Ochtrup ist eine Stadt im nordwestlichen Münsterland (Nordrhein-Westfalen).
Geschichte
Erstmals erwähnt wurde „Ohtepe“ (das östliche Epe od. Ostepe) im Jahre
1143 in einer Stiftsurkunde des Klosters
Clarholz. Als Pfarrei wird der Ort
1203 zum ersten Mal genannt.
OchtrupSchmidt-Schneekugel.jpg]]Zwischen dem
25. November und dem
30. November 2005 war die Kleinstadt mehrere Tage komplett, später teilweise ohne Strom und geriet bundesweit in die Schlagzeilen. Auslöser des Stromausfalls war ein massiver Wintereinbruch, bei dem die Hochspannungsleitungen zwischen
Gronau und Ochtrup in Folge von starkem Schneefall und Winden übermäßig vereisten. Durch das Gewicht hingen die Leitungen bis auf wenige Meter über dem Boden. Dutzende von Strommasten knickten um. Notstromaggregate aus dem gesamten Bundesgebiet wurden von Hunderten freiwilliger Helfer rund um die Uhr betrieben. Trotzdem kam es - vor allem in der tierhaltenden Landwirtschaft sowie durch Produktionsausfall in anderen gewerblichen Betrieben - zu enormen finanziellen Schäden. In den Medien stritten sich der zuständige Energieversorger RWE und unabhängige Fachleute darüber, ob die ausschließlich oberirdisch angelegte Stromversorgung Ochtrups in den Vorjahren angemessen gewartet worden sei. Die RWE schloss jede Haftung aus, richtete aber einen Hilfsfonds über fünf Millionen Euro für die betroffene Region ein. Bundesweite Medien bezeichneten diesen Vorfall als den „folgenschwersten Stromausfall der Nachkriegsgeschichte“.
Religionen
Seit dem
27. November 2005 besitzt die Stadt Ochtrup mit den beiden Stadtteilen
Welbergen und
Langenhorst nur noch eine katholische Pfarrgemeinde mit etwa 12.000 Mitgliedern. An diesem Tag fusionierten die vier katholischen Ochtruper Pfarrgemeinden St. Lamberti, St. Marien, St. Johannes (
Langenhorst) und St. Dionysius (
Welbergen) zur neuen Pfarrgemeinde St. Lambertus. Die neue Pfarrkirche wurde die
1873 eingeweihte Pfarrkriche
St. Lamberti. Die drei anderen Kirchen wurden zu sogenannten "Filialkirchen", in denen aber weiterhin regelmäßig Gottesdienste statt finden, und in denen auch ein eigenes Gemeindeleben zunächst weitergeführt wird. Weiterhin gibt es in Ochtrup eine evangelische Kirchengemeinde.
Kirchen, Freikirchen und Religionsgemeinschaften
- St. Lamberti (katholisch - Pfarrkirche, Stadtmitte)
- St. Marien (katholisch - Filialkirche, Stadtmitte)
- St. Johannes (katholisch - Filialkirche, Langenhorst)
- St. Dionysius (katholisch - Filialkirche, Welbergen)
- die vier Kirchen bilden zusammen die katholische Pfarrgemeinde St. Lambertus.
- Evangelische Kirche (evanglisch, Stadtmitte)
Wirtschaft
Die Stadt Ochtrup war seit dem
16. Jahrhundert eine Töpferstadt von besonderem Wert für die Region. Seit dem Ende des
18. Jahrhunderts siedelte sich ebenfalls die Textilindustrie an.
Die erste Weberei der angesehenen Ochtruper Familie Laurenz, die
1854 gegründet wurde, existiert noch heute unter dem Namen „Van Delden“.
Die denkmalgeschützten Produktionshallen der Firma werden seit dem
16. April 2004 als
Einkaufszentrum für Textilien genutzt.
Verkehr
Ochtrup liegt im
Länderdreieck Nordrhein-Westfalen,
Niederlande und
Niedersachsen und im Schnittpunkt der Bundesautobahnen
A 31/
A 30 sowie der
B 54/B 403 und befindet sich in der Nähe des
Dortmund-Ems-Kanals
Rheine und des Kanalhafens
Enschede. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Greven (
Münster/Osnabrück). Im Bahnhof von Ochtrup hält die Regionalbahn RB 64 (die sog. „Euregio-Bahn“ von
Münster nach
Enschede über
Steinfurt und
Gronau). Diese Strecke wird von der DB Regionalbahn Westfalen mit Talent-Triebzügen täglich im Stundentakt befahren.
Grundschulen
- Lambertischule
- Marienschule
- Von-Galen-Schule
Weiterführende Schulen
- Städtische Hauptschule
- Städtische Realschule
- Städtisches Gymnasium
Partnerschaften
Es besteht eine
Städtepartnerschaft mit der spanischen Stadt
Valverde del Camino in
Andalusien.
Außerdem wird eine Städtefreundschaft mit dem niederländischen
Lichtenvoorde (
Seniorenbegegnung) gepflegt.
Neben den städtischen Partnerschaften unterhalten die Schulen Partnerschaften zu Schulen in Europa und den USA.
- Städt. Gymnasium:
- Städt. Realschule:
Stadtgliederung
Ochtrup besteht heute aus der Stadt, drei großen Bauernschaften und zwei weiteren Dörfern.
- Ochtrup
- Stadtgebiet
- Osterbauerschaft (nordöstlich der Stadt)
- Westerbauerschaft (nordwestlich)
- Weinerbauerschaft (südlich)
- Langenhorst
- Welbergen
- Bökerhook
- Schweringhook
- Brink
- Mohringhook
- Lütkefeld
Kultur
Seit 1969 gibt es in Ochtrup einen Kinderrosenmontagsumzug. Organisator ist der Förderkreis Kinderkarneval Ochtrup e.V.. Das Kinderdreigestirn wird in jedem Jahr von einem anderen Schützenverein gestellt. Etwa 35.000 Menschen kommen am Rosenmontag nach Ochtrup.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Literatur
- Die Umwälzung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in Ochtrup vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts und ihre Folgen, Eckart Hammerström, VHS-Zweckverband Ochtrup, Ochtrup, 94, ISBN 3928270001
Weblinks
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