| Wissenschaftlicher Name
|
| Olea europaea
|
| L.
|
Der Olivenbaum (Olea europaea), auch Echter Ölbaum, ist ein mittelgroßer, im Alter oft knorriger Baum aus der Gattung der Ölbäume (Olea), die zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gehört. Er wird schon seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. als Nutzpflanze kultiviert.
Botanische Beschreibung
Olivenbaum_aeste.jpg
Abhängig vom Verbreitungsgebiet blühen Olivenbäume von Ende
April bis Anfang
Juni. Die vierzähligen Blüten bestehen aus vier
Kronblättern und vier
Kelchblättern, die die
Staubgefäße und den
Stempel umgeben, und stehen an
Rispen, die zwischen 10 und 40 Blüten tragen. Wird der Baum durch Trockenheit oder Nährstoffmangel etwa sechs Wochen vor der Blüte gestresst, vermindert sich der Ertrag, weil die Blütenzahl vermindert wird und Blüten nicht zum Fruchten kommen. Die meisten Sorten sind selbstbefruchtend, wobei Fremdbestäubung meist den Ertrag steigert. Einige Sorten sind jedoch auf Fremdbestäubung angewiesen und brauchen ein genetisch verschiedenes Exemplar zur Bestäubung. Die Blüte wird über den Wind bestäubt.
Olea europaea subsp europaea Leafs.jpg
Blätter
Der Olivenbaum ist eine immergrüne Pflanze, das heißt, er verliert zu keiner Jahreszeit sein Laub. Die kleinen Blätter sind oberseits graugrün und an der Unterseite silbrig glänzend und grau gefärbt. Sie sind schmal und laufen spitz nach vorne zu (lanzettlich). An der Unterseite haben sie kleine Härchen, so genannte Sternhaare oder sternförmige Schuppenhaare, die den Baum vor dem Austrocknen schützen, indem sie aus den
Spaltöffnungen austretendes Wasser wieder einfangen und dem Blatt erneut zuführen.
Stamm
Ölbaum_Bar_Montenegro.jpg]]
Das langsam wachsende Holz des Baumes ist reich verzweigt, mit grüngrauer, glatter und im Alter rissiger Rinde. Der Baum wird (je nach Sorte) bis zu 20 m hoch. Die wilden Oliven sind kleiner als die Züchtungen.
Die Olivenbäume in den Olivenhainen werden zur besseren Ernte beschnitten, damit sie kleiner bleiben. Dabei gilt die traditionelle Regel, je krummer und knorriger, desto besser der Ertrag. Der Olivenbaum benötigt viel Zeit zum Wachsen, kann jedoch mehrere hundert Jahre alt werden, das älteste bekannte Exemplar Italiens in Trevi wird auf 1700 Jahre geschätzt, genauso alt wie ein Olivenbaum bei Getsemani in Israel. Als ältester Olivenbaum Europas gilt ein über 2000jähriger Olivenbaum bei der montenegrinischen Stadt Bar.
Olive.JPG]]
Frucht
OlivenReif.jpg
Aus der Blüte bildet sich nach der Befruchtung die Frucht: die begehrte Olive. Dabei handelt es sich um eine Kernfrucht, bei der ein harter Kern von weichem Fruchtfleisch umgeben ist. Die Farbe der unreifen Oliven ist grün, die der reifen schwarz oder violett/braun. Am ertragreichsten ist der Baum nach ca. 20 Jahren. Die durchschnittliche Zusammensetzung einer Olive ist: Wasser 50%, Öl 22%, Zucker 19,1%, Zellulose 5,8%, Proteine 1,6%.
Olivenkern.png |
Olive_small_fruits.jpg
Die Olive ist eine mediterrane Steinfrucht. Sie ist wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar, aber nach mehrmaligem Einlegen in Wasser, bei dem die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden, essbar. Echte Schwarze Oliven sind voll ausgereifte grüne (olivgrüne) Oliven, teilweise gelangen aber auch mit Eisengluconat schwarz gefärbte Oliven in den Handel.
