1936 6Pf.jpg Je ein Land der Gruppe A wurde dann einem Gegner aus Gruppe B zugelost. Die Sieger der Vorrunde gelangten in die Zwischenrunde, die Sieger der Zwischenrunde in die Halbfinals. Das Ausscheiden der deutschen Fußballmannschaft in der Zwischenrunde mit einem 0:2 gegen Norwegen in dem einzigen jemals von Adolf Hitler besuchten Fußballspiel der Nationalmannschaft trübte die Stimmung der Deutschen. Nach diesem frühzeitigen Scheitern wurde Reichstrainer Otto Nerz abgelöst. Ebenfalls in der Zwischenrunde wurde Österreich in der Verlängerung eindeutig mit 4:2 von Peru besiegt. Da in der Pause jedoch peruanische Zuschauer auf das Spielfeld gestürmt waren und einen österreichischen Spieler getreten hatten, wurde das Spiel annulliert und neu angesetzt. Dazu trat Peru jedoch nicht mehr an, womit die Mannschaft ausschied. In Peru kam es daraufhin zu Demonstrationen vor der deutschen und der österreichischen Botschaft.
Die beiden Halbfinals fanden am 10. und 11. August statt. Qualifiziert hatten sich bis dahin die Mannschaften aus Italien, Norwegen, Österreich und Polen. Im ersten Halbfinale trennten sich Italien und Norwegen mit einem 2:1 nach Verlängerung, das zweite Halbfinale zwischen Österreich und Polen endete 3:1. Im Spiel um Platz 3 am 13. August standen sich die Mannschaften aus Norwegen und Polen gegenüber, das Spiel endete 3:2. Am 15. August um 16:00 Uhr spielten im Finale dann Italien und Österreich gegeneinander. Italien gewann 2:1 und errang somit die Goldmedaille. Silber ging an Österreich, Bronze an Norwegen.
Die erfolgreichsten Gewichtheber kamen aus Ägypten, sie holten insgesamt zwei Goldmedaillen, eine Silbermedaille und zwei Bronzemedaillen. Auch die Deutschen waren mit einer Goldmedaille, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen sehr erfolgreich.
Im Marathonlauf gewannen die beiden koreanischen Athleten Sohn Kee-chung und Nam Sung-yong Gold beziehungsweise Bronze, mussten jedoch unter japanischen Namen und für Japan laufen. 1910 war Korea von Japan annektiert worden. Sohn weigerte sich während der Olympischen Spiele, mit dem ihm aufgezwungenen japanischen Namen zu unterschreiben und setzte gelegentlich sogar die Umrisse Koreas neben seine Unterschrift. Als bei der Siegerehrung anstatt der koreanischen die japanische Flagge gehisst wurde, brach er in Tränen aus. Der herausragende Leichtathlet war der US-Amerikaner Jesse Owens, der vier Goldmedaillen über 100 m, 200 m, 4 x 100 m Staffel und im Weitsprung gewann. In den Leichtathletikwettbewerben der Männer wurden neben vielen Olympiarekorden auch einige Weltrekorde aufgestellt:
Die deutsche 4x100-Meter-Staffel der Frauen, die in der Qualifikation mit 46,4 Sekunden einen neuen Weltrekord erzielt hatte, führte im Finale beim letzten Wechsel mit acht Metern Vorsprung vor den Vereinigten Staaten. Jedoch missglückte dann die Staffelübergabe von Marie Dollinger auf Ilse Dörffeldt. Der Stab fiel zu Boden, und die Deutschen mussten disqualifiziert werden. Der als sicher geltende Olympiasieg für die deutsche Mannschaft ging somit an die Vereinigten Staaten. Mit 14 Gold-, sieben Silber- und vier Bronzemedaillen war die US-amerikanische Mannschaft die erfolgreichste in den Leichtathletikwettbewerben.
