Ein Oktogon ist in der Architektur ein Zentralbau oder -raum mit einem Grundriss in Form eines regelmäßigen Achtecks.
In frühmittelalterlichen Kirchengebäuden ist das Oktogon als eigenständiger Zentralbau zu finden. Es wird angenommen, dass die oktogonale Form von Sakralbauten aus der byzantinischen Architektur über Bauten wie die Kirche San Vitale in Ravenna (6. Jh.) nach Südeuropa kam. (Das ältere Bapisterium des Lateran aus dem frühen 4. Jh. war wohl zur Bauzeit noch nicht achteckig.) Karl der Große, der die Kirche von Ravenna kannte, wählte im 8. Jh. diese Form für die Aachener Pfalzkapelle. Diese wiederum war im Rahmen der Karlsverehrung Vorbild weiterer frühmittelalterlicher Kirchen im Heiligen Römischen Reich, etwa der Mettlacher Grabkirche (um 990) oder der Abteikirche Ottmarsheim (1020-1030) Während die Form der Basilika, ab der Ottonik auch mit kreuzförmigem Grundriss, immer beliebter wurde, wurden die Zentralbauten und damit auch das Oktogon an den Rand gedrängt, meist als Tauf- oder Grapkapelle.
In der Gotik finden sich Oktogone als Turmgeschosse. Ob hier der Achtort als Proportionsschlüssel verwendet wurde, ist ungewiss.
Liste bekannter Oktogonalbauten:
Gut erhaltene mittelalterliche Oktogonkirchen im deutschsprachigen Raum sind auch die Oktogonkirche in Ludorf (12./13. Jh.). St. Sigismund in Oberwittighausen (um 1150). St. Achatius in Grünsfeldhausen (um 1200), St. Ulrich in Standorf (1220).
Popularisiert wurde die Form von dem Phrenologen Orson Squire Fowler, der die Achteckform als ökonomischste Bauweise und ideale Wohnumgebung für den Menschen ansah. In den USA, vor allem an der Ostküste und im Mittleren Westen, existieren heute noch rund 500 dieser modischen Wohngebäude aus dem 19. Jh.
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"Oktogon (Architektur)".
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