| Wappen | Karte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| BieberWappen.jpg | Karte Offenbach am Main in Deutschland.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Hessen | bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Darmstadt | bgcolor="#FFFFFF" | Kreis: | Stadtkreis Offenbach | bgcolor="#FFFFFF" | Stadt: | Offenbach | bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 120 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 8,51 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 14.797 (31. Dezember 2005) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 1.738 Einwohner/km² | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 63073 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 069 | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Kfz-Kennzeichen: | OF
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Namensgeber des Ortstteils war der durch den Frankfurter Bürger Joseph Anton Bertarelli 1829 inmitten des ausdehnten Markwaldes der alten Biebermark erbaute große Gutshof Waldhof. Nach seinem Tod kam der Hof durch Erbschaft in den Besitz der landgräflichen Hauptverwaltung zu Rumpenheim und der Hof wurde durch einen Pächter verwaltet. Das Waldhofgebiet selbst wurde während des Ersten Weltkrieges in seiner heutigen Ausdehnung von russischen Kriegsgefangenen gerodet. Auf dem gerodeten Teil entstand ein weiterer Hof mit Namen "Neuwerk". Die Stadt Offenbach erwarb in den Jahren 1914, 1928 und 1962 durch Käufe den Grundbesitz. Bomben des Zweiten Weltkrieges zerstörten den Waldhof am 29. November 1944. Auch der Hof Neuhof wurde im Krieg durch Bomben zerstört. Ab 1967 begann die Erschließung des östlichen Waldhofgebietes für die Ansiedlung von Industrie- und Gewebebetrieben. Im Anschluss daran entstand das Wohngebiet. Die Straßen des Wohngebietes tragen alte Bieberer Flurnamen.
Der Sportplatz des FV Germania Bieber nennt sich "Sportplatz am Waldhof".
In Bieber-Waldhof existieren eine Außenstelle der Grundschule in Bieber, ein städtischer Kindergarten, ein Gemeindezentrum der katholischen Pfarrei und der evangelischen Kirchengemeinde. Der Ortsteil ist durch die Buslinien 101 und 102 der Offenbacher Verkehrsbetriebe und die Linie S 1 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes mit einem eigenen S-Bahnhalt erschlossen.
In Bieber-Waldhof lebten Anfang 2005 3.365 Menschen.
Der Ortsname ist vermutlich keltischer Herkunft. Wie die vielen anderen Orts- und Flussnamen im keltischen Kernland könnte sich der Name Bieber vom keltischen Wort Bebros für das Tier Biber ableiten. Einer anderen Theorie zu Folge leitet sich der Name vom keltischen bi-para, also zwischen den Bezirken ab. Die Tatsache, dass der alte keltische Ortname auch in germanischer Zeit beibehalten wurde, kann darauf schließen lassen, dass es sich damals um eine bedeutende Siedlung gehandelt hatte. Im Laufe der Zeit schrieb sich der Ort auch Bieberaha und Bibera.
Da eine keltische Siedlung südlich des heutigen Ortes auf den Struthäckern wahrscheinlich und auf den Steinäckern nachgewiesen ist, geht man davon aus, dass der Ort in germanischer Zeit an die Stelle des heutigen historischen Ortskerns unter Beibehaltung des keltischen Namens verlegt wurde. Eine römische Villa Rustica und ein römisches Gräberfeld konnte auf den oben erwähnten Steinäckern zwischen Bieber und Waldhof nachgewiesen werden. Ebenso durchzogen römische Straßen die Bieberer Gemarkung und kreuzten sich vermutlich nahe der Villa Rustica. Die Gegend gehörte der römischen Civitas Auderiensium in der Provinz Obergermanien an.Während römischer Zeit und der Völkerwanderungszeit blieb die alte keltisch-germanische Mischbevölkerung ansässig. Römer und vorbeiziehende Stämme mieden das waldreiche Gebiet südlich des Maines.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Siedlung in einer Schenkungsurkunde des fränkischen Großgrundbesitzers Erlulf am 22. April 791 im Lorscher Codex. Da die beiden älteren Schenkungen nicht sicher datiert werden können, gilt dieses Datum als erstmalige urkundliche Erwähnung Biebers.
Im Mittelalter gehörten die umliegenden Wälder zum Wildbann Dreieich, dieser unterhielt in Bieber auch eine seiner 30 Wildhuben. Die Herren von Hagenhausen (später von Eppstein) gewannen ab 1290 aufgrund ihrer Lehens-, Gerichts- und Grundrechte allmählich die Landeshoheit in Bieber. Als Gottfried von Eppstein 1425 das Amt Steinheim mit allen zugehörigen Orten an den Kurfürsten von Mainz verkaufte, ging die Landesherrschaft über Bieber von den Herren von Eppstein an Kurmainz. Für die nächsten Jahrhunderte (bis 1803) blieb der Erzbischof und Kurfürst von Mainz der Landesherr. Bieber war bis 1819 mit dem alljährlich abgehaltenen Märkerding am südöstlichen Ortsrand Oberhof der sogenannten Biebermark, einer Markgenossenschaft. Seine Einwohner hatten ab 1372 Burgrecht in Frankfurt mit allen daraus resultierenden Rechten und Pflichten (in Kriegszeiten durfte in der befestigten Stadt Zuflucht gesucht werden, als Gegenleistung mussten sie 10 Ruten Stadtgraben instand halten).