Am vierten Tag fand das 300-Meter-Freistilschwimmen statt, am letzten Wettkampftag der 4000-Meter-Geländelauf. Hierbei starteten die Sportler im Abstand von einer Minute, die Reihenfolge ergab sich durch Platzziffern. Der Deutsche Gotthard Handrick gewann mit nur 31,5 Punkten, die Silbermedaille holte sich Charles Leonard aus den Vereinigten Staaten mit 39,5 Punkten und die Bronzemedaille ging an den Italiener Silvano Abba mit 45,5 Punkten.
Bereits am 7. August um 14:00 spielten im Finale Argentinien und das Vereinigte Königreich gegeneinander. Argentinien gewann 11:0 und errang somit die Goldmedaille. Silber ging an das Vereinigte Königreich, Bronze an Mexiko. Auf den weiteren Plätzen folgten Ungarn und Deutschland.
Besonders erfolgreich schnitt der Franzose Robert Charpentier ab, der drei Goldmedaillen gewann. Durch ihn war Frankreich auch die beste Nation bei den Radsportwettbewerben, sie holten insgesamt drei Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Ähnlich erfolgreich waren die deutschen und die niederländischen Teilnehmer.
Die erfolgreichsten Ringer kamen aus Schweden, sie holten insgesamt vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Ähnlich erfolgreich war Ungarn. Deutschland erreichte keine Goldmedaille, jedoch drei Silber- und vier Bronzemedaillen. Der deutsche Ringer und Kommunist Werner Seelenbinder hatte vor, als Zeichen des Protests bei der Siegerehrung den erwarteten Hitlergruß zu verweigern und stattdessen eine obszöne Geste zu machen. Nach einer Erstrundenniederlage musste Seelenbinder diesen Plan aufgeben. Am Ende belegte er Platz vier im olympischen Wettkampf.
Beim Wasserball-Turnier nahmen 140 Sportler aus 16 Ländern teil. Die ersten zwei der Vorrunden-Gruppen kamen in die Zwischenrunde, die jeweils beiden Besten der Zwischenrunden spielten um die Plätze eins bis vier, die übrigen um die Ränge fünf bis acht. Für einen Sieg gab es zwei, für ein Unentschieden einen Punkt. Bei Punktgleichheit entschied das Torverhältnis. Ungarn gewann die Gold-, Deutschland die Silber- und Belgien die Bronzemedaille. Beim Wasserspringen gingen zehn der zwölf Medaillen an Sportler aus den Vereinigten Staaten, zwei Bronzemedaillen an deutsche Sportler.
Insgesamt errang Deutschland in dieser Sportart sechs Goldmedaillen, eine Silbermedaille und sechs Bronzemedaillen. Die Schweiz erkämpfte sich eine Goldmedaille, sechs Silber und zwei Bronzemedaillen.
Außerdem wurde bei den Spielen in Berlin zum dritten und letzten Mal der olympische Bergsteigerpreis Prix olympique d'alpinisme verliehen. Die beiden Schweizer Hettie Dyhrenfurth und Günther Dyhrenfurth erhielten die Goldmedaille für ihre Himalaya-Expeditionen in den Jahren 1930 und 1934. Den Schweizer Hermann Schreiber ehrte man mit der Goldmedaille für einen Segelflug über die Alpen. „San Min Chu-i“ („Drei Prinzipien des Volkes“), die chinesische Nationalhymne, wurde zur weltbesten Nationalhymne der Olympischen Sommerspiele gewählt.