Die Olive ist die Frucht des Olivenbaums bzw. Ölbaums. 90% der Oliven werden zu Olivenöl gepresst.
Im Handel erhältlich sind Oliven vor allem in modifizierter Form. Üblich ist dabei die Füllung der grünen Olive (mit Paprika, Mandeln) sowie das Einlegen/Marinieren der entkernten Früchte.
In Öl eingelegte Oliven sind ohne weitere Konservierungsstoffe relativ lange haltbar und werden auch nicht von Schädlingen befallen, was zumindest zum Teil ihre große Bedeutung für die mediterrane Küche erklärt.
Der Olivenbaum zeigt, wie andere fruchtende Bäume auch, das Phänomen der Alternanz; sein Fruchtertrag schwankt also in zweijährigem Rhythmus.
Tafelneuolive4.jpg
Heimat
Die wilde Olive hat ein sog.
disjunktes Areal, sie hat ein weit auseinanderliegendes nicht zusammenhängendes natürliches Vorkommen: Mittelmeergebiet, Naher Osten und Südafrika. Davon stark verschieden ist das Anbaugebiet der heutigen Kultursorten (siehe Anbau/Verbreitung).
Systematik
Von der Art
Olea europaea unterscheidet man mehrere Unterarten:
- Olea europaea subsp. europaea: Heimat des Echten Olivenbaumes, auch Europäischer Olivenbaum genannt, ist der gesamte Mittelmeerraum und die Kanaren. Mit dieser Unterart beschäftigt sich der restliche Teil des Artikels, es ist der Olivenbaum im engeren Sinn. Aus dieser Unterart wurden alle Olivenbaumsorten gezüchtet.
- Olea europaea subsp. africana ist ein 9 bis 12 m hoher immergrüner Baum, der in Afrika, Madagaskar, Arabien, Indien bis China verbreitet ist. Die süßen bis sauren Früchte sind beliebt bei Mensch und Tier. Von den Blättern kann man einen Tee machen, und aus den Früchten wird eine Tinte hergestellt. Das harte, schön goldbraune Holz wird verwendet zur Herstellung von Möbeln und Kunstgegenständen. In der Volksheilkunde gewinnt man von dem Baum Augentropfen und ein Mittel gegen Nierenleiden. Die Früchte wurden früher gegen Durchfall verwendet. Der Anbau ist auch in sehr trockenen Gebieten möglich.
Olea_europaea_ssp_cuspidata_(detail).jpg
- Olea europaea subsp. cerasiformis: beheimatet in Madeira, auch auf den Kanaren vorkommend.
- Olea europaea subsp. cuspidata: verbreitet in Afrika und Asien, kleinfruchtig, rostbraune Blattunterseite.
- Olea europaea subsp. guanchica: beheimatet auf den Kanaren.
- Olea europaea subsp. laperrinei: beheimatet in Algerien, Sudan, Niger.
- Olea europaea subsp. maroccana: beheimatet in Marokko
- ...und weitere Subspezies mehr.
Anbau
Verbreitung
Der Olivenbaum wächst in allen Gebieten um das Mittelmeer und zum Teil auch um das Schwarzes Meer, die keine extremen Klimabedingungen aufweisen. Er kann hohe Hitze ertragen, leidet aber leicht durch Frost in kalten Wintern, wodurch nicht nur die Ernte einzelner Jahre, sondern der Bestand ganzer Plantagen bedroht ist. Er gilt als Charakterpflanze der mediterranen Pflanzenwelt und weist die Gebiete, in denen er gedeiht, als Gebiete mit mediterranem oder Mittelmeerklima aus. Es wurde immer wieder versucht, das Anbaugebiet des Olivenbaums nach Norden und in rauere Gebiete zu erweitern. Diese oft über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erfolgreichen Versuche schlugen letztendlich aber immer wieder fehl, das letzte Mal im Februar 1956, als ein Kälteeinbruch aus Osteuropa Millionen von Olivenbäumen in Südfrankreich, Italien und Spanien vernichtete. Seit der neuzeitlichen Kolonisation wird der Olivenbaum auch in entsprechenden Klimaten Nord- und Südamerikas sowie in Australien, Südafrika und Japan angebaut. Alle Anbaugebiete des Olivenbaums liegen zwischen dem 30. und dem 45. Grad nördlicher bzw. südlicher Breite, mit Ausnahme einiger äquatornäherer Höhenlagen, etwa in Peru, wohin er von den spanischen Konquistadoren im 16. Jh. gebracht wurde. Von dort aus gelangte er über Mexiko bis Kalifornien und Hawaii.
