Oggersheim.png Ludwigshafen Oggersheim.png Oggersheim, bereits 764 als Agridesheim im Lorscher Kodex erwähnt, ist mit ca. 22.000 Einwohnern der größte Stadtteil der Stadt Ludwigshafen am Rhein in Rheinland-Pfalz.
Um das Jahr 765 gab es an gleicher Stelle ein fränkisches Königsgut, wie der Lorscher Kodex beweist.
Bis zum Jahr 911 hatte das elsässische Kloster Weißenburg im Elsass die Grundherrschaft inne. Später ging Oggersheim als Lehen von den Saliern an die Grafen von Leiningen. Die Grafen von Leiningen verkauften ihren Lehnsbesitz rund um Oggersheim im Jahr 1323 an die Pfalzgrafen. Im Jahr 1346 wird erstmals ein Pfarrer in Oggersheim erwähnt. Die mittelalterliche Kirche war dem heiligen Kilian geweiht.
Vermutlich ab 1317 hatte Oggersheim Stadtrechte, seit Ende des 16. Jahrhunderts war es Festungsstadt und Amtssitz einer kurpfälzischen "Oberschultheißerei", eines Landrates.
Im Jahr 1556 wurde mit dem Religionserlass von Alzey das reformierte Bekenntnis eingeführt.
1689 wurde Oggersheim im Pfälzischen Erbfolgekrieg verwüstet.
Im Jahre 1938 wurde Oggersheim der Stadt Ludwigshafen am Rhein eingemeindet.
1767 kaufte der Mannheimer Kurfürst Karl Theodor die Anlage und schenkte sie 1768 seiner ihm zunehmend entfremdeten Ehefrau Elisabeth Auguste, die bis 1793 dort wohnte. Ab 1774 ließ sie die Loretokapelle nach Plänen von Peter Anton von Verschaffelt mit der heutigen Wallfahrtskirche überbauen. Diese Kirche überstand als einziger Teil der Schlossanlage den von französischen Truppen 1794 ausgelösten Brand. Sie gilt als bedeutendstes Baudenkmal des vorindustriellen Zeitalters im Stadtgebiet von Ludwigshafen.
Schiller arbeitet in seiner Oggersheimer Zeit intensiv und schrieb unter Anderem „Kabale und Liebe". Die Oggersheimer Zeit war aber für ihn eine Zeit der Not. Da er als Regimentsarzt aus Stuttgart geflohen war musste er damit rechnen, ausgewiesen und verhaftet zu werden. Er nannte sich deshalb in Oggersheim Dr. Schmidt und wagte es nicht, tagsüber nach Mannheim zu gehen. Er erschrak fürchterlich, als er in Mannheim zufällig mitbekam, wie ein württembergischer Offizier sich nach ihm erkundigte und verstecke sich die Nacht über im Palais des Freiherrn von Baden.
Zusätzlich hatte Schiller auch noch Geldsorgen. Er hoffte vergeblich auf einen Vorschuss des Mannheimer Theaters für Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. Da sein mitgebrachtes und das nachgeschicktes Geld bald ausgegeben war, musste er seine Uhr verkaufen, und auf der Wirtstafel Viehhof anschreiben lassen.
In der Oggersheimer Zeit wurde Friedrich Schiller finanziell durch seinen Freund, den Musiker Andreas Streicher unterstützt. Dieser überließ ihn seine Barmittel, die er für seine eigene musikalische Ausbildung verwenden wollte.
Nachdem Schiller Oggersheim verlassen hatte schrieb er an Henriette von Wolzogen:
Friedrich Hölderlin besuchte im Juni des Jahres 1788 von Mannheim kommend Oggersheim und Frankenthal. Er schreibt in einem Brief an seine Mutter:
Der Verlauf dieses Streikes wird 1928 in einem Sonderdruck der „Pfälzischen Post" beschrieben. Einer der damaligen Streikführer, Josef Queva, beschreibt den Anlass des Streiks, wie folgt:
Die unzufriedenen Arbeiter forderten schriftlich eine Arbeitszeitverkürzung um zwei Stunden und eine Lohnerhöhung von 25 Prozent. Dann wurden acht Arbeiter ausgewählt, welche die Forderungen der Direktion unterbreiten sollten und ins Büro des Direktors gingen. Doch nach zehn Minuten kamen sie wieder und wurden von einem der Außenstehenden gefragt, was sie erreicht hätten.
Die Antwort war: „Nichts, wir sind sämtlich entlassen."
Daraufhin erklärte der Maschinenmeister: „Dann können wir nicht mehr weiterarbeiten" und stellte die Maschine ab. Als sich die Arbeiter im Fabrikhof versammelten wurde die Polizei durch einen Eilboten benachrichtigt. Sie war auch sofort vor Ort. Der Direktor stürzte auf den Polizeikommissar zu und rief: „Herr Kommissar, Herr Kommissar, wir brauchen Militär! Telegraphieren Sie sofort nach Speyer!"
Kommissar Schädler entgegnete: „Herr Direktor, ich sehe nicht ein, zu was wir Militär brauchen. Die Leute sind ja ganz ruhig. Sie werden Verbesserungen erreichen wollen, und es wird am klügsten sein, wenn Sie mit ihnen unterhandeln."
„Nichts wird unterhandelt!" schrie der Direktor, „auf revolutionärem Wege wird nichts bewilligt. Sie sehen, Herr Kommissar, wir bekommen Revolution, wenn Sie nicht einschreiten. Alle sind von der Arbeit fortgelaufen, das war noch nicht da, seit ich Direktor bin."
Da trat Josef Queva vor und erkläret mit Nachdruck: „Herr Direktor, Sie tun uns unrecht. Wir haben gemeinschaftlich unsere Forderungen ausgearbeitet, haben acht von unseren anständigsten Arbeitern gewählt, die Ihnen die Forderungen überreichten; und was haben Sie gemacht? Sie haben unsere Leute hinausgejagt wie die Hunde und haben sie plötzlich entlassen. Also haben nicht wir, sondern Sie haben den revolutionären Weg betreten.“
Kommissar Schädler fügte hinzu: „Herr Direktor, hören Sie es; am besten wird es sein, wenn Sie mit den Leuten unterhandeln." -
Acht Tage später war der Direktor bereit, die Abordnung zu empfangen. Er wollte aber nur eine Arbeitszeitverminderung von einer Stunde einräumen. Aber da die Arbeiter standhaft waren, einigte man sich auf eine Arbeitszeit von morgens 6 bis abends 7 Uhr. Nur mussten die Arbeiter versprechen, in dringenden Fällen länger zu arbeiten. Die Lohnerhöhung wurde auf 12 Prozent fest gesetzt. Die Arbeiter erklärten sich einverstanden und nahmen sofort die Arbeit wieder auf.
Der Streik in Oggersheim war der erste große Streik in der Pfalz. Der zweite große Streik brach in Lambrecht aus, wo am 23. Mai 1872 vierhundert Tuchmacher die Arbeit einstellten. Dieser Streik dauerte acht Wochen, blieb aber ohne Erfolg.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Oggersheim".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world