Nachdem Bieber Jahrhunderte vom mainzerischen Amt Steinheim aus verwaltet wurde, lösten die neuen großherzöglichen Landesherren diese alten Strukturen auf und ersetzten sie durch neue. So wurde am 20. Juli 1821 der Landratsbezirk Seligenstadt gegründet, welchem auch Bieber zugeschlagen wurde. Bereits am 5. September 1832 wurde diese Einteilung verworfen und der Landkreis Offenbach gebildet, welchem das ehemalige Landratsamt Seligenstadt mit Bieber zugeteilt wurde.
StNikolausAlt.jpg.jpg Am 1. April 1938 wurde Bieber nach Offenbach zwangsweise eingemeindet. Zahlreiche Straßen wurden umbenannt, sofern ihre Namen bereits in Offenbach oder im 1908 ebenfalls nach Offenbach eingemeindeten Bürgel vorkamen. Das Rathaus wurde bereits im August desselben Jahres abgerissen. Der Zweite Weltkrieg brachte zahlreiche Zerstörungen und Verluste in der Bevölkerung durch Bombenangriffe.
Im 19. Jahrhundert erfolgte der Wandel Biebers vom Bauerndorf zur Industriegemeinde. Viele Arbeiter aus den Nachbar- und Rodgauorten fanden den täglichen Weg zur Arbeit hierher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es zu einem Aufblühen der Lederwarenindustrie gekommen, die ihre Hochzeit in den 1950er und 1960er Jahren hatte. Aufgrund veränderter Marktbedingungen ging der Absatz der Lederwaren in den 1970er Jahren stark zurück, so dass heute nur noch 3 Lederwarenbetriebe in Bieber ansässig sind. In dem anfangs des 19. Jahrhunderts noch reinem Bauernort existieren heute nur noch zwei landwirtschaftliche Betriebe.
In den Jahren 1965 und 1967 entstanden mit Bieber-West und Bieber-Waldhof ausgedehnte Neubaugebiete, das Waldhofgebiet wurde zudem zum Industriegebiet.
Am 09. August 1981 kam es infolge schwerer Regenfälle, besonders im Einzugesgebiet der Bieberbach, zu schweren Überflutungen in der Ortsmitte. 1991 feierte Bieber das 1200-jährige Bestehen nach der ersten urkundlichen Erwähnung mit einem großen Festumzug und Volksfesten. Im Dezember 2003 konnte nach langer Bau- und Planungszeit der S-Bahnanschluss eröffnet werden. Seitdem ist Bieber und der Ortsteil Waldhof mit der S-Bahn Rhein-Main erreichbar. Zuvor war Bieber seit 1896 über die Rodgaubahn an das Schienenetz angeschlossen.
Für die Zukunft ist ein großes Neubaugebiet Bieber-Nord geplant. Es soll sich zwischen den Bahngleisen der S-Bahnstrecke und der Bundesstraße 448 erstrecken und Wohnraum für etwa 2.400 Menschen bieten. Die Baulandumlegeung und die Planungen hierzu laufen schon seit Jahrzehnten. Momentan ist das Gebiet vorwiegend Acker- und Gartenland. Als Ausgleichsmaßnahme soll ein Teil der Streuobstwiesen erhalten bleiben.
PfarrkircheBieber.jpg.jpg Bis ins 19. Jahrhundert war Bieber rein katholisch. Überwiegend durch Zuzug kam eine große Anzahl von Protestanten nach Bieber. Die katholische Pfarrei St. Nikolaus ist auch heute noch größer als die evangelische Luthergemeinde in Bieber, obwohl die evangelische Gemeinde Biebers die größte im Dekanat Offenbach ist. Das 1968 eingeweihte katholische Pfarrheim ist ein wichtiger Veranstaltungsort. Seit 1307 ist die Pfarrei St. Nikolaus eine eigenständige Pfarrei. Vorher gehörte die Pfarrei zu Mühlheim. Im 16. Jahrhundert war Bürgel Pfarrkirche der Mutterkirche in Bieber. Die heutige St.-Nikolaus-Kirche wurde 1936 neu errichtet. An ihrer Stelle sind bereits seit dem Jahr 1270 Kirchengebäude nachgewiesen. Das für den heutigen Neubau abgerissene Gotteshaus wurde 1701-1708 neu angelegt und 1878-1979 erheblich erweitert. Seit 1982 besteht in Waldhof das Haus St. Hildegard als Gemeindezentrum und Kirchenbau der Pfarrei St. Nikolaus im Ortsteil Waldhof. Die Pfarrei gehört mit dem Dekanat Offenbach dem Bistum Mainz an. Neben dem heiligen Nikolaus verehren die Bieberer Katholiken vor allem den heiligen Sebastian weil er der Überlieferung nach die Bewohner vor langer Zeit vor der Pest gerettet hat.
