Das Oligodendrogliom (veraltet: Oligodendrozytom) ist ein Tumor der Stützzellen des Gehirns, der besonders bei Erwachsenen im mittleren Lebensalter (35-50 Jahre) auftritt und etwa 2% aller Hirntumore ausmacht. Lokalisiert ist das Oligodendrogliom hauptsächlich im Seitenlappen (Lobus parietalis).
Klinische Erstsymptome können neben Kopfschmerzen, anhaltender Übelkeit (Nausea) und Erbrechen (Vomitus) auch epileptische Anfälle sein. Typischerweise erfolgt die Diagnostik durch eine Kernspintomografie unter Kontrastmittelgabe oder durch eine Computertomografie, wo manchmal Verkalkungen beobachtet werden. Eine neuropathologische Diagnose kann nur durch eine Biopsie des Tumorgewebes und anschließende Mikroskopie gestellt werden.
Die Oligodendrogliome werden aufgrund ihres Ursprung aus der zum Neuroepithel gehörenden Oligodendroglia gehört in die Gruppe der Gliome eingeteilt. Manchmal findet man auch Mischtumore mit Astrozytomen, hier spricht man dann von Oligoastrozytomen.
Die Therapie richtet sich nach dem Grad des Tumors: Man unterscheidet das langsam wachsende Oligodendrogliom (WHO-Grad II) vom schnell wachsenden anaplastischen Oligodendrogliom (WHO-Grad III). Bei Oligodendrogliomen mit WHO-Grad II wird in der Regel ausschließlich eine chirurgische Therapie, also eine operativen Tumorentfernung, durchgeführt. Die anaplastischen Oligodendrogliome (WHO-Grad III) werden nach der Operation unterstützend durch eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie bekämpft.
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