Oftringen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Zofingen im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im Wiggertal und grenzt an den Kanton Solothurn. Bezüglich der Einwohnerzahl ist sie die sechstgrösste Gemeinde des Kantons.
Südlich der Autobahn ist ein zweiter Siedlungsschwerpunkt mit der Ortschaft Küngoldingen (Ortsteile Bühnenberg, Ruhbank) und dem Ortsteil Wirtshüsli entstanden. Deren Bebauung ist mit jener von Zofingen zusammengewachsen, auch sind die Küngoldinger eher Zofingen zu orientiert. Der südöstliche Teil des Gemeindegebiets besteht aus einer erhöht liegenden Ebene, die halbkreisförmig von flachen bis mittelsteilen Hügeln umgeben ist. Der höchste Punkt dieser Hügelkette ist die Hochwacht (654 m ü. M.).
Die Wigger bildet die südwestliche Gemeindegrenze. Parallel dazu, etwa dreihundert Meter weiter östlich, fliesst durch Kreuzstrasse der "Aarburger Mühletych". Dabei handelt es sich um künstlichen Seitenarm, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts angelegt wurde; er diente zum Antreiben von Mühlrädern, einige Jahrhunderte später als Wasserkraftlieferant für die Industrie.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 1287 Hektaren, davon sind 452 Hektaren bewaldet und 344 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 664 Metern auf dem Säli, einem Teil der Engelberg-Kette, die tiefste Stelle liegt auf 405 Metern an der Wigger.
Nachbargemeinden sind Safenwil im Osten, Zofingen und Strengelbach im Süden, Rothrist im Südwesten, Aarburg im Nordwesten sowie die solothurnischen Gemeinden Olten, Starrkirch-Wil, Dulliken und Walterswil im Norden.
Während des Mittelalters lag das Dorf Küngoldingen im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese ausgestorben waren, wurden die Habsburger im Jahr 1264 die neuen Landesherren und Inhaber der hohen Gerichtsbarkeit. Zu jener Zeit befand sich auf dem Sodhubel (Gemeindegebiet Oftringen, an Safenwil angrenzend) die kleine Burg Scherenberg, von der nur die Fundamente erhalten geblieben sind. Ab 1361 gehörde das Dorfgebiet von Küngoldingen auch den Herren von Ifenthal.
Auf dem Säli, einem Teil der Engelberg-Kette, errichteten die Herren von Ifenthal die Alt-Wartburg. Sie wurde 1415 zerstört, als die Eidgenossen den Aargau eroberten. Oftringen lag nun im Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. Administrativ gehörte es zum Amt Aarburg, in geistlichen Dingen war es dem Chorherrenstift in Zofingen unterstellt. 1528 wurde die Reformation eingeführt. Die Franzosen eroberten im März 1798 die Schweiz, beendeten die Herrschaft der "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Oftringen gehört seither zum Kanton Aargau.
Während Jahrhunderten war Oftringen durch die Landwirtschaft und das damit eng verbundene Kleingewerbe geprägt. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert änderte sich dies jedoch. Vor allem nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Aarau - Olten - Emmenbrücke am 9. Juni 1856 und der Linie nach Herzogenbuchsee am 16. März 1857 siedelten sich zahlreiche Industriebetriebe an und profitierten von der günstigen Verkehrslage. Erst 1920 wurde Oftringen eine eigene Kirchgemeinde, die erste Kirche wurde erst 1933 erbaut.
Das Wachstum wurde durch den Bau der Autobahnen noch verstärkt: Vor allem in der Hochkonjunkturphase zwischen 1950 und 1970 wuchs das Dorf sehr stark. Während Wirtschaftskrise der 1970er gab es Stagnation; seit 1980 steigt die Einwohnerzahl wieder leicht an. Die 10000er-Grenze wurde im Dezember 1995 überschritten. Ab 1974 besass Oftringen ein Gemeindeparlament, das jedoch 1989 in einer Volksabstimmung wieder abgeschafft wurde.
Von der Ruine Scherenberg bei Küngoldingen sind nur noch einzelne Mauerreste und ein mittlerweile fast eingefallener Sodbrunnen (samt längst verschütteten unterirdischen Gängen) übrig, sehenswert sind jedoch die Tier- und andere Wandreliefs in unmittelbarer Nähe, die ein "Aussteiger" Anfangs letztes Jahrhundert in die Sandsteinwände meisselte (Offensichtlich ein Vorgänger des letzten Oftringer Einsiedlers Rudolf Buri, "der Einsiedler von Oftringen" 1933-2002, welchem wir hiermit gedenken).
Vergessen wir den immergrünen Schneckenberg nicht und die Sonnenwand in der Stampfi. Leider wurde der ursprüngliche Alpenzeiger auf dem Esel in Küngoldingen überbaut, jedoch gibt sich zwischen den neuzeitlichen Villen immer noch der eine-, oder andere Blick auf die gesamte Alpenkette.
Die Hochwacht lädt auch zum Spazieren und grillieren.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1761 | 808 |
| 1850 | 2584 |
| 1900 | 3247 |
| 1930 | 4212 |
| 1950 | 5350 |
| 1960 | 7731 |
| 1970 | 9189 |
| 1980 | 9006 |
| 1990 | 9883 |
| 2000 | 10'305 |
Die fünf Gemeinderäte der Amtsperiode 2006-2009 sind:
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinde Aarburg verantwortlich ist.
Der SBB-Bahnhof Aarburg-Oftringen liegt exakt an der Gemeindegrenze; es verkehren Regionalzüge nach Olten, Langenthal und Luzern. Der Ortsteil Küngoldingen besitzt einen eigenen Bahnhof an der Eisenbahnlinie Zofingen - Aarau. Eine Buslinie verkehrt zwischen den Bahnhöfen Zofingen und Aarburg-Oftringen, eine weitere von Zofingen über Oftringen nach Murgenthal.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Aargau | Schweizer Gemeinde
Oftringen | Oftringen | Oftringen | Oftringen (kommun, CH-AG)
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