Der Old Course in St Andrews, Schottland, ist laut R&A der älteste noch existierende Golfplatz der Welt.
Es ist nicht bekannt wann zum ersten Mal Golf auf den Links von St Andrews gespielt wurde, die älteste schriftliche Aufzeichnung ist eine Lizenz von 1552, die es der Gemeinde erlaubte in den Dünen „Hasen aufzuziehen, Golf und Fußball zu spielen, sowie zu schießen und anderen Arten der Freizeitbeschäftigung nachzugehen.“
Es gibt jedoch einige Indizien, die ein Golfspiel in St Andrews bereits vor 1552 nahelegen. Zum einen gab es den Golfbann von 1457, der sich auf ganz Schottland erstreckte, also auch auf St Andrews. Zum anderen kam es bereits 1413 zur Gründung der ersten Universität Schottlands in St Andrews und im universitären Bereich war Golf immer schon sehr beliebt.
Die vermutlich erste Maßnahme des Greenkeepings ist von 1726 überliefert, es wurde nämlich die Hasenzucht in den Dünen mit einem Proviso belegt, dass der Golfplatz nicht beschädigt werden dürfe. Aber fast hundert Jahre tobten anschließend noch die sogenannten „Rabbit Wars“, also der Konflikt zwischen den (gelegentlich schießwütigen) Golfspielern und den Hasenzüchtern.
1754 kam es zur Gründung der St Andrews Society of Golfers, die heute als Royal and Ancient Golf Club of St Andrews bekannt ist. Mit dem Bau des heute berühmten Clubhauses begann man aber erst zum hundertjährigen Jubiläum, also 1854.
Das Zählspiel wurde 1759 erstmals in St Andrews urkundlich erwähnt, davor war jegliches Golf weltweit Lochspiel. Acht Jahre später stellte James Durham mit einer 94 den für die nächsten 86 Jahre gültigen Platzrekord auf. Den ersten Score unter 80 konnte Allan Robertson mit einer 79 im Jahre 1858 notieren.
Der Old Course bestand ursprünglich aus 12 Löchern, von denen 10 zweimal gespielt wurden, so dass eine Runde Golf insgesamt auf 22 Löcher kam. Die Spielrichtung war „out“ entlang der Küste und „in“ (zurück) zum Clubhaus. Im Jahre 1764 wurden dann die ersten vier Löcher (die auch die letzten vier waren) zu jeweils zweien zusammengelegt, da sie zu kurz erschienen. So kam es eher zufällig zum heute noch gültigen Standard von 18 Löchern pro Runde.
Da weiterhin 8 Löcher in beide Richtungen gespielt wurden, kam es immer wieder zu Beeinträchtigungen des Spielflusses, da auf die entgegenkommenden Flights geachtet werden musste, die ja dieselbe Fahne anspielten. Ab 1857 wurden deshalb auf jedem Grün zwei Löcher angelegt, so dass „out“ und „in“ gleichzeitig gespielt werden konnte. Diese riesigen Doppelgrüns existieren heute noch und sind eines der Markenzeichen des Old Course. Ein anderes sind die Bunker, sämtlich natürlichen Ursprungs und fast alle mit eigenem Namen ausgestattet.
1865 übernahm Old Tom Morris die Stelle als „Custodian of the Links“ und brachte den Platz bis zu seinem Rückzug 1903 in die heutige Form. Unter anderem änderte er das Routing der Löcher im Uhrzeigersinn zu der noch heute gültigen Spielrichtung gegen den Uhrzeigersinn. Alister MacKenzie nahm ab 1924 weitere Veränderungen vor.
1873 wurde die Open Championship erstmals in St Andrews ausgetragen, Sieger wurde Tom Kidd. Damit begann eine lange Reihe von Gastspielen dieses Golfturniers auf dem Old Course. Nirgendwo wurde die Open öfter ausgespielt, einschließlich 2005 gab es 27 Austragungen hier.
Der Old Course ist einer der wenigen Golfplätze weltweit, die noch ein echtes Caddieprogramm unterhalten. Es gehört fast schon zum guten Ton die 35 Pfund plus Trinkgeld auch zu investieren. In Anbetracht der vielen Schwierigkeiten des Platzes (versteckte Topfbunker, unberechenbarer Wind, knüppelharte Fairways, trickreiche Grüns) dürfte sich der Rat eines Ortskundigen in den meisten Fällen auch auszahlen.
Für die Open Championship 2005 wurde der Old Course nochmals verlängert auf 7279 yards, so dass auch der Platzrekord neu geführt werden muss. Derzeit wird er gemeinsam gehalten von David Frost und Colin Montgomerie, die beide eine 65er Runde spielten. In der vorherigen Ausbaustufe hielt Brian Davis den Platzrekord mit einer 62.
Die Fairways sind zumeist relativ breit, jedoch teilt man sie sich oft mit entgegenkommenden Flights, so dass der Platz insgesamt eher schmal ist. Er führt vom Clubhaus zur See und wieder zurück, jeweils zwei entgegengesetzt laufende Löcher nebeneinander. Ginsterbüsche begrenzen den Platz zum New Course auf der einen und zum Old Course Hotel, der Driving Range und dem Eden Course auf anderen Seite.
Die Platzverhältnisse sind nicht mehr so extrem wie früher, man kann die Grüns heute bei vielen Gelegenheiten durchaus mit einem hohen Schlag angreifen und auch die Fairways tragen dichteres Gras. Unverändert ist es jedoch der Wind, der die größte Schwierigkeit darstellt. Da der Platz in einer Kurve der Bucht von St Andrews liegt, ist er nach wie vor sehr anfällig für Winde aus wechselnden Richtungen.
Das Layout des Old Course fordert an vielen Stellen strategische Entscheidungen, da es fast immer mehrere Wege zum Ziel gibt. Zumeist sind die Grüns von der rechten Fairwayseite wesentlich besser anspielbar, jedoch birgt der Abschlag nach rechts ein höheres Risiko, da dort die Ginsterbüsche lauern, wohingegen man links das entgegenkommende Fairway zur Verfügung hat. Allerdings ist der Annäherungsschlag von links oft blind und es besteht aufgrund der sehr großen Grüns immer die Gefahr auch bei gelungenen Schlägen noch drei Putts zu benötigen.
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