Olivia Mary de Havilland (* 1. Juli 1916 in Tokio) ist eine US-amerikanische Filmschauspielerin.
Olivia de Havilland ist die Tochter britischer Eltern, ihr Vater war der Patentanwalt Walter de Havilland, ihre Mutter die Schauspielerin Lillian Fontaine. Ihre Schwester ist die Schauspielerin Joan Fontaine (* 22. Oktober 1917).
1947 und 1950 wurde sie als beste Hauptdarstellerin mit dem Oscar ausgezeichnet.
De Havillands Karriere begann 1935 in Alibi Ike. Sie spielte die Hermia in Ein Sommernachtstraum (1935) und spielte mit Errol Flynn in so bekannten Filmen wir Unter Piratenflagge und Die Attacke der leichten Brigade (beide 1936) und als Maid Marian mit Flynn als Robin Hood in Robin Hood, der König der Vagabunden (1938). Ferner spielte sie die Melanie Wilkes in Vom Winde verweht (1939), für den deutschsprachigen Raum synchronisiert von Tilly Lauenstein.
De Havilland und ihre Schwester Fontaine waren 1942 beide für den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle nominiert; Fontaine gewann ihn für ihre Rolle in Alfred Hitchcocks Verdacht (1941); de Havilland blieb mit ihrer Nominierung für Das goldene Tor (alternativer Titel: Erwachen in der Dämmerung) (1941) erfolglos.
Der Biograph Charles Higham hat die Ereignisse bei der Oscar-Verleihung 1942 beschrieben: Als Fontaine nach vorne ging, um den Oscar in Empfang zu nehmen, wehrte sie den Versuch de Havillands, ihr zu gratulieren, ab. De Havilland war verlegen und beleidigt zugleich. Higham schreibt, die Geschwister hätten eine schwierige Beziehung zueinander gehabt und jede von ihnen weigerte sich, den Vorfall zu kommentieren. Die Vorfälle bei der Oscar-Verleihung waren der Anfang einer lebenslangen Fehde; die Geschwister blieben einander von da an entfremdet.
Um die gleiche Zeit herum war de Havilland mehr und mehr unzufrieden mit den Rollen, die ihr angeboten wurden. Sie glaubte bewiesen zu haben, dass sie in der Lage war, mehr als nur die sittsamen Naiven und Jungfern in Not spielen zu können, auf die sie festgelegt worden war. Sie begann, Drehbücher mit derartigen Rollen abzulehnen. Die Studios durften Schauspieler, die eine Rolle ablehnten, für eine bestimmte Zeit von weiteren Rollen ausschließen; um diese Zeit verlängerten sich die Verträge. Dies sollte den Studios ermöglichen, die ausschließliche Kontrolle über unkooperative Schauspieler zu erlangen. Die meisten akzeptierten diese Situation; nur wenige versuchten, das System zu verändern; Bette Davis führte deswegen in den 30er Jahren einen erfolglosen Prozess gegen die Warner Brothers Studios. De Havilland erhob in den 1940er Klage und war damit erfolgreich; dadurch wurde die Macht der Studios beschränkt und den Schauspielern mehr kreative Freiheit zugestanden. Die Entscheidung war eine der bedeutendsten und weitreichendsten zu dieser Zeit in Hollywood. Ihr Mut, gegen die Studios zu klagen und ihr daraus resultierender Erfolg trugen ihr den Respekt und die Bewunderung ihrer Kollegen ein.
Die Qualität und Vielfalt ihrer Rollen besserte sich. Sie gewann den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle in Mutterherz (1946) und Die Erbin (1949) und wurde weithin bejubelt für ihre ebenfalls für den Oscar nominierte Rolle in Die Schlangengrube (1948). Dies war einer der ersten Filme, der versuchte, Geisteskrankheit realtitätsgetreu darzustellen und de Havilland wurde gepriesen für ihre Bereitschaft, die Rolle auf eine Weise zu spielen, die fern allen Glamours war.
Nach den 1950er Jahren trat de Havilland nur noch sporadisch in Filmen auf; dies lag u.a. an der wachsenden Offenheit der Hollywood-Filme dieser Zeit. So soll sie die Rolle der Blanche du Bois in Endstation Sehnsucht abgelehnt haben, weil das Drehbuch einige anstößige Elemente enthalte; es sei ihr unmöglich, einige der darin enthaltenden Sätze zu sprechen. Sie war als Schauspielerin bis in die 1980er Jahre tätig.
Seit den 1950er Jahren lebt de Havilland zurückgezogen in Paris, öffentliche Auftritte sind selten. Einer ihrer bislang letzten öffentlichen Auftritte war bei der 75. Oscar-Verleihung 2003.
Am 15. Juni 2006 wurde sie, 2 Wochen vor ihrem 90. Geburtstag von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit einer Gala geehrt. Dort wurden Filmausschnitte gezeigt die von OdeH kommentiert wurden. Beim Verlag HarperCollins hat sie einen Vertrag unterschrieben, um gemeinsam mit Maureen o'Brien ihre Memoiren zu schreiben.
Sie war zweimal verheiratet:
Sie ist der einzige der vier Hauptdarsteller aus Vom Winde verweht, die noch lebt. Im Film war sie jedoch die einzige der vier, die stirbt.
Ihre Dankesrede für den Oscar hält den Rekord für genannte Personen (27).
2001 war sie eines von 40 prominenten Opfern, denen im Fahrwasser der Anthrax-Anschläge weißes Pulver zugesandt wurde.
Filmschauspieler | Frau | Geboren 1916 | Oscarpreisträger | Golden-Globe-Preisträger | Schauspieler | US-Amerikaner
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