Außerdem gab es Vorführungen von Turnerinnen und Turnern aus China, Dänemark, Finnland, Norwegen, Ungarn, Schweden und Deutschland. Im Innenraum des Radstadions fanden Darbietungen im Kunstradfahren, Kunstreigen und Radball statt. Am 16. August wurde im Schwimmstadion ein Schauspringen aller Medaillengewinner im Wasserspringen veranstaltet. Am Austragungsort der Kanu-Wettbewerbe fanden Kenterübungen von 40 deutschen Kanuten und eine Auffahrt von 116 Zehnerkanadiern statt. Des Weiteren gab es ohne Medaillenvergabe eine deutsche Vorführung mit Viererkajaks über 1000 Meter:
| Die erfolgreichsten Teilnehmer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rang | Sportler | Land | Sportart | Med_1.png | Med_2.png | Med_3.png | Total |
| 1 | Jesse Owens | US Old Glory.png Vereinigte Staaten | Leichtathletik | 4 | 0 | 0 | 4 |
| 2 | Konrad Frey | Flag of Germany 1933.svg Deutschland | Turnen | 3 | 1 | 2 | 6 |
| 3 | Hendrika Mastenbroek | Flag of the Netherlands.svg Niederlande | Schwimmen | 3 | 1 | 0 | 4 |
| 4 | Alfred Schwarzmann | Flag of Germany 1933.svg Deutschland | Turnen | 3 | 0 | 2 | 5 |
| 5 | Robert Charpentier | Flag of France.svg Frankreich | Radsport | 3 | 0 | 0 | 3 |
Der österreichische Reitsportler Arthur von Pongracz de Szent Miklos und Óvár, war mit 72 Jahren und 48 Tagen der zweitälteste Teilnehmer aller Zeiten. Nur der schwedische Sportschütze Oscar Swahn war bei den Olympischen Sommerspielen 1920 mit 72 Jahren und 279 Tagen zum Zeitpunkt des Wettkampfes noch älter gewesen. Die dänische Schwimmerin Inge Sørensen wurde im Alter von 12 Jahren und 24 Tagen die jüngste Olympiamedaillengewinnerin, sie gewann über 200 Meter Brust die Bronzemedaille. Die US-amerikanische Wasserspringerin Marjorie Gestring wurde mit 13 Jahren und 266 Tagen die jüngste Olympiasiegerin aller Zeiten und entschied den Wettbewerb im Kunstspringen für sich.
Angesichts der propagandistischen Möglichkeiten, die eine erfolgreiche Durchführung der Spiele bieten würde, betonte Reichskanzler Adolf Hitler, dass er alles tun werde, um die Spiele so vollkommen wie möglich zu gestalten. Mit den Olympischen Spielen wollte er der ganzen Welt zeigen, dass Deutschland unter seiner Führung ein friedliebendes, soziales und wirtschaftlich aufstrebendes Land sei. Um dieses Ziel zu erreichen, duldete Adolf Hitler sogar die Tatsache, dass Theodor Lewald, der Präsident des Organisationskomitees, nach nationalsozialistischer Vorstellung ein „Halbjude“ war. Um eine Verlegung der Spiele ins Ausland zu verhindern, ging Adolf Hitler offiziell auf die Forderungen des IOC nach Einhaltung der olympischen Regeln ein. Die Regierung verpflichtete sich dazu, einen freien Zugang „für alle Rassen und Konfessionen“ in die Olympiamannschaften zu erlauben. Um den Boykottbestrebungen entgegenzutreten, verpflichteten sich die Veranstalter gegenüber dem IOC, auch deutsche Juden prinzipiell nicht von den Spielen auszuschließen. Am Ende gehörte aber nur ein „Halbjude“ der deutschen Olympiamannschaft an, die Fechterin Helene Mayer, die eine Silbermedaille gewann. Eine ähnliche Alibifunktion hatte Werner Seelenbinder, der populäre mehrfache deutsche Meister im Ringen, der als bekannter Kommunist an den Spielen teilnehmen durfte.
