Ollon ist eine politische Gemeinde im Distrikt Aigle des Kantons Waadt in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Olun wird heute nicht mehr verwendet. Ollon3.JPG
Die Fläche des 59.6 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt der Waadtländer Alpen. Das ausgedehnte Gebiet wird im Westen vom Lauf der Rhône begrenzt. Von hier erstreckt sich der Gemeindeboden ostwärts über die breite Talniederung, in der sich das isolierte Hügelgebiet von Saint-Triphon (im Charpigny 508 m ü. M.) erhebt. Am Hangfuss befinden sich der flache Schwemmkegel der Gryonne, die stets die Südgrenze bildet, und der Schuttkegel des Bondet.
Der östliche Gemeindeteil reicht in die Waadtländer Alpen hinein und umfasst den Chamossaire (2112 m ü. M.) mit den beiden Bergseen Lac de Bretaye und Lac Noir. Auf der Südseite dieses Berges befindet sich die Arena von Villars-sur-Ollon und Chesières hoch über dem Tal der Gryonne und der Rhône. Nördlich des Chamossaire liegt das Tal der Grande Eau, dessen obere Talflanke noch zu Ollon gehört. In einem schmalen Zipfel reicht das Gebiet weiter nach Osten über die Chaux Ronde (2028 m ü. M.) und den Strassenpass Col de la Croix bis an die felsige Westflanke des Culan, der bereits zum Massiv von Les Diablerets zählt. Am Felshang des Culan wird mit rund 2200 m ü. M. der höchste Punkt von Ollon erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 9 % auf Siedlungen, 45 % auf Wald und Gehölze, 42 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 4 % war unproduktives Land.
Zu Ollon gehören zahlreiche Weiler, Einzelhöfe und Alpsiedlungen, darunter:
Nachbargemeinden von Ollon sind Bex, Gryon, Ormont-Dessus, Ormont-Dessous und Aigle im Kanton Waadt sowie Monthey und Collombey-Muraz im Kanton Wallis.
Heute bietet Ollon rund 2100 Arbeitsplätze an. Mit 14 % der Erwerbstätigen, die noch im primären Sektor beschäftigt sind, hat die Landwirtschaft immer noch einen gewissen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Etwa 12 % der Erwerbstätigen sind im industriellen Sektor tätig, während der Dienstleistungssektor 74 % der Arbeitskräfte auf sich vereinigt (Stand 2001).
Die Landwirtschaft zeigt noch heute dank des ausgedehnten Gemeindegebietes und der unterschiedlichen Höhenlagen eine grosse Vielfalt. In der Rhôneebene befinden sich ausgedehnte Ackerbau- und Obstbaukulturen. An den optimal besonnten Hängen bei Ollon, Verchiez und Sala sowie bei Saint-Triphon wird auf einem Gebiet von insgesamt rund 140 ha Weinbau betrieben. Oberhalb der Rebflächen gedeihen an den Hängen Kastanienwälder. Die höheren Lagen dienen der Milchwirtschaft und Viehzucht. Östlich des Chamossaire und im Bereich des Col de la Croix gibt es ausgedehnte Alpweiden zur Sömmerung der Viehbestände.
Die Industrie hat sich vor allem in der Rhôneebene niedergelassen, ist aber in Ollon gegenüber den Nachbargemeinden nur wenig vertreten. An den Hügeln von Saint-Triphon wird Kalkstein und Schwarzer Marmor abgebaut. Die Unternehmen sind im Bereich des Bau- und Transportgewerbes tätig. Ansonsten ist das Gewerbe neben der Deckung des täglichen Bedarfs hauptsächlich auf die Bedürfnisse des Fremdenverkehrs ausgerichtet. Nahe von Ollon wurden nach 1990 Probebohrungen für ein allfälliges Endlager radioaktiver Abfälle durchgeführt.
Am 10. Juni 1857 wurde der Abschnitt Villeneuve-Bex der Eisenbahnlinie von Lausanne nach Sion mit dem Bahnhof Saint-Triphon Gare eingeweiht. Drei Privatbahnen, die jetzt von den Transports Publics du Chablais betrieben werden, berühren das Gemeindegebiet von Ollon: der Chemin de fer Aigle-Ollon-Monthey-Champéry (seit 2. April 1907), der Chemin de fer Aigle-Sépey-Diablerets (seit 22. Dezember 1913; mit Haltestellen bei Verchiez, Plambuit und Exergillod) und der Chemin de fer Bex-Villars-Bretaye. Der Abschnitt Gryon - Villars-sur-Ollon wurde am 10. Juni 1901 in Betrieb genommen, die Weiterführung bis La Bretaye 1913 eröffnet.
Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen Buslinien von Aigle via Ollon nach Villars-sur-Ollon und von Ollon nach Plambuit.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte bereits im Jahr 516, als König Sigismund von Burgund das damalige Aulonum der neu gegründeten Abtei Saint-Maurice schenkte. Später erschienen die Ortsnamen Olonum, Oluns und die Patoisform Ulon.
Seit der ersten Nennung zählte Ollon zum Abteigut. Im 13. Jahrhundert geriet es dann allmählich in den Einflussbereich der Grafen von Savoyen. Mit der Eroberung der Herrschaft Aigle durch Bern im Jahr 1476 gelangte Ollon unter die Verwaltung des Gouvernements Aigle, bildete aber stets ein eigenes Mandement. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Aigle zugeteilt.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts strebten die hochgelegenen Gemeindeteile (um Huémoz, das lange Zeit das bedeutendste Bergdorf oberhalb von Ollon war) nach politischer Unabhängigkeit. Diesem Unterfangen wurde jedoch vom Waadtländer Grossen Rat nicht stattgegeben. Schon im 16. Jahrhundert wurden bei Panex Salzminen entdeckt und mit der ersten Schweizer Saline die Vorkommen ausgebeutet (1832 aufgegeben). Mit der verbesserten Verkehrserschliessung entwickelten sich Villars-sur-Ollon und Chesières in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu bedeutenden Fremdenverkehrsorten.
Im Ortszentrum steht das Hôtel de Ville (Rathaus) von 1722 mit einem massiven Berner Dach. Das Château de La Roche ist seit 1386 erwähnt, existierte vermutlich jedoch bereits Ende des 12. Jahrhunderts. Es besitzt einen kleinen Rundturm und wurde im 16. Jahrhundert umfassend restauriert.
In Panex steht die Maison des Salins. Vom ehemaligen Salzbergwerk sind noch ein Stollen und ein Brenngebäude erhalten.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Waadt | Schweizer Gemeinde
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Ollon VD".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world