Olestra ist ein synthetisch hergestelltes Fett (siehe auch Fettersatzstoffe), welches zum Beispiel in Kartoffelchips Anwendung findet. Es kann nicht von den körpereigenen Lipasen abgebaut werden und ist daher ein beliebter Fettersatz. Zu den Nachteilen von Olestra gehört, dass die Aufnahme wichtiger Vitamine wie A, D, E, K oder einiger Arzneimittel eingeschränkt wird. Ebenfalls unbekannt ist die Wirkung auf den Menschen, falls dieser Stoff durch Zufall über das Verdauungssystem in den Körper gelangen würde.
Olestra wurde 1968 durch Forscher von Procter & Gamble synthetisiert. Am 24. Januar 1996, nach jahrelangen Bemühungen der Firma, ließ die US-amerikanische Food and Drug Administration das Produkt erstmals zur Verwendung in Lebensmitteln zu, beschränkt auf bestimmte Snacks wie Kartoffelchips oder Tortilla-Chips.
Chemisch ist Olestra der Oktaester von Sacharose (Rohrzucker) mit Fettsäuren. Die in dem Gemisch vorhandenen Hepta-, Hexa- und noch niedrigeren Ester sind übrigens verdaubar und haben somit auch Kalorien! Die Herstellung erfolgt, indem Fette (Ester von Fettsäuren mit Glycerin) mit Methanol umgesetzt (umgeestert) werden. Dabei entstehen Methylester der Fettsäuren, die wiederum mit Sacharose zu Olestra umgesetzt werden.
Bekannt ist auch, dass das synthetische Fett – da es vom Körper nicht aufgenommen wird – gänzlich wieder ausgeschieden wird. Bei größeren Mengen kann es demnach aufgrund seiner Gleiteigenschaften zu unkontrolliertem Stuhlgang führen.