Neben der Möglichkeit, durch die Spiele das Ausland über den wahren Charakter des nationalsozialistischen Staates zu täuschen, war die Gelegenheit, mit diversen Baumaßnahmen der wirtschaftlichen Misere zu begegnen, die Arbeitslosenzahl zu verringern und auf diese Weise die Popularität der Regierung zu steigern, ein weiteres Motiv für Hitlers Bestreben. Seinen Entschluss für das umfangreiche Bauprojekt des Reichssportfeldes begründete Adolf Hitler wie folgt:
Propagandistischen und wirtschaftlichen Nutzen erhoffte sich die nationalsozialistische Regierung auch durch den zunehmenden Fremdenverkehr. Die Olympischen Spiele waren außerdem ein willkommener Anlass, die von der NS-Ideologie geforderte körperliche Ertüchtigung, das „Heranzüchten kerngesunder Körper“ für einen gesunden „Volkskörper“ im Hinblick auf Wehrertüchtigung und Einsatz im Krieg, auf breiter Basis zu propagieren und auch in die Tat umzusetzen. Durch die Integration aller Landsleute in die Vorbereitung der Spiele sollte die Identifikation und Loyalität mit dem Regime erreicht werden. So betonte die Propaganda, dass kein Deutscher sich nur als Besucher der Spiele fühlen solle, sondern dass jeder Deutsche in sich das Bewusstsein haben solle, Träger und damit Teilnehmer der Spiele zu sein. Mit der Parole „Olympia – eine nationale Aufgabe“, von Propagandaminister Joseph Goebbels und Innenminister Wilhelm Frick deklamiert, wurden die Deutschen in gewünschter Richtung auf die Olympischen Spiele vorbereitet.
Einem Olympia-Propaganda-Ausschuss und dem ihm angeschlossenen Amt für Sportwerbung oblag die gesamte Propaganda. In einer Heftreihe wurden dem Volk die teilweise komplizierten Regeln der Wettbewerbe erläutert. Als besonderer Aspekt der Propaganda galt die fahrbare Olympia-Wanderausstellung, die ein Jahr lang durch Deutschland zog und in fast hundert Städten zu sehen war. Daneben wurde mit Plakaten, Prospekten, Olympiazeitungen, Filmen und Diavorträgen im In- und Ausland für die Spiele und für Deutschland geworben. Im Ausland lockten die Filialen der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr mit üppig aufgemachten Schaufensterdekorationen zu einem Besuch Deutschlands anlässlich der Spiele. Auf besondere Zustimmung stieß die Reduzierung der Fahrpreise für Eisenbahnfahrten nach Deutschland um 60 Prozent. Wenige Wochen vor Eröffnung der Sommerspiele wurde das deutsche Volk aufgerufen, durch besonders zuvorkommendes und höfliches Verhalten gegenüber den Gästen der Olympischen Spiele „alle Vorurteile gegenüber dem deutschen Volk aus der Welt zu schaffen“.
Das propagandistische Hauptereignis aber waren die Sommerspiele selber. Gegen alle Mahnungen des IOC, die Gastgeberrolle nicht zur Selbstdarstellung zu missbrauchen, nutzte das Regime alles, um mit einem „propagandistischen Gesamtkunstwerk“ sich selbst gut in Szene zu setzen, mit begeisterten Volksmassen Ekstase und Einigkeit von Volk und Führer zu demonstrieren. Mit Rahmenveranstaltungen wie Theater- und Opernaufführungen, dem von Carl Diem geschaffenen Festspiel „Olympische Jugend“, verschiedenen Kunstausstellungen, der Deutschlandausstellung und sportlichen Begleitveranstaltungen wollten die nationalsozialistischen Machthaber der Welt die Größe und Bedeutung Deutschlands vorhalten, alle bisherigen Olympischen Spiele übertrumpfen und sich als friedliebend und weltoffen darstellen. Die Zwiespältigkeit des Systems offenbarte sich allerdings in der zynischen und skrupellosen Art, mit der die Nationalsozialisten vor den Gästen die wahren Zustände in Deutschland schönfärbten. Mit flaggen- und girlandengeschmückten Häusern und Straßen wurde eine perfekte Fassade aufgebaut, um den Eindruck eines ordentlichen, sauberen, zivilen und sozialen Deutschlands zu vermitteln.