Vermehrung
Die Olivenkerne werden durch Vögel verbreitet, die die Früchte fressen. Olivenbäume in Kultur werden allerdings meist über
Stecklinge vermehrt (so sind alle dabei entstehenden Pflanzen genetisch identisch (siehe
Klonen), und damit haben die Jungpflanzen alle guten Eigenschaften der Mutterpflanze, sind aber auch alle gleich anfällig für Krankheiten und Schädlinge wie diese).
Ernte
Tree harvest.jpg
Von der Jungpflanze bis zum ersten Ertrag dauert es oft 7 Jahre.
Die Ernte findet je nach Gebiet ab Mitte Oktober, teilweise bis in den März statt. Wer nach Kalabrien kommt, wird aus der Ferne immer wieder rote Flächen sehen; dies sind feine Netze, die ausgelegt werden, um die Oliven aufzufangen.
In Sizilien z. B. werden die Netze immer wieder verschoben, da traditionell von Hand gepflückt wird oder mit einer Art Kamm und man nicht wartet, bis die Oliven von selbst zu Boden fallen. Daher gibt es dort selten verfaulende Oliven, wenn die Früchte in Öl eingelegt sind.
Krankheiten und Schädlinge
- Olivenfliege (Dacus oleae): Die Olivenfliege ist der gefürchtetste Schädling der Olivenhaine, sie legt ihre Eier in die reifenden Früchte, die so durch ihre Maden verdorben werden. Außerdem überträgt sie die Tuberkelkrankheit (s. u.).
- Stammfäule (Fomitiporia punctata): Ein Pilz, der nach und nach das Stamminnere des Baumes zersetzt. Meist wird die betroffene Stelle ausgeschnitten oder ausgeschabt, allerdings infizieren diese "Pflegemaßnahmen" meist das freigelegte gesunde Gewebe erneut.
- Tuberkelkrankheit (Pseudomonas syringae subsp. savastanoi pv. oleae): Eine Bakterienkrankheit, sie verursacht extreme Wucherungen, das Absterben von Zweigen und Ästen und mindert die Qualität und Menge der Ernte. Sie wird übertragen durch die Olivenfliege.
- Olivenschildlaus: Der Befall der Bäume durch diese spezielle Schildlaus kann sowohl die Menge als auch die Qualität der Ernte erheblich mindern.
- Blattläuse: Der Befall im Frühjahr an jungen Trieben kann zur Verkümmerung von Trieben, Blättern oder Blüten und so zu späteren Ernteverlusten führen.
Sorten von Olivenbäumen
Es gibt allein im
Mittelmeerraum über 1000 Sorten von Olivenbäumen. Je nach
Klima und Bodenbeschaffenheit hat sich der Olivenbaum über hunderte Jahre anders entwickelt, manche Olivenbaumsorten sind auf einzelne Dörfer beschränkt und ein paar
Kilometer weiter bereits nicht mehr zu finden. Eine große Vielfalt an Olivenbäumen gibt es in
Italien, wo es alleine zwischen
Sizilien und
Ligurien an die 80 verschiedene Sorten gibt. Die italienischen Hauptsorten sind "Leccino", "Frantoio" und "Carolea". Da die Oliven der verschiedenen Sorten leicht unterschiedlich im Geschmack sind, gibt es eine Vielzahl verschiedener Öle, die von Kennern geschätzt werden.
