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WappenRumpenheim.jpgOffenbach Rumpenheimer Schloss a.jpg Rumpenheim ist heute ein Stadtteil von Offenbach am Main. Er liegt im Mainbogen zwischen dem Stadtteil Bürgel und der Stadt Mühlheim am Main. In Rumpenheim leben 4672 Menschen (Stand: 31. Dezember 2005).

Wahrzeichen von Rumpenheim ist heute das im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstörte und mittlerweile vollständig renovierte Rumpenheimer Schloss. In den letzten Jahren wurde Rumpenheim durch Neubaugebiete beträchtlich erweitert. Zu Rumpenheim gehören die Ortsteile Biebernsee und Waldheim. Waldheim wurde 1911 als Landhauskolonie der Rumpenheimer gegründet und fiel mit der Eingemeindung Rumpenheims ebenso der Stadt Offenbach zu. Biebernsee wurde bis auf Ausnahmen nach 1945 als Wohnsiedlung mit landwirtschaftlichen Nebenerwerbsstellen (heute reine Wohnhäuser) ohne Geschäfte am östlichen Stadtrand von Offenbach erbaut. Der Name der Siedlung begründet sich auf einen nahe gelegenen Weiher, der ebenfalls den Namen „Biebernsee“ trägt.

Der ehemalige Offenbacher Stadtteil Lohwald, welcher sich auf Rumpenheimer Gemarkung befand, wurde abgerissen. An seiner Stelle ist das Wohngebiet Waldheim-Süd geplant.

Die Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute führt durch Rumpenheim.

Geschichte


Ursprünge

Der Ortsname Rumpenheim lässt durch seine Endung auf -heim darauf Schließen, dass es sich um eine fränkische Gründung handelt, welche ab 496 dieses Gebiet besaßen. In der merowingischen Zeit (bis ca. 506 wurden entlang der alten römischen Mainuferstraße mehrere Siedlungen, unter anderem Rumpenheim gegründet.Der erste Teil des Ortsnamens Bezieht sich wohl auf einen Personenamen. Demnach könnte der Gründer des Ortes Rumpo oder Rumpho geheißen haben, dies ist die Kurzfassung von Rumpraht. Rumpenheim hieße demnach: Siedlung des Rumpo/Rumpho und seiner Leute. Eine andere Theorie geht davon aus, dass es sich bei dem ersten Teil des Ortnamens um eine Abwandlung von Rumpe handelt. Dies ist ein korbartiges Weidengeflecht, was zum Fischfang hätte benutzt werden können. In der Folgezeit wurde der Ort zwischen 770 und 850 immer als Rumphenheim geschrieben. 1380 wird Rumpinheim, 1343 Rümpinheim, 1390 wieder Rumphenheim geschrieben. 1451 wird das Dorf als Rumppenheym, 1576 Rumpelhaim, 1616 Rumpelheim und 1625 als Rumpellum erwähnt.

Mittelalter

Rumpenheim wurde erstmalig mit der Schenkung eines Weingartens vom 1. Juni 770 eines Rumpenheimers Gunthardt an das Kloster Lorsch im Lorscher Codex urkundlich erwähnt und zählt damit zu den ältesten Orten der Region. In dieser Zeit war Rumpenheim Teil des fränkischen Maingaus. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten folgen 16 weitere Schenkungen an das Kloster Lorsch. Es werden Wohngebäude, Äcker, Wald, Weisen ein goldenes Kreuz und 806 40 Hörige verschenkt. Durch die Schenkungen hatte das Kloster einen Besitz von 600 bis 700 Morgen Land. Später gelang das Dorf ganz in den Besitz des Reichsklosters, welches von zentraler Bedeutung für das Reich in jener Zeit war. Abt Winther (auch Winitherius) verkaufte 1077 dem Pfalzgrafen einen Teil des Klosterbesitzes, unter anderem auch Rumpenheim, um Bischof von Worms werden zu können. Sein Nachfolger erwarb den Besitz wieder zurück, so dass Rumpenheim Ende des 11. Jahrhunderts den Herren von Dornberg als Lehen gegeben wurde. Bis 1232 übernahm der Mainzer Erzbischof und Kurfürst alle Rechte und Besitzungen des Klosters Lorsch, sodass Rumpenheim Teil des Kurfürstentums Mainz wurde. Die Herren von Dornberg starben1259 mit Konrad von Dornberg aus, und 1261 wurde Rumpenheim an die Herren von Hanau als Lehen gegeben. Die Herren von Rumpenheim bekamen das Dorf seit dem Ende des 13. Jahrhunderts von den Herren von Hanau als Afterlehen gemeinsam mit den mit ihnen verwandten Herren von Heusenstamm. 1401 verzichtete Günter von Rumpenheim auf das Lehen, und neuer Lehnsherr wurde ab 1409 Frank von Kronberg. Bis 1617 bleiben die Kronberger Lehnsherren in Rumpenheim mit einer kurzen Unterbrechung zwischen 1426 und 1449. Seit 1617 waren die Grafen von Hanau und Münzenberg ohne Afterlehen Herren in Rumpenheim.

Neuzeit

Offenbach Mainfaehre Rumpenheim.jpg aus gesehen. Im Hintergrund das Schloss]]Vom Mittelalter bis 1819 gehörte Rumpenheim der Biebermark an. 1621 wurde Rumpenheim durch Truppen des spanischen Generals Spinoza im Dreißigjährigen Krieg ausgeplündert und in Brand gesteckt. Auch die kaiserlichen Truppen des Generals Lamboy verlangten den Bewohnern der Gegend während der Belagerung Hanaus schwere Opfer ab. Die Einwohnerzahl sank in diesen Jahren stark, so dass 1637 nur noch 57 Personen überlebten.

Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Grundstock des heutigen Rumpenheimer Schlosses als Herrenhaus gebaut. Anfang des 18. Jahrhunderts fiel das Gut an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, die das Herrenhaus zu einem dreiflügeligen Schloss ausbauen lies. Aus dem kurfürstlich landgräfliche Haus Hessen-Kassel entstand die Fürstenlinie Hessen-Rumpenheim. 1866 geriet Rumpenheim dann in das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. 1942 verlor der Ort ebenso wie Bürgel im Jahr 1908 und Bieber im Jahr 1938 seine Selbständigkeit und wurde nach Offenbach zwangseingemeindet.

Religion


1532 folgte der Rumpenheimer Pfarrer Demuth dem Beispiel Martin Luthers und heiratete. 1541 wurde offiziell die Reformation eingeführt. Die evangelische Schlosskirchengemeinde ist Teil des Dekanates Offenbach. Die katholische Pfarrei Heilig Geist und die Waldheimer Pfarrei Heilig Kreuz gehören als Teil des Dekanates Offenbach zum Bistum Mainz.

Literatur


  • Offenbacher Geschichtsverein: Zur Geschichte der Offenbacher Vororte - Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 20. Offenbach am Main, 1970

Weblinks


Offenbach am Main | Ort in Hessen

 

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