Evangelische Kirche Bieber.jpg | 1865 fand der erste evangelische Gottesdienst in einem Dachstuhl statt. 1869 wurde eine kleine Kapelle, die Gustav-Adolf-Kapelle, errichtet, welche 1935 zu der Lutherkirche in ihrer heutigen Form erweitert wurde. 1869 wurde die evangelische Pfarrei Bieber gegründet. Dieser unterstanden die Filialgemeinden Bürgel, Heusenstamm und Mühlheim sowie die Orte ohne eigenen evangelischen Gottesdienst wie Obertshausen, Rembrücken, Dietesheim und Lämmerspiel. Bis 1923 wurden diese Gemeinden alle von der Bieberer Pfarrei getrennt. Die evangelische Kirchengemeinde Bieber gehört als Teil des Dekanates Offenbach der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an. Weil es im Dekanat Offenbach eine weitere Luthergemeinde gab, nannte sich die Pfarrei "Evangelische Kirchengemeinde Bieber". In Waldhof und Bieber-West gibt es heute zusätzliche Gemeindezentren. In Bieber ist auch eine "Chistliche Gemeinde Roseggerstraße" mit ihrem Gemeindezentrum vertreten.
| Jahr | Einwohnerzahlen | - | 1580 | ca. 300 | - | 1638 | 26 | - | 1681 | 150* | - | 1817 | 646 | - | 1861 | 1.440 | - | 1890 | 2.527 | - | 1910 | 4.510 | - | 1925 | 5.149 | - | 1939 | 6.150 | - | 1946 | 6.152 | - | 1960 | 7.329 | - | 1980 | 12.854 | - | 31. Dez. 2004 | 14.761 |
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BieberRathaus.JPGBieber hat keinen Ortsbeirat, aber die Parteien CDU, FDP, SPD und Junge Union haben eigene Orts- bzw. Stadtbezirksverbände in Bieber gegründet. Politischen Einfluss auf die Offenbacher Politik nehmen die Bieberer Bürger über ihre politischen Persönlichkeiten wie den ehemaligen Offenbacher Bürgermeister Josef Petermann, den ehemaligen Stadtverordnetenvorsteher Dr. Bruno Knapp sowie zahlreiche Stadtverordnete und Stadträte.
Der letzte frei gewählte Bürgermeister Biebers war Adam Marsch (SPD). Er wurde 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzt und durch Fritz Bosche ersetzt. Diesem folgte 1934-1936 Wilhelm Perterhänsel, welcher wiederum 1937 durch Wilhelm Kromm aus Nordhessen ersetzt wurde. Kromm schloss mit dem damaligen Offenbacher Oberbürgermeister Dr. Schranz einen Vertrag über die Eingemeindung Biebers ab. Die Inhalte dieses Vertrages wurden bis auf die Eingemeindung bis heute nicht erfüllt. Die Eingemeindung wurde schließlich durch den NS-Gauleiter und Reichsstatthalter von Hessen Jakob Sprenger erlassen.
Bieberer Amulett.JPG
Im Wiener Hof gastieren weltbekannte Künstler aus der Musik-, Kabarett- und Kleinkunst-Szene und machen Bieber zu einem überregionalen Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturliebhaber
Bieber beherbergt einige Tonstudios, in denen namhafte deutsche und internationale Künstler aufnehmen bzw. aufgenommen haben, so z.B. Boney M, No Angels, Henni Nachtsheim (ex-Rodgau Monotones, Badesalz).
Der Ortskern und Bieber-Waldhof sind mit den Buslinien 101, 102 und 104 der Offenbacher Verkehrsbetriebe erreichbar. Siehe hierzu: Nahverkehr in Offenbach am Main.
Durch die S-Bahnen des RMV ist Bieber auf den Linien S 1 und S 2 (Rodgaubahn) zu erreichen. Bei Bieber teilen sich die Gleise in die Strecke nach Dietzenbach und die Strecke nach Rödermark-Ober-Roden.
Bieber liegt in der Nähe des Frankfurter Flughafens, des Frankfurter Autobahnkreuzes sowie des Frankfurter Hauptbahnhofes und hat dadurch gute überregionale Verkehrsverbindungen. Diese Lage müssen die Bieberer mit dem hohen Preis einer starken Fluglärmbelastung durch den Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen bezahlen.
Der ganze Ort ist flächendeckend als Tempo 30-Zone ausgewiesen. Ausnahmen bilden die Hauptstraßen. Dadurch gilt im ganzen Ort abseits der Hauptstraßen die Regelung "rechts vor links".
Die Lederwarenfarbik HCL hat ihren Sitz in Bieber, ebenso die selbständige Raiffeisenbank Offenbach am Main-Bieber e.G. Als Einkaufszentren sind die "Hauptstraße" (Aschaffenburger und Seligenstädter Straße) sowie das Einkaufszentrum Bieber-West zur Nahversorgung geeignet.
Das Bieberer Rathaus wurde im August 1938 abgerissen. Seitdem bestehen keine Verwaltungsaußenstellen in Bieber. Behördengänge sind in Offenbach zu erledigen.
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"Offenbach-Bieber".
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