Einige bekannte italienische Olivenölsorten:
|
| Abruzzen
- Dritta
- Gentile del Chieti
- Morella
- Raja
Basilicata
Kampanien
- Rotondello
- Carpellese
- Cornia
- Frantoio
- Leccino
- Pisciottana
- Ogliarola
- Olive
- Ravece
- Salella
Kalabrien
- Zinzifarica
- Carolea
- Ogliara
| Latium
- Carboncella
- Canino
- Itrana
- Leccino
- Raja
- Rosciola
Ligurien
- Taggiasca
- Lavagnina
- Colombaia
- Pignola
- Merlina
- Pinola
- Rossese
- Razzola
Lucania
- Nostrale oder Ogliarola
- Palmarola oder Fasolina
- Rapollese di Lavello
|
|
Marche
- Ascolana
- Frantoio
- Leccino
- Sargano
Molise
- Gentile di Larino
- Saligna di Larino
- Olivastra di Montenero
- Cerasa di Montenero
- All'acqua di Montenero
Apulien
- Carotina
- Ogliarola Barese oder Paesana
- Pizzuta
- Nasuta
- Provenzale Oder Peranzana
- Leccese
- Cellina Barese
Gardasee
- Frantoio
- Casaliva
- Gargnano
| Toskana
- Frantoio oder Razzo
- Leccino
- Morcone
- Moraiolo
- Ogliarola Seggianese
Salento
- Massafrese
- Cellina di Nardò
- Oliarola di Lecce
- Ciliero
- Monopolese
- Racioppa
Sardinien
Sizilien
- Biancolilla
- Moresca
- Santagatese
- Nocellara
Umbrien
- Ascolana tenera
- Dolce Agoglia
- Leccino
- Moraiolo
|}
dient dem Zeilenumbruch, bitte nicht entfernen
Nutzung
Aus den Oliven wird in der Hauptsache Olivenöl gepresst.
Der Olivenbaum wird genutzt:
- wegen seiner Frucht, der Olive,
- die weiterverarbeitet werden kann und als Lebensmittel genutzt wird. Direkt vom Baum ist die Olive jedoch wegen ihrer Bitterkeit kaum genießbar. Sie wird in eine Salzlake eingelegt, die ihr die Bitterstoffe entzieht, in der mediterranen Küche wird sie häufig in Brot, Ragouts, Salaten und Saucen verwendet.
- Ebenso wird aus ihr das Olivenöl gepresst, das vermutlich gesündeste bekannte Speiseöl. Es wird zum Braten und Kochen, aber auch für kosmetische Zwecke, zum Beispiel Hautcreme, verwendet. Industriell werden die Oliven für das Öl entweder von Hand gepflückt oder mit der Maschine herabgeschüttelt, gehackt, mit Wasser gemischt und hydraulisch gepresst, teils (je nach Zweck) auch mit chemischen Lösungsmitteln oder thermischen Verfahren extrahiert. Top-Qualitäten für die Küche hingegen werden mit schonenderen Verfahren gewonnen, vorzugsweise dem Tropf-Verfahren, bei dem nur das Eigengewicht der Früchte ohne weiteren Druck die Frucht presst. Anschließend wird das Öl vom Wasser in der Zentrifuge getrennt.
- Die Reste die bei der Erstpressung entstehen werden von den Ölpressereien weiterverarbeitet mit Hitze und speziellen Verfahren. Das dann von den Großkonzernen mit erstgepresstem Öl versetzt wird und als Extra Vergine verkauft wird. Die weiteren Reste werden in China zu Medizin verarbeitet.
- wegen seines Holzes, das zu Möbeln, Blasinstrumenten (besonders Blockflöten) oder Gebrauchsgegenständen weiterverarbeitet wird.
- als medizinische Pflanze, speziell wegen seiner Blätter, die einen beruhigenden und schlaffördernden Effekt haben und das Immunsystem stärken sowie den Cholesterinspiegel senken. Das Öl ist gesund wegen des hohen Anteils an einfach ungesättigten Fettsäuren und wirkt sich positiv auf das Herzkreislaufsystem und den Fettstoffwechsel aus und verringert die Gefahr von Diabetes oder Krebs.