Um insbesondere die amerikanischen Gäste über die fortwährende Diskriminierung und Verfolgung der Juden in Deutschland zu täuschen, veranlasste Karl Ritter von Halt, der Organisator der Winterspiele, die Entfernung aller Schilder mit der Aufschrift „Juden unerwünscht“. Jede judenfeindliche Äußerung sollte während der Spiele unterbleiben. Vor dem Erscheinen musste jede Ausgabe der antisemitischen Wochenzeitung „Der Stürmer“ der Polizeidienststelle des Bayerischen Staatsministeriums des Innern zur Prüfung vorgelegt werden. Redakteure, die gegen diese Anordnung verstießen und weiterhin antisemitische Hetzkampagnen publizierten, wurden in Schutzhaft genommen. Die „Prestigeveranstaltung Olympische Spiele“ sollte dadurch nicht gefährdet werden.
War die nationalsozialistische Propaganda bei den Winterspielen bemüht, jedes Anzeichen von Antisemitismus zu vermeiden, so wurden kurz vor Eröffnung der Sommerspiele alle in Berlin lebenden Sinti und Roma an den Stadtrand nach Marzahn gebracht. Während die NS-Propaganda das „Weltfriedensfest“ feierte, entstand nahe Berlin zeitgleich das Konzentrationslager Sachsenhausen. Die Nationalsozialisten haben das Instrument der Propaganda offensichtlich gekonnt eingesetzt, denn viele Gäste und Funktionäre sahen während der Olympischen Spiele nur das, was sie sehen sollten. Im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda drehte Leni Riefenstahl den zweiteiligen Dokumentarfilm Olympia über die Sommerspiele von 1936, der zu den bekanntesten Filmen des Nationalsozialismus gehört.
Bei der Eröffnungfeier der Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin sowie der Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen bejubelten die Zuschauer die Olympiamannschaften beim Eintritt in das Stadion, als sie den rechten Arm hoben und zum vermeintlichen Hitlergruß ausstreckten. Was zu dieser Zeit allerdings kaum jemand wusste war, dass diese Ehrerbietung mit dem ausgestreckten Arm auch der Olympische Gruß war.
Auch wirtschaftlich waren die Olympischen Spiele für Deutschland ein großer Erfolg. Bei Gesprächen in der Wolfsschanze verkündete Hitler am 12. April 1942, dass die Spiele eine halbe Milliarde Devisen eingebracht haben. Bei den Berliner Banken wurden während der Olympischen Spiele 23 Millionen Devisen eingewechselt, außerdem mussten alle Ausländer ihre Eintrittskarten in Devisen bezahlen. Der Erlös der Eintrittskarten brachte 9.034.442,79 Reichsmark, die Gesamteinnahmen sind jedoch unbekannt. Eine Karte zum Ringen oder Polo kostete eine Reichsmark, zu den Leichtathletikveranstaltungen oder der Baseball-Vorführung etwa vier Reichsmark. Insgesamt wurden fast 3,8 Millionen Eintrittskarten verkauft.
Die Organisationskosten beliefen sich auf etwa 6,5 Millionen Reichsmark, außerdem investierte die Stadt 16,5 Millionen Reichsmark in den Ausbau der Infrastruktur und fast 100 Millionen Reichsmark in den Bau der Sportanlagen. Was die „reinen“ Olympiakosten angeht, gab es laut Carl Diem einen Überschuss von 4,5 Millionen Reichsmark.
Insgesamt waren ungefähr 1800 Journalisten akkreditiert. Da die Pressekarten unpersönlich und übertragbar waren, ist es jedoch nicht möglich, die exakte Zahl der anwesenden Journalisten zu nennen. Namentlich erfasst wurden 700 ausländische Journalisten aus 58 Staaten. In Berlin waren 117 Fotografen bei den Wettbewerben anwesend. Der Reichssportverlag veröffentlichte vom 21. Juli bis zum 19. August insgesamt 30 Ausgaben der „Olympia-Zeitung“, die über die aktuellen Olympia-Ereignisse berichteten. 1937 gab das Organisationskomitee einen zweiteiligen offiziellen Bericht heraus. In deutscher und englischer Fassung wurden darin auf mehr als 1200 Seiten alle Informationen zu den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin veröffentlicht.
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