Ökonomie
Olive.jpg
Olivenbaumpflanzungen nehmen auf der Welt 8,6 Millionen Hektar an Fläche ein, auf denen jährlich 17,3 Millionen Tonnen Oliven geerntet werden. Spanien ist der größte Olivenproduzent. Die vier wichtigsten Länder (Spanien, Italien, Griechenland und Syrien) erstellen ca. 80 % der weltweiten Olivenproduktion. Die Vermarktung wird dabei von italienischen Firmen dominiert, auch bei nichtitalienischem Öl. Nimmt in Europa die Beliebtheit des Olivenöls auch stetig zu, so nimmt es wegen seines vergleichsweise hohen Preises weltweit im Gegensatz zur Ölpalme oder Sojaöl nur einen geringen Anteil der Speiseölproduktion ein.
Ökonomie in der Europäischen Union
60 Prozent der weltweit ca. 750 Millionen Olivenbäume stehen in der EU. Die EU ist nicht nur der größte Olivenölproduzent, sondern auch der größte Verbraucher. Da die Nachfrage nach dem gesunden Olivenöl auch in nördlichen Ländern stetig zugenommen hat, wurde der Anbau von Olivenbäumen erheblich ausgeweitet. In vielen Regionen der Hauptproduzenten ist der Olivenbaum Grundlage der ländlichen Wirtschaft. Fast alle preiswerten Ölsorten werden in der EU über italienische Zwischenhändler vermarktet, auch die nichtitalienischen.
Es wird kritisiert, dass die EU durch ihre Förderungspolitik nur den wegen Erosion, Wasserverbrauch und chemischer Schädlingsbekämpfung ökologisch problematischen Großanbau fördert, der Kleinbauer jedoch vernachlässigt wird. Es kam nachweislich zu vielen Missbräuchen der EU-Förderpolitik.
Ökonomie außerhalb der EU
Olivenhaendler.jpgSyrien, die Türkei und Tunesien sind die größten Oliven- und Olivenölproduzenten außerhalb der EU. Hier macht die Olivenölproduktion einen höheren Teil am BIP aus, und der Olivenanbau bindet viele Arbeitskräfte, so dass der Olivenanbau die Lebensgrundlage vieler Menschen ist.
(Quelle FAO, letzte Aktualisierung Februar 2004)
Die 10 wichtigsten Produktionsländer
| 2003 | Kultivierte Fläche (ha) | Flächenertrag (kg/ha) | Produktion (Tonnen)
|
| Welt | 8.554.964 | 2.007 | 17.168.915
|
| Spanien | 2.400.000 | 2.916 | 6.997.300
|
| Italien | 1.140.685 | 2.761 | 3.149.830
|
| Griechenland | 765.000 | 3.137 | 2.400.000
|
| Syrien | 498.981 | 2.002 | 998.988
|
| Türkei | 597.000 | 1.173 | 700.000
|
| Tunesien | 1.500.000 | 333 | 500.000
|
| Marokko | 550.000 | 940 | 470.000
|
| Ägypten | 49.888 | 6.381 | 318.339
|
| Algerien | 178.000 | 1.685 | 300.000
|
| Portugal | 430.000 | 651 | 280.000
|
dient dem Zeilenumbruch, bitte nicht entfernen
Folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die 18 größten Produzenten von Oliven weltweit (2004):
Kulturgeschichte des Olivenbaumes
Olive tree.jpg
Die Geschichte des Ölbaums reicht bis in die
Antike zurück. Wann die Wildform zur fruchtbaren Gartenolive kultiviert wurde, ist unbekannt. Archäologische Funde deuten jedoch darauf hin, dass dies um 4000 v. Chr. in Kreta und Syrien geschah. (Erste archäologische Funde von Olivenkernen sind über 9000 Jahre alt, dabei handelt es sich aber um von Menschen gesammelte Oliven von wilden Olivenbäumen.) Auch der häufige Hinweis in der
Bibel auf den Baum und seine Erzeugnisse, auf seinen Überfluss im Land von
Kanaan und den wichtigen Platz, den er in der Wirtschaft von
Syrien hat, lässt vermuten, dass dort der Ursprung des kultivierten Olivenbaumes liegt. Möglicherweise gelang es erst einigen Stämmen die Olive zu kultivieren, die den Olivenbaum dann weitergaben. So wurde die Pflanze schnell zum Zeichen des Friedens. Im trockenen Klima des Nahen Ostens stellte das Öl bald ein wichtiges und gesundes Grundnahrungsmittel dar. In der
Ökonomie,
Religion und
Kunst sowie den vielen
Mythen spiegelt sich diese wichtige Rolle des Olivenbaums wieder.
Der Bibel nach war die Ölfrucht den Juden im gelobten Land verheißen, bildete einen bedeutenden Teil des Reichtums und war neben dem Feigenbaum und Weinstock das Bild des Wohlstandes und bürgerlichen Glückes. Die eingewanderten Israeliten fanden den Olivenbaum schon vor. Die Könige David und Salomo förderten seinen Anbau. Man benutzte das Öl zu Speisen, bei Opfergaben, als Brennöl und zum Salben des Haars und des ganzen Körpers.
Olivenhain bei Gewitter.JPG
Zu Homers Zeiten benutzte man in Griechenland das Holz des wilden Ölbaums wegen seiner großen Festigkeit zur Anfertigung von Axtstielen. Das Öl diente zum Salben des Körpers, war aber den Reichen und Edlen als Luxusgut vorbehalten, wie es in der Ilias beschrieben wird. In der Akademie standen die der Athene geweihten unantastbaren Ölbäume; sie stammten der Sage nach von der Mutterolive auf der Burg, die von der Göttin selbst geschaffen und später nach der Verbrennung durch die Perser von selbst aus der Wurzel wieder aufgesprossen sein soll. Nach einer griechischen Sage hatten die Götter Athene und Poseidon einen Wettstreit ausgetragen. Als Gewinner sollte derjenige gelten, der den Bewohnern von Athen das sinnvollere Geschenk überbringt. Athene setzte sich mit dem von ihr erschaffenen Olivenbaum durch, der den antiken Griechen als heilig galt. In zahlreichen griechischen Stadtstaaten war es gesetzlich verboten, Olivenbäume zu fällen.
Flag of the United Nations.svg
Im 6. Jahrhundert v. Chr. kam der Olivenbaum nach Italien. Wie schon in Griechenland war ein Kranz aus Ölzweigen die höchste Auszeichnung des um das Vaterland hochverdienten Bürgers, sowie der höchste Siegespreis bei den Olympischen Spielen. Der Ölzweig war das Symbol des Friedens, und Besiegte, die um Frieden baten, trugen Ölzweige in den Händen.
Auch im alten Christentum ist die Taube mit dem Ölzweig ein Symbol des Friedens. Der Bibel zufolge schickte Noah nach der Sintflut eine Taube los. Sie kehrte mit einem Ölzweig im Schnabel zurück: die Erde grünte wieder, das Leben war zurück. Jesus hielt zwischen Olivenbäumen im Garten Getsemani kurz vor seiner Kreuzigung Zwiesprache mit Gott. Paulus illustrierte das Verhältnis zwischen Heidentum und Judentum mit einem wilden und einem edlen Ölbaum.
Zitate
"Die Ölbäume sind sehr charakteristisch, und ich gebe mir große Mühe, das einzufangen. Es ist Silber, das mal ins Blaue, mal ins Grüne spielt, bronzefarben und beinah weiß auf gelbem, rosa, violettem oder orange Boden, der bis zum stumpfroten Ocker geht... Eines Tages mache ich vielleicht etwas ganz Persönliches daraus, wie ich es mit den Sonnenblumen für die gelben Töne gemacht habe."
Vincent van Gogh an seinen Bruder Theo, Brief 608
Der Ölbaum in der Bibel
Einst machten sich die Bäume auf, um sich einen König zu salben, und sie sagten zum Ölbaum: "Sei du unser König.¨ Der Ölbaum sagte zu ihnen: "Soll ich mein Fett aufgeben, mit dem man Götter und Menschen ehrt und hingehen, um über den anderen Bäumen zu schwanken? (
Buch der Richter, 9, 8-9)
Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe da: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wusste Noah, dass nur noch wenig Wasser auf der Erde stand. (Genesis, 8, 11)
Ob aber nun etliche von den Zweigen ausgebrochen sind und du, da du ein wilder Ölbaum warst, bist unter sie gepfropft und teilhaftig geworden der Wurzel und des Safts im Ölbaum, so rühme dich nicht wider die Zweige. Rühmst du dich aber wider sie, so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht trägst, sondern die Wurzel trägt dich. (Römerbrief, 11, 17-18)
Der Ölbaum im Koran
Und ER ist es, Der aus dem Himmel Wasser niedersendet; damit bringen Wir alle Arten von Pflanzen hervor; ... und Oliven- und Granatapfel-(Bäume) ... (Die ungefähre Bedeutung des Al-Qur'an Al-Karim, Sure 6:99 "Das Vieh")
Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Sein Licht ist gleich einer Nische, in der sich eine Lampe befindet: Die Lampe ... Angezündet (wird die Lampe) von einem gesegneten Ölbaum, der weder östlich noch westlich ist, dessen Öl beinahe leuchten würde, auch wenn das Feuer es nicht berührte. (Die ungefähre Bedeutung des Al-Qur'an Al-Karim, Sure 24:35 "Das Licht")
Alsdann spalteten Wir die Erde in wunderbarer Weise und ließen Korn in ihr wachsen ... und Ölbäume... (Die ungefähre Bedeutung des Al-Qur'an Al-Karim, Sure 80:26-29 "Er runzelte die Stirn")
Der Ölbaum bei Homer
Doch der Atreid', ausziehend das Schwert voll silberner Buckeln,
Sprang auf Peisandros hinan. Der hob die schimmernde Streitaxt
Unter dem Schild, die ehrne, geschmückt mit dem Stiele von Ölbaum,
Schöngeglättet und lang; und sie drangen zugleich aneinander.
(
Ilias, 13. Gesang, 610-613)
Innerhalb des Gehegs war ein weitumschattender Ölbaum,
Stark und blühendes Wuchses; der Stamm glich Säulen an Dicke.
Rings um diesen erbaut' ich von dichtgeordneten Steinen
Unser Ehegemach, und wölbte die obere Decke,
Und verschloß die Pforte mit festeinfugenden Flügeln.
Hierauf kappt' ich die Äste des weitumschattenden Ölbaums,
Und behaute den Stamm an der Wurzel, glättet' ihn ringsum
Künstlich und schön mit dem Erz, und nach dem Maße der Richtschnur;
Schnitzt' ihn zum Fuße des Bettes, und bohrt' ihn rings mit dem Bohrer,
Fügete Bohlen daran, und baute das zierliche Bette,
Welches mit Gold und Silber und Elfenbeine geschmückt war;
Und durchzog es mit Riemen von purpurfarbener Stierhaut.
(Odyssee, 23. Gesang, 190-201)
Literatur
- Charles R. Metcalfe, L. Chalk: Anatomy of the Dicotyledons. 3 Bde. Oxford University Press, Oxford ²1987-1989, ³1998. ISBN 0198545932
- A. Lingelsheim: Oleaceae. Oleolidae. Fraxinae et Syringeae. in: A. Engler: Das Pflanzenreich. Bd 72. W. Engelmann, Berlin 1920, Stuttgart 1957 (Repr.).
- Victor Hehn: Olive, Wein und Feige. Kulturhistorische Skizzen. Hrsg. von Klaus von See unter Mitwirkung von Gabriele Seidel-Leimbach. Insel, Frankfurt am Main 1992. ISBN 3-458-33127-1
Weblinks
Ölbaumgewächse | Baum
زيتون | Маслина | Olivera | Olewydden | Olive | Oliv-arbo | Olivo | Õlipuu | زیتون | Olivier (arbre) | זית | Olea europaea | オリーブ | 올리브 | Olijfboom | Oliventre | Oliwka europejska | Oliveira | Маслина | Olivträd | Zeytin